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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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30.11.11 · 00:39 Uhr
Lesetipp: "Pinkerismen" etc.
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 5
Eigentlich wollte ich mich heute wieder anderen Themen (als Blogger ebenso wie als Leser und Kommentator) widmen, aber die Coverstory der aktuellen ScienceTimes über Steven Pinker, Human Nature's Pathologist und die daneben gestellten Pinkerisms, will ich dann doch noch einmal als Lesetipp hier platzieren. Zum besseren Verständnis: Ich empfehle nicht nur Artikel, die ich selbst mit einem "hört, hört!" oder "Bravo!" quittieren würde, sondern auch solche, die mir das Blut in den Ohren rauschen lassen. Der hier empfohlene, geschrieben von Carl Zimmer, tut ein bisschen von beidem.
Das zum NYT-Artikel produzierte Video mit Pinker lässt sich leider hier nicht einbinden, sondern nur verlinken. Es ist nicht uninteressant, geht aber nicht auf das ein, worauf sich mein Einleitungssatz bezieht. Da sind folgendes, knappes Artikelzitat vermutlich erleuchtender:
In 2005, Lawrence H. Summers, then president of Harvard, caused an uproar by speculating that one reason for the underrepresentation of women in tenured science and engineering positions was "issues of intrinsic aptitude." Dr. Pinker (who had moved from M.I.T. to Harvard in 2003) came to Dr. Summers's defense, and ended up in a high-profile debate with a fellow Harvard psychologist, Elizabeth Spelke. Dr. Pinker argued that there were small but important biological differences in how male and female brains worked.
Ideas about equality led to women gaining power across much of the world, and "women are statistically more dovish than men," Dr. Pinker said.Das zweite Zitat bezieht sich auf Pinkers hier schon mal angesprochenes Buch über Gewalt - Eine neue Geschichte der Menschheit und dessen These, dass unsere Species über die Jahrtausende hinweg immer friedfertiger wurde. "Dovish" ist das Adjektiv zu "dove" und bezieht sich auf die Metapher der Friedenstaube. Und nur ganz klitzeklein und nebenbei: Ich hatte bei einem "Stammtisch" die Gelegenheit, Pinkers Frau, die Philosophin und Wissenschaftsautorin Rebecca Goldstein kennenzulernen, und ich wäre nicht überrascht, wenn das Ehepaar Pinker-Goldstein über diese biologisch-deterministische Frauenfrage heftige Debatten am heimischen Küchentisch führen würde ...
Autor: Jürgen Schönstein· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Wenn ich es richtig im Ohr habe, wird 'dovish' in hierzulandigen Streitgesprächen übersetzt in die Richtung 'evolutionär bedingt eher kommunikativ und auf Ausgleich bedacht'.
sehr beliebt, generell nicht mit Daten hinterlegt und selbstverständlich -soviel Gleichbehandlung muß sein- auch für 'Mann' unternommen. Und zugegebenermaßen eine verführerische Denkweise.Das wäre dann aus dem Bereich GenderInduktion
nee. leute. nicht pinker. nicht bei SB.
@rolak
Nee, "dovish" ist wirklich nur im Sinn von "friedfertig" (oder besser: eine friedliche Lösung anstrebend) gemeint und das metaphorische Gegenstück zu "hawkish" (letzteres beschreibt die "Hawks", also die Falken, die den Konflikt bez. dessen aggressive, gewaltsame Lösung bevorzugen). Die evolutionäre Komponente ist hier nicht drin.
Ja, Jürgen, gebe ich zu, war aber leider schon abgeschickt und nicht mehr verbesserbar. Allerdings kommen die ersten beiden Worte, wenn das Thema auf den Tisch kommt, fast immer mit dazu, daher sind sie mir wohl aus lauter Hörgewohnheit mit in das Pseudozitat reingerutscht.
xxx