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Vom 28.9. - 1.10.2010 fand in Berlin der 48. Deutsche Historikertag statt. Der größte geisteswissen-schaftliche Kongress Europas mit rund 4000 Teilnehmern stand in diesem Jahr unter dem inhaltlichen Motto „Über Grenzen".

In diesem Blog berichtet ein Autorenteam aktuell von der Tagung. Das Blog dient zugleich auch als offizielles Presse-Informationsportal.

Ausserdem gibt es hier Impressionen der Tagung, einen Pressespiegel und kurze Buchrezensionen.

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Neues in der Kategorie Am Rande

16. Oktober 2010

Spaziergang durch eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik·Neue Geschichte

Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung - mitten in der Bundeshauptstadt. Auf dem 1,3 Kilometer langen und 4,4 Hektar umfassenden Gelände an der Bernauer Straße befindet sich das letzte komplett erhaltene Stück eines gewaltigen Zeitzeugnisses: der Berliner Mauer.

Von Christine Buch

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Am 13. August 1998 wurde das nationale Denkmal für die Opfer des Mauerbaus und der deutschen Teilung von der heutigen Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeweiht. 1994 hatte die Bundesregierung hierzu einen Wettbewerb ausgelobt. Insgesamt 259 Konzepte wurden von verschiedenen Bewerbern eingereicht. 1995 entschied man sich, den Entwurf von Kohlhoff&Kohlhoff aus Stuttgart zu realisieren. Bei dem Denkmal handelt es sich um zwei massive Stahlwände, die ein 70 Meter langes original erhaltenes Stück der Grenzanlagen umschließen. Es ist im Hintergrund des Fotos zu sehen. (Fotos: Christine Buch)


Die Bernauer Straße an der Grenze zwischen den Berliner Stadtbezirken Wedding und Mitte war ein Brennpunkt der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Bau der Mauer und seine Folgen für die Bewohner der geteilten Stadt wurden hier besonders dramatisch erlebt. Die Geschichte dieser Straße zeigt exemplarisch die Auswirkungen des Mauerbaus: die Zerstörung von Stadtraum und Lebenswegen, die Trennung von Familienangehörigen und Freunden. Und sie dokumentiert die Versuche, der Diktatur durch Flucht in den Westen zu entkommen.

Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer, führte während des Historikertags durch den bereits fertiggestellten Bereich des Areals und erklärte das Konzept hinter der Ausstellung.

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Autor: Christian Jung· 16.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare

14. Oktober 2010

Forschung schreitet fort. Über die Gemeinsamkeiten von Klöppelkursen, „Grenzland-Tourismus" und 9/11

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik·Neue Geschichte

Zum Thema „Innerdeutsche Grenze" ist besonders in den vergangenen Jahren intensiv geforscht worden. Es handelt sich um einen hochemotionalen Forschungsgegenstand - behaftet mit einer Fülle von Leiderfahrungen, die bis in die heutige Zeit Nachwirkungen zeigen. Umso wichtiger erscheint die Notwendigkeit, eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung zu leisten. Auch um den über 1.000 Todesopfern, die die deutsch-deutsche Grenze forderte, gerecht zu werden. Daher erstaunt es weniger, dass die Grenze als Gegenstand und Konstruktion verstärkte Aufmerksamkeit in der Geschichtswissenschaft erfuhr.

Von Christine Buch


Foto 1.JPG

Die Sektion zur „innerdeutschen Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur" zog am 30. September 2010 viele Interessierte an. Die Leitung übernahm Carl-Hans Hauptmeyer, Historiker an der Universität Hannover.


„Die Grenze ist nicht eine räumliche Tatsache mit soziologischen Wirkungen, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt."
Georg Simmel, Soziologie des Raumes

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Autor: Christian Jung· 14.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare

06. Oktober 2010

Poster für die wissenschaftliche Öffentlichkeit

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften

Auch auf dem 48. Historikertag wird dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Gelegenheit geboten, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Wie vor zwei Jahren in Dresden, vor vier Jahren in Konstanz und - zum ersten Mal in der Geschichte des VHD - vor sechs Jahren in Kiel können Doktorandinnen und Doktoranden ihre Dissertationsprojekte im Rahmen einer Poster-Session präsentieren. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen haben es schließlich 37 Nachwuchswissenschaftler geschafft: ihre Poster hängen im zweiten Stock der Dorotheenstraße 24. Eine Jury kürte die drei besten Teilnehmer, die am Abend des 30. September im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums Preise verliehen bekamen.

