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Martin Bäker ist Physiker.
Er hat in Hamburg studiert und über die Simulation von Elementarteilchenprozessen promoviert. Seit 1996 erforscht er an der TU Braunschweig das mechanische Verhalten moderner Werkstoffe.
Wie Cäsar über sich in der dritten Person zu schreiben, findet er ein wenig seltsam.

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31.12.11 · 15:30 Uhr

Ferguson und die einheitliche Feldtheorie

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 16

Viele kennen es sicher schon, aber zum Jahresabschluss hier noch mal für alle das berühmte Gedicht über die einheitliche Feldtheorie:

Am Anfang, da war Aristoteles,
und ruhende Objekte neigten dazu, weiter zu ruhen,
und bewegte Objekte neigten dazu, zur Ruhe zu kommen,
und bald kamen alle Objekte zur Ruhe,
und Gott sah, daß dies langweilig war.

Dann erschuf Gott Newton,
und ruhende Objekte neigten dazu, weiter zu ruhen,
aber bewegte Objekte neigte dazu, in Bewegung zu bleiben,
und Energie wurde erhalten, und Bewegung wurde erhalten,
und Materie wurde erhalten,
und Gott sah, daß dies konvervativ war.

Dann erschuf Gott Einstein,
und alles war relativ,
und schnelle Objekte wurden kurz,
und gerade Objekte wurden gekrümmt,
und das Universum war voller Trägheitsmomente Bezugssysteme1,
und Gott sah, daß dies relativ allgemein,
einiges aber speziell relativ war.

Dann erschuf Gott Bohr,
und da war das Prinzip,
und das Prinzip war das Quant,
und alle Objekte wurden quantifiziert,
aber einige Objekte waren immer noch relativ,
und Gott sah, daß dies verwirrend war.

Dann wollte Gott Ferguson erschaffen,
und Ferguson hätte vereinheitlicht,
und er hätte eine Theorie ins Feld geführt,
und alles wäre eins gewesen,
aber es war der siebente Tag, und Gott ruhte,
und ruhende Objekte neigen dazu, weiter zu ruhen.

1 Bjoern hat zu Recht darauf hingewiesen, dass "Trägheitsmomente" wenig Sinn ergibt. Im englischen Original steht "inertial frames", also "Bezugssysteme".


Der Autor des englischen Originals ist Tim Joseph, von wem die Übersetzung stammt, weiß ich nicht. Das Gedicht ist im Netz ziemlich oft zu finden, ich habe diese Fassung von hier. Dort findet man auch den Grund, warum Gott niemals eine C4-Professur bekommen würde (das Original kenne ich unter "Why God never got his Ph. D") und vielen anderen Unsinn.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein glückliches, erfülltes und gesundes Neues Jahr.

 

Autor: MartinB· 16 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · · · · ·

Kommentare (16)

Kommentar-Direktlink SCHWAR_A· 31.12.11 · 16:28 Uhr

@MartinB:
Auch Dir und den Deinen einen guten Rutsch und ein gesundes neues Jahr.

BTW: Wer ist "Ferguson"?

Herzliche Grüße

Kommentar-Direktlink MartinB· 31.12.11 · 16:39 Uhr

Ferguson ist der, den Gott leider nicht erschaffen hat - weswegen wir keine einheitliche Theorie haben.

Kommentar-Direktlink Bjoern· 31.12.11 · 16:51 Uhr

Hm, habe ich vor ca. 15 Jahren schon mal gelesen, glaube ich... ;-)


Aber was hat Einstein mit Trägheitsmomenten zu tun?!?

Kommentar-Direktlink MartinB· 31.12.11 · 16:54 Uhr

@Bjoern
Gute Frage. Ichhabe gerade mal geguckt, ob es ein englisches Original gibt, und siehe da, dort steht "inertial frames". Da hat wohl jemand beim Übersetzen geschlafen.

Das Original ist anscheinend von Tim Joseph:
http://www.scribd.com/doc/11731451/26/Unified-Field-Theory-By-Tim-Joseph

Kommentar-Direktlink rolak· 31.12.11 · 16:54 Uhr

Ferguson gibt es schon, nur hats wg der Zeitnot halt nicht ganz bis zum Menschen gereicht, nur bis Sitzhöhe. Dafür aber einheitliche Anschlüsse und einiges feld durch. Theoretisch.

Guten Rutsch!

Kommentar-Direktlink Statistiker· 31.12.11 · 17:01 Uhr

@ rolak: Genau DARAN hab ich bei Ferguson auch gedacht..... eine männliche Spülung.... kawusch.....

Eine der besten Folgen dieser genialen Serie....

Kommentar-Direktlink Statistiker· 31.12.11 · 17:09 Uhr

@ MartinB: Ach ja, eins noch, warum Gott nie eine C4-Priofessur kriegen wird: Argument 14: Menschenverachtende und gewaltverherrlichende Schriften sind als Bewerbung für eine Professur ungeeignet.

Jetzt aber ran an den Wodka.....

Kommentar-Direktlink BreitSide· 31.12.11 · 18:27 Uhr

xxx

Kommentar-Direktlink koi· 31.12.11 · 18:49 Uhr

@MartinB (und alle Andern)
Guten Rutsch und Danke für das Schmunzeln zum Jahresende.

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 31.12.11 · 22:47 Uhr

Nett.

Author Profile Page MartinB· 01.01.12 · 12:22 Uhr

@Bjoern
So, nun isses korrekt.

Kommentar-Direktlink michael· 02.01.12 · 00:59 Uhr

> aber es war der siebente Tag,

Fehlen da nicht zwei Tage, oder kann Gott nicht zählen ?

Kommentar-Direktlink MartinB· 02.01.12 · 11:02 Uhr

@michael
Ja, das hat mich an dem Gedicht auch immer gestört. Man könnte noch Maxwell aufnehmen, und vielleicht Dirac (als Begründer der QFT), aber dann wird es vielleicht auch zu lang.

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 12.01.12 · 03:28 Uhr

Müßte da nicht ganz unbedingt noch Planck mit rein, vor Bohr?

Kommentar-Direktlink H.M.Voynich· 12.01.12 · 03:42 Uhr

(Ein verbindendes Element der vier Genannten ist, daß sie so ziemlich jeder kennt, und ihre fundamentalen Erkenntnisse mehr oder weniger zuordnen kann. Deshalb paßt Dirac vielleicht nicht so gut - so sehr er es andererseits verdient hätte.
Mayer könnte noch gut reinpassen.)

Kommentar-Direktlink MartinB· 12.01.12 · 08:24 Uhr

@HMVoynich
Planck hat ja "nur" ein paar Grundlagen gelegt - die echte Welt-Uminterpretation kam mit Bohr. Ich denke, man hat hier halt die beiden wissenschaftlichen Revolutionen, mehr nicht.
Mayer (der mit der Energieerhaltung?) fänd ich jetzt sehr ungewöhnlich - da wäre Boltzmann deutlich angemessener.
Hmm, vielleicht sollten wir hier mal ein Wissenschaftler-Ranking bauen, das wäre lustig.

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