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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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07.07.11 · 03:26 Uhr

Komischer Wissenschaftler ...

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 9

Akademisch mag dem Doktor der Biologie Tim Lee ja mal das Lachen vergangen sein: Nach seinem Studium an der University of California in San Diego, einem ersten Job an der Scripps Institution of Oceanography und der Promotion an der University of California in Davis stellte er fest: "Ich hatte keine Lust mehr, Paper zu lesen." Doch was er dann draus gemacht hat, ist wirklich zum Lachen: Dr. Lee - der bei einer Amateurnacht in einem Waschsalon entdeckt wurde - macht nun seine Karriere als Stand-up Comedian (in meiner altmodischen Weltsicht übersetze ich das immer noch hartnäckig mit "Kabarettist"). Wobei er natürlich seine Wurzeln nicht verleugnen kann - Wissenschaft ist die Quelle seines Humors:

 

Autor: Jürgen Schönstein· 9 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (9)

Kommentar-Direktlink Franz· 07.07.11 · 02:03 Uhr

Nach meiner Auffassung sind die Begriffe nicht synonym. Stand-up Comedians sind so Leute wie Mario Barth, Michael Mittermeier, Dieter Nuhr etc. Also vor allem auf (meist billige) Lacher aus. Kabarett dagegen möchte Aufdecken und Kritik üben und benutzt den Humor als Mittel zum Zweck (Volker Pispers, Georg Schramm...).
Oder in einem Satz: Kabarett hat mehr Niveau. :)

Kommentar-Direktlink Bernd· 07.07.11 · 02:21 Uhr

Ich habe nicht den Eindruck, dass das was sich heute Kabarett nennt besonders viel Niveau hat (ob das früher anders war, kann ich nicht beurteilen). Besonders so Leute wie Georg Schramm beschränken sich doch nur auf stumpfe Beschimpfung von Politikern und allgemeines rumgepöble. Auch wenn hin und wieder ein paar kompliziertere Worte eingestreut werden, sehe ich keinen wesentlichen Niveauunterschied zu Mario Barth.

Oder polemisch gesagt: Kabarett = Mario Barth für möchtegernintellektuelle Spacken ;)

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 07.07.11 · 02:45 Uhr

Das deutsche Kabarett diente ja auch nie der Konsumentenbelustigung, sondern dazu dem Bildungsbürgertum mit Hilfe des Kabarettisten eine ethisch gehobene politische Position einzunehmen und nach unten zu schauen - niveauvollster Kabarettist in diesem Sinne sicherlich zurzeit Hagen Rether.

Author Profile Page Jürgen Schönstein· 07.07.11 · 03:06 Uhr

Dass Comedy und Kabarett nicht automatisch gleichbedeutend sind, weiß ich auch. Und dass viele "Stand-up Comedians" nicht viel mehr als (manchmal nur mäßig gute) Witzeerzähler sind, hab' ich auch schon vor mehr als zwei Jahrzehnten lernen müssen. Aber ein guter Stand-up Comedian ist eben mehr - er und/oder sie tritt vor das Publikum und hat etwas zu sagen. Die Verpackung ist humorvoll, aber der Inhalt gibt zu beißen. Und das war eben auch die Idee des deutschen Kabaretts - ich denke da an Leute wie Lore Lorentz und ihr Kom(m)ödchen, an Werner Finck, an die Münchner Lach- und Schießgesellschaft, namentlich Dieter Hildebrandt, an Hanns-Dieter Hüsch, an Wolfgang Neuss, etwas später Werner Schneyder, Gerhard Polt und Gisela Schneeberger ... googelt's einfach selber. Es lohnt sich.

Kommentar-Direktlink MartinB· 07.07.11 · 09:06 Uhr

Wissenschaftler als Kabarettisten? Das hat Zukunft, der beste Humorist aller Zