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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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06.12.11 · 21:35 Uhr

Kermit, der Kommunist

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 19

Kann jemand diesen Leuten mal im Wörterbuch zeigen, wo der Begriff "Paranoia" steht? Der Medienkritiker Dan Gainor vom rechtskonservativen Media Research Center wird vom Fox Business Channel bemüht zu erklären, dass die Muppets Teil einer linken Verschwörung in Hollywood sind. Wie er darauf kommt? Weil es im neuen Muppetfilm darum geht, dass ein texanischer Ölbaron namens Tex Richman das alte Muppets-Theater abreißen lassen will. Und da fliegen den Fox-Fachleuten offenbar sämtliche Drähte aus den Mützen:

Kleiner Tipp an die Anti-Hollywoodneurotiker: Die Muppets sind Eigentum der Walt Disney Company, und so weit ich das sehen kann, ist Disney ein sehr amerikanisches und sehr (erfolg)reiches Unternehmen, mit einem Jahresumsatz von 38 Milliarden Dollar und einem Profit von 6,6 Milliarden (2010). Der Mickey-Mouse-Konzern ist eines der größten Unternehmen der Welt (und rangiert noch vor Coca-Cola, ganz nebenbei bemerkt) - wer hier Kommunisten am Werk vermutet, hat vermutlich nicht kapiert, was Kommunismus ist. Wenn Disney Milliarden mit Muppets &Co. scheffelt, dann ist das purer Kapitalismus.

 

Autor: Jürgen Schönstein· 19 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (19)

Kommentar-Direktlink cydonia· 07.12.11 · 00:58 Uhr

Die Original-Muppets waren schon zuweilen recht anarchistisch....ich habe sie als Kind geliebt. Ansonsten fehlt den Fox-Leuten und ihren Freunden wahrscheinlich ein Feindbild. Sich aber eine Froschpuppe auszusuchen ist schon recht merkwürdig.......wahrscheinlich halten sie die Muppets für reale Persönlichkeiten...es erinnert mich aber an eine Kampagne, die in Bayern von konservativer Seite gegen die Panzerknacker gestartet wurde, weil die deutsche Übersetzerin von Carl Barks, Dr. Erika Fuchs ihnen in den Mund gelegt hatte, dass sie sich, um erfolgreich zu sein, die Produktionsmittel aneignen müssten. Da war was los......
Aber so falsch ist der Instinkt der Konservativen gar nicht. Comicfiguren und Puppen sind Sympathieträger, man kann ihnen alles in den Mund legen, und man kann sie vor allem nie! wegen sexueller Verfehlungen drankriegen. Gefährlich.....

Kommentar-Direktlink michael· 07.12.11 · 01:33 Uhr

> ....es erinnert mich aber an eine Kampagne, die in Bayern von konservativer Seite gegen die Panzerknacker....

z.b: hier .

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 07.12.11 · 04:28 Uhr

cydonia· 07.12.11 · 00:58 Uhr

Anarchistisch ist aber nicht kommunistisch. Ich würde die Muppets auch eher unter die Anarchos einsortieren - die Figuren, nicht die Macher natürlich.

Kommentar-Direktlink Redfox· 07.12.11 · 07:01 Uhr

So ein Unsinn, die Schlümpfe sind Kommunisten!

Kommentar-Direktlink Christian Berger· 07.12.11 · 08:05 Uhr

Geil, da gibts wirklich Leute die glauben, dass reiche Leute durch Arbeit reich geworden sind.

Falls sich jemand denn fragt, wo denn die "Pro Öl"-Propaganda für Kinder bleibt, die gibt es schon lange:
http://www.archive.org/details/Destinat1956
Ja, weil ihr müsst wissen, ohne Öl hätten wir ja eine Diktatur, genau so wie auf dem Mars.

Kommentar-Direktlink koi· 07.12.11 · 09:04 Uhr

cydonia·
07.12.11 · 00:58 Uhr

.... Comicfiguren und Puppen sind Sympathieträger, man kann ihnen alles in den Mund legen, und man kann sie vor allem nie! wegen sexueller Verfehlungen drankriegen. Gefährlich.....

Guckst Du hier, ist dann nur noch ein kleiner Schritt.

Kommentar-Direktlink UMa· 07.12.11 · 09:34 Uhr

Wenn jemand andere als rechts- oder links-extrem einordnet, diese das aber nicht sind, sagt das mehr über die Position desjenigen aus, der das sagt, als über den, der er einordnet.

http://de.wikipedia.org/wiki/Walt_Disney#Disneys_Bezug_zur_Politik

Wie weit links von sich würde er wohl Joseph McCarthy einordnen?
http://de.wikipedia.org/wiki/McCarthy-%C3%84ra

Kommentar-Direktlink Redfox· 07.12.11 · 09:37 Uhr

Absolut perfect:
http://www.farleftside.com/2011/12-7-11-communist-muppets.html

@Kio:
Dazu hab ich auch einen:
http://mattbors.com/archives/785.html

Kommentar-Direktlink Sven Türpe· 07.12.11 · 10:41 Uhr

Unterhaltsam.

