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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Neues in der Kategorie Technik

02. Februar 2012

Plädoyer für veraltete Technik

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 22

Ich liebe den technischen Fortschritt und finde ihn wunderbar (wobei "Wunder" im Sinn des 3. Clarkeschen Gesetzes zu verstehen ist: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden"). Vom Auto bis zum Smartphone, von Staubsaugern bis zu Computern und, jawohl, dem Internet: ohne die Errungenschaften, die uns die Technik - und hinter ihr: die Wissenschaft - gebracht haben, wäre mein Alltag, und vermutlich nicht nur meiner, ziemlich mühselig. Aber ich bin auch ein Nostalgiker: Ich liebe meine alte Leica aus dem Jahr 1952, beispielsweise, obwohl an ihr absout nichts automatisch funktioniert. Oder handgefertigte, akustische Instrumente. Oder meine alte, wenn auch kaum noch brauchbare mechanische Schreibmaschine. Selbst der Mac-Laptop, auf dem ich diese Zeilen schreibe, hat schon gute acht Jahre auf der Tastatur und ist damit ein Fossil. Und darum will ich hier mal ein Plädoyer für veraltete Technik schreiben - genauer gesagt: dafür, dass wir uns dieser alten Techniken auch weiterhin erinnern. Denn manchmal ist sie der modernen Technologie sogar überlegen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 02.02.12 · 18:38 Uhr· 22 Kommentare

19. Januar 2012

Nachtrag zum Wikipedia-Blackout: Politiker knicken ein

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 4

Ob es nun eine Folge des demonstrativen Online-Protests war, oder ob Lobbying hinter verschlossenen Türen auch eine Rolle gespielt hat, wäre zwar noch zu klären, aber fest steht, dass der politische Rückhalt fuer zwei Internet-Urheberschutzgesetze nach dem Blackout von Wikipedia, Craigslist und - zumindest symbolisch - Google für die (im Kern vergleichbaren) Gesetzesentwürfe Stop Online Piracy Act (SOPA) und PROTECT Intellectual Property Act (PIPA) schwindet. Wie CNN hier berichtet, haben sogar einige der Politiker, die diese Entwürfe eingebracht haben, inzwischen einen Rückzieher gemacht:

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Autor: Jürgen Schönstein· 19.01.12 · 18:10 Uhr· 4 Kommentare

17. Januar 2012

Wikipedia streikt am Mittwoch

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 8

Eher ein Hinweis, als eine Geschichte an sich: Die amerikanische Wikipedia-Seite wird von Dienstag auf Mittwoch um Mitternacht amerikanischer Ostküstenzeit (sechs Uhr morgens am Mittwoch in Deutschland) für 24 Stunden abgeschaltet. Nicht etwa aus technischen Gründen, sondern aus Protest gegen zwei amerikanische Gesetzesentwürfe, die dem Schutz vor Urheberrechtsmissbrauch dienen sollen, aber nach Ansicht von (unter anderem) Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, eine unzumutbare Belastung für Seiten wie Wikipedia oder auch viele Blogs darstellen würde. Die Gesetze, die dem US-Kongress vorliegen, sind:
Der Stop Online Piracy Act, der im US-Abgeordnetenhaus eingebracht wurde, entspricht im Kern dem PROTECT Intellectual Property Act des Senats; beiden ist gemeinsam, dass sie die Verantwortung für eventuelle Urheberrechtsverletzungen auf Internet-Provider und Suchseiten abwälzen wollen, die durch das Gesetz gezwungen würden, solche Seiten (das können ganz schnell auch mal ein paar wohlmeinende Blogs sein) auszublenden.
Wikipedia-Blackout.jpg


Autor: Jürgen Schönstein· 17.01.12 · 17:42 Uhr· 8 Kommentare

16. Januar 2012

Dünnschicht-Photozellen - alles klar

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 11

Den nachstehenden Artikel hatte ich vor einiger Zeit mal im Auftrag einer großen süddeutschen Tageszeitung geschrieben. Aber dort blieb er dann erst mal aus Platzmangel liegen - und inzwischen ist die Chance, dass er dort noch erscheint, geringer als die Wahlchancen eines Newt Gingrich (völlig unnötiger - im Englischen würde man sagen "gratuitous" - Seitenhieb auf einen mir persönlich bekannten US-Politiker). Da Georg Hoffmann auf seinem Blog Primaklima das Thema der technischen Verbesserungen in der Photovoltaik angeschnitten hat, um das es ja her ganz speziell geht, und damit er nicht ganz unveröffentlicht bleibt, stelle ich ihn nun hier ein:

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Autor: Jürgen Schönstein· 16.01.12 · 03:56 Uhr· 11 Kommentare

10. Januar 2012

Biosprit nicht verfügbar? Bestraft wird trotzdem

Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 19

Eine gar nicht so kleine Posse aus den USA um Bürokratie und Technologie: Die amerikanischen Ölmultis müssen für das Jahr 2011 insgesamt 6,8 Millionen Dollar (nein, kein Schreibfehler: 6,8 Millionen - angesichts der Milliardenumsätze und -Gewinne dieser Branche also Peanuts) an den amerikanischen Fiskus zahlen, weil sie ihrem Kraftfahrzeug-Treibstoff nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Anteile von Cellulose-Ethanol beigemischt haben. Laut dem Gesetz zur Energieunabhängigkeit und -Sicherheit (Energy Independence and Security Act) hätten die Raffinierien insgesamt rund 25 Millionen Liter dieses aus Holzabfällen hergestellten Bioalkohols in ihre KfZ-Treibstoffe mischen müssen. Tatsächlich beigemischt wurde ... nichts.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.01.12 · 21:22 Uhr· 19 Kommentare

