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Vom 28.9. - 1.10.2010 fand in Berlin der 48. Deutsche Historikertag statt. Der größte geisteswissen-schaftliche Kongress Europas mit rund 4000 Teilnehmern stand in diesem Jahr unter dem inhaltlichen Motto „Über Grenzen".
In diesem Blog berichtet ein Autorenteam aktuell von der Tagung. Das Blog dient zugleich auch als offizielles Presse-Informationsportal.
Ausserdem gibt es hier Impressionen der Tagung, einen Pressespiegel und kurze Buchrezensionen.
Letzte Einträge
- Grenzen der antiken Gewalt0 Kommentare· 30.12.10
- Grenzen des Rechts und der individuellen Freiheit im Nationalstaat0 Kommentare· 17.10.10
- Spaziergang durch eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte0 Kommentare· 16.10.10
- Grenzräume. Dimensionen der Berliner Mauer (1961-2010)0 Kommentare· 15.10.10
- Zionismus: der bessere Nationalismus?0 Kommentare· 15.10.10
Kommentare
- geciktirici sprey · 25.05.12 · 14:19 Uhr Ökonomien der Aufmerksamkeit im 20. Jahrhundert. Eine transnationale Perspektive auf Techniken der Messung, Vermarktung und Generierung von Aufmerksamkeit
- Johannes Franke · 16.03.12 · 00:02 Uhr Genealogie der Menschenrechte
- Porte blindate · 04.01.12 · 09:36 Uhr Hinter den Panzertüren des Auswärtigen Amtes
- Thilo · 29.03.11 · 13:30 Uhr Clan-Strukturen als Faktor sozialistischer Führungspolitik
- Oliver Auge · 06.01.11 · 10:11 Uhr Die „Zukunftsmusik" des Mittelalters. Geschichte hat Zukunft
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Archiv Oktober 2010
17. Oktober 2010
Grenzen des Rechts und der individuellen Freiheit im Nationalstaat
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geistes- & Sozialwissenschaften·Neue Geschichte
Bericht zum Panel „An den Grenzen des Nationalstaates. Staatsbürger und Staatenlose zwischen Heimatlosigkeit und Weltbürgertum"
von Elena Allendörfer
„Der Verlust der Menschenrechte findet also nicht dann statt, wenn dieses oder jenes Recht, das gewöhnlich unter die Menschenrechte gezählt wird, verloren geht, sondern nur, wenn der Mensch den Standort in der Welt verliert, durch den allein er überhaupt Rechte haben kann und der die Bedingung dafür bildet, dass seine Meinungen Gewicht haben und seine Handlungen von Belang sind."
(Foto Wikipedia: Hannah Arendt auf einer Briefmarke der Dauermarkenserie "Frauen der deutschen Geschichte", Deutsche Bundespost Berlin 1988)
Bereits zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigte sich die Philosophin Hannah Arendt (1906-1975), Verfasserin der obigen Worte und moralische Bezugsperson im Kommentar von Prof. Dr. Dieter Gosewinkels innerhalb der Sektion „An den Grenzen des Nationalstaates" mit der historischen Auswirkung von Gewalt auf die rechtliche Verfasstheit von Personen.
Autor: Christian Jung· 17.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
16. Oktober 2010
Spaziergang durch eine dunkle Epoche der deutschen Geschichte
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik·Neue Geschichte
Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung - mitten in der Bundeshauptstadt. Auf dem 1,3 Kilometer langen und 4,4 Hektar umfassenden Gelände an der Bernauer Straße befindet sich das letzte komplett erhaltene Stück eines gewaltigen Zeitzeugnisses: der Berliner Mauer.
Von Christine Buch
Die Bernauer Straße an der Grenze zwischen den Berliner Stadtbezirken Wedding und Mitte war ein Brennpunkt der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte. Der Bau der Mauer und seine Folgen für die Bewohner der geteilten Stadt wurden hier besonders dramatisch erlebt. Die Geschichte dieser Straße zeigt exemplarisch die Auswirkungen des Mauerbaus: die Zerstörung von Stadtraum und Lebenswegen, die Trennung von Familienangehörigen und Freunden. Und sie dokumentiert die Versuche, der Diktatur durch Flucht in den Westen zu entkommen.
Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer, führte während des Historikertags durch den bereits fertiggestellten Bereich des Areals und erklärte das Konzept hinter der Ausstellung.
Autor: Christian Jung· 16.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
15. Oktober 2010
Grenzräume. Dimensionen der Berliner Mauer (1961-2010)
Kategorie: Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Neue Geschichte
Wenn sich der 48. Deutsche Historikertag unter dem Motto „Grenzen" präsentiert und zudem in eben jener Stadt abgehalten wird, die wie keine andere geprägt ist vom Schicksal ihrer jahrzehntelangen Trennung, dann darf ein Thema natürlich nicht fehlen: die Berliner Mauer.
Von Christine Buch
Ihr und ihren - räumlichen wie geistigen - Dimensionen widmete sich eine ganze Sektion des Historikertages, die passenderweise im Tagungsraum der Gedenkstätte Berliner Mauer abgehalten wurde. Die Erinnerungsstätte, die zurzeit eine erhebliche Erweiterung erfährt, verzeichnet kontinuierlich steigende Besucherzahlen. „2001 zählten wir 67.000 Besucher, im Mauerjahr 2009 waren es 371.000!", freute sich Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Gedenkstätte Berliner Mauer.
Autor: Christian Jung· 15.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
Zionismus: der bessere Nationalismus?
Kategorie: Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Neue Geschichte
Der Zionismus kann als eine Spielart des Nationalismus verstanden werden, der die Eigenschaft hat, nicht national zu sein. Dieses scheinbare Paradoxon verfliegt, wenn man bedenkt, dass geographische, politische und kulturelle Grenzen sich im Zusammenhang mit diesem Begriff unmöglich ziehen lassen. Der Zionismus ist eine Ideologie, die in vielerlei Hinsicht Grenzen überwand, im gleichen Zuge aber auch die Vertreter dieser Ideologie vor die Herausforderung stellte, die Definition des Zionismus möglichst präzise zu halten.
Von Christina Thenuwara
Wie und ob diese Gratwanderung insbesondere in Bezug auf den deutschen Raum gelungen ist, wurde in der Sektion „Nationalismus, Internationalismus und Transnationalismus im deutschsprachigen Zionismus" auf dem Historikertag analysiert.
Autor: Christian Jung· 15.10.10 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare
14. Oktober 2010
Forschung schreitet fort. Über die Gemeinsamkeiten von Klöppelkursen, „Grenzland-Tourismus" und 9/11
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik·Neue Geschichte
Zum Thema „Innerdeutsche Grenze" ist besonders in den vergangenen Jahren intensiv geforscht worden. Es handelt sich um einen hochemotionalen Forschungsgegenstand - behaftet mit einer Fülle von Leiderfahrungen, die bis in die heutige Zeit Nachwirkungen zeigen. Umso wichtiger erscheint die Notwendigkeit, eine umfassende wissenschaftliche Aufarbeitung zu leisten. Auch um den über 1.000 Todesopfern, die die deutsch-deutsche Grenze forderte, gerecht zu werden. Daher erstaunt es weniger, dass die Grenze als Gegenstand und Konstruktion verstärkte Aufmerksamkeit in der Geschichtswissenschaft erfuhr.
Von Christine Buch
Die Sektion zur „innerdeutschen Grenze als Realität, Narrativ und Element der Erinnerungskultur" zog am 30. September 2010 viele Interessierte an. Die Leitung übernahm Carl-Hans Hauptmeyer, Historiker an der Universität Hannover.
„Die Grenze ist nicht eine räumliche Tatsache mit soziologischen Wirkungen, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt."
Georg Simmel, Soziologie des Raumes
Autor: Christian Jung· 14.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
13. Oktober 2010
Ansichts-Sachen. Fremd- und Selbstwahrnehmung des „Islam" in Bildmedien
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geschichtsdidaktik·Kultur·Politik · Kommentare: 94
Über den Islam wird viel diskutiert in diesen Tagen. Spätestens seit Mitte August der Spiegel und die Bild-Zeitung Auszüge aus Thilo Sarrazins neuem Buch „Deutschland schafft sich ab" veröffentlichten, kocht die Debatte hoch. „Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen (Quelle: Der Spiegel, Nr. 35/2010, S.126).
Von Christine Buch
„Du dreckiger Muslim!" gehört heute zu den meistgebrauchten Schimpfwörtern unter Jugendlichen. Welches Islambild vermitteln unsere Medien?
Laut einer Umfrage, die am Freitag (1. Oktober 2010) vom Deutschlandradio ausgestrahlt wurde, sind knapp 60% der im Westen lebenden Deutschen und 75% der im Osten der Bundesrepublik Lebenden der Meinung, die Einwanderung von Türken habe zu negativen Folgen geführt. Der geplante Bau eines islamischen Zentrums in unmittelbarer Nähe des Ground Zero sorgte kürzlich auch in den USA für heftige Auseinandersetzungen - in der Schweiz war im vergangenen Jahr eine Volksabstimmung gegen Minarette erfolgreich durchgeführt worden.
In der Öffentlichkeit wird also heftig diskutiert. Vor allem über eine vermeintliche Gefährlichkeit des Islam, die sich insbesondere in der außerordentlichen Gewaltbereitschaft, die diese Religion angeblich auszeichne, zeige.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 13.10.10 · 14:30 Uhr· 94 Kommentare
11. Oktober 2010
Die "dunkle" Seite der Europäisierung: Antiliberale Europakonzeptionen
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik · Kommentare: 4
Eine der letzten Sektionen des 48. Historikertages in Berlin beschäftigte sich am Freitagnachmittag mit dem "dunklen" Europa - antiliberalen Konzeptionen zur Formierung einer europäischen Gemeinschaft.
