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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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Archiv Januar 2012
31. Januar 2012
Hier spricht Bismarck! (1889)
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik · Kommentare: 10
Jawohl, jener Fürst Otto von Bismarck, Kanzler des wilhelminischen Deutschen Reiches. Eine alte Aufnahme, auf der er unter anderem die ersten Worte der Marseillaise (was im Hinblick auf den preussisch-französischen Krieg von 1870 mehr als bizarr erscheint!) rezitiert, wurde in den Archiven der Edison-Labors in New Jersey gefunden, die der amerikanischen Nationalparkverwaltung unterstellt sind; dass dies tatsächlich Bismarcks Stimme (schwer zu erkennen unter all dem Rauschen, aber immerhin) aus dem Jahr 1889 ist, aufgenommen auf seinem Landsitz Friedrichsruh bei Hamburg, als er noch im Amt war - dies wurde von den Experten Stephan Puille (Hochschule für Wirtschaft und Technik, Berlin) und Patrick Feaster (Indiana) bestätigt. Mehr Hintergrund gibt es hier und hier:
Autor: Jürgen Schönstein· 31.01.12 · 18:05 Uhr· 10 Kommentare
"Kein zwingender wissenschaftlicher Grund für drastische Aktion"
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 8
Früher habe ich das "Wall Street Journal" regelmäßig gelesen, aber aus finanziellen Gründen musste ich darauf verzichten. Das Blatt lag politisch zwar immer auf einer definitiv nicht mit meiner konvergierenden Linie, aber seine Wissenschaftsberichterstattung war solide genug, dass ich daraus die eine oder andere Anregung gewinnen. Aber wie gesagt, seit mehr als einem Jahr lese ich das Blatt nicht mehr, und darum hat's ein bisschen gedauert, bis die Kunde über diesen bereits am Freitag erschienenen "offenen Brief" von 16 Wissenschaftlern gegen den Klimawandel via Andrew Revkins Dot.Earth-Blog zu mir durchgedrungen ist. Der Titel sagt schon das Wesentliche: No Need to Panic About Global Warming - There's no compelling scientific argument for drastic action to 'decarbonize' the world's economy; auf Deutsch: Kein Grund zur Panik über globale Erwärmung - es gibt keinen zwingenden wissenschaftlichen Grund für drastische Aktionen, die Weltwirtschaft zu 'entkarbonisieren'."
Autor: Jürgen Schönstein· 31.01.12 · 06:31 Uhr· 8 Kommentare
30. Januar 2012
"Eins, zwei, unendlich ...."
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Diesmal (auf die Schnelle) wieder nur ein Lesetipp: Die New York Times hat dem seit Dezember wieder aufgenommenen - und um Finanzierung bangenden - SETI-Projekt, also der Suche nach außerirdischem Leben, eine Story auf ihrer Titelseite gewidmet: Search for Aliens Is On Again, but Next Quest Is Finding Money. Inzwischen wissen wir ja, dass es in der Galaxie von Planeten wimmelt - wenn wir also auch nur ein einziges Signal von einer außerirdischen Intelligenz aufschnappen könnten, dann wäre dies ein gutes Zeichen dafür, dass auch Leben eine universelle Erscheinung ist. Bisher kennen wir ja nur einen Fall, unsere Erde. Aber, um die SETI-Astronomin hier aus der NY Times zu zitieren: "Auf diesem Gebiet ist die Zwei die allerwichtigste Nummer. Wir zählen eins, zwei, unendlich. Wir suchen alle nach der Nummer Zwei."
Autor: Jürgen Schönstein· 30.01.12 · 15:38 Uhr· 2 Kommentare
29. Januar 2012
(Sonnen)stürmische Höhen
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 1
Dass der Sonnensturm vom Anfang der vergangenen Woche sicher ein paar spektakuläre Aufnahmen von Nordlichtern ermöglichen wurde, hatte Florian hier ja schon vorher gesagt. Auf Flickr gibt's nun den Beweis:

Mehr Flickr-Bilder finden sich hier; auch Wired hat eine eindrucksvolle Sammlung von den Nordlichtern des Sonnensturms (hier nur ein Link, aus Urheberrechtsgründen).