14. Dezember 2011

Paul Allens Plan: Aus der Luft ins All

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 10

Milliardäre erobern das Weltall: Jeff Bezos finanziert mit seinen Amazon-Milliarden ein neues Trägersystem, Elon Musk (ehemals PayPal) hat mit seiner Firma SpaceX bereits erfolgreich seine Falcon-Raketen eingesetzt, Richard Branson plant den Weltraumtourismus. Und auch Paul Allen, Mitbegründer von Microsoft und der Geldgeber des ersten privaten Raumflugzeugs, Spaceship One, will nun ernsthaft seine Milliarden in die private Raumfahrt investieren. Sein Stratolaunch-Konzept ähnelt nicht ganz zufällig Bransons Virgin-Galactic-Trägersystem Eve (beide Systeme werden von Burt Rutans Firma Scaled Composites gebaut): Ein gigantisches Mutterschiff, das mit sechs Boeing-747-Triebwerken motorisiert ist, wird eine Falcon-Rakete bis in etwa 10.000 Meter Höhe befördern; dort wird die Rakete ausgeklinkt und gezündet. Wie das gehen soll, zeigt das folgende Video:


Autor: Jürgen Schönstein· 14.12.11 · 21:36 Uhr· 10 Kommentare

13. Dezember 2011

"Zeitlupe" schaut dem Licht beim Laufen zu

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 10

Ist schon faszinierend: Wissenschaftler am Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (meinTeilzeit-Arbeitgeber - falls jemand daraus einen Interessenkonflikt ablesen sollte) haben eine Kamera entwickelt, die mit einer Belichtungszeit von 1,71 Pikosekunden (1 Pikosekunde = 10-12 Sekunden, also eine Tausendstel Nanosekunde oder Billionstel Sekunde) so schnell ist, dass sie einen ultrakurzen Lichtimpuls auf seinem Weg durch, beispielsweise, eine Colaflasche einfangen kann:


Autor: Jürgen Schönstein· 13.12.11 · 17:30 Uhr· 10 Kommentare

12. Dezember 2011

Blue Origin: Raketenflug wie bei James Bond

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 5

Dieser Eintrag ist gewissermaßen ein Abfallprodukt des aktuellen SciencePicture, das die Raketenpläne des Amazon-Gründers Jeff Bezos zum Inhalt hat. Blue Origin und Blofeld, der notorischen James-Bond-Bösewicht, haben zwar außer der Position im Alphabet wenig Gemeinsamkeiten - aber ich kann mir nicht helfen, das Design und die Technik (vor allem die Landung auf dem heißen Raketenstrahl) der Bezos- und der Blofeld-Raketetypen sind schon verblüffend ähnlich. Hier ein Videoclip des Blue-Origin-Fahrzeug bei einem Start- und Landetest, das vor einem Monat freigegeben wurde:

Und hier eine Landeszene des aus - fiktiven - Privatmitteln entwickelten Raumschiffs, mit dem Blofelds Geheimagentur des Bösen, SPECTRE, im James-Bond-Film Man lebt nur zweimal (1967) die Raumfahrtprograme sowohl der Russen als auch der Amerikaner austrickst:


Autor: Jürgen Schönstein· 12.12.11 · 05:38 Uhr· 5 Kommentare

06. Dezember 2011

Autos sind die besseren Fahrer

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 38

Über Sebastian Thrun und seine selbst fahrenden Autos hatte ich hier ja schon mal geschrieben. Aber weil er heute einen Artikel über seine Arbeit im Science-Teil der New York Times veröffentlicht hat, und weil ich seit meinem Umzug nach Cambridge (wo das öffentliche Verkehrsnetz längst nicht so gut ist wie in New York City) unfreiwillig wieder Autofahrer geworden bin und mich viel zu häufig über all die unnötigen Verzögerungen und Fahrfehler (auch meine eigenen!) ärgern muss, wollte ich ihn mal selbst hier - via TED-Vortrag - zu Wort kommen lassen:

Autos, die selbst einparken können, gibt's ja schon. Viel mehr als das braucht's dann fast gar nicht mehr, denn Steuerung und Abstandsmesser sind damit schon vorhanden - der Rest ist vor allem Software. Und schnelle Informationsverarbeitung. Wobei ich hier in Cambridge - ich nehme an, auch in Deutschland gibt es viele Städte, wo es ähnlich ist - schon erleichtert wäre, wenn das Verkehrsleitsystem (sprich: die Ampeln) etwas intelligenter und adaptiver wäre.


Autor: Jürgen Schönstein· 06.12.11 · 22:13 Uhr· 38 Kommentare

19. November 2011

Zum Tag der Toilette

Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 7

240px-Reverdir_les_toilettes.jpgJa, in der Tat: Heute, am 19. November, ist der World Toilet Day (Danke an Lars Fischer für den Facebook-Hinweis). Und da ich - ach Du heilige Sch... - nichts passendes vorbereitet hatte, greife ich jetzt mal ins Klo Archiv und reposte einen älteren Text, der zeigt, dass diese menschlichste aller Infrastruktureinrichtungen durchaus ein paar wissenschaftliche und entwicklungspolitische Überlegungen wert ist. Wer sich sonst für Toilettenthemen interessiert, kann auch hier und hier noch was finden ...
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(Originalveröffentlichung am 18. Juni 2008)

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Autor: Jürgen Schönstein· 19.11.11 · 07:11 Uhr· 7 Kommentare

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