Von Maria Neumann & Erik Swiatloch
Schon der Beginn des Panels versinnbildlichte solche Schattenseiten - in diesem Fall geschichtswissenschaftliche Schattenseiten, nämlich das mangelnde Verständnis von Technik. Die Mikrophone fielen nach wenigen Minuten aus, das an die Wand projizierte Bild war viel zu klein und die Filmmusik dröhnte aus dafür nicht vorgesehenen Laptoplautsprechern. Namensschilder für die RednerInnen des Podiums fehlten auch hier, wobei diese ohnehin bei keiner Veranstaltung vorzufinden waren, sofern die ReferentInnen nicht selbst handschriftlich ebensolche angefertigt hatten. Doch diese anfänglichen Verzögerungen und technischen Missstände sollen die gelungenen Vorträge der ReferentInnen nicht in den Schatten stellen.
Jeder Prozess, sei es die Konstitution einer Staatengemeinschaft oder die regelmäßige Austragung eines wissenschaftlichen Kongresses, erleidet eben auch Rückschläge und auf dem Historikertag in Berlin waren neben diesen gewiss zahlreiche Fortschritte und innovative Ansätze und Momente zu beobachten und zu erleben.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 11.10.10 · 10:45 Uhr· 4 Kommentare
09. Oktober 2010
Wissenschaftliche Erkenntnis oder publikumsorientierter Verkaufsschlager?: Zur Zukunft der „Public History"
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Geistes- & Sozialwissenschaften
Im bundesdeutschen Fernsehen werden täglich Dokumentationen und Spielfilme mit historischen Inhalten gesendet. Das heimische Sofa wird dabei Ausgangspunkt für Geschichtsreisen, die in das alte Ägypten oder das mittelalterliche Mainz, nach Waterloo anno 1815 oder eben in das Berlin des Jahres 1989 führen. Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums des Mauerfalls waren im vergangenen Jahr vor allem die historischen Ereignisse des Herbstes 1989 außerordentlich präsent. Ausstellungen, Tagungen und vielfältige Buchpublikationen legten hiervon ebenso ein Zeugnis ab wie die breite Berichterstattung in den Printmedien. Der Geschichtsmarkt boomt nach wie vor und Geschichte gilt als ungemein populär.
Von Angela Siebold, Martin Stallmann und Carlos A. Haas
Mittlerweile ist es ein lohnenswertes Ziel der Geschichtswissenschaft, über das Fachpublikum hinaus gehört zu werden. Die mediale Präsenz von Geschichte wird dabei von Historikern mit Freude und Sorge gleichzeitig betrachtet - ist doch das öffentliche Interesse an der Geschichte ein willkommener Legitimationsschub für ihre Disziplin; gleichzeitig wirft es aber die Frage auf, wer hier über Geschichte spricht. Denn nur, weil es um Geschichte geht, heißt das noch lange nicht, dass Historiker sprechen: Bisweilen erscheint es so, als bestimmten vielmehr die Zeitzeugen oder Journalisten die allgemeine Sicht auf die Vergangenheit.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 09.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
08. Oktober 2010
Museen als Lernorte für Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt
Kategorie: Deutsche Postings·Kultur
Obwohl museale Einrichtungen als "Lernorte" den Schulunterricht attraktiv ergänzen können, reicht es nicht aus, Schülerinnen und Schüler einfach "ins Museum zu schicken". Stattdessen erfordert ein schulischer Museumsbesuch geeignete museumspädagogische Materialien sowie eine ausreichende Vorschulung sowohl seitens der Lehrer als auch seitens der Museumsmitarbeiter. In Sachsen-Anhalt hat man hierfür einen eigenen Weg gewählt.
Ein Gastbeitrag von Annette Adelmeyer, Siegfried Both, Susanne Kopp-Sievers und Christian Reinboth
Da sich Museen zuallererst als Bildungseinrichtungen verstehen, sind Schulklassen seit jeher eine wichtige Zielgruppe, die es in besonderem Maße zu umwerben gilt. In Sachsen-Anhalt wird die Zusammenarbeit von Schulen und Museen seit Mitte der 1990er Jahre systematisch von einer Arbeitsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt e.V., des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung von Sachsen-Anhalt (LISA, nicht zu verwechseln mit L.I.S.A.) und des Kultusministeriums von Sachsen-Anhalt vorangetrieben.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 08.10.10 · 14:30 Uhr· 0 Kommentare
Entgrenzung und Begrenzung der Gewalt: Annäherungen an eine Morphologie tödlicher Zonen im Europa des 20. Jahrhunderts
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte · Kommentare: 2
Gewalt ist für jeden Menschen immer eine Möglichkeit. Da jede Grausamkeit vorstellbar ist - und als Vorstellung Potential hat, zur Realität zu werden - ist es spannend zu untersuchen, in welchen Zusammenhängen die Menschen stehen, die sich zu Gewalt verhalten. Eine Untersuchung der Räume der Gewalt muss dabei, so Jörg Baberowski in seiner Einleitung, weniger eine Ursachenforschung sein. Vielmehr muss es um die konkreten Gelegenheiten und Situationen gehen, in denen Gewalt entsteht. Thematisiert werden soll dazu die Alternativlosigkeit des Verhaltens von Menschen zu Gewalttätern. Oft sind es weniger moralische Vorstellungen, die zu Gewalt führen, sondern gerade die Abwesenheit von freien Entscheidungsmöglichkeiten. Es geht also um die Möglichkeitsräume von Menschen, ob Handelnde oder Passive, in Gewaltsituationen.
Von Daniel Rübel
Felix Schnell zeigte dies am konkreten Beispiel des Russischen Bürgerkriegs. Dort lässt sich gut beobachten, dass Räume, in denen Gewalt geschieht, zwar mit räumlichen oder politischen Grenzen zusammenfallen können, aber nicht müssen. Das soziale Verhalten reicht schon aus, um einen Gewaltraum entstehen zu lassen. In der Ukraine zwischen 1917 und 1921, dem Hauptschauplatz des Krieges, waren die Grenzen in ständiger Verschiebung.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 08.10.10 · 12:30 Uhr· 2 Kommentare
Europa transnational
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Politik
Wie kann man eine transnationale Geschichte Europas schreiben? Was bedeutet der Begriff transnational im Kontext der Zeitgeschichtsforschung? Und wie lassen sich aus transnationaler Perspektive Territorialisierungsprozesse in Europa erfassen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Panel „Territoriale Grenzziehungen und Grenzüberschreitungen: Eine transnationale Geschichte Europas."
Von Angela Siebold
Das Ziel der beiden ersten Vorträge, gehalten von Matthias Middell und Michael Geyer, war es zunächst, einen diachronen Vergleich zweier unterschiedlicher Zeitabschnitte der europäischen Geschichte anzustrengen, nämlich der Zeit der Französischen Revolution einerseits sowie der Jahre 1970-2010 andererseits. Beide Phasen, die eine als gewaltsame, die andere als friedliche Periode, verkörperten Transitionsphasen im Aufbruch zu neuen Raumordnungen, in denen verdichtete Identitätsräume verhandelt worden seien. In solchen Perioden seien in Europa institutionelle und prozedurale Formen des inneren Zusammenhangs, also der transnationalen Verflechtung entwickelt worden.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 08.10.10 · 09:30 Uhr· 0 Kommentare
07. Oktober 2010
Homo portans - Eine Kulturgeschichte des Tragens
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion
Das interdisziplinäre, epochenübergreifende Projekt der Mannheimer Universität „Homo portans" befasst sich mit dem für uns selbstverständlichen sowie vielfältigen Zustand des „Tragens". Untersucht wird, wie sich dieser Vorgang auf die Menschheit auswirkte und sich über die Zeit entwickelte. Von Beginn ihrer Geschichte an trugen die Menschen ihre Kinder, Waren, Besitztümer, Schmuck und Symbole. Das Projekt leistet also Grundlagenforschung zur kulturgeschichtlichen Evolution des Menschen.
Von Gina Fuhrich
Karl Siegbert leitete die Vortragsreihe mit einer umfassenden Zusammenfassung über die vielfältigen Bedeutungen des Zustands des Tragens ein, der omnipräsent im menschlichen Leben ist. Allerdings ist der Transport schwerer Dinge, so Siegbert, hauptsächlich Frauensache, da auf sie das Schwere abgewälzt wird. Tragen an sich steht also auch in Verbindung mit der Sozialstruktur und der Hierarchisierung einer Gesellschaft. Überdies tragen Menschen nicht nur materielle Last, sondern auch psychische. Die Religion ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig.
* Screenshot der Website zum Forschungsprojekt

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 07.10.10 · 16:00 Uhr· 0 Kommentare
Clan-Strukturen als Faktor sozialistischer Führungspolitik
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik · Kommentare: 2
Bis heute ist die Verteilung hoher politischer Posten oft von sozialen Netzwerken und persönlichen Beziehungen abhängig. Dass es Clan-Strukturen auch im staatssozialistischen Osten zu Zeiten des Kalten Krieges gab, stellte die von Jens Gieseke moderierte Sektion am Freitagmorgen dar. Dabei ging es jedoch nicht nur um Posten und Ämter, sondern auch um innerparteiliche und zwischenstaatliche Beziehungen.