Autor: Jürgen Schönstein· 29.01.12 · 03:59 Uhr· 1 Kommentar
27. Januar 2012
Falsche Stimmen im Internet
Kategorie: Kultur · Kommentare: 1
Wenn ein - wie es scheint - nur mäßig begabter Autor eine negative Rezension seines Buches im Internet findet und daraufhin von einer kriminellen, Autoren vernichtenden Internetmafia schwadroniert (die passende Diskussion dazu gibt's hier bei Florian Freistetter), dann fällt das sicher eher in die Kategorie "Verfolgungs(oder sonstiger)Wahn". Aber die Vermutung, dass nicht alle Online-Rezensionen - nicht nur von Büchern, auch von allerlei anderen kommerziell vertriebenen Waren und Dienstleistungen - der ehrlichen Meinung ehrlicher Käufer/Benutzer geschuldet sind, ist keineswegs nur durch eine Neurose erklärbar. Etwa jede dritte "Kundenbewertung" ist gefälscht, typischer Weise gegen Bezahlung oder gegen sonstige Vergünstigungen. Die (heutige) Freitagausgabe der New York Times beispielsweise brachte auf ihrer Titelseite eine Story über einen Onlineversender von Schutzhüllen für Amazons Kindle, der seinen Kunden gegen eine gute Besprechung den Kaufpreis erließ. Auch die BusinessWeek hatte sich schon vor einigen Monaten mit diesem Thema befasst.
Autor: Jürgen Schönstein· 27.01.12 · 21:59 Uhr· 1 Kommentar
"Schrödinger-Verschwörungstheorie": Tot und lebendig
Kategorie: Politik · Kommentare: 54
In meinem Eintrag zum 10. Jahrestag der Anschläge vom 11. September hatte ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, warum eigentlich die Bereitschaft vieler so groß ist, an selbst die widersprüchlichsten und absurdesten Verschwörungstheorien zu glauben, während sie gleichzeitig selbst die plausibelsten, verschwörungsfreien Erklärungen kategorisch ablehnen. Meine - rein spekulative, weil auf subjektiven Beobachtungen und Überlegungen beruhende - These war:
Eine echte Antwort (auf die angeblich "offenen Fragen") ist sowieso nicht das Ziel, auch wenn die "Suche nach er Wahrheit" stets als Motivation vorgegeben wird. Denn es geht ja gar nicht mehr darum, die "wahre" Ursache zu entlarven - sondern nur darum, die Wahrheit so lange wie möglich nicht wahrnehmen zu müssen.Damit lag ich, wie ich nun einem Paper mit dem Titel Dead and Alive: Beliefs in Contradictory Conspiracy Theories (nö, nur dem Abstract mal wieder - das Paper selbst ist bisher, trotz gegenteiliger Versprechungen des Verlags, hinter einer Paywall verborgen) in Social Psychological & Personality Science entnehmen kann, zwar ein gutes Stück daneben - aber auch nicht total im Abseits.
Autor: Jürgen Schönstein· 27.01.12 · 05:06 Uhr· 54 Kommentare
26. Januar 2012
New Hampshire schafft Lehrpläne ab
Kategorie: Politik · Kommentare: 20
Nicht ausdrücklich, aber de facto dann doch: Ein (bereits am 4. Januar) gegen das Veto des demokratischen Gouverneurs John Lynch mit der überwältigenden Mehrheit der Republikaner in beiden Kammern des Parlaments verabschiedetes Gesetz gibt den Eltern ein kategorisches Recht, ihre Kinder von allen Fächern befreien zu lassen, an deren Inhalt oder Lehrmaterial sie Anstoß nehmen:
Require school districts to adopt a policy allowing an exception to specific course material based on a parent's or legal guardian's determination that the material is objectionable. Such policy shall include a provision requiring the parent or legal guardian to notify the school principal or designee in writing of the specific material to which they object and a provision requiring an alternative agreed upon by the school district and the parent, at the parent's expense, sufficient to enable the child to meet state requirements for education in the particular subject area. The name of the parent or legal guardian and any specific reasons disclosed to school officials for the objection to the material shall not be public information (...)
Autor: Jürgen Schönstein· 26.01.12 · 05:38 Uhr· 20 Kommentare
24. Januar 2012
Und nochmal das Thema "Open Science"
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 12
Nachtreten ist zwar regelwidrig, aber hier muss ich es doch einmal tun, obwohl ich es, in diesem Fall, eher in der Rolle des Reporters am Spielfeldrand tue - was natürlich extrem unfair ist ... Hier hatte ich ja das Thema schon angesprochen: Geht peer review nur mit teuren Fachjournalen, oder wäre sie auch in einer "open science"-Plattform möglich? Anlass meines erneuten Einstiegs ist der folgende Leserbrief in der heutigen Science-Beilage der New York Times (ich habe ihn gleich übersetzt):
"Cracking Open the Scientific Process" (17. Januar) fängt damit an, dass das New England Journal of Medicine" als Teil eines traditionellen peer-review-Prozesses genannt wird, der "keinen Anlass zum feiern" gebe. Es wird argumentiert, dass wissenschaftliche Publikationen offen und fei zugänglich sein sollten. Was der Artikel aber übersieht ist, dass es einen wesentlichen Unterschied zwischen wissenschaftlicher und medizinischer Publikation gibt.
