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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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14.12.11 · 21:36 Uhr
Paul Allens Plan: Aus der Luft ins All
Kategorie: Technik · Kommentare: 10
Milliardäre erobern das Weltall: Jeff Bezos finanziert mit seinen Amazon-Milliarden ein neues Trägersystem, Elon Musk (ehemals PayPal) hat mit seiner Firma SpaceX bereits erfolgreich seine Falcon-Raketen eingesetzt, Richard Branson plant den Weltraumtourismus. Und auch Paul Allen, Mitbegründer von Microsoft und der Geldgeber des ersten privaten Raumflugzeugs, Spaceship One, will nun ernsthaft seine Milliarden in die private Raumfahrt investieren. Sein Stratolaunch-Konzept ähnelt nicht ganz zufällig Bransons Virgin-Galactic-Trägersystem Eve (beide Systeme werden von Burt Rutans Firma Scaled Composites gebaut): Ein gigantisches Mutterschiff, das mit sechs Boeing-747-Triebwerken motorisiert ist, wird eine Falcon-Rakete bis in etwa 10.000 Meter Höhe befördern; dort wird die Rakete ausgeklinkt und gezündet. Wie das gehen soll, zeigt das folgende Video:
Autor: Jürgen Schönstein· 10 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (10)
Nichts grundsätzlich Neues und doch sehr clever umgesetzt.
Wir leben in interessanten Zeiten...
Interessant, nur denke ich, dass es nicht wirklich ein Fortschritt ist. Ob man große Tanks absprengt oder kleinere, weil man schon etwa 10km Höhe überwunden hat, spielt nicht wirklich eine Rolle. Auch kleiner Schrott bleibt Schrott, der sinnlos im Orbit herumgammelt und irgendwann verglüht oder die Gegend beim Wiedereintritt unsicher macht. Und der Unsicherheitsfaktor der angedockten Tanks wie beim Challenger-Unglück ist damit auch nicht beseitigt.
Eine konsequente Weiterentwicklung der Spaceshuttle-Reihe ist allerdings auch nicht zu erwarten. Deshalb sind die Raumfahrt-Aussichten derzeit eher traurig...
Das scheint jetzt ein rein privatwirtschaftlicher Ansatz zu sein, ob so ein Ansatz aber funktionieren kann? Braucht man nicht gerade bei Unterfangen dieser Größenordnung den garantierenden Staat?
Technisch gesehen nicht das Neueste (vgl. Die Projekte von E. Sänger aus den 30-ern und 60-ern des letzten Jahrhunderts). Wie sieht's denn eigentlich mit den Kosten pro Tonne Nutzlast aus ? Daran und an der geringen Nutzlast veglichen mit Raketen sind ja bis jetzt so ziemlich alle Versuche in dieser Richtung gescheitert.
Mal primitv gerechnet: Per Shuttle oder bei boden-basiertem System sind die Launch-Kosten für Payload zwischen $5k und $40k das kg, wobei das Allen-Konstrukt 6t shippen könnte, was also mit Einsatzkosten von $30M bis $120M zu konkurrieren hätte.
Kerosin wird nicht so teuer sein, also geht es primär um die Kosten für die Falcon X - http://en.wikipedia.org/wiki/Falcon_1 u.a. - von SpaceX...
Hier die User Guide für die Falcon 9: http://www.spacex.com/Falcon9UsersGuide_2009.pdf
Beim ins Auge gefasstem Vorhaben wäre etwas eher Abgespecktes zu erwarten...
Bin ich eigentlich der einzige, dem am Anblick der Bilder/Videos zum Stratolauncher der Begriff "Fehlkonstruktion" in den Sinn kommt?
Schaue ich mir das System nur als solches an, dann fallen mir gleich ein paar Ding auf:
1. das Cockpit ist in eniem der beiden Rümpfe untergebracht. Bedeutet, wenn man die Bilder mal vermisst, dass die Piloten ziemlich weit außerhalb der Längsachse sitzen. Ich stelle mir das nicht nur im Flug als recht gewöhnungsbedürftig vor, auch Start und Landung sind so sicherlich eine Herausforderung. Immerhin leigen die beiden Rümpfe rund 35m! auseinander. Unschöner Nebeneffekt: die Piloten haben keine direkte Sicht auf die Triebwerke der linken Tragfläche, das könnte man immerhin mittels Kameras sicherstellen
2. Die Rakete hängt unter der Tragfläche. Wäre es nicht sinnvoller, sie oberhalb zu montieren?
Was ich aber als viel ernsteres Problem betrachte, sind die Abmessungen insgesamt. Wie gesagt, die Rümpfe liegen rund 35m auseinander. Wenn man bedenkt, dass bereits ein A380 mit nur einem Rumpf nicht ohne Ausnahmegenehmigung auf Standard-Rollbahnen mit 45m Breite landen darf (er braucht 60m), wo soll dann bitte der Stratolauncher starten und landen dürfen? Sicherlich wird man eine entsprechende Piste auf dem Mojave Air & Space Port haben (oder bauen). Aber für mich ergibt ein solches System erst dann einen Sinn, wenn man unabhängig auf jedem "normalen" Verkehrsflugplatz agieren kann.
Ehrlich gesagt glaube ich nicht an den Erfolg dieses Systems.
Gruß, André
Das ist beides kein großes Problem. Natürlich kann man einen Linienpiloten nicht einfach in dieses Flugzeug setzen und erwarten, dass er es sogleich beherrscht, aber das Teil zu fliegen ist nicht das Problem. Und derartige Flugkörper werden auch seit jeher unter der Tragfläche oder unterm Rumpf montiert ehe ausgeklinkt sie nach einem kurzen Fall die Triebwerke zünden. Soll die "Rakete" ihr Triebwerk etwa auf dem Rücken des Transporter zünden?
Faszinierend ist das schon.
Ich hab mal gelesen, dass mindestens eine der Firmen einen Treibstoff nutzen, der noch viel klimaschädlicher sein soll als die der "üblichen" Raketen. Hat jemand da genauere Infos?
Der große Vorteil wird ja darin liegen, dass für die ersten 10 km kein Sauerstoff mitgenommen werden muss.
Und dass ich Großserientriebwerke habe und nicht teure Spezialanfertigungen.
Wegen der Breite: irgendwann sind das dann wohl 2 separate Ein-Rumpf-Flugzeuge, die gemeinsam starten, ihre Last abwerfen, sich in der Luft trennen und dann auf jedem mittleren Flughafen landen können.
Wg Weltraumschrott: die Teile, die in 10 km Höhe abgeworfen werden, fallen ja schnell zu Boden. Das ist kein Weltraumschrott.