Von Philipp Meller
Welche Rolle spielten Clan-Strukturen bei der Vergabe von Posten in den ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas und inwieweit unterliefen sie dabei die offiziell propagierten Hierarchien?
Jens Gieseke, Projektleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam, führte mit kurzen Überlegungen in die Problematik der Sektion mit dem Titel „Clan-Strukturen und Policy-Akteure. Die Machtzentralen der staatssozialistischen Parteien zwischen Poststalinismus und Perestroika" ein. Indem Gieseke behauptete, die äußere Homogenität der hierarchischen Strukturen sei nur eine Requisite der staatlichen und parteiinternen Organisationen, warf er bereits eine nicht unumstrittene These in die Runde der versammelten Referenten. Weiter umriss der Leiter der Sektion eine der Hauptfragen des Vormittags: Welche Rolle spielten Clan-Strukturen bei der Vergabe von Posten in den ehemaligen sozialistischen Staaten Osteuropas und inwieweit unterliefen sie dabei die offiziell propagierten Hierarchien?
* Die Referenten und der Leiter der Sektion „Clan-Strukturen", Jens Gieseke (rechts), Foto: Philipp Meller

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 07.10.10 · 11:00 Uhr· 2 Kommentare
Krisenwahrnehmungen und gesellschaftlicher Wandel in den 1970er und 1980er Jahren in transatlantischer Perspektive
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik
Es ist noch gar nicht so lange her, dass die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den USA einer massiven Belastungsprobe ausgesetzt waren. Die Verweigerung der Gefolgschaft im Irak-Krieg 2003 durch die rot-grüne Bundesregierung führte zu Verstimmungen solchen Ausmaßes, dass in vielen Medien von einem einzigartigen Phänomen gesprochen wurde. Nie zuvor in der gesamten Nachkriegsgeschichte sei es zu einem derartigen Konflikt gekommen.
Von Carlos A. Haas
Das Historikertags-Panel „Krisenwahrnehmungen und gesellschaftlicher Wandel in den 1970er und 1980er Jahren in transatlantischer Perspektive" machte deutlich, dass es sich bei der Krise zu Beginn des 21. Jahrhunderts weder um ein singuläres Ereignis handelte, noch die konkrete politische Situation als deren alleiniger Auslöser anzusehen ist. Vielmehr sei das transatlantische Verhältnis noch nie völlig krisenfrei gewesen. Den 1970er Jahren käme hierbei die Rolle einer Epochenwende zu, was dann in den 1980er Jahren zu qualitativen Änderungen geführt habe.
* Die NATO bildet den sicherheitspolitischen Kern des transatlantischen Verhältnisses. Hier ein Foto des NATO-Gipfeltreffens zum 50. Jahrestags des Bündnisses 1999.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 07.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
06. Oktober 2010
Grenzen der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte · Kommentare: 1
Ein spannender Vortrag zu den Grenzen der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg fand am Freitag, den 01.10.10, unter der Moderation von Dr. Felix Ackermann (Frankfurt/O.) im bis auf den letzten Platz besetzten HS 1205 statt. Die Sektion am Freitagmorgen stellte für mich den Höhepunkt der auf dem Deutschen Historikertag besuchten Veranstaltungen dar: sie zeigte auf eindrucksvolle Weise, was Geschichte mit unserer Gegenwart zu tun hat bzw., dass das Nachdenken über unsere Vergangenheit auch unsere Zukunft mitgestaltet. Gleichzeitig zeigten die jungen Historiker eindrucksvoll, wie Europa weiter zusammenwächst. Aber greifen wir dem Ergebnis nicht vor.
Von Bernhard Schell
Die Sektion wurde von Dr. Felix Ackermann moderiert. Er machte deutlich, dass der Prozess der Erinnerung eine kulturwissenschaftliche Neuausrichtung in Gang bringt. Mit dem Ableben der Erlebnisgeneration besteht zudem die Notwendigkeit, das Erfahrene in den zukünftigen Generationen zu verankern. Dabei muss aber vermerkt werden, dass der Integrationsprozess in der Europäischen Union keine homogene Erinnerungskultur kreiert, sondern sich diese Erinnerungskultur auf nationaler Ebene ereignet.
* Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas, inzwischen Teil der bundesdeutschen Erinnerungskultur.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 18:30 Uhr· 1 Kommentar
Poster für die wissenschaftliche Öffentlichkeit
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften
Auch auf dem 48. Historikertag wird dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Gelegenheit geboten, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Wie vor zwei Jahren in Dresden, vor vier Jahren in Konstanz und - zum ersten Mal in der Geschichte des VHD - vor sechs Jahren in Kiel können Doktorandinnen und Doktoranden ihre Dissertationsprojekte im Rahmen einer Poster-Session präsentieren. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen haben es schließlich 37 Nachwuchswissenschaftler geschafft: ihre Poster hängen im zweiten Stock der Dorotheenstraße 24. Eine Jury kürte die drei besten Teilnehmer, die am Abend des 30. September im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums Preise verliehen bekamen.
Von Martin Stallmann und Carlos A. Haas
Das Medium Poster birgt spezifische Probleme, bietet aber auch Vorteile. Aus den Naturwissenschaften kommend und seit einigen Jahren zunehmend in den Geisteswissenschaften beachtet, liegt sein größter Vorzug unbestreitbar in der Breitenwirkung, die es entfalten kann. Sitzen in Vorträgen vielleicht 100 Zuhörer, so ist es - zumindest theoretisch - möglich, dass eine vielfache Menge an Interessierten die Poster sieht und so einen Einblick in die jeweiligen Arbeiten erhält. Das Medium Poster eignet sich also als Multiplikator, was gerade für junge Wissenschaftler von entscheidender Bedeutung sein kann.
* Das Foto zeigt Niels Petersen bei der Preisverleihung.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 16:00 Uhr· 0 Kommentare
Globalgeschichte im Goldgräberrausch
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Kultur
Selbst der größte Veranstaltungsraum des Gebäudes reichte nicht aus, um den vielen Interessierten Platz zu bieten, die sich auf spannende Vorträge zu einem neuen Trend der Geschichtswissenschaft freuten. In der Sektion „Neue Wege der Globalgeschichte" sollte die Frage diskutiert werden, warum Globalgeschichte so wichtig, Nationalgeschichte aber dennoch nicht unwichtig ist. Außerdem wollten Sektionsleiter Andreas Eckert und die Referenten Dominic Sachsenmaier und William O'Reilly sowie Matthias Middell mit seinem Kommentar das unübersichtliche Feld der Globalgeschichte ordnen. Leider konnten Jürgen Osterhammel und Shalini Randeria nicht teilnehmen, weshalb Sebastian Conrad und Hagen Schulz-Forberg die Gelegenheit erhielten, über die Eckpunkte ihrer Thesen zur Globalgeschichte zu reflektieren.
Von Thomas Geier und Philipp Meller
In seiner Einleitung konnte Andreas Eckert vom Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humboldt-Universität Berlin von einem Aufschwung der Globalgeschichte berichten. Ihre immer größere Popularität schlage sich vor allem in der häufigen Erwähnung in Zeitschriften und Journalen nieder. Eine generelle Definition des Begriffs wollte er allerdings nicht geben.
* Blick in den überfüllten Hörsaal der Sektion "Neue Wege der Globalgeschichte" (Foto: Philipp Meller)

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare
Infrastrukturen der Macht
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion
Technische Infrastrukturen sind schon seit geraumer Zeit ein Thema innerhalb der Technik- und auch der Wirtschaftsgeschichte. Genese und Effekte großtechnischer Systeme des 18. und 19. Jahrhunderts stehen hier im Mittelpunkt des Interesses. Zuletzt zeigten allerdings auch die Allgemeinhistoriker größeres Interesse an diesen Fragestellungen, wobei hier auch Infrastrukturen des vorindustriellen Zeitalters thematisiert werden.
Von Maximilian Schell
Die Sektion Infrastrukturen der Macht wurde durch einen kurzen Vortrag von Jens Ivo Engels (Darmstadt) mit konzeptionellen Überlegungen zum Verhältnis von Macht und Infrastruktur eröffnet. Prof. Dr. Helmuth Schneider (Kassel) referierte anschließend über den Zusammenhang von politischer Herrschaft und Wohlfahrt im Bezug auf die Infrastruktur des Imperium Romanum. Er bezog sich nur auf die materielle Infrastruktur, also Straßen, Brücken und Kanäle. In der Antike wurde bei der Infrastruktur zwischen öffentlichen Bauwerken wie Verteidigungsanlagen, Heiligtümern oder Bauwerken des öffentlichen Nutzens, z.B. Häfen oder Brücken, und privaten Bauten unterschieden.
* Ein Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana, die das Straßennetz in spätrömischer Zeit zeigt.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 11:30 Uhr· 0 Kommentare
Über Grenzen? - Deutliche Unterrepräsentation von Frauen auf dem Historikertag
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings · Kommentare: 1
Inmitten der steinernen Zeugnisse europäischer Geistesgeschichte ist im ehrwürdigen Saal des Pergamonmuseums in der historischen Mitte Berlins der 48. Historikertag feierlich zu Ende gegangen. Das in der ehemals geteilten Stadt gestellte Thema „Über Grenzen" erfuhr in den zahlreichen, häufig interdisziplinär geführten Diskussionen eine räumliche Grenzüberschreitung, lag der Fokus doch nicht auf der rein nationalen Geschichtsdeutung.