Author Profile Page ali· 07.12.11 · 13:57 Uhr

@Redfox

Du bist wohl schon ein Opfer von der Propaganda geworden und beweist mit deinen haltlosen Anschuldigungen, dass du die Gehirnwäsche schon erfolgreich hinter dir hast. Es ist offensichtlich, dass die Schlümpfe anti-semitische Kryptofaschisten sind.

Kommentar-Direktlink jitpleecheep· 07.12.11 · 20:41 Uhr

Fox scheint momentan einige Probleme mit den Muppets zu haben: http://www.thedailyshow.com/watch/mon-december-5-2011/moment-of-zen---starving-muppet

(Wer den nicht versteht -- es ist ja nicht grad hilfreich das sie Sweetums einblenden -- hier ein wenig Kontext)

Kommentar-Direktlink jitpleecheep· 07.12.11 · 20:49 Uhr


@koi: Und ich dachte immer, Ernie & Bert _wären_ schon längst verheiratet: http://www.youtube.com/watch?v=Gcyi9lTxBLA
(@0:50)

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 07.12.11 · 23:10 Uhr

Richtig ist natürlich, dass Sesamstrasse, der Kli-Kla-Klawitterbus, Kermit & Co. eine Sicht auf die Gesellschaft transportieren, die tendenziell altruistisch und in übertragendem Maße "links" ist. - Die Simpsons, South Park und andere dagegen tendenziell die Gesellschaft so zeigen wie sie ist; schwierig zu sagen, wie jetzt der "schwule" Sponge-Bob einzuordnen ist...

Richtig ist aber allgemein, dass Kindersendungen "linkes" und "rechtes" Gedankengut, Quax lässt die Doitschsprachigen hier grüßen, transportieren.

So etwas ist gesellschaftlich relevant und hat diskutiert zu werden.

Das (bedarfsweise) Verlachen dieser gesellschaftlich notwendigen Debatte erhebt den Blogautor [1] und dessen Ideen hier keineswegs so, wie anscheinend beabsichtigt.

HTH
Dr. Webbaer

[1] und senkt Gingrich

Kommentar-Direktlink Bärchen sein Abteilungsleiter· 08.12.11 · 00:27 Uhr

> So etwas ist gesellschaftlich relevant und hat diskutiert zu werden.

Jawohl, Herr Bär!, Zu Befehl, Herr Bär! Wird sofort gemacht, Herr Bär!

Alle Mann antreten zur Sandmännchendiskussion!

Bis morgen abend ist das Thema durchzudiskutieren, danach ist dem Herrn Bär eine kurze Zusammenfassung in zwei Worten zu zusenden.

Andernfalls werden alle fristlos gefeuert!

Kommentar-Direktlink Wolf· 09.12.11 · 12:25 Uhr

Ich bin schon seit Jahren der Ansicht, dass die Republikaner in den USA nicht mehr alle Latten am Zaun haben.
Und ich frag mich immer wieder: Wie kann es Menschen geben, denen es so dermaßen an Intelligenz mangelt, das sie diese Flachköppe auch noch wählen?

Kommentar-Direktlink Wolf· 09.12.11 · 12:39 Uhr

Ach sorry,

FOX = Republikaner :-P

Kommentar-Direktlink Ludger· 10.12.11 · 17:44 Uhr

Die Bedeutung des Wortes "liberal" im Amerikanischen ist schon bemerkenswert. Ich hab mal die deutsche Übersetztung vom lateinischen "liberalis" bei dict.cc nachgeschaut: edel, freigebig, gütig, frei, freundlich, vornehm, eines Freien würdig

Kommentar-Direktlink BreitSide· 10.12.11 · 19:10 Uhr

Keeeeekseeee! Römpömpömpömpömpöm....

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 12.12.11 · 03:50 Uhr

Die Bedeutung des Wortes "liberal" im Amerikanischen ist schon bemerkenswert.
Das hat Dr. W einmal versucht zusammen mit dem werten hiesigen Blogmeister zu klären, es handelt sich wohl in der Praxis um eine Art Schimpfwort, weil Liberale in den Staaten nicht klassisch liberal sind, sondern -wie man in D feststellen würde- links- oder sozialliberal. Manchmal auch einfach links. - Was aber nichts an der ursprünglichen Bedeutung ändern sollte, ein "Liberal" kann nicht sozialistisch sein, ist er es doch, hat ein begrifflicher Missbrauch stattgefunden.

Dr. W ist demzufolge auch mittlerweile auch eher milde, wenn "Liberals" zu Wort kommen und sich auf den Liberalismus beziehen. Viele Liberale nennen sich aber in den Staaten 'libertär'.

MFG
Dr. Webbaer

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