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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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30.11.11 · 03:03 Uhr

Die Anlagemanager und der Mega-Lottogewinn

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 22

Na sowas. Da hört man einerseits immer wieder, dass Lottospielen eine irrationale Tätigkeit sei, der nur ökonomisch Minderbegabte so etwas wie eine Gewinnerwartung beimessen können (wird daher regional auch Deppensteuer genannt) - und dann lese ich hier, dass drei Top-Kapitalmanager der Investmenfirma Belpointe Asset Management in Greenwich, Connecticut - darunter der Firmengründer Brandon Lacoff - den Powerball-Lottojackpot geknackt und 254 Millionen Dollar gewonnen haben. Klassischer Fall von WTF!?!

 

Autor: Jürgen Schönstein· 22 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (22)

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 30.11.11 · 03:21 Uhr

Erstens ist Lottospielen nicht irrational, der Lotto-Teilnehmer denkt ja nicht in reiner Erwartung, sondern zahlt für die Dienstleistung Millionär werden zu können - ein Dienst, der nicht allen offen steht. Und zweitens kann die Teilnahme an Lotteriespielen auch aus sich heraus profitabel sein, bspw. wenn die Teilnehmer eine Wahl haben ("ankreuzen", die unterschiedlichen Lotto-Kombinationen haben bekanntlich eine unterschiedliche Erwartung, die im Extremfall auch positiv sein kann) oder wenn es Preisergänzungspools ("Jackpots") gibt.

Praktischerweise macht die Firma ohnehin in Wealth Management, insofern kann sie die drei Gewinner nun optimal betreuen...

Kommentar-Direktlink michael· 30.11.11 · 05:10 Uhr

> ...sondern zahlt für die Dienstleistung Millionär werden zu können..

Soll ich mich jetzt totlachen ?

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 30.11.11 · 05:21 Uhr

@michael
Das ischt aber schon die übliche Sicht auf diesen Vorgang. Überrascht Sie diese Erklärung? - Wie dem auch sei, Herrn Schönstein ist nicht widersprochen worden; der sieht's vermutlich ähnlich, wie auch seine Replik auf diese Schote nahelegt.

Kommentar-Direktlink Christian Berger· 30.11.11 · 07:12 Uhr

Naja, ich denke über solche "Top-Manager" immer wie über Lottogewinner. Die können nichts dafür. Und es ist nunmal wahrscheinlich, dass unter Millionen von Leuten ein paar tausend mal ganz reich werden. Die Leute selbst sehen das natürlich ganz anders.
Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Leute die da halt mal "Glück" hatten, auch Lotto als Geldanlage empfehlen. Das kann dann sogar eine ehrliche Empfehlung sein.

Bei uns ist halt Geld nicht mit Intellekt korreliert. Es ist durchaus verständlich dass diese Leute auch überdurchschnittlich viel in Lotto ausgeben und somit auch überdurchschnittlich häufig gewinnen.

Es gibt übrigens eine legitime Anwendung für Lotto. Es gibt den Leuten Hoffnung, denn die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas gewinnt ist nicht 0. Das ist mehr Hoffnung als man sonst im Leben hat.

Kommentar-Direktlink nihil jie· 30.11.11 · 07:14 Uhr

@Dr. Webbaer

...sondern zahlt für die Dienstleistung Millionär werden zu können..

man zahlt eher einen Teil von dem Gewinn des Gewinners oder der Gewinner ;)
ok... wenn man absolut nicht spielt hat man gar keine Chance irgend etwas zu gewinnen. aber sich auf eine Chance von 1:140 Millionen um den Jackpot zu knacken, und 1:15 Millionen um sechs richtige zu haben zu verlassen...naja.. ich weiß nicht. vor allem tun das die meisten nicht nur ein mal... sie versuchen es 1 bis 2 mal die Woche immer wieder.

das entscheidendste ist aber der Zeitpunkt an dem man tatsächlich mehrere Millionen gewonnen hat. die meisten sind diese Summen innerhalb eines Jahres wieder los. denn die meisten so viel Geld niemals gewohnt waren und damit auch gar nicht umgehen können. und windige Anlügeberater gibt es zu hauf die dann einen beraten, wo das Geld angelegt werden sollte ;)

Kommentar-Direktlink Ronny· 30.11.11 · 09:00 Uhr

Ich denke, dass für viele Menschen Lottospielen nur ein Zeitvertreib ist. Es ist relativ günstig, es gibt einen kurzen Nervenkitzel, man kann sich in Tagträumen ausmalen wie toll so viel Geld wäre und man hat eine winzige Chance für immer ausgesorgt zu haben.