Die Sektionen der Tagung waren an erster Stelle männlich geführt und auch besucht. Häufig glichen die Podien einer reinen Männerrunde.
Ein Zwischenruf von Nicole Güther
Dennoch, in der Frage der Geschlechtergleichheit ist kein Durchbruch geglückt. Die so zwangsläufig rückblickende wie zukunftsweisende Tagung zeigte die andauernde, offensichtliche Unterrepräsentation von Frauen in der Wissenschaft auf. Die Sektionen der Tagung waren an erster Stelle männlich geführt und auch besucht. Häufig glichen die Podien einer reinen Männerrunde. Obgleich seit nunmehr dreißig Jahren über die Hälfte der Studenten weiblich ist, lichtet es sich weiterhin in den höheren Hierarchien universitären Lebens. Geradezu ironisch erscheint die Wahl einer weiblichen Akademikerin als Festrednerin. (Hier unser Bericht über den Vortrag von Lorraine Daston.)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 06.10.10 · 08:00 Uhr· 1 Kommentar
05. Oktober 2010
Wirtschafts-Wissenschaft: Zur Geschichte einer Disziplin zwischen Theorie und Praxis
Kategorie: Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Neue Geschichte · Kommentare: 4
„If you are so smart, why aren't you rich?" Mit diesem Satz illustrierte Jan-Otmar Hesse eine zentrale Frage der in dieser Sektion geführten Debatte: Denn was kann eine mathematisierte und theoretisierte Wirtschaftswissenschaft zur Beantwortung praktischer ökonomischer Fragen eigentlich beitragen? Zu zeigen, inwiefern diese Frage nach der Diskrepanz zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaft die Geschichte der ökonomischen Disziplin durchzog, war das Ziel dieser Sektion auf dem 48. Historikertag.
Seit der Finanzkrise befinden sich die Wirtschaftswissenschaften in einer Legitimitätskrise.
Von Albrecht Franz
Wenn sich die Wirtschaftswissenschaftlerin Esther-Mirjam Sent zu Beginn ihres Vortrages mit einem Hauch von Ironie dafür entschuldigt, Ökonomin zu sein, so liegt das an der gegenwärtigen Legitimitätskrise eines Fachs, das die Finanzkrise nicht zu prognostizieren vermochte - trotz komplexer theoretisch-mathematischer Modelle, deren Geltungsanspruch oft weit über das Ökonomische hinausgeht. Auch Roman Köster, der die Sektion einleitete, kam nicht umhin, auf die Häme zu verweisen, die derzeit in Teilen der Presse über die Wirtschaftswissenschaft ausgeschüttet wird: Zu offensichtlich ist die Diskrepanz zwischen dem wissenschaftlichen Anspruch, komplexe Regeln und Mechanismen der Wirtschaft abbilden und erklären zu können, und der Unfähigkeit, fundamentale Zäsuren derselben vorherzusehen. Diese Kluft zwischen Theorie und Praxis in den Wirtschaftswissenschaften bildete den zentralen Angelpunkt der Diskussion in der Sektion „Grenzgänge zwischen Wirtschaft und Wirtschaftswissenschaften".
* Das Bild zeigt Jan-Otmar Hesse, der über den Geldtheoretiker Albert Hahn spricht (Foto: Albrecht Franz)

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 18:30 Uhr· 4 Kommentare
Geschichtliche Recherchen mit Herzblut: Schülerpreisträger im Gespräch
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings · Kommentare: 2
Im Rahmen des 48. Historikertages in Berlin wurde zum ersten Mal in der Geschichte dieser Tagungen ein Schülerpreis verliehen, der zusammen mit der Körber-Stiftung die Ehrung für besondere Leistungen von Schülern sein soll. Das Thema des Wettbewerbs lautete: „Helden: verehrt - verkannt - vergessen". Dabei wurden Giovanna-Beatrice Carlesso und Rahul Kulka für ihre besonderen Leistungen bei ihren Recherchen geehrt.
Im Anschluss an die Preisverleihung stellten sich die beiden Preisträger den Fragen von Klaus Körmös und Maximilian Schell. (Das Foto rechts zeigt Rahul Kulka zusammen mit Dr. Simone Lässig vom VHD.)
ScienceBlogs: Erst einmal herzlichen Glückwunsch, Rahul. Was für ein Gefühl ist das, als Schüler einen Preis im Rahmen des Historikertags zu bekommen?
Rahul: Für mich ist es eine große Ehre und es erfüllt mich mit Stolz. Das Besondere an dem Abend ist, dass ich eine Auszeichnung von Akademikern bekommen habe und sie mir so ihre Anerkennung ausdrücken.
SB: Was war deine Motivation, bei diesem Wettbewerb mitzumachen?
Rahul: Ich fand das Wettbewerbsthema spannend und Berlin und seine Geschichte verkörpert das Thema für mich vollkommen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 16:30 Uhr· 2 Kommentare
Ökonomien der Aufmerksamkeit im 20. Jahrhundert. Eine transnationale Perspektive auf Techniken der Messung, Vermarktung und Generierung von Aufmerksamkeit
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte · Kommentare: 2
Immer wieder werden wir als Bürger mit Umfragen konfrontiert. Wir müssen Auskunft geben über unsere politische Meinung, unseren bevorzugten Weingeschmack, unseren Stromanbieter oder unser Haustier. Aber wie funktionieren diese Umfragetechniken und was passiert mit den ausgewerteten Daten? Wie wirken sich die ausgewerteten Statistiken auf Politik, Medien und Sozialstruktur aus?
Von Gina Fuhrich
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, wurden in der Sektionsveranstaltung von Malte Zierenberg, Bernhard Fulda, Christiane Reinecke, Kerstin Brückweh sowie Anja Kruke Publikumsforschung, Umfragetechniken, Auswertung und Verwendung der Daten und der Markt für Meinungsforschung genauer analysiert.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 14:45 Uhr· 2 Kommentare
Grenzüberwindungen in der DDR und Osteuropa
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte
Um 20 Uhr versammeln sich täglich viele Menschen vor dem Fernseher, um die neuesten Nachrichten in der Tagesschau zu betrachten. Seit nunmehr 58 Jahren berichtet die Tagesschau bereits. Auch zu Zeiten der DDR wurde die älteste deutsche Nachrichtensendung auf beiden Seiten der deutsch-deutschen Grenze gesehen. Die Bürger der DDR informierten sich über die westdeutschen Medien und reisten - so formulierte es der Historiker Stefan Wolle - allabendlich kollektiv aus. Die realen Grenzanlagen der DDR zu überwinden, war hingegen ein lebensgefährliches und schwieriges Unterfangen. Der Weg in den Westen durch einen Antrag zur ständigen Ausreise aus der DDR* - wie der Ausreiseantrag offiziell hieß - war durchaus langwierig und zum Teil mit Schikanen verbunden.
Von Sebastian Gehrig und Martin Stallmann
Das von Helge Heidemeyer (Berlin) organisierte Panel „Grenzen überwinden - Die Systemgrenzen sprengende Kraft von Opposition und Widerstand in der DDR" diskutierte die Rolle von Grenzüberwindungen und grenzüberschreitenden Kontakten von Oppositionsgruppen für den Zerfall der DDR und die Transformation Osteuropas am Ende der 1980er Jahre. Die Sektion wurde von Gerhard A. Ritter geleitet, der in seinem Einführungsvortrag erste Problemkreise für die Vorträge und die Diskussionen skizzierte. Laut Ritter gehe es vor allem um die Überwindung von Grenzen im nationalstaatlichen Sinne. Dabei müssten Kontakte von DDR-Bürgern nach Osten und Westen und deren Bedeutung für Oppositionsbewegung in den Blick genommen werden.
* Antragsformular zur Ausreise aus der DDR

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 13:15 Uhr· 0 Kommentare
Zonen der Grenzüberschreitung
Kategorie: Deutsche Postings
Vor einem kleinen Kreis stellte die Sektion spannende Grenzen unter dem Aspekt "Arbeiten an Grenzen in der Moderne" vor, wobei sie Grenzen als transitorische Räume auffasste. Sie ging dabei auf verschiedene „Räume" wie Städte, Kanäle, Lager und Bunker ein.
Von Julia Naßutt
Was passiert in den Zonen der Grenzüberschreitungen - und was passiert mit diesen Räumen? Eine Fragestellung, die dem Fachpublikum am Donnerstagvormittag in diesem Panel auf anschauliche Weise erläutert wurde. Unter der Moderation von Frau Prof. Dr. Monika Dommann (Basel) näherten sich Forscherinnen und Forscher aus den Bereichen Geschichte und Architektur dem Thema aus verschiedenen Perspektiven. (* Das Foto rechts zeigt eine Familie mit Blick auf die Freiheitsstatue Anfang des 20. Jhs.)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare
„That's History" - Über texanische Geschichtsverdrossenheit und die Grenzen der Universität
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Im Rahmen der Abendveranstaltung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands am Donnerstagabend im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums hielt Lorraine Daston, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte Berlin, den Festvortrag. Darin wies sie zunächst auf die besondere Bedeutung der historischen Grenzziehungen für die Stadt Berlin hin.
Von Angela Siebold
Jedoch seien trotz dem Ende der deutschen Teilung neue Grenzen entstanden, die sich auf anderen Ebenen bewegten, wie etwa im ökonomischen, kulturellen oder sogar im kulinarischen Bereich.