Wenn eine wissenschaftliche Theorie falsch ist, dann mag das Verschwendung von Zeit und Geld sein, aber niemands Gesundheit wird dadurch gefährdet. Im Gegensatz dazu kann es, wenn veröffentlichte Gesundheitsinformationen falsch oder fehlerhaft sind, zu schweren Schäden kommen.
Wir erhalten häufig Manuskripte, in denen Leute Ideen und Theorien ohne angemessene Daten verbreiten, meistens mit dem Ziel des persönlichen Ruhms oder des finanziellen Gewinns. Die peer-reviewte medizinische Literatur mag nicht ohne Fehler sein, aber es gibt keinen besseren Weg als die peer review, um Informationen zu verifizieren, ehe sie in Diagnose und Behandlung angewandt werden. Zumindest in der Medizin sollten wir sorgfältig nachdenken, ehe wir entscheiden, dass mehr und ungefilterte Information die bessere Information sei.
Autor: Jürgen Schönstein· 24.01.12 · 19:15 Uhr· 12 Kommentare
Wenn kreative Ideen vom Teller rutschen ...
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 11
So ziemlich das Letzte, was mir bei solch abgedroschenen Klischees wie der Aufforderung, über den Tellerand zu blicken, oder über meinen Schatten zu springen, in den Sinn kommt, ist der Begriff "Originalität". Da bin ich wohl zu streng mit mir und anderen: Ein Paper, das in der Februar-Ausgabe von Psychological Science erscheinen wird (ist leider noch nicht online verfügbar, auch wenn die entsprechende Pressemitteilung gestern schon rausging), hat mal untersucht, ob es irgend einen kreativen Vorteil hat, wenn man solche Metaphern wie "Think outside the box" oder "put two and two together" (etwa: Eins und Eins zusammenzählen) nicht nur bildlich nimmt, sondern in die Tat umsetzt. Und das Ergebnis war, dass die Testpersonen, die von Angela Leung, Psychologieprofessorin an der Singapore Management University, und ihren Mitarbeitern daraufhin getestet wurden, ob sie in der Box (die in diesem Fall eine Pappschachtel mit eineinhalb Metern Kantenlänge) oder außerhalb derselben die besseren Einfälle haben, tatsächlich kreativer waren - im Sinn von mehr, variationsreichere und originellere Lösungsvorschläge zu gestellten Aufgaben fanden. Dies bestätigte sich auch bei Aufgaben, in denen sie (ohne natürlich zu wissen, was hier eigentlich getestet werden sollte) abwechseln beide Hände (die Redewendung dazu ist "on one hand - on the other hand", also einerseits - andererseits) benutzen oder die Hälften von zwei Scheiben zusammensetzen ("putting two and two together" - Eins und Eins zusammenzählen).
Autor: Jürgen Schönstein· 24.01.12 · 05:07 Uhr· 11 Kommentare
23. Januar 2012
Der Nutzen der Mehrdeutigkeit
Kategorie: Kultur · Kommentare: 16
Sprache ist schon was Verwirrendes. Wenn ich "Hut" sage, meine ich dann "Kopfbedeckung" oder "Vorsicht"? Warum klingen "Rad" und "Rat" so ähnlich, und warum kann letzteres ein Gremium sein, ein Titel oder auch ein gut gemeinter Hinweis? Wäre es nicht viel effizienter, wenn es keine Mehrdeutigkeiten - die offenbar in allen Sprachen vorkommen können - gäbe und jeder Begriff, jedes Wort ganz eindeutig und frei von Missverständnissen einem Konzept, einer Bedeutung zugeordnet wäre? Noam Chomsky, der Vorzeigelinguist des Massachusetts Institute of Technology, folgerte aus diese Ambiguität der Sprache(n), dass sie offenbar gar nicht primär zur Kommunikation entstanden war:
The natural approach has always been: Is [language] well designed for use, understood typically as use for communication? I think that's the wrong question. The use of language for communication might turn out to be a kind of epiphenomenon... If you want to make sure that we never misunderstand one another, for that purpose language is not well designed, because you have such properties as ambiguity. If we want to have the property that the things that we usually would like to say come out short and simple, well, it probably doesn't have that property.
Autor: Jürgen Schönstein· 23.01.12 · 06:16 Uhr· 16 Kommentare
20. Januar 2012
"Ich bin mein Connectom!"
