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Vom 28.9. - 1.10.2010 fand in Berlin der 48. Deutsche Historikertag statt. Der größte geisteswissen-schaftliche Kongress Europas mit rund 4000 Teilnehmern stand in diesem Jahr unter dem inhaltlichen Motto „Über Grenzen".
In diesem Blog berichtet ein Autorenteam aktuell von der Tagung. Das Blog dient zugleich auch als offizielles Presse-Informationsportal.
Ausserdem gibt es hier Impressionen der Tagung, einen Pressespiegel und kurze Buchrezensionen.
Letzte Einträge
- Grenzen der antiken Gewalt0 Kommentare· 30.12.10
- Grenzen des Rechts und der individuellen Freiheit im Nationalstaat0 Kommentare· 17.10.10
- Spaziergang durch eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte0 Kommentare· 16.10.10
- Grenzräume. Dimensionen der Berliner Mauer (1961-2010)0 Kommentare· 15.10.10
- Zionismus: der bessere Nationalismus?0 Kommentare· 15.10.10
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16. Oktober 2010
Spaziergang durch eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik·Neue Geschichte
Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung - mitten in der Bundeshauptstadt. Auf dem 1,3 Kilometer langen und 4,4 Hektar umfassenden Gelände an der Bernauer Straße befindet sich das letzte komplett erhaltene Stück eines gewaltigen Zeitzeugnisses: der Berliner Mauer.
Von Christine Buch
Die Bernauer Straße an der Grenze zwischen den Berliner Stadtbezirken Wedding und Mitte war ein Brennpunkt der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Bau der Mauer und seine Folgen für die Bewohner der geteilten Stadt wurden hier besonders dramatisch erlebt. Die Geschichte dieser Straße zeigt exemplarisch die Auswirkungen des Mauerbaus: die Zerstörung von Stadtraum und Lebenswegen, die Trennung von Familienangehörigen und Freunden. Und sie dokumentiert die Versuche, der Diktatur durch Flucht in den Westen zu entkommen.
Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer, führte während des Historikertags durch den bereits fertiggestellten Bereich des Areals und erklärte das Konzept hinter der Ausstellung.
Autor: Christian Jung· 16.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
14. Oktober 2010
Forschung schreitet fort. Über die Gemeinsamkeiten von Klöppelkursen, „Grenzland-Tourismus" und 9/11
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik·Neue Geschichte
Zum Thema „Innerdeutsche Grenze" ist besonders in den vergangenen Jahren intensiv geforscht worden. Es handelt sich um einen hochemotionalen Forschungsgegenstand - behaftet mit einer Fülle von Leiderfahrungen, die bis in die heutige Zeit Nachwirkungen zeigen. Umso wichtiger erscheint die Notwendigkeit, eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung zu leisten. Auch um den über 1.000 Todesopfern, die die deutsch-deutsche Grenze forderte, gerecht zu werden. Daher erstaunt es weniger, dass die Grenze als Gegenstand und Konstruktion verstärkte Aufmerksamkeit in der Geschichtswissenschaft erfuhr.
Von Christine Buch
Die Sektion zur „innerdeutschen Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur" zog am 30. September 2010 viele Interessierte an. Die Leitung übernahm Carl-Hans Hauptmeyer, Historiker an der Universität Hannover.
„Die Grenze ist nicht eine räumliche Tatsache mit soziologischen Wirkungen, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt."
Georg Simmel, Soziologie des Raumes
Autor: Christian Jung· 14.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
06. Oktober 2010
Poster für die wissenschaftliche Öffentlichkeit
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften
Auch auf dem 48. Historikertag wird dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Gelegenheit geboten, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Wie vor zwei Jahren in Dresden, vor vier Jahren in Konstanz und - zum ersten Mal in der Geschichte des VHD - vor sechs Jahren in Kiel können Doktorandinnen und Doktoranden ihre Dissertationsprojekte im Rahmen einer Poster-Session präsentieren. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen haben es schließlich 37 Nachwuchswissenschaftler geschafft: ihre Poster hängen im zweiten Stock der Dorotheenstraße 24. Eine Jury kürte die drei besten Teilnehmer, die am Abend des 30. September im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums Preise verliehen bekamen.
Von Martin Stallmann und Carlos A. Haas
Das Medium Poster birgt spezifische Probleme, bietet aber auch Vorteile. Aus den Naturwissenschaften kommend und seit einigen Jahren zunehmend in den Geisteswissenschaften beachtet, liegt sein größter Vorzug unbestreitbar in der Breitenwirkung, die es entfalten kann. Sitzen in Vorträgen vielleicht 100 Zuhörer, so ist es - zumindest theoretisch - möglich, dass eine vielfache Menge an Interessierten die Poster sieht und so einen Einblick in die jeweiligen Arbeiten erhält. Das Medium Poster eignet sich also als Multiplikator, was gerade für junge Wissenschaftler von entscheidender Bedeutung sein kann.