Grenzauflösungen, so Daston, bedeuteten immer auch das Ziehen neuer Grenzen, die nötig seien, um die Welt zu definieren, zu kategorisieren und ihr einen Sinn zu verleihen. Die Aufgabe der Historiker sei es dabei, herauszufinden, warum und wie Grenzen entstehen und verschwinden - seien es politische Grenzen oder subtilere Grenzen wie die zwischen Geschlechtern oder zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich. Auch bei der universitären Disziplinarität handele es sich um Grenzziehungen, die jedoch nicht nur Abgrenzung, sondern auch die Definition bestimmter Kompetenzen und Fähigkeiten bedeuteten.
* Foto rechts: Lorraine Daston mit Prof. Dr. Werner Plumpe (VHD)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 05.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
04. Oktober 2010
Population growth and depopulation
Kategorie: Englische Postings·Neue Geschichte
The last day of the 48. Deutscher Historikertag at Humboldt University in Berlin in 2010 saw members of the Jacobs University Bremen and the Max Planck Institute for the History of Science present their new approaches to analyse the global transfer of techniques of population control in the 20th century to a small academic audience. The interdisciplinary method - in this case, demography, history, history of science, biology, and sociology - was stimulating and inspiring.
By Julia Naßutt
The panel was introduced by Dr. Veronika Lipphardt (Berlin) and Dr. Corinna R. Unger (Bremen), who also chaired the discussion.
* Interational picture language by Otto Neurath
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 22:00 Uhr· 0 Kommentare
Geschichtslehrpläne ohne Inhalte? - Eine Veranstaltung, die gemischte Gefühle hinterließ
Kategorie: Deutsche Postings·Geistes- & Sozialwissenschaften·Geschichtsdidaktik
Zu fortgeschrittener Stunde fand im Rahmen des 48. Deutschen Historikertages eine vielbeachtete Podiumsdiskussion des Deutschen Geschichtslehrerverbandes (VGD) unter der Leitung von Ulrich Bongertmann (Rostock) statt. Als Diskutanten unterstützen ihn Dr. Wolfgang Geiger (Frankfurt a.M.), Rolf Ballof (Braunschweig), Dr. Rolf Brütting (Dortmund), Dr. Peter Droste (Jülich), Willi Eisele (Wolfratshausen) und Walter Helfrich (Speyer). Sie alle sind Mitglieder des Arbeitskreises „Bildungsstandards Geschichte" des Geschichtslehrerverbandes.
Aktueller Entwurf des VGD (PDF zum Ausdrucken): Bildungsstandards Geschichte (Sekundarstufe I)
Von Bernhard Schell. Mit Anmerkungen von Friederike Gund und Klaus Körmös.
Seit Pisa kommen die Lehrpläne an den deutschen Schulen nicht zur Ruhe. Das schlechte Abschneiden war auch für das Fach Geschichte der Anlass, den Lehrplan einer Revision zu unterziehen. Im Jahr 2006 hatte der Verband einen ersten Entwurf für mögliche Standards unter dem Titel „Bildungsstandards Geschichte - Rahmenmodell Gymnasium, 5. - 10. Jahrgangsstufe" publiziert. Der bundesweite Anspruch dieser Standards gab zu intensiven Diskussionen Anlass, die auch auf dem Historikertag ihren Widerhall fanden. Der Leitgedanke eines länderübergreifenden Kerncurriculums musste inzwischen fallengelassen werden. Einige Bundesländer haben nämlich ihre Lehrpläne veröffentlicht und dabei bewusst auf Inhalte verzichtet, da dies Fachkonferenzen und letztlich jedem Fachlehrer überlassen werden soll.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 17:30 Uhr· 0 Kommentare
Grenzziehungen. Projektionen nationaler Identität auf Migranten in europäischen Städten nach 1945
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik
Die Bedeutung der Nation bei der Kategorisierung von Migranten in vermeintlich homogene Gruppen und damit die Verwendung nationaler Zugehörigkeit als Distinktionsmerkmal ist von zentraler Bedeutung und könnte in vielfältigen Kontexten behandelt werden.
Von Angela Siebold
Das von Bettina Severin-Barboutie geleitete Panel auf dem Historikertag setzte sich mit diesem Thema im Kontext europäischer Städte auseinander. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, welchen Einfluss nationale Zuschreibungen auf städtische Strukturen aufweisen; die Stadt sollte dabei nicht nur als aufnehmender Raum, sondern als Akteurin und Produzentin von Strukturen und Grenzziehungen aufgefasst werden. Auch wenn dieser Aspekt in allen Vorträgen etwas in den Hintergrund rückte, lieferte das Panel einen vielfältigen Einblick in die Bedeutung nationaler Fremd- und Selbstzuschreibungen im Migrationskontext.
* Protestierende Immigranten ohne (offizielle) Papiere im April 2008 in Paris

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare
Die „Zukunftsmusik" des Mittelalters. Geschichte hat Zukunft
Kategorie: Deutsche Postings·Mittelalter · Kommentare: 1
In einem kleinen Kreis begann der Vortrag „Über menschliche Grenzen hinweg: Der Traum vom Fliegen im Mittelalter" von Prof. Dr. Oliver Auge. Eingangs zeigte Prof. Auge auf, dass das Motto „Geschichte hat Zukunft" eine hoffnungsvolle Prognose ist. Schließlich wird damit ausgedrückt, dass Geschichte als Geschehenes immer eine Zukunftsperspektive aufweist, sozusagen die Zukunft enthält.
Von Friederike Gund
Passend zum Thema Grenze wählte Prof. Dr. Auge sein Thema: der Traum vom Fliegen. Hierzu bedarf es der Auseinandersetzung mit verschiedenen Bereichen: der Technik-, Religions- und Kirchengeschichte sowie der Literaturgeschichte. Die wichtigste Frage, die man sich dabei stellt, ist, welche Techniken man in der Vergangenheit zum Fliegen verwendete und ob das Fliegen damit überhaupt möglich war.
* Die Skizze zeigt die Flugspirale von Leonardo da Vinci.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 11:00 Uhr· 1 Kommentar
Von der Revolution der Roboter
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte
Im April 1957 berichtete das Wochenmagazin Der Spiegel von einer „Revolution der Roboter", die nun in die Geisteswissenschaften eindringe. Ein italienischer Pater namens Roberto Busa arbeitete zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre daran, die Summa Theologica des Heiligen Thomas von Aquin elektronisch zu untersuchen. Busa war ein Pionier bei der Anwendung von Computern in den Geisteswissenschaften, indem er mit Hilfe von Lochkartenstanzern von IBM das Werk linguistisch analysierte. Die Lochkarte als wichtiges Speichermedium ist nun allerdings bereits seit einiger Zeit durch andere Verfahren zur Speicherung von Informationen größtenteils abgelöst worden.
Von Martin Stallmann
Mit der Pioniergeschichte des jesuitischen Paters illustrierte Malte Rehbein, der am Lehrstuhl für Computerphilologie und Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Universität Würzburg lehrt, den Einzug der Computertechnologie in den geisteswissenschaftlichen Alltag. In der modernen Arbeitswelt und in der Wissenschaftspraxis ist der Personal Computer allgegenwärtig, egal ob beim Niederschreiben der neuesten Forschungsergebnisse, bei der Recherche in Datenbanken oder in der mitunter Überhand nehmenden E-Mail-Kommunikation. Der Computer ist Teil der wissenschaftlichen Praxis geworden. (* Das Foto zeigt ein Relikt vergangener Zeiten: Den Zettelkasten.)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare
Das Gasthaus der Frühen Neuzeit - Grenzen der Gastfreundschaft
Kategorie: Deutsche Postings·Frühe Neuzeit · Kommentare: 4
Nur knapp ein Dutzend Zuhörer und ein Schüler, der Autor dieses Artikels, waren bei der Präsentation von Frau Prof. Dr. Susanne Rau anwesend. So hatten sie und der Veranstalter sich das wohl nicht vorgestellt.
Von Klaus Körmös
Gleich zu Beginn merkte Prof. Rau an, dass ihr Vortrag, der in der Kategorie des Schülerprogramms zu finden war, nicht für Studenten oder studierte Personen sei, sondern viel eher ein Vortrag für Schüler sein sollte. Doch wie eingangs erwähnt, fand sich kein Schüler unter den wenigen Zuhörern und die Zielsetzung, einen Vortrag für Schüler anzubieten, wurde verfehlt. Prof. Dr. Rau musste dann auch bei ihrer Präsentation mehr oder weniger improvisieren, um die Zuhörer mit noch nicht bekannten bzw. neuen Thesen und Fakten zu „füttern". (* Die Zeichnung zeigt ein legendäres Gasthaus, nämlich "Auerbachs Keller". Allerdings nicht in der frühen Neuzeit, sondern im 19. Jh.)
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 04.10.10 · 07:45 Uhr· 4 Kommentare
03. Oktober 2010
Über eine virtuelle Grenze und reale Empörung im Jubiläumsjahr „20 Jahre Deutsche Einheit"
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Der hagere Mann sieht gestresst aus. Lächelnd nähert er sich. Es ist Dr. Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung „Gedenkstätte Berliner Mauer" - und er hat an diesem frühen Nachmittag bereits fünf Pressetermine hinter sich. So etwas kann passieren. Gestern noch war die Welt in Ordnung. Zumindest hier im Besucherzentrum in der Bernauer Straße, am Arbeitsplatz des Kunsthistorikers. Ein ruhiger Arbeitstag in der Gedenkstätte Berliner Mauer.
