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Vom 28.9. - 1.10.2010 fand in Berlin der 48. Deutsche Historikertag statt. Der größte geisteswissen-schaftliche Kongress Europas mit rund 4000 Teilnehmern stand in diesem Jahr unter dem inhaltlichen Motto „Über Grenzen".

In diesem Blog berichtet ein Autorenteam aktuell von der Tagung. Das Blog dient zugleich auch als offizielles Presse-Informationsportal.

Ausserdem gibt es hier Impressionen der Tagung, einen Pressespiegel und kurze Buchrezensionen.

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Neues in der Kategorie Epochenübergreifende Sektion

17. Oktober 2010

Grenzen des Rechts und der individuellen Freiheit im Nationalstaat

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geistes- & Sozialwissenschaften·Neue Geschichte

Bericht zum Panel „An den Grenzen des Nationalstaates. Staatsbürger und Staatenlose zwischen Heimatlosigkeit und Weltbürgertum"

von Elena Allendörfer

220px-Stamps_of_Germany_(Berlin)_1988,_MiNr_826.jpg„Der Verlust der Menschenrechte findet also nicht dann statt, wenn dieses oder jenes Recht, das gewöhnlich unter die Menschenrechte gezählt wird, verloren geht, sondern nur, wenn der Mensch den Standort in der Welt verliert, durch den allein er überhaupt Rechte haben kann und der die Bedingung dafür bildet, dass seine Meinungen Gewicht haben und seine Handlungen von Belang sind."

(Foto Wikipedia: Hannah Arendt auf einer Briefmarke der Dauermarkenserie "Frauen der deutschen Geschichte", Deutsche Bundespost Berlin 1988)


Bereits zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigte sich die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), Verfasserin der obigen Worte und moralische Bezugsperson im Kommentar von Prof. Dr. Dieter Gosewinkels innerhalb der Sektion „An den Grenzen des Nationalstaates" mit der historischen Auswirkung von Gewalt auf die rechtliche Verfasstheit von Personen.

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Autor: Christian Jung· 17.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare

13. Oktober 2010

Ansichts-Sachen. Fremd- und Selbstwahrnehmung des „Islam" in Bildmedien

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geschichtsdidaktik·Kultur·Politik  ·  Kommentare: 94

Über den Islam wird viel diskutiert in diesen Tagen. Spätestens seit Mitte August der Spiegel und die Bild-Zeitung Auszüge aus Thilo Sarrazins neuem Buch „Deutschland schafft sich ab" veröffentlichten, kocht die Debatte hoch. „Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen (Quelle: Der Spiegel, Nr. 35/2010, S.126).

Von Christine Buch

„Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen. Welches Islambild vermitteln unsere Medien?

Laut einer Umfrage, die am Freitag (1. Oktober 2010) vom Deutschlandradio ausgestrahlt wurde, sind knapp 60% der im Westen lebenden Deutschen und 75% der im Osten der Bundesrepublik Lebenden der Meinung, die Einwanderung von Türken habe zu negativen Folgen geführt. Der geplante Bau eines islamischen Zentrums in unmittelbarer Nähe des Ground Zero sorgte kürzlich auch in den USA für heftige Auseinandersetzungen - in der Schweiz war im vergangenen Jahr eine Volksabstimmung gegen Minarette erfolgreich durchgeführt worden.

In der Öffentlichkeit wird also heftig diskutiert. Vor allem über eine vermeintliche Gefährlichkeit des Islam, die sich insbesondere in der außerordentlichen Gewaltbereitschaft, die diese Religion angeblich auszeichne, zeige.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 13.10.10 · 14:30 Uhr· 94 Kommentare

09. Oktober 2010

Wissenschaftliche Erkenntnis oder publikumsorientierter Verkaufsschlager?: Zur Zukunft der „Public History"

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geistes- & Sozialwissenschaften