* Das Foto zeigt Niels Petersen bei der Preisverleihung.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 16:00 Uhr· 0 Kommentare
Über Grenzen? - Deutliche Unterrepräsentation von Frauen auf dem Historikertag
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings · Kommentare: 1
Inmitten der steinernen Zeugnisse europäischer Geistesgeschichte ist im ehrwürdigen Saal des Pergamonmuseums in der historischen Mitte Berlins der 48. Historikertag feierlich zu Ende gegangen. Das in der ehemals geteilten Stadt gestellte Thema „Über Grenzen" erfuhr in den zahlreichen, häufig interdisziplinär geführten Diskussionen eine räumliche Grenzüberschreitung, lag der Fokus doch nicht auf der rein nationalen Geschichtsdeutung.
Die Sektionen der Tagung waren an erster Stelle männlich geführt und auch besucht. Häufig glichen die Podien einer reinen Männerrunde.
Ein Zwischenruf von Nicole Güther
Dennoch, in der Frage der Geschlechtergleichheit ist kein Durchbruch geglückt. Die so zwangsläufig rückblickende wie zukunftsweisende Tagung zeigte die andauernde, offensichtliche Unterrepräsentation von Frauen in der Wissenschaft auf. Die Sektionen der Tagung waren an erster Stelle männlich geführt und auch besucht. Häufig glichen die Podien einer reinen Männerrunde. Obgleich seit nunmehr dreißig Jahren über die Hälfte der Studenten weiblich ist, lichtet es sich weiterhin in den höheren Hierarchien universitären Lebens. Geradezu ironisch erscheint die Wahl einer weiblichen Akademikerin als Festrednerin. (Hier unser Bericht über den Vortrag von Lorraine Daston.)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 08:00 Uhr· 1 Kommentar
05. Oktober 2010
Geschichtliche Recherchen mit Herzblut: Schülerpreisträger im Gespräch
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings · Kommentare: 2
Im Rahmen des 48. Historikertages in Berlin wurde zum ersten Mal in der Geschichte dieser Tagungen ein Schülerpreis verliehen, der zusammen mit der Körber-Stiftung die Ehrung für besondere Leistungen von Schülern sein soll. Das Thema des Wettbewerbs lautete: „Helden: verehrt - verkannt - vergessen". Dabei wurden Giovanna-Beatrice Carlesso und Rahul Kulka für ihre besonderen Leistungen bei ihren Recherchen geehrt.
Im Anschluss an die Preisverleihung stellten sich die beiden Preisträger den Fragen von Klaus Körmös und Maximilian Schell. (Das Foto rechts zeigt Rahul Kulka zusammen mit Dr. Simone Lässig vom VHD.)
ScienceBlogs: Erst einmal herzlichen Glückwunsch, Rahul. Was für ein Gefühl ist das, als Schüler einen Preis im Rahmen des Historikertags zu bekommen?
Rahul: Für mich ist es eine große Ehre und es erfüllt mich mit Stolz. Das Besondere an dem Abend ist, dass ich eine Auszeichnung von Akademikern bekommen habe und sie mir so ihre Anerkennung ausdrücken.
SB: Was war deine Motivation, bei diesem Wettbewerb mitzumachen?
Rahul: Ich fand das Wettbewerbsthema spannend und Berlin und seine Geschichte verkörpert das Thema für mich vollkommen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 16:30 Uhr· 2 Kommentare
„That's History" - Über texanische Geschichtsverdrossenheit und die Grenzen der Universität
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Im Rahmen der Abendveranstaltung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands am Donnerstagabend im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums hielt Lorraine Daston, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte Berlin, den Festvortrag. Darin wies sie zunächst auf die besondere Bedeutung der historischen Grenzziehungen für die Stadt Berlin hin.
Von Angela Siebold
Jedoch seien trotz dem Ende der deutschen Teilung neue Grenzen entstanden, die sich auf anderen Ebenen bewegten, wie etwa im ökonomischen, kulturellen oder sogar im kulinarischen Bereich.
Grenzauflösungen, so Daston, bedeuteten immer auch das Ziehen neuer Grenzen, die nötig seien, um die Welt zu definieren, zu kategorisieren und ihr einen Sinn zu verleihen. Die Aufgabe der Historiker sei es dabei, herauszufinden, warum und wie Grenzen entstehen und verschwinden - seien es politische Grenzen oder subtilere Grenzen wie die zwischen Geschlechtern oder zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich. Auch bei der universitären Disziplinarität handele es sich um Grenzziehungen, die jedoch nicht nur Abgrenzung, sondern auch die Definition bestimmter Kompetenzen und Fähigkeiten bedeuteten.