Niels_Petersen.jpgVon Martin Stallmann und Carlos A. Haas

Das Medium Poster birgt spezifische Probleme, bietet aber auch Vorteile. Aus den Naturwissenschaften kommend und seit einigen Jahren zunehmend in den Geisteswissenschaften beachtet, liegt sein größter Vorzug unbestreitbar in der Breitenwirkung, die es entfalten kann. Sitzen in Vorträgen vielleicht 100 Zuhörer, so ist es - zumindest theoretisch - möglich, dass eine vielfache Menge an Interessierten die Poster sieht und so einen Einblick in die jeweiligen Arbeiten erhält. Das Medium Poster eignet sich also als Multiplikator, was gerade für junge Wissenschaftler von entscheidender Bedeutung sein kann.
* Das Foto zeigt Niels Petersen bei der Preisverleihung.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 16:00 Uhr· 0 Kommentare

Über Grenzen? - Deutliche Unterrepräsentation von Frauen auf dem Historikertag

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings  ·  Kommentare: 1

Inmitten der steinernen Zeugnisse europäischer Geistesgeschichte ist im ehrwürdigen Saal des Pergamonmuseums in der historischen Mitte Berlins der 48. Historikertag feierlich zu Ende gegangen. Das in der ehemals geteilten Stadt gestellte Thema „Über Grenzen" erfuhr in den zahlreichen, häufig interdisziplinär geführten Diskussionen eine räumliche Grenzüberschreitung, lag der Fokus doch nicht auf der rein nationalen Geschichtsdeutung.

Die Sektionen der Tagung waren an erster Stelle männlich geführt und auch besucht. Häufig glichen die Podien einer reinen Männerrunde.

Ein Zwischenruf von Nicole Güther

Dennoch, in der Frage der Geschlechtergleichheit ist kein Durchbruch geglückt. Die so zwangsläufig rückblickende wie zukunftsweisende Tagung zeigte die andauernde, offensichtliche Unterrepräsentation von Frauen in der Wissenschaft auf. Die Sektionen der Tagung waren an erster Stelle männlich geführt und auch besucht. Häufig glichen die Podien einer reinen Männerrunde. Obgleich seit nunmehr dreißig Jahren über die Hälfte der Studenten weiblich ist, lichtet es sich weiterhin in den höheren Hierarchien universitären Lebens. Geradezu ironisch erscheint die Wahl einer weiblichen Akademikerin als Festrednerin. (Hier unser Bericht über den Vortrag von Lorraine Daston.)

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 08:00 Uhr· 1 Kommentar

05. Oktober 2010

Geschichtliche Recherchen mit Herzblut: Schülerpreisträger im Gespräch

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings  ·  Kommentare: 2

Im Rahmen des 48. Historikertages in Berlin wurde zum ersten Mal in der Geschichte dieser Tagungen ein Schülerpreis verliehen, der zusammen mit der Körber-Stiftung die Ehrung für besondere Leistungen von Schülern sein soll. Das Thema des Wettbewerbs lautete: „Helden: verehrt - verkannt - vergessen". Dabei wurden Giovanna-Beatrice Carlesso und Rahul Kulka für ihre besonderen Leistungen bei ihren Recherchen geehrt.

Rahul_Kulka.jpgIm Anschluss an die Preisverleihung stellten sich die beiden Preisträger den Fragen von Klaus Körmös und Maximilian Schell. (Das Foto rechts zeigt Rahul Kulka zusammen mit Dr. Simone Lässig vom VHD.)

ScienceBlogs: Erst einmal herzlichen Glückwunsch, Rahul. Was für ein Gefühl ist das, als Schüler einen Preis im Rahmen des Historikertags zu bekommen?
Rahul: Für mich ist es eine große Ehre und es erfüllt mich mit Stolz. Das Besondere an dem Abend ist, dass ich eine Auszeichnung von Akademikern bekommen habe und sie mir so ihre Anerkennung ausdrücken.

SB: Was war deine Motivation, bei diesem Wettbewerb mitzumachen?
Rahul: Ich fand das Wettbewerbsthema spannend und Berlin und seine Geschichte verkörpert das Thema für mich vollkommen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 16:30 Uhr· 2 Kommentare

„That's History" - Über texanische Geschichtsverdrossenheit und die Grenzen der Universität

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings

Im Rahmen der Abendveranstaltung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands am Donnerstagabend im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums hielt Lorraine Daston, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte Berlin, den Festvortrag. Darin wies sie zunächst auf die besondere Bedeutung der historischen Grenzziehungen für die Stadt Berlin hin.

Lorraine_Daston.jpgVon Angela Siebold

Jedoch seien trotz dem Ende der deutschen Teilung neue Grenzen entstanden, die sich auf anderen Ebenen bewegten, wie etwa im ökonomischen, kulturellen oder sogar im kulinarischen Bereich.