Im bundesdeutschen Fernsehen werden täglich Dokumentationen und Spielfilme mit historischen Inhalten gesendet. Das heimische Sofa wird dabei Ausgangspunkt für Geschichtsreisen, die in das alte Ägypten oder das mittelalterliche Mainz, nach Waterloo anno 1815 oder eben in das Berlin des Jahres 1989 führen. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls waren im vergangenen Jahr vor allem die historischen Ereignisse des Herbstes 1989 außerordentlich präsent. Ausstellungen, Tagungen und vielfältige Buchpublikationen legten hiervon ebenso ein Zeugnis ab wie die breite Berichterstattung in den Printmedien. Der Geschichtsmarkt boomt nach wie vor und Geschichte gilt als ungemein populär.

Mauerfall.jpgVon Angela Siebold, Martin Stallmann und Carlos A. Haas

Mittlerweile ist es ein lohnenswertes Ziel der Geschichtswissenschaft, über das Fachpublikum hinaus gehört zu werden. Die mediale Präsenz von Geschichte wird dabei von Historikern mit Freude und Sorge gleichzeitig betrachtet - ist doch das öffentliche Interesse an der Geschichte ein willkommener Legitimationsschub für ihre Disziplin; gleichzeitig wirft es aber die Frage auf, wer hier über Geschichte spricht. Denn nur, weil es um Geschichte geht, heißt das noch lange nicht, dass Historiker sprechen: Bisweilen erscheint es so, als bestimmten vielmehr die Zeitzeugen oder Journalisten die allgemeine Sicht auf die Vergangenheit.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 09.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare

08. Oktober 2010

Europa transnational

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Politik

Wie kann man eine transnationale Geschichte Europas schreiben? Was bedeutet der Begriff transnational im Kontext der Zeitgeschichtsforschung? Und wie lassen sich aus transnationaler Perspektive Territorialisierungsprozesse in Europa erfassen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Panel „Territoriale Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen: Eine transnationale Geschichte Europas."

Europa_Karte.jpgVon Angela Siebold

Das Ziel der beiden ersten Vorträge, gehalten von Matthias Middell und Michael Geyer, war es zunächst, einen diachronen Vergleich zweier unterschiedlicher Zeitabschnitte der europäischen Geschichte anzustrengen, nämlich der Zeit der Französischen Revolution einerseits sowie der Jahre 1970-2010 andererseits. Beide Phasen, die eine als gewaltsame, die andere als friedliche Periode, verkörperten Transitionsphasen im Aufbruch zu neuen Raumordnungen, in denen verdichtete Identitätsräume verhandelt worden seien. In solchen Perioden seien in Europa institutionelle und prozedurale Formen des inneren Zusammenhangs, also der transnationalen Verflechtung entwickelt worden.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 08.10.10 · 09:30 Uhr· 0 Kommentare

07. Oktober 2010

Homo portans - Eine Kulturgeschichte des Tragens

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion

Das interdisziplinäre, epochenübergreifende Projekt der Mannheimer Universität „Homo portans" befasst sich mit dem für uns selbstverständlichen sowie vielfältigen Zustand des „Tragens". Untersucht wird, wie sich dieser Vorgang auf die Menschheit auswirkte und sich über die Zeit entwickelte. Von Beginn ihrer Geschichte an trugen die Menschen ihre Kinder, Waren, Besitztümer, Schmuck und Symbole. Das Projekt leistet also Grundlagenforschung zur kulturgeschichtlichen Evolution des Menschen.

Von Gina Fuhrich

Karl Siegbert leitete die Vortragsreihe mit einer umfassenden Zusammenfassung über die vielfältigen Bedeutungen des Zustands des Tragens ein, der omnipräsent im menschlichen Leben ist. Allerdings ist der Transport schwerer Dinge, so Siegbert, hauptsächlich Frauensache, da auf sie das Schwere abgewälzt wird. Tragen an sich steht also auch in Verbindung mit der Sozialstruktur und der Hierarchisierung einer Gesellschaft. Überdies tragen Menschen nicht nur materielle Last, sondern auch psychische. Die Religion ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.