Für die Banker war es vermutlich ein Spass ohne Ziele.

Für die Allgemeinheit hingegen sind die Steuereinnahmen nett (in Österreich 50%) und die Leute können ihren Glückspieldrang legal und billig ausleben und geraten nicht in mafiose Kreise wo sie abgezockt werden.

Was die Amis ärgert ist vermutlich die Tatsache, dass eingebildete überirdische Kräfte (Gott, Karma, Schicksal usw.) sowas zulassen !! Ich kann mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Da glaubt man an ausgleichende Gerechtigkeit, göttlichen Zorn, ordnet sich unter und dann lässt dieser Sack ... äh lieber Gott es zu, dass Stinkreiche noch mehr Geld bekommen.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 30.11.11 · 09:04 Uhr

Die Wahrscheinlichkeit beim Lotto zu gewinnen ist doch unendlich mal grösser, wenn ich mitspiele, als wenn ich nicht mitspiele... und wenn einem das Geld nicht kratzt... Lotto Nichtspielen ist irrational!

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 30.11.11 · 09:17 Uhr

Lotto ist zivil!

Es gibt zudem auch andere entsprechende Anlagevergnügen, Roulette und der Automat sollen hier genannt werden, Im Lotto aber gibt's wirklich die Chance eine Million oder mehr zu gewinnen - und sozial aufzusteigen.

Wer Lotto einfach so ablehnt, soll wirklich nicht zur Wahl gehen (s.o.).

Wobei jetzt nicht dem werten Blogautoren widersprochen werden sollte, es gibt ja auch Wettprofis, schon mal gehört?, das sind diejenigen die meist Sportwetten bearbeiten und ihren Schnitt machen! [1]

MFG
Dr. Webbaer

[1] Nunja, ischt sone Sache, man hat dann auch Kontakte oder besticht Schiedsrichter - und/oder hat SW am Start, die Inkohärenzen auf dem Wettmarkt nachspüren. Ist nichts für jeden, und wenn dann bspw. auf dem Lottomarkt zusammen mit anderen der Einsatz gepoolt wird, kann +EV sein, dann ist das schon ein wenig grell.

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 30.11.11 · 09:19 Uhr

Nachtrag:
'Gepoolt' wird idR bei Jackpots, machen Las Vegas-Profis so bspw., soll aber auch gelegentlich in Europa gehen...

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 30.11.11 · 19:46 Uhr

Wenn ich 1€ für Lotto ausgebe, dann habe ich die rationale Erwartung 60¢ etwa zurückzubekommen. Aber ich bekomme dafür das Kribbeln, dass ich gewinnen könnte.

Das Kribbeln ist aber bei 10€ Einsatz nicht 10x so hoch. Ich spiele nur gelegentlich, und immer nur für 1€. Dass ich im Mittel wohl verlieren werde weiß ich auch, aber es gibt Leute, die zahlen 10€ für einen Gruselschocker - wie blöd ist das denn? Oder sie kaufen sich einen stinkigen Hund, der kostet ein Leben lang, stinkt, bellt und beißt. Bah!

Kommentar-Direktlink Markus Termin· 01.12.11 · 12:52 Uhr

Besonders witzig wirds bei doppelten Lotto-Haupgewinnern. Ist das nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit zu berechnen? Das Horoskop zeigt die Lotto-Glücksverbundenheit dieser Leute ganz eindeutig an und auch die Zeitpunkte, wann gewonnen wird. Nur so zur Info.

Kommentar-Direktlink Scotty· 01.12.11 · 13:04 Uhr

@Markus Termin
Und ich kann übers Wasser wandeln, wird gerne von meinem Hofastrologen bestätigt!
Wieviel Doppel-Lotto-Hauptgwinner kennst Du, einfache tun es zur Not auch?