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 52
Mein was? Der MIT-Hirnforscher Sebastian Seung, den ich vor einiger Zeit mal auf einer Party in Cambridge getroffen hatte und mit dem ich mich heute endlich etwas länger unterhalten konnte, erklärt hier, was das ist:
Autor: Jürgen Schönstein· 20.01.12 · 20:14 Uhr· 52 Kommentare
19. Januar 2012
Nachtrag zum Wikipedia-Blackout: Politiker knicken ein
Kategorie: Technik · Kommentare: 4
Ob es nun eine Folge des demonstrativen Online-Protests war, oder ob Lobbying hinter verschlossenen Türen auch eine Rolle gespielt hat, wäre zwar noch zu klären, aber fest steht, dass der politische Rückhalt fuer zwei Internet-Urheberschutzgesetze nach dem Blackout von Wikipedia, Craigslist und - zumindest symbolisch - Google für die (im Kern vergleichbaren) Gesetzesentwürfe Stop Online Piracy Act (SOPA) und PROTECT Intellectual Property Act (PIPA) schwindet. Wie CNN hier berichtet, haben sogar einige der Politiker, die diese Entwürfe eingebracht haben, inzwischen einen Rückzieher gemacht:
Autor: Jürgen Schönstein· 19.01.12 · 18:10 Uhr· 4 Kommentare
18. Januar 2012
Klimawandel: Wind macht die Albatrosse fett
Kategorie: Umwelt
Klarer Fall von Boulevard-Schlagzeile, oder? Dazu hat sich der nature-online-Chefredakteur Ananyo Bhattacharya im britischen Guardian schon ein paar Gedanken gemacht*, mit dem Tenor: "The purpose of a headline is not to tell the story. That's the purpose of the story. The purpose of the headline is to pique the interest of readers without lying" (Der Zweck einer Schlagzeile ist nicht, die Geschichte zu erzählen. Das ist der Zweck der Geschichte. Der Zweck der Schlagzeile ist, das Interesse der Leser zu wecken, ohne zu lügen). Und gelogen ist die Überschrift nicht - ein Artikel über Changes in Wind Pattern Alter Albatross Distribution and Life-History Traits in der aktuellen Ausgabe von Science kann diesen Zusammenhang belegen:
Westerly winds in the Southern Ocean have increased in intensity and moved poleward. Using long-term demographic and foraging records, we show that foraging range in wandering albatrosses has shifted poleward in conjunction with these changes in wind pattern, while their rates of travel and flight speeds have increased. Consequently, the duration of foraging trips has decreased, breeding success has improved, and birds have increased in mass by more than 1 kilogram.
Autor: Jürgen Schönstein· 18.01.12 · 18:52 Uhr· 0 Kommentare
17. Januar 2012
Klimaschutz: Machbares und Wünschenswertes
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 18
Nehmen wir mal an, wir säßen in einem Auto, das auf einen Abgrund zurast. Ein Passagier schreit: Tritt auf die Bremse! Ein anderer will, dass wir das Steuer nach Rechts herumreißen, ein Dritter meint: Links! Da keine Einigkeit über die zu ergreifende Maßnahme zu erzielen ist, fahren wir erst mal weiter - und in den Abgrund. Logsch? Natürlich nicht. Ich denke mal, die "normale" Reaktion wäre, sowohl die Bremse als auch das Lenkrad zu benutzen - vor allem, wenn der Abstand zur Kante groß genug ist, dass beide Manöver durchführbar sind. Nur wenn's um den Umwelt- und Klimaschutz geht, klappt dieses normale Denken wohl nicht. Da wird dann erst mal aus Prinzip darüber diskutiert, ob der Abgrund überhaupt so tief sei wie angenommen; wer denn eigentlich die Schuld daran habe, dass das Auto auf diese Kante zufährt (und dementsprechend dann auch die Aufgabe hätte, den Absturz zu verhindern); die "Lenker" werfen den "Bremsern" vor, ihnen ein Schleudertrauma zuzumuten, während die "Bremser" den "Lenkern" wiederum vorhalten, dass sie den Radius des Manövers nicht genau genug berechnen könnten. Und die Fahrer beschweren sich zwar, dass es keine Einigung gibt, aber selbst was tun wollen sie auch nicht ... Manchmal finde ich die Debatten, die ich hier seit gut vier Jahren mit verfolge (und selbst auch gelegentlich anzustiften versuche), extrem frustrierend.