* Screenshot der Website zum Forschungsprojekt
Homo-Portans.jpg

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 07.10.10 · 16:00 Uhr· 0 Kommentare

06. Oktober 2010

Globalgeschichte im Goldgräberrausch

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Kultur

Selbst der größte Veranstaltungsraum des Gebäudes reichte nicht aus, um den vielen Interessierten Platz zu bieten, die sich auf spannende Vorträge zu einem neuen Trend der Geschichtswissenschaft freuten. In der Sektion „Neue Wege der Globalgeschichte" sollte die Frage diskutiert werden, warum Globalgeschichte so wichtig, Nationalgeschichte aber dennoch nicht unwichtig ist. Außerdem wollten Sektionsleiter Andreas Eckert und die Referenten Dominic Sachsenmaier und William O'Reilly sowie Matthias Middell mit seinem Kommentar das unübersichtliche Feld der Globalgeschichte ordnen. Leider konnten Jürgen Osterhammel und Shalini Randeria nicht teilnehmen, weshalb Sebastian Conrad und Hagen Schulz-Forberg die Gelegenheit erhielten, über die Eckpunkte ihrer Thesen zur Globalgeschichte zu reflektieren.

Von Thomas Geier und Philipp Meller

In seiner Einleitung konnte Andreas Eckert vom Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität Berlin von einem Aufschwung der Globalgeschichte berichten. Ihre immer größere Popularität schlage sich vor allem in der häufigen Erwähnung in Zeitschriften und Journalen nieder. Eine generelle Definition des Begriffs wollte er allerdings nicht geben.

* Blick in den überfüllten Hörsaal der Sektion "Neue Wege der Globalgeschichte" (Foto: Philipp Meller)
Globalgeschichte.jpg

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare

Infrastrukturen der Macht

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion

Technische Infrastrukturen sind schon seit geraumer Zeit ein Thema innerhalb der Technik- und auch der Wirtschaftsgeschichte. Genese und Effekte großtechnischer Systeme des 18. und 19. Jahrhunderts stehen hier im Mittelpunkt des Interesses. Zuletzt zeigten allerdings auch die Allgemeinhistoriker größeres Interesse an diesen Fragestellungen, wobei hier auch Infrastrukturen des vorindustriellen Zeitalters thematisiert werden.

Von Maximilian Schell

Die Sektion Infrastrukturen der Macht wurde durch einen kurzen Vortrag von Jens Ivo Engels (Darmstadt) mit konzeptionellen Überlegungen zum Verhältnis von Macht und Infrastruktur eröffnet. Prof. Dr. Helmuth Schneider (Kassel) referierte anschließend über den Zusammenhang von politischer Herrschaft und Wohlfahrt im Bezug auf die Infrastruktur des Imperium Romanum. Er bezog sich nur auf die materielle Infrastruktur, also Straßen, Brücken und Kanäle. In der Antike wurde bei der Infrastruktur zwischen öffentlichen Bauwerken wie Verteidigungsanlagen, Heiligtümern oder Bauwerken des öffentlichen Nutzens, z.B. Häfen oder Brücken, und privaten Bauten unterschieden.

* Ein Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana, die das Straßennetz in spätrömischer Zeit zeigt.
TabulaPeutingeriana.jpg

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 11:30 Uhr· 0 Kommentare

02. Oktober 2010

Wie viel Theorie braucht die Geschichtswissenschaft?

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion

Die gut besuchte, von Rüdiger Graf (Bochum) und Kim Christian Priemel (Berlin) organisierte und von Willibald Steinmetz (Bielefeld) moderierte Sektion zum Thema „Zeitgeschichtliche Forschung über Fächergrenzen und die Grenzen des Fachs" stellte die kritische Frage nach dem Einfluss von in anderen Disziplinen entwickelten Theorien auf die Zeitgeschichtsschreibung.