* Foto rechts: Lorraine Daston mit Prof. Dr. Werner Plumpe (VHD)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
03. Oktober 2010
Über eine virtuelle Grenze und reale Empörung im Jubiläumsjahr „20 Jahre Deutsche Einheit"
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Der hagere Mann sieht gestresst aus. Lächelnd nähert er sich. Es ist Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung „Gedenkstätte Berliner Mauer" - und er hat an diesem frühen Nachmittag bereits fünf Pressetermine hinter sich. So etwas kann passieren. Gestern noch war die Welt in Ordnung. Zumindest hier im Besucherzentrum in der Bernauer Straße, am Arbeitsplatz des Kunsthistorikers. Ein ruhiger Arbeitstag in der Gedenkstätte Berliner Mauer.
Von Christine Buch
Herr Klausmeier ist sich wohl bewusst, dass jener 1,3 Kilometer lange und 4,4 Hektar umfassende Streifen an der Bernauer Straße, auf dem sich das letzte Stück Mauer befindet, das in seiner kompletten Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist, eine gewisse politische Brisanz birgt. Dies hat er schon am eigenen Leib erfahren. Die Stiftung, die er betreut, wird zur Hälfte vom Land, zur Hälfte vom Bund getragen. Da stoßen schon mal rot-rote und schwarz-gelbe Interessen aufeinander. Politik ist nicht einfach.
Leidvoll musste er auch Auseinandersetzungen ertragen, die ganz anderer Natur waren. Lange wurde - mit Beteiligung der Familienangehörigen - zum Beispiel über die Frage diskutiert, ob die acht an der Mauer erschossenen DDR-Grenzer Opfer oder Täter waren, ob ihre Fotos und Geburts- wie Sterbedaten zusammen mit den 136 Opfern, die in Berlin an der Mauer starben, ins „Fenster des Gedenkens" eingegliedert werden könnten. Hier gab es ebenfalls unterschiedliche Meinungen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 20:00 Uhr· 0 Kommentare
„Geschichte hat Konjunktur"...
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Mit diesen Worten begann Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Stiftungsdirektor des Deutschen Historischen Museums, die Abendveranstaltung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) im Schlüterhof. Damit hatte er wohl bereits das Motto des Abends ausgegeben. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde nämlich der historische Nachwuchs ausgezeichnet.
Von Marina Scheiff
In Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung verlieh der VHD im Rahmen des 48. Deutschen Historikertages erstmals Preise für herausragende Schülerleistungen im Bereich der Geschichtswissenschaft. Wie alle Redner des Abends hervorhoben, haben viele Jugendliche derzeit ein „primäres Interesse an Geschichte" (Prof. Dr. Hans Ottomeyer). Um nun auch dieses Interesse und vor allem eine vorwissenschaftliche Erforschung zu würdigen, möchte der VHD von nun an einen Schülerpreis verleihen. Dieser Preis soll für einen „besonders überzeugenden, reflektierten methodischen Ansatz oder für das Schließen einer Lücke" in der Geschichtswissenschaft zuerkannt werden, so Prof. Dr. Simone Lässig, Schriftführerin des Verbandes.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 18:45 Uhr· 0 Kommentare
02. Oktober 2010
Das Problem, europäische Geschichte zu schreiben
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Neue Geschichte
In den Debatten um die Ausweitung der Europäischen Union sowie die außenpolitische Präsentation eines starken und geeinten Europas wird immer wieder auf die Geschichte Europas rekurriert. Doch wovon sprechen wir dabei überhaupt?
Von Gina Fuhrich
Der Beck-Verlag hat sich deshalb entschlossen, mit „Geschichte Europas" und „Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert" zwei Buchserien zum Thema zu veröffentlichen und diese in einer Podiumsdiskussion mit den Autoren Wlodzimierz Borodziej, Marie-Janine Calic, Andreas Fahrmeir, Ulrich Herbert, Harmut Leppin und Luise Schorn-Schütte sowie dem Verleger Sebastian Ulrich vorzustellen. Die Reihen haben zwei unterschiedliche Konzepte, beschäftigen sich aber beide mit dem Thema, wie man europäische Geschichte schreiben soll. Zunächst stellt sich die Frage, was Europa eigentlich ist. Lediglich eine Idee oder durchaus ein gemeinsamer Integrationsraum? Die jeweiligen Autoren der Bücher stellten ihre Arbeit vor und begründeten ihren spezifischen Ansatz.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 12:00 Uhr· 0 Kommentare
Preise für Nachwuchswissenschaftler
Kategorie: Am Rande
Am Abend des 30. September 2010 fand im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums (DHM) die Preisverleihung des Verbands der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD) statt. Nach Grußworten des Stiftungsdirektors des DHM, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, des Verbandsvorsitzenden des VHD, Prof. Dr. Werner Plumpe und Dr. Lothar Dittmers von der unterstützenden Körber-Stiftung wurden die Preisurkunden verliehen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 10:00 Uhr· 0 Kommentare
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