Autor: Jürgen Schönstein· 17.01.12 · 18:50 Uhr· 18 Kommentare
Wikipedia streikt am Mittwoch
Kategorie: Technik · Kommentare: 8
Eher ein Hinweis, als eine Geschichte an sich: Die amerikanische Wikipedia-Seite wird von Dienstag auf Mittwoch um Mitternacht amerikanischer Ostküstenzeit (sechs Uhr morgens am Mittwoch in Deutschland) für 24 Stunden abgeschaltet. Nicht etwa aus technischen Gründen, sondern aus Protest gegen zwei amerikanische Gesetzesentwürfe, die dem Schutz vor Urheberrechtsmissbrauch dienen sollen, aber nach Ansicht von (unter anderem) Jimmy Wales, Gründer der Wikipedia, eine unzumutbare Belastung für Seiten wie Wikipedia oder auch viele Blogs darstellen würde. Die Gesetze, die dem US-Kongress vorliegen, sind:
Der Stop Online Piracy Act, der im US-Abgeordnetenhaus eingebracht wurde, entspricht im Kern dem PROTECT Intellectual Property Act des Senats; beiden ist gemeinsam, dass sie die Verantwortung für eventuelle Urheberrechtsverletzungen auf Internet-Provider und Suchseiten abwälzen wollen, die durch das Gesetz gezwungen würden, solche Seiten (das können ganz schnell auch mal ein paar wohlmeinende Blogs sein) auszublenden.
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Autor: Jürgen Schönstein· 17.01.12 · 17:42 Uhr· 8 Kommentare
16. Januar 2012
Wie Ärzte sterben ...
Kategorie: Medizin · Kommentare: 26
Ein bizarrer Titel - einer, den ich direkt von diesem Beitrag How Doctors Die des Webprojekts Zócalo Public Square übernommen habe (auf den Beitrag selbst war ich via Mark Hoofnagle und seinen denialism blog gestoßen). Ein lesens- und nachdenkenswerter Artikel, wie ich finde, denn er beschreibt, wie sich Ärzte verhalten, wenn sie selbst die Nachricht erhalten, unheilbar krank zu sein. Sicher, es ist ein rein anekdotischer Beitrag, dem es an methodisch gesicherten Fakten fehlt; aber die Idee, dass Ärzte oft einfach besser wissen, wie wenig Heilungschancen bestehen - und vor allem welche oftmals qualvollen Nebenwirkungen die scheinbar lebensrettenden Maßnahmen haben können - und sich daher gegen das, was medizinisch möglich ist und statt dessen für einen würdevollen Tod entscheiden, scheint mir plausibel. Und sie verrät, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig so umfassend wie nur möglich zu informieren, um dann nicht in einer extremen Stress-Situation sponatne Entscheidungen treffen zu müssen, die dem eigenen Interesse (oder dem einer nahestehenden Person) entgegengesetzt sind.
Autor: Jürgen Schönstein· 16.01.12 · 18:10 Uhr· 26 Kommentare
Wissenschaftslehrer-Ausbildung im Museum
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften
Ich mach's mir mal wieder einfach und verlinke hier auf einen Artikel in der aktuellen New York Times: Back to School, Not on a Campus but in a Beloved Museum. Worum geht's? Das American Museum of Natural History (hab' ich schon mal erwähnt, dass dies mein absolutes Lieblingsmuseum ist?) sponsort und organisiert die Ausbildung von insgesamt 50 SpeziallehrerInnen für Wissenschaft, die dann an den Mittel- und Oberstufenschulen in New York unterrichten werden. Die Ausbildung, die mit einem Magister-Titel (MA) abschließt, dauert 15 Monate und wird mit einem Stipendium von 30.000 Dollar pro StudentIn (zuzüglich Krankenversicherung, was in den USA immer ein wichtiger Faktor ist) gefördert. Hey, im AMNH studieren, das hätte mir auch gefallen können ... der einzige Haken ist, dass sich die Absolventen dabei verpflichten müssen, vier Jahre lang in einer ihnen zugewiesenen Schule (die einen besonders großen Nachholbedarf in der Wissenschaftsausbildung hat, versteht sich) irgendwo im Staat New York zu arbeiten. Sicher eine kleine Kröte - welcher New Yorker geht schon gerne nach, sagen wir mal, Buffalo? Doch die meisten betroffenen Schulen sind eh' in der Stadt New York selbst zu finden ... Bis zum 31. Januar kann man sich noch um einen der 50 Ausbildungsplätze bewerben; zu einer ersten Einführungsveranstaltung kamen immerhin schon 90 BewerberInnen.