Von Christine Buch
Herr Klausmeier ist sich wohl bewusst, dass jener 1,3 Kilometer lange und 4,4 Hektar umfassende Streifen an der Bernauer Straße, auf dem sich das letzte Stück Mauer befindet, das in seiner kompletten Tiefenstaffelung erhalten geblieben ist, eine gewisse politische Brisanz birgt. Dies hat er schon am eigenen Leib erfahren. Die Stiftung, die er betreut, wird zur Hälfte vom Land, zur Hälfte vom Bund getragen. Da stoßen schon mal rot-rote und schwarz-gelbe Interessen aufeinander. Politik ist nicht einfach.
Leidvoll musste er auch Auseinandersetzungen ertragen, die ganz anderer Natur waren. Lange wurde - mit Beteiligung der Familienangehörigen - zum Beispiel über die Frage diskutiert, ob die acht an der Mauer erschossenen DDR-Grenzer Opfer oder Täter waren, ob ihre Fotos und Geburts- wie Sterbedaten zusammen mit den 136 Opfern, die in Berlin an der Mauer starben, ins „Fenster des Gedenkens" eingegliedert werden könnten. Hier gab es ebenfalls unterschiedliche Meinungen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 20:00 Uhr· 0 Kommentare
„Geschichte hat Konjunktur"...
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Mit diesen Worten begann Prof. Dr. Hans Ottomeyer, Stiftungsdirektor des Deutschen Historischen Museums, die Abendveranstaltung des Verbandes der Historiker und Historikerinnen Deutschlands (VHD) im Schlüterhof. Damit hatte er wohl bereits das Motto des Abends ausgegeben. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde nämlich der historische Nachwuchs ausgezeichnet.
Von Marina Scheiff
In Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung verlieh der VHD im Rahmen des 48. Deutschen Historikertages erstmals Preise für herausragende Schülerleistungen im Bereich der Geschichtswissenschaft. Wie alle Redner des Abends hervorhoben, haben viele Jugendliche derzeit ein „primäres Interesse an Geschichte" (Prof. Dr. Hans Ottomeyer). Um nun auch dieses Interesse und vor allem eine vorwissenschaftliche Erforschung zu würdigen, möchte der VHD von nun an einen Schülerpreis verleihen. Dieser Preis soll für einen „besonders überzeugenden, reflektierten methodischen Ansatz oder für das Schließen einer Lücke" in der Geschichtswissenschaft zuerkannt werden, so Prof. Dr. Simone Lässig, Schriftführerin des Verbandes.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 18:45 Uhr· 0 Kommentare
"Völker, hört die Signale..." - Transnationale Parteienkooperation in Europa
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte·Politik
Die im 20. Jahrhundert massiv vorangetriebene Europäisierung hat ganz unterschiedliche Entgrenzungsprozesse in Gang gesetzt. Der Euro als gemeinsame Währung vieler europäischer Staaten ist dafür ein Beispiel. Transnationale und internationale Zusammenarbeiten haben an Bedeutung gewonnen und verlangen auch von nationalstaatlichen Institutionen, sich selbst im globalen Kontext zu verorten. Die Vergemeinschaftung einzelner Akteure kann dabei Aufschluss über den gegenwärtigen Europäisierungsgrad geben und auch insgesamt zur Europäisierung der Gesamtbevölkerung beitragen.
Von Maria Neumann
Der Frage, inwiefern diese grenzüber-schreitenden Kooperationen dabei auf die politischen Parteien übergegangen sind, widmete sich am Donnerstagvormittag ein Panel des 48. Historikertages.
Die Formierung von Parteiorganisationen auf der europäischen Ebene ist generell eine junge Entwicklung, die bislang wenig erforscht wurde. Grundsätzlich sind politische Parteien nationalstaatlich verfasst und in der Parteiengeschichtsschreibung dementsprechend ebenfalls im Fokus des Nationalstaates etabliert. * Das Foto rechts zeigt den Saal der Kapitolinischen Museen, in dem 1957 die Römischen Verträge unterzeichnet wurden.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 13:30 Uhr· 0 Kommentare
Hitler googeln: Zeitgeschichte und neue Medien
Kategorie: Deutsche Postings·Kultur·Neue Geschichte
In seiner vor allem an Schülerinnen und Schüler gerichteten Sektion „Hitler googlen. Zeitgeschichte und neue Medien" problematisierte der Berliner Historiker Michael Wildt die immer undeutlicher werdenden Grenzen zwischen Fakten und Fiktion im Internet. In der teilweise als Diskussion angelegten Veranstaltung wies Wildt auf Chancen und Gefahren der Darstellung und Archivierung von Geschichte im Netz hin.
Von Friederike Gund und Sebastian Gehrig
Anhand verschiedener Beispiele, die von der schriftlichen Ermächtigung Reinhard Heydrichs zur „Endlösung der Judenfrage" bis zu Walter Moers Persiflage „Der Bonker" [Link zum Video]
reichten, demonstrierte Wildt, wie sich die Präsentation von geschichtlichen Themen seit der Einführung des Internets gewandelt hat.
Mit dem Videoclip „Dancing in Auschwitz - I will survive" (vgl. Video am Ende des Artikels) versuchte Wildt, dem Publikum die veränderte Bewertung des Umgangs mit dem Holocaust in der deutschen Öffentlichkeit aufzuzeigen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
02. Oktober 2010
Wie viel Theorie braucht die Geschichtswissenschaft?
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion
Die gut besuchte, von Rüdiger Graf (Bochum) und Kim Christian Priemel (Berlin) organisierte und von Willibald Steinmetz (Bielefeld) moderierte Sektion zum Thema „Zeitgeschichtliche Forschung über Fächergrenzen und die Grenzen des Fachs" stellte die kritische Frage nach dem Einfluss von in anderen Disziplinen entwickelten Theorien auf die Zeitgeschichtsschreibung.
Von Sebastian Gehrig
Rüdiger Graf diskutierte in seinem Beitrag zum Einstieg in das Thema der Sektion die direkte Übernahme von Theorien der Internationalen Beziehungen in die Geschichtswissenschaft am Beispiel der Universität Harvard. Dabei wurde deutlich, dass die einfache Übernahme theoretischer gesellschaftlicher Selbstbeschreibungen ohne deren Entstehung historisiert zu haben zu einem unkritischen Gebrauch historisch nur unzureichend hinterfragter Konzepte in die Zeitgeschichte führen kann.
Die schon von Graf angedeutete Problematik spitzte Benjamin Ziemann (Sheffield) in seinem Vortrag weiter zu. Anhand von Datensätzen, die der empirischen Sozialforschung zur Beschreibung des katholischen Milieus entstammten, argumentierte Ziemann, dass sozialwissenschaftliche Untersuchungen dieser Art nur als Quelle, nicht auch als Darstellung von Zeithistorikern genutzt werden sollten. Denn die in diesen sozialwissenschaftlichen Untersuchungen generierten Datensätze spiegelten eben in ihrem Erkenntnisinteresse nur eine spezifische Weltsicht und subjektive Fachansätze wider.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 20:30 Uhr· 0 Kommentare
Geschichte Europas Online. Internet-Portale zur Forschung und Lehre
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion · Kommentare: 3
Die mediale Darstellung von Geschichte ist in den letzten Jahren zu einem heiß umkämpften Feld avanciert. Zahlreiche neue Internetportale zu wissenschaftlichen Themen sind in den vergangenen Jahren eröffnet worden - auch die Geistes- und nicht zuletzt die Geschichtswissenschaften erkennen zunehmend den vielfachen Vorteil der schnellsten Informationsform. Zudem helfen die multimedialen Möglichkeiten, das Image vom angestaubten und allzu konservativen Fach zu beseitigen.

Von Nicole Güther
Der diesjährige Historikertag bietet zwar nur eine Sektion zu diesem zukunftsträchtigen Ressort, aber dafür wurden am gestrigen Tag gleich zwei brandneue Portale vorgestellt: das Projekt Europäische Geschichte Online des Mainzer Instituts (s. Screenshot rechts) sowie das Braunschweiger Schulbuchprojekt Eurviews - die Historikerschaft darf also auf deren baldiges Erscheinen gespannt sein. Daneben stellte sich aber auch das bereits etablierte Themenportal Europäische Geschichte des Clio-Vereins vor.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 14:45 Uhr· 3 Kommentare
Das Problem, europäische Geschichte zu schreiben
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings·Neue Geschichte
In den Debatten um die Ausweitung der Europäischen Union sowie die außenpolitische Präsentation eines starken und geeinten Europas wird immer wieder auf die Geschichte Europas rekurriert. Doch wovon sprechen wir dabei überhaupt?