Grenzauflösungen, so Daston, bedeuteten immer auch das Ziehen neuer Grenzen, die nötig seien, um die Welt zu definieren, zu kategorisieren und ihr einen Sinn zu verleihen. Die Aufgabe der Historiker sei es dabei, herauszufinden, warum und wie Grenzen entstehen und verschwinden - seien es politische Grenzen oder subtilere Grenzen wie die zwischen Geschlechtern oder zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich. Auch bei der universitären Disziplinarität handele es sich um Grenzziehungen, die jedoch nicht nur Abgrenzung, sondern auch die Definition bestimmter Kompetenzen und Fähigkeiten bedeuteten.
* Foto rechts: Lorraine Daston mit Prof. Dr. Werner Plumpe (VHD)

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare

03. Oktober 2010

Über eine virtuelle Grenze und reale Empörung im Jubiläumsjahr „20 Jahre Deutsche Einheit"

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings

Der hagere Mann sieht gestresst aus. Lächelnd nähert er sich. Es ist Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung „Gedenkstätte Berliner Mauer" - und er hat an diesem frühen Nachmittag bereits fünf Pressetermine hinter sich. So etwas kann passieren. Gestern noch war die Welt in Ordnung. Zumindest hier im Besucherzentrum in der Bernauer Straße, am Arbeitsplatz des Kunsthistorikers. Ein ruhiger Arbeitstag in der Gedenkstätte Berliner Mauer.

1378.jpgVon Christine Buch

Herr Klausmeier ist sich wohl bewusst, dass jener 1,3 Kilometer lange und 4,4 Hektar umfassende Streifen an der Bernauer Straße, auf dem sich das letzte Stück Mauer befindet, das in seiner kompletten Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist, eine gewisse politische Brisanz birgt. Dies hat er schon am eigenen Leib erfahren. Die Stiftung, die er betreut, wird zur Hälfte vom Land, zur Hälfte vom Bund getragen. Da stoßen schon mal rot-rote und schwarz-gelbe Interessen aufeinander. Politik ist nicht einfach.

Leidvoll musste er auch Auseinandersetzungen ertragen, die ganz anderer Natur waren. Lange wurde - mit Beteiligung der Familienangehörigen - zum Beispiel über die Frage diskutiert, ob die acht an der Mauer erschossenen DDR-Grenzer Opfer oder Täter waren, ob ihre Fotos und Geburts- wie Sterbedaten zusammen mit den 136 Opfern, die in Berlin an der Mauer starben, ins „Fenster des Gedenkens" eingegliedert werden könnten. Hier gab es ebenfalls unterschiedliche Meinungen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 20:00 Uhr· 0 Kommentare

„Geschichte hat Konjunktur"...

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings

Mit diesen Worten begann Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Stiftungsdirektor des Deutschen Historischen Museums, die Abendveranstaltung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) im Schlüterhof. Damit hatte er wohl bereits das Motto des Abends ausgegeben. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde nämlich der historische Nachwuchs ausgezeichnet.

Von Marina Scheiff

In Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung verlieh der VHD im Rahmen des 48. Deutschen Historikertages erstmals Preise für herausragende Schülerleistungen im Bereich der Geschichtswissenschaft. Wie alle Redner des Abends hervorhoben, haben viele Jugendliche derzeit ein „primäres Interesse an Geschichte" (Prof. Dr. Hans Ottomeyer). Um nun auch dieses Interesse und vor allem eine vorwissenschaftliche Erforschung zu würdigen, möchte der VHD von nun an einen Schülerpreis verleihen. Dieser Preis soll für einen „besonders überzeugenden, reflektierten methodischen Ansatz oder für das Schließen einer Lücke" in der Geschichtswissenschaft zuerkannt werden, so Prof. Dr. Simone Lässig, Schriftführerin des Verbandes.
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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 18:45 Uhr· 0 Kommentare

02. Oktober 2010

Das Problem, europäische Geschichte zu schreiben

Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Neue Geschichte

In den Debatten um die Ausweitung der Europäischen Union sowie die außenpolitische Präsentation eines starken und geeinten Europas wird immer wieder auf die Geschichte Europas rekurriert. Doch wovon sprechen wir dabei überhaupt?

Europa.jpgVon Gina Fuhrich

Der Beck-Verlag hat sich deshalb entschlossen, mit „Geschichte Europas" und „Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert" zwei Buchserien zum Thema zu veröffentlichen und diese in einer Podiumsdiskussion mit den Autoren Wlodzimierz Borodziej, Marie-Janine Calic, Andreas Fahrmeir, Ulrich Herbert, Harmut Leppin und Luise Schorn-Schütte sowie dem Verleger Sebastian Ulrich vorzustellen. Die Reihen haben zwei unterschiedliche Konzepte, beschäftigen sich aber beide mit dem Thema, wie man europäische Geschichte schreiben soll. Zunächst stellt sich die Frage, was Europa eigentlich ist. Lediglich eine Idee oder durchaus ein gemeinsamer Integrationsraum? Die jeweiligen Autoren der Bücher stellten ihre Arbeit vor und begründeten ihren spezifischen Ansatz.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 12:00 Uhr· 0 Kommentare

Preise für Nachwuchswissenschaftler

Kategorie: Am Rande

Am Abend des 30. September 2010 fand im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums (DHM) die Preisverleihung des Verbands der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD) statt. Nach Grußworten des Stiftungsdirektors des DHM, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, des Verbandsvorsitzenden des VHD, Prof. Dr. Werner Plumpe und Dr. Lothar Dittmers von der unterstützenden Körber-Stiftung wurden die Preisurkunden verliehen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 10:00 Uhr· 0 Kommentare

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