Autor: Jürgen Schönstein· 16.01.12 · 17:54 Uhr· 0 Kommentare
Dünnschicht-Photozellen - alles klar
Kategorie: Technik · Kommentare: 11
Den nachstehenden Artikel hatte ich vor einiger Zeit mal im Auftrag einer großen süddeutschen Tageszeitung geschrieben. Aber dort blieb er dann erst mal aus Platzmangel liegen - und inzwischen ist die Chance, dass er dort noch erscheint, geringer als die Wahlchancen eines Newt Gingrich (völlig unnötiger - im Englischen würde man sagen "gratuitous" - Seitenhieb auf einen mir persönlich bekannten US-Politiker). Da Georg Hoffmann auf seinem Blog Primaklima das Thema der technischen Verbesserungen in der Photovoltaik angeschnitten hat, um das es ja her ganz speziell geht, und damit er nicht ganz unveröffentlicht bleibt, stelle ich ihn nun hier ein:
Autor: Jürgen Schönstein· 16.01.12 · 03:56 Uhr· 11 Kommentare
13. Januar 2012
Colbert for President?
Kategorie: Politik · Kommentare: 7
Wenn Wahlkämpfe zu Politpossen verkommen, dann ist es nur konsequent, wenn die professionellen Possenreißer kandidieren. Okay, Donald Trump, einer der ganz Groß(mäulig)en auf diesem Feld, hat sehr schnell schon wieder den Rückzug angetreten, aber es gibt ja noch Stephen Colbert. Der hatte schon vor gut vier Jahren (nicht völlig ernsthaft, aber dennoch keineswegs wirkungslos) einen Schein-Wahlkampf aufgezogen, und nun hat er angekündigt, in seinem Heimatstaat South Carolina in den republikanischen Wahlkampf einzusteigen. (Der entsprechende Clip ist derzeit noch nicht auf seiner Website eingestellt, was aber stündlich passieren kann.) Auch wenn's unverholene Satire ist, kommt es der Realität ungewollt näher, als selbst Colbert erwartet hätte - laut einer Umfrage liegt er bei den Wählern mit fünf Prozent Zustimmung sogar noch vor dem durchaus ernsthaft kandidierenden John Huntsman:
Autor: Jürgen Schönstein· 13.01.12 · 05:22 Uhr· 7 Kommentare
12. Januar 2012
Ein Gesetz gegen "Open Science"?
Kategorie: Medizin·Politik · Kommentare: 7
Schande über mich. Bisher hatte ich die Diskussion um "Open Science" als eine verstanden, in der es darum geht, immer mehr Quellen akademischer Arbeit frei zugänglich zu machen, also immer mehr Paper, die bisher hinter einer (für Nichtmitglieder akademischer Institutionen meist unüberwindlich hohen) Paywall verbergen, für jedermann und -frau zu öffnen. So soll's ja idealer Weise auch sein: Forschung, die mit öffentlichen Mitteln (zum Beispiel an staatlichen Universitäten, aber auch mit staatlicher Förderung, zum Beispiel durch die National Science Foundation oder die National Institutes of Health) gemacht wurde, sollte ihre Ergebnisse auch öffentlich verfügbar machen. Aber dabei hatte ich hier völlig verschlafen, dass im US-Kongress ein diametral entgegengesetzter Kampf tobt: Ein Gesetzesentwurf, der am 16. Dezember 2011 vom republikanischen Kongressabgeordneten Darrell Issa und seiner demokratischen Kollegin Carolyn Maloney eingebracht wurde und nun im Abgeordnetenhaus zur Abstimmung ansteht, würde die bisherige Praxis der National Library of Medicine ausdrücklich untersagen - bisher gilt (seit 2008) nämlich die Regel, dass alle Forscher und Institutionen, die Fördermittel der National Institutes of Health annehmen, eine Kopie der daraus resultierenden Publikationen auf der Website der Gesundheitsbibliothek frei zugänglich machen müssen. Dem will das Gesetz einen Riegel vorschieben:
No Federal agency may adopt, implement, maintain, continue, or otherwise engage in any policy, program, or other activity that--
(1) causes, permits, or authorizes network dissemination of any private-sector research work without the prior consent of the publisher of such work; or
(2) requires that any actual or prospective author, or the employer of such an actual or prospective author, assent to network dissemination of a private-sector research work.
(Achtung: Wichtiger Nachtrag: Bitte unbedingt diesen Kommentar von Martin Bäker dazu lesen - und handeln!)