Von Gina Fuhrich
Der Beck-Verlag hat sich deshalb entschlossen, mit „Geschichte Europas" und „Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert" zwei Buchserien zum Thema zu veröffentlichen und diese in einer Podiumsdiskussion mit den Autoren Wlodzimierz Borodziej, Marie-Janine Calic, Andreas Fahrmeir, Ulrich Herbert, Harmut Leppin und Luise Schorn-Schütte sowie dem Verleger Sebastian Ulrich vorzustellen. Die Reihen haben zwei unterschiedliche Konzepte, beschäftigen sich aber beide mit dem Thema, wie man europäische Geschichte schreiben soll. Zunächst stellt sich die Frage, was Europa eigentlich ist. Lediglich eine Idee oder durchaus ein gemeinsamer Integrationsraum? Die jeweiligen Autoren der Bücher stellten ihre Arbeit vor und begründeten ihren spezifischen Ansatz.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 12:00 Uhr· 0 Kommentare
Preise für Nachwuchswissenschaftler
Kategorie: Am Rande
Am Abend des 30. September 2010 fand im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums (DHM) die Preisverleihung des Verbands der Historikerinnen und Historiker Deutschlands (VHD) statt. Nach Grußworten des Stiftungsdirektors des DHM, Prof. Dr. Hans Ottomeyer, des Verbandsvorsitzenden des VHD, Prof. Dr. Werner Plumpe und Dr. Lothar Dittmers von der unterstützenden Körber-Stiftung wurden die Preisurkunden verliehen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.10 · 10:00 Uhr· 0 Kommentare
01. Oktober 2010
Globalgeschichte in einer globalisierten Welt
Kategorie: Deutsche Postings·Geschichtsdidaktik
Die Veranstaltung "Globalgeschichtliche Perspektiven im Geschichtsunterricht" des Geschichtslehrerverbands fand nicht im Haupttagungsgebäude, sondern im Audimax des Grimmzentrums statt. Der zusätzliche Raum war auch angebracht, die Plätze waren voll besetzt. Zu Beginn führte Hans Woidt kurz in den Themenbereich "Globalgeschichte" ein. Er verwies darauf, dass dieser zwar an den Universitäten bereits ein etabliertes Forschungsfeld mit eigenen Lehrstühlen sei, dass aber weder in den Lehrplänen noch die Lehrerausbildung im Bereich der Fachdidaktik auf ihn eingestellt sei. Wie wichtig es ist, den Schülern in einer globalisierten Welt globale Zusammenhänge zu vermitteln, sei zwar mehr als nur naheliegend, leider habe der Geschichtsunterricht aber bisher höchstens durch die Initiative einzelner Lehrerinnen und Lehrer diese Entwicklung aufgenommen.
Von Daniel Rübel
Mit dieser Veranstaltung würden er und die Mitarbeiter im Arbeitskreis Weltgeschichte weder den Unterricht umkrempeln, noch komplett neue Inhalte einführen wollen. Es gehe um kleine Schritte in diese Richtung. Dies sollte am Ablauf der Sektion ersichtlich werden. Die ersten beiden Vorträge von Herrn Unsuk Han und Herrn Hermann J. Hiery wollten verschiedene wissenschaftliche Perspektiven auf die Globalisierung eröffnen. Danach folgte ein in Theorie und Praxis aufgeteilter Entwurf, wie Globalgeschichte im Schulunterricht einzusetzen sei. Abschließend stellte Herr Martin Münch ein Quellenheft zur Globalgeschichte im Unterricht vor, das aus dem genannten Arbeitskreis hervorgegangen ist.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 19:30 Uhr· 0 Kommentare
Hinter den Panzertüren des Auswärtigen Amtes
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings · Kommentare: 1
Viele Meter unter dem Büro von Guido Westerwelle lagern in den drei Tiefgeschossen der ehemaligen Reichsbank die 25 Regalkilometer des Politischen Archivs des Auswärtigen Amtes. Wo hinter dicken Mauern und Stahltüren einst die Devisen- und Goldreserven des „Deutschen Reichs" aufbewahrt wurden, haben seit dem Regierungsumzug vor etwa zehn Jahren die Akten der Auslandsvertretungen, die bi- und multilateralen Verträge der Bundesrepublik sowie 70.000 Personalakten ihren Platz. In einer knapp zweistündigen Führung für Mitglieder des Historikertags erläuterte Referent Martin Kröger die 90-jährige Geschichte des Archivs und zeigte zudem eine große Anzahl von interessanten Beispielen des Bestandes.
Von Philipp Meller
Die gesammelten Dokumente sind oft noch älter als das Archiv selbst. Kröger konnte so zum Teil lustige Anekdoten aus den alten Kaiserzeiten am Ende des 19. Jahrhunderts erzählen und an äußerst interessanten Zeugnissen belegen. Schließlich lagern in dem bedeutenden Archiv mit einer Aufbewahrungsquote von stattlichen 40 Prozent nicht nur langweilige Akten, sondern auch außergewöhnliche Gegenstände, wie der Konstruktionsplan eines über hundert Jahre alten Mercedes-Benz (Gastgeschenk an Äthiopien) oder ein - nach Skizze von Kaiser Wilhelm II. - gefertigter Ärmel einer deutschen Diplomatenuniform. Doch auch die zwischenstaatlichen Verträge sind keineswegs verstaubte Papiere: Sowohl in einen von Königin Viktoria persönlich unterschriebenen Vertrag mit riesiger silberner Schale zur Aufbewahrung des Wachssiegels als auch in die zunehmend nüchternen Ausfertigungen der bundesdeutschen Verträge wurde den interessierten Teilnehmern Einblick gewährt.

(Verbindungskorridor zwischen dem Neubau und dem Gebäude der ehemaligen Reichsbank).
Autor: Marc Scheloske· 01.10.10 · 18:00 Uhr· 1 Kommentar
Abschied von der Industrie? Die Bundesrepublik im wirtschaftlichen Strukturwandel der 1970er Jahre
Kategorie: Deutsche Postings·Neue Geschichte
Fragen nach der Bewertung und Analyse des ökonomischen Umbaus der 1970er Jahre standen im Fokus der gut besuchten Sektion am Donnerstagnachmittag. Dabei ging es ebenso um die kritische Reflexion bisheriger Deutungen wie auch um die Suche nach geeigneten Begriffen und Konzepten zur Historisierung wirtschaftlicher Umbrüche.
Von Albrecht Franz
Mit einem Bild der Sprengung des Münchner Agfa-Gebäudes 2008 (siehe Foto rechts) eröffnete Silke Fengler ihren Vortrag zum Niedergang der deutschen Fotoindustrie seit den 1970er Jahren. Das Bild steht symbolisch für das Ende eines Prozesses, der häufig mit dem Begriff der „Deindustrialisierung" zusammengefasst wird. Gemeint ist die Verschiebung einer von „klassischer" Industrie geprägten Wirtschaft hin zu einer Wirtschaftsform, in der dem Dienstleistungssektor eine dominante Stellung zukommt. Diesem Transformationsprozess, der sich in der Bundesrepublik zwischen den späten 1960er und den 1990er Jahren vollzog, fiel auch die erwähnte Fotoindustrie zum Opfer: Zunehmender internationaler Wettbewerb, neue Kundeninteressen und eine strukturelle Unfähigkeit, auf diese Veränderungen zu reagieren, ließen die deutschen Hersteller von Foto-Produkten schließlich in der Bedeutungslosigkeit versinken.
Autor: Marc Scheloske· 01.10.10 · 16:45 Uhr· 0 Kommentare
Podiumsdiskussion: Historische Zäsuren
Kategorie: Deutsche Postings
Historische Zäsuren sind wichtig für die Einteilung und Strukturierung der Geschichte. Sie dienen vor allem Historikern als Werkzeug. Überdies scheint es ein menschliches Bedürfnis zu sein, die Zeit einzuteilen, um sich selbst in dieser positionieren zu können. Ob diese Zäsuren aber auch wissenschaftlich sinnvoll sind, darüber diskutierten in einer Podiumsdiskussion Martin Sabrow, Anselm Doering-Manteuffel, Konrad Jarausch und Werner Plumpe.
Von Gina Fuhrich und Thomas Geier
Sabrow, der in dieser Diskussionsrunde als Verfechter der historischen Zäsuren agierte, begann zuerst die Kritikpunkte aufzuzählen. Historische Zäsuren sind immer subjektive Einteilungen. Es sind bestimmte Anschauungsformen, deren Deutung wandelbar und perspektivenabhängig ist. Desweiteren haben Zäsuren nur eine begrenzte Reichweite und es besteht eine biografische und historische Differenz, d.h. die Menschen erfahren in ihrem alltäglichen Leben oft andere Zäsuren als die in der Geschichte gesetzten.

Autor: Marc Scheloske· 01.10.10 · 15:45 Uhr· 0 Kommentare
Entgrenzungen (nationaler) Geschichte und Erinnerung: Historische Deutungskonflikte und Aussöhnung im Spannungsfeld von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion
Die Frage nach dem Verhältnis von Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik ist nicht neu - und dennoch zentral in der Selbstreflexion von Historikerinnen und Historikern, die sich als unabhängige wissenschaftliche Zunft verstanden wissen wollen, aber dennoch vielfältigen Kontextbedingungen ausgesetzt sind. Dabei ist einerseits die Frage nach dem Einfluss wissenschaftlicher Akteure und Erkenntnisse auf öffentliche und politische Felder relevant; gleichermaßen muss jedoch auch die Fremdbestimmung der Geschichtswissenschaft durch andere gesellschaftliche Gruppen thematisiert werden.
Nationale Erinnerungen sind immer Gegenstand von Deutungskämpfen.
Von Angela Siebold
Das hier vorgestellte Panel des Historikertags beschäftigte sich mit diesen grundlegenden Fragen anhand von Debatten über nationale Erinnerungen im nationalen und internationalen Kontext. Die als „History Wars" bezeichneten öffentlichen, oft über nationale Grenzen hinweg geführten historischen Deutungskämpfe dienten als Ausgangspunkt, um anhand verschiedener aktueller Beispiele die Selbstverortung der Geschichtswissenschaft und ihre Wirkungsbereiche zu diskutieren.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 14:45 Uhr· 0 Kommentare
Grenzmissverständnisse in der Globalgeschichtsschreibung
Kategorie: Deutsche Postings·Frühe Neuzeit
Grenzen wurden in der europäischen Geschichte seit jeher gezogen, wobei mit ihrer Funktion der territorialen Abgrenzung zu einem anderen Raum eine damit vollzogene kulturelle Bestimmung einhergeht. Die Grenze als solche ist demnach tief im europäischen Bewusstsein und in der Geistesgeschichte verwurzelt. Insbesondere im Kontakt mit anderen, fremden Kulturen und als Mechanismus der Unterwerfung führte die geometrische Auffassung von Grenze (Territorialität und Linearität) oftmals zu konfliktträchtigen Grenzmissverständnissen. Fraglich bleibt, inwieweit die Wissenschaft von einer Akzeptanz der europäischen Grenzziehung bei Völkern sprechen kann, denen die Vorstellung der Grenze als machtpolitisches Ordnungsmuster vollkommen fremd war. Der bisher vorherrschende Eurozentrismus erweist sich im Kontext der Globalgeschichtsschreibung daher als ebenso unerlässlich wie ungeeignet.