Kommentar-Direktlink Markus Termin· 01.12.11 · 15:33 Uhr

@ scotty: tja, das kannst Du nicht glauben: aber ist halt nun mal so - Horoskop eines doppelten Lottogewinners hab ich exakt eines (Süddeutsche Klassenlotterie und Lotto-Jackpott im selben Jahr geholt, einfache (zweistellige Summen aufwärts) gibt´s in meinem extra dazu angelegten Ordner schon mehr. Das des doppelten Lottogewinners zeigt (für Leute, die das nachvollziehen können) Zwillinge Jupiter/Sonnen-Konjunktion in Haus 5 und den Jupiter selbst dazu im Transit zur Zeit des (doppelten) Gewinns. Der Mann selber übrigens völlig ratlos, eher einfach gestrickt, nach Erklärung suchend. Die geringeren Gewinne der anderen bestätigen die Konstellation

In den USA gibt es eine Frau, die hat den Jackpott großer Lotterien bereits vier mal geknackt, deren Horoskop hätte ich auch gern mal gesehen, auch in Franken hat jemand den Jack-Pott zweimal bekommen.

Kommentar-Direktlink cydonia· 01.12.11 · 16:41 Uhr

Gut, ich meine, wer dem ......... glaubt, ist ja wohl selber Schuld. Ob der Meister des unverschleierten Schwachsinns mit der Masche allerdings viele Opfer findet, ist fraglich. Um derartiges zu glauben, muss man sich vorher einer Lobotomie unterzogen haben...mindestens.

Kommentar-Direktlink Markus Termin· 01.12.11 · 17:23 Uhr

@ cydonia: netterweise hat der Mann in meinem Blog (inklusive Geburtsdaten/Zeit) selbst kommentiert, es gibt eine Suchfunktion - gib "Lotto" ein und schau Dich mal um, da findest Du auch noch andere schöne Sachen ...

Und, sicher, "Die Behauptung, daß wir schon alles Wesentliche wissen, ist ein häufiger und ungeheuer großer Fehler."

Ich verzichte auf das langweilige Beleidigungs-Spielchen, weise aber eindringlich darauf hin, daß - hier wie sonstwo - die grenzwertigen Ausfälle von Dir ausgehen und und Du aber doch empfindlich reagierst, wenn man Dir passende Antworten erteilt.

Kommentar-Direktlink cydonia· 01.12.11 · 20:14 Uhr

Geschenkt, Mr T.
Eine passende Antwort oder passende Prognose haben Sie eh noch nie hingekriegt. Woher Sie ihr Selbstbewusstsein nehmen, muss deswegen im Dunkeln bleiben.
Ende der Kommunikation, weil immer noch nicht satisfaktionsfähig.

Kommentar-Direktlink Markus Termin· 01.12.11 · 20:25 Uhr

@ cydonia: sachlich falsch, mein Selbstbewußtsein lassen Sie mal in Ruhe und kommunizieren müssen Sie nicht mit mir.

Kommentar-Direktlink Scotty· 01.12.11 · 20:59 Uhr

@Markus Termin

Und Du hast das alles prophezeit, meinen aufrichtigen Respekt.
Astrologie ist also wirklich unglaublich, äh,
blödt!

Du kennst keine Lotto-Hauptgewinner, aber Du kannst immerhin hinterher vorhersagen, warum jemand gewonnen hat. Wirklich beeindruckend, ein besserer Beweis für die Richtigkeit des astrologischen Unsinns ist wirklich undenkbar!
Die Astrologie hat mehrere Glaubwürdigkeitsprobleme, z.B. ihre Anhänger :-)

Für U.Geller. Fans noch ein Link: http://www.bildblog.de/390/blde-lotto-experten/
aber jeder "seriöse" Astrologe weiss:
1. Uri Geller ist ein Scharlatan,
2. hinterher, warum Sie im konkreten Fall den Jackpot nicht geknackt haben; es vorher zu wissen wäre ja geschäftsschädigend.

Kommentar-Direktlink Markus Termin· 01.12.11 · 21:41 Uhr

@ scotty: Du kannst offensichtlich nicht korrekt lesen. Ich verabschiede mich ... tscchüüs!

Kommentar-Direktlink Scotty· 01.12.11 · 21:55 Uhr

@Markus Termin
Gute Fahrt, und vergiss nicht, Deinen Ordner "korrekt" zu füttern ...
Gruss, Scotty

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 07.12.11 · 19:50 Uhr

@Termin

Besonders witzig wirds bei doppelten Lotto-Haupgewinnern. Ist das nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit zu berechnen?
Gerade sowas ist statistisch leicht zu erkennen, dabei auch immer schön beachten, dass es wahnsinnige System- und Suchtspieler gibt...

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