Autor: Jürgen Schönstein· 12.01.12 · 05:59 Uhr· 7 Kommentare
11. Januar 2012
Was Neues unter US-Republikanern: Antikapitalismus
Kategorie: Politik · Kommentare: 8
Ich hatte ja eine Vorwahl-Nachlese für die republikanische Präsidentschaftskandidatenkür Teil 1 in New Hampshire angekündigt, aber so richtig spannend fand ich die Resultate dann gar nicht: Der haushohe Favorit Mitt Romney, der einen Wochenendwohnsitz in New Hampshire besitzt und daher ein de-facto-Heimspiel hatte, gewann - nach bisherigen Auszählungen - zwar mit deutlichem Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Ron Paul. Aber eigentlich ist das trotzdem eher ein "gerade-mal-so"-Resultat: Vor vier Jahren hatte der (spätere Kandidat) John McCain aus Arizona hier schon 38 Prozent der Stimmen abgeräumt. Das hätte Romneys gut geölte und gut auf New Hampshire eingespielte Wahlkampfmaschine diesmal eigentlich mit Leichtigkeit deutlich übertreffen müssen. Andererseits ist ihm hier auch kein neuer Gegner erwachsen: Newt Gingrich und Rick Santorum spielten keine große Rolle (was sich natürlich in diesem wechselhaften Wahlkampf schon beim nächsten Match in South Carolina wieder ändern kann), der zweitplatzierte Ron Paul kann sich zwar über die Anerkennung der libertären Wähler in New Hampshire (von denen es dort reichlich gibt) freuen, aber niemand rechnet ernsthaft damit, dass er einen Wahlmarathon durch 50 Staaten finanziell und thematisch durchstehen kann. Und John Huntsman, der immer noch von der Außenseiterposition einschwenken kann, ist zwar noch in die "Medaillenränge" gekommen und will daher weitermachen - aber vorerst kann er an Romney nicht kratzen.
Autor: Jürgen Schönstein· 11.01.12 · 05:06 Uhr· 8 Kommentare
10. Januar 2012
Biosprit nicht verfügbar? Bestraft wird trotzdem
Kategorie: Technik·Umwelt · Kommentare: 19
Eine gar nicht so kleine Posse aus den USA um Bürokratie und Technologie: Die amerikanischen Ölmultis müssen für das Jahr 2011 insgesamt 6,8 Millionen Dollar (nein, kein Schreibfehler: 6,8 Millionen - angesichts der Milliardenumsätze und -Gewinne dieser Branche also Peanuts) an den amerikanischen Fiskus zahlen, weil sie ihrem Kraftfahrzeug-Treibstoff nicht die gesetzlich vorgeschriebenen Anteile von Cellulose-Ethanol beigemischt haben. Laut dem Gesetz zur Energieunabhängigkeit und -Sicherheit (Energy Independence and Security Act) hätten die Raffinierien insgesamt rund 25 Millionen Liter dieses aus Holzabfällen hergestellten Bioalkohols in ihre KfZ-Treibstoffe mischen müssen. Tatsächlich beigemischt wurde ... nichts.
Autor: Jürgen Schönstein· 10.01.12 · 21:22 Uhr· 19 Kommentare
Der Tod läuft hinterher - mit maximal 1,36 Metern pro Sekunde
Kategorie: Medizin · Kommentare: 8
Wie bitte? Wer kommt denn auf sowas? Nun, das British Medical Journal hat es in einem Paper belegt: In einer Studie mit 1705 Männern über 70 Jahre in Sydney konnten australische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausfinden, dass Männer, die sich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 0,82 Metern pro Sekunde (gemessen bei zwei Durchläufen von jeweils sechs Metern) zu Fuß fortbewegen, am wahrscheinlichsten sterben, während keinen Studienteilnehmer, der noch in der Lage war, schneller als 1,36 Meter pro Sekunde zu gehen (was einem Stundentempo von knapp fünf Kilometern entspricht), der Tod ereilte - woraus die AutorInnen scharfsinning folgern:
The Grim Reaper's (etwa: der Sensenmann, d.Red) preferred walking speed is 0.82 m/s (2 miles (about 3 km) per hour) under working conditions. As none of the men in the study with walking speeds of 1.36 m/s (3 miles (about 5 km) per hour) or greater had contact with Death, this seems to be the Grim Reaper's most likely maximum speed; for those wishing to avoid their allotted fate, this would be the advised walking speed.