Von Nicole Güther
Die Genese der Grenze in ihrer europäischen Auffassung ist mit Ausnahme des römischen Limes und der chinesischen Mauer ein Produkt der Entstehung neuzeitlicher Staatlichkeit und fast allen außereuropäischen Kulturen vollkommen fremd. Ihre eigene Begrenzung auf den europäischen/westlichen Kulturraum klassifiziert sie zu einem europäischen Phänomen. Das historische Bedürfnis nach Abgrenzung und der damit erhofften Sicherung des als Eigentum empfundenen Raumes unterliegt währenddessen einem Paradox: die wider die Natur von Menschenhand geschaffene Begrenzung provoziert mit ihrer Existenz einen sie wiederum bedrohenden Konflikt. Ihr Export über den Seeweg in alle Teile der Welt schuf bis in unsere Tage bekannte Auseinandersetzungen.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 13:00 Uhr· 0 Kommentare
Was kommt nach Bologna? Eine Reform und ihre Folgen
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Politik · Kommentare: 6
Viel ist schon diskutiert worden über die Bologna-Reform. Beinahe jeder - ob Student, Hochschullehrer oder interessierter Bürger - hat sich mit der Hochschulreform auseinandergesetzt. Doch wie steht es wirklich mit den Zielen der Bologna-Reform? Konnten sie bis zum Ende der ersten Dekade des 21. Jahrhunderts erreicht werden? Und wer steht eigentlich dahinter?
Diesen und vielen weiteren Fragen zur Bologna-Reform stellten sich Dr. Birgit Galler (BMBF), Prof. Dr. Werner Plumpe (Frankfurt am Main, Vorsitzender des VHD), Prof. Dr. Ulrich Herbert (Freiburg), Prof. Dr. Michael Sauer (Göttingen) und Sebastian Wein (Masterstudent, HU Berlin) in Form einer Podiumsdiskussion. Moderiert wurde diese von Sven Felix Kellerhof (Die Welt).

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 12:00 Uhr· 6 Kommentare
Genealogie der Menschenrechte
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion · Kommentare: 1
Ein Sektionsbericht von Daniel Rübel
Stefan-Ludwig Hoffmann begrüßte den vollen Raum 1.205 am ersten Programmtag des Historikertags zu der Sektion "Genealogie der Menschenrechte". Gleich zu Beginn informierte er die Anwesenden, dass einer der Referenten, Herr Kopeček, krankheitsbedingt nicht anreisen konnte.
Die vier ursprünglich geplanten Vorträge sollten sich in zwei Blöcke aufteilen: Die von Samuel Moyn und Hans Joas waren als Einleitungen oder Begriffsklärungen, die von Jan Eckel und Michael Kopeček als exemplarische, zeitlich enger umrissene Darstellungen gedacht. Aufgrund des Ausfalls fehlte leider der wichtige Teil über die Entstehung und den Gebrauch von Moral und die Menschenrechten von Dissidenten und Oppositionellen im Ostblock, das zweite Standbein der späteren Hälfte. Vor der abschließenden Diskussion sollte Sandrine Kott eine Kommentierung bieten und erste Fragen an die Referenten stellen.
Menschenrechte: Wechselvolle Karriere einer IdeeZur Einführung verwies Hoffmann darauf, dass die historische Erforschung der Menschenrechte ein sehr neues Thema ist, das zwar vom 16. bis ins 18. Jahrhundert aktuell war, in der Zeit danach aber in Vergessenheit geriet. Ab spätestens 1848 kann man den Begriff im Wörterbuch finden, dennoch taucht er zum Beispiel nicht im Stichwortverzeichnis der "Deutschen Gesellschaftsgeschichte" von Wehler oder in Osterhammels "Verwandlung der Welt" auf. Erst in letzter Zeit spielt dieser Begriff auf Tagungen eine Rolle, entsprechend wenig Forschungsliteratur gibt es speziell dazu.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 11:30 Uhr· 1 Kommentar
Historische Urteilskompetenz im Rahmen von Bildungsstandards - Möglichkeiten und Grenzen?
Kategorie: Deutsche Postings·Geschichtsdidaktik
Unter diesem schwer greifbaren Titel fand am Donnerstag, 30.09.2010, im gut gefüllten Audimax des Grimmzentrums ein hochinteressanter Vortrag zur aktuellen Debatte um den Geschichtsunterricht in Deutschland unter der Leitung von Jörg Ziegenhagen statt.
Von Bernhard Schell
Zu Beginn dieser Sektion erläuterte Professor Peter Schulz-Hageleit einige zentrale Begriffe, wie z.B. Domäne, Grenzüberschreitung, Kompetenz und Urteil, die in der aktuellen Diskussion der Geschichtsdidaktik eine zentrale Rolle spielen. Dabei seien Urteil und Kompetenz sicherlich Zielbegriffe, wobei sie aber das Prozesshafte der Bildungs- und Lernvorgänge nicht in den Hintergrund drängen dürften. Es muss immer eine lebendige, ergebnisoffene Interaktion zwischen Schüler und Lehrer bzw. Schüler und Schüler bleiben.
Verdient Kaiser Konstantin nun das Prädikat "der Große" oder doch nicht viel eher das eines "Geschichtsunholdes"?Am Beispiel von Kaiser Konstantin erläuterte er dann die Problematik eines Werturteils. Verdient Konstantin I. (306-337) nun das Prädikat „der Große"? Oder nicht viel eher das eines „Geschichtsunholdes"? Für Professor Schulz-Hageleit sind beide Etiketten zutreffend, komme es doch immer auf den Standpunkt des Betrachters an, sieht man ihn aus dem Blickwinkel des Christentums oder als Teil seiner Familie. Dieses Spannungsfeld gilt es auszuhalten. Ausdrücklich soll der Betrachter auch seinen Empfindungen Raum geben, die Subjektivität gehöre unabdingbar zum Geschichtsunterricht. Werturteile seien nun mal auf Diskussionen angewiesen. Ein Schüler muss Wert- und Bewertungskonflikte erklären und sich selbst darin positionieren.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 10:45 Uhr· 0 Kommentare
Die Donau - der internationalste Fluss der Erde
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion·Umwelt · Kommentare: 2
Bereits am ersten Tag des Deutschen Historikertags war die Sektion „Die Donau - Umweltgeschichte und Grenzüberschreitung" gut besucht.
Von Julia Naßutt
Der interdisziplinäre Forschungsbereich Umweltgeschichte beschäftigte sich dabei mit dem zweitlängsten Fluss Europas, der mit einer Länge von mehr als 2.800 Kilometern einen wichtigen Schauplatz menschlichen Handelns während der Frühneuzeit in Europa darstellte. Der Fluss ist zum einen eine natürliche Grenze, andererseits wird die Donau aber nicht ausschließlich als Grenze wahrgenommen, sondern dient auch als Verkehrs- und Transportweg und somit als Lebensader der Anrainerstaaten.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 09:30 Uhr· 2 Kommentare
Deutscher Historikertag 2012 in Mainz
Kategorie: Am Rande·Deutsche Postings
Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz wird im Jahr 2012 Gastgeber von Europas größtem geisteswissenschaftlichen Fachkongress.
Autor: Christian Jung· 01.10.10 · 08:00 Uhr· 0 Kommentare
Küchengeschichten: Boundaries and crossing boundaries in Islamic culinary culture
Kategorie: Deutsche Postings·Epochenübergreifende Sektion
Professor Peter Heine, Lehrbeauftragter an der Gastgeberuniversität des 48. Historikertags, eröffnete die Sektion „Boundaries and crossing boundaries in Islamic culinary culture" mit seinem Vortrag „Migration und kulinarischer Wandel".
Von Christina Thenuwara
Kulinarische Besonderheiten sind gemeinschaftsprägend und grenzziehend zugleich.Einleitend ging er auf er auf klassische Stigmata ein, die der kulinarischen Grenzziehungen zwischen Nationen, aber auch anderen Gemeinschaften dienen. Die Franzosen sind nicht nur bei den Briten als „Froschfresser" bekannt und die Deutschen werden im europäischen Ausland gerne als „Kartoffeln" bezeichnet. Die Grenzmetaphorik spiegelt sich darüber hinaus sowohl im Röstigraben, der die französische von der deutschen Schweiz trennt, als auch im „Weißwurstäquator" wider, welcher zwischen Bayern und Norddeutschland zu verorten ist. Dass diese identitätsstiftenden Grenzen der kulinarischen Kultur auf der anderen Seite auch längst überwunden sind, demonstrierte Professor Heine am Beispiel des Einflusses der mediterranen und mittelöstlichen Küche auf die deutsche Cuisine.

Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.10 · 07:30 Uhr· 0 Kommentare
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