Methoden.jpgVon Sebastian Gehrig

Rüdiger Graf diskutierte in seinem Beitrag zum Einstieg in das Thema der Sektion die direkte Übernahme von Theorien der Internationalen Beziehungen in die Geschichtswissenschaft am Beispiel der Universität Harvard. Dabei wurde deutlich, dass die einfache Übernahme theoretischer gesellschaftlicher Selbstbeschreibungen ohne deren Entstehung historisiert zu haben zu einem unkritischen Gebrauch historisch nur unzureichend hinterfragter Konzepte in die Zeitgeschichte führen kann.

Die schon von Graf angedeutete Problematik spitzte Benjamin Ziemann (Sheffield) in seinem Vortrag weiter zu. Anhand von Datensätzen, die der empirischen Sozialforschung zur Beschreibung des katholischen Milieus entstammten, argumentierte Ziemann, dass sozialwissenschaftliche Untersuchungen dieser Art nur als Quelle, nicht auch als Darstellung von Zeithistorikern genutzt werden sollten. Denn die in diesen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen generierten Datensätze spiegelten eben in ihrem Erkenntnisinteresse nur eine spezifische Weltsicht und subjektive Fachansätze wider.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 20:30 Uhr· 0 Kommentare

Geschichte Europas Online. Internet-Portale zur Forschung und Lehre

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion  ·  Kommentare: 3

Die mediale Darstellung von Geschichte ist in den letzten Jahren zu einem heiß umkämpften Feld avanciert. Zahlreiche neue Internetportale zu wissenschaftlichen Themen sind in den vergangenen Jahren eröffnet worden - auch die Geistes- und nicht zuletzt die Geschichtswissenschaften erkennen zunehmend den vielfachen Vorteil der schnellsten Informationsform. Zudem helfen die multimedialen Möglichkeiten, das Image vom angestaubten und allzu konservativen Fach zu beseitigen.

IEG_240.jpg
Von Nicole Güther

Der diesjährige Historikertag bietet zwar nur eine Sektion zu diesem zukunftsträchtigen Ressort, aber dafür wurden am gestrigen Tag gleich zwei brandneue Portale vorgestellt: das Projekt Europäische Geschichte Online des Mainzer Instituts (s. Screenshot rechts) sowie das Braunschweiger Schulbuchprojekt Eurviews - die Historikerschaft darf also auf deren baldiges Erscheinen gespannt sein. Daneben stellte sich aber auch das bereits etablierte Themenportal Europäische Geschichte des Clio-Vereins vor.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 14:45 Uhr· 3 Kommentare

01. Oktober 2010

Entgrenzungen (nationaler) Geschichte und Erinnerung: Historische Deutungskonflikte und Aussöhnung im Spannungsfeld von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik

Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion

Die Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik ist nicht neu - und dennoch zentral in der Selbstreflexion von Historikerinnen und Historikern, die sich als unabhängige wissenschaftliche Zunft verstanden wissen wollen, aber dennoch vielfältigen Kontextbedingungen ausgesetzt sind. Dabei ist einerseits die Frage nach dem Einfluss wissenschaftlicher Akteure und Erkenntnisse auf öffentliche und politische Felder relevant; gleichermaßen muss jedoch auch die Fremdbestimmung der Geschichtswissenschaft durch andere gesellschaftliche Gruppen thematisiert werden.

Nationale Erinnerungen sind immer Gegenstand von Deutungskämpfen.

Von Angela Siebold

Das hier vorgestellte Panel des Historikertags beschäftigte sich mit diesen grundlegenden Fragen anhand von Debatten über nationale Erinnerungen im nationalen und internationalen Kontext. Die als „History Wars" bezeichneten öffentlichen, oft über nationale Grenzen hinweg geführten historischen Deutungskämpfe dienten als Ausgangspunkt, um anhand verschiedener aktueller Beispiele die Selbstverortung der Geschichtswissenschaft und ihre Wirkungsbereiche zu diskutieren.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 14:45 Uhr· 0 Kommentare

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