Autor: Jürgen Schönstein· 10.01.12 · 05:10 Uhr· 8 Kommentare
Santorum und die Google-Bombe
Kategorie: Politik · Kommentare: 4
Heute geht der amerikanische Vorwahlkampf um die Nominerung eines republikanischen Präsidentschaftskandidaten in die erste heiße Runde: Im Gegensatz zum Caucus von Iowa, bei dem es sich eher um eine lokale Parteiversammlung handelt, in der sich dann im Laufe des Abends Gruppen und eventuelle örtliche Mehrheiten für den einen oder anderen Kandidaten bilden, werden in New Hampshire echte, geheime Abstimmungen stattfinden. Wenn's was Interessantes dazu zu sagen gibt, melde ich mich vielleicht zum Mittwoch, ansonsten wird's wohl von den TV-Sendern bis zum Abwinken abgedeckt sein. US-Wahlexerten glauben ja immer ziemlich fest an die Orakelfunktion solcher Regional-Vorwahlen, nach dem Motto "bisher hat es kein Kandidat die Nominierung gewinnen könne, der nicht in (beliebiges Bundesland einsetzen) die Führung davon getragen hatte", oder so ähnlich.
Autor: Jürgen Schönstein· 10.01.12 · 05:03 Uhr· 4 Kommentare
09. Januar 2012
Sprit sparen durch Steuern
Kategorie: Politik · Kommentare: 43
Eine der Maßnahmen, mit denen sich der Kohlendioxid-Ausstoß unserer Zivilisation(en) ziemlich effizient verringern lässt, ist die Reduktion des Verbrauchs an fossilen Brennstoffen. Und in die westliche Alltags-Begriffswelt übersetzt heißt dies vor allem: sparsamere Autos. Die Europäer mit ihren Minikarossen und Kraftstoff geizenden Dieseln werden da sicher sagen können: Klar doch, machen wir ja. Aber bei den Amerikanern haut dies einfach nicht hin: Seit 1980 haben sich die Verbrauchswerte der US-Automobile gerade mal um 15 Prozent verbessert - und das, obwohl hier die gleichen effizienzsteigernden Technologien verfügbar sind wie beispielsweise in Europa oder Japan. Aber der Haken ist nur, dass die technologischen Verbrauchssenkungen dadurch ausgehebelt werden, dass die Amerikaner seit den 80-er Jahren auch immer größere, schwerere und übermotorisierte Vehikel fahren.
Autor: Jürgen Schönstein· 09.01.12 · 07:08 Uhr· 43 Kommentare
06. Januar 2012
Die ethischen Ansprüche von Mikroben
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 21
Da ich von irgend einem mir unbekannten Erreger für einen Tag im wörtlichen Sinn flachgelegt wurde, ist meine ethische Toleranzschwelle für Mikroben - begreiflicher Weise, wie ich hoffe - derzeit ziemlich niedrig. Aber wie es der Zufall will, brachte mir die Post heute die aktuelle Ausgabe der Rotunda, Mitgliederzeitschrift des American Museum of Natural History. Und das hat meine Ansichten gleich ein bisschen modifizierrt, denn darin steht neben einem Artikel über Terraforming des Mars, der aus Anlass der Sonderausstellung Beyond Planet Earth (ein kleiner Vorschau-Clip folgt am Ende dieses Beitrags) der folgende Hinweis auf die ethischen Probleme eines solchen Unterfangens: "Wenn mikrobisches Leben auf dem Mars gefunden wird, werden wir Menschen entscheiden müssen, ob wir mit dem Terraforming weitermachen, oder ob wir die Mikroben ungestört lassen." Darüber, dass auch Mikroben ein Recht auf Leben - und auf ihren eigenen Planeten - haben, wird in der Tat schon länger diskutiert. Eine ausführlichere Debatte ist beispielsweise hier in der Online-Version des Magazins Astrobiology zu finden.
Autor: Jürgen Schönstein· 06.01.12 · 13:05 Uhr· 21 Kommentare
04. Januar 2012
Ist "Open Science" eine Bringschuld?
Kategorie: Kultur · Kommentare: 8
Vor ein paar Tagen hatte sich Florian Freistetter in seinem Blog Astrodicticum simplex Gedanken darüber gemacht, ob Wissenschaftskommunikation und Medienpräsenz einer akademischen Karriere schaden. Über diese Frage hatten wir hier ja schon einmal im Februar diskutiert, nachdem sie im Magazin Science aufgeworfen worden war; der Medienwissenschaftler Norbert Bolz war jedenfalls für deutsche Wissenschaftler zum bedauerlichen Resultat gelangt, dass Medienengagement, zum Beispiel durch Interviews in Massenmedien oder - extrapolieren wir's mal - durchs Bloggen der Karriere junger Wissenschaftler schade. Warum das so sein könnte, darüber lasse ich mich etwas später aus. Erst mal geht es mir um eine andere Frage, die durch einen Kommentar zu Florians Beitrag aufgeworfen wurde: Darin wird so etwas wie eine regelmäßige Berichtspflicht für Wissenschaftler angeregt.
Autor: Jürgen Schönstein· 04.01.12 · 06:13 Uhr· 8 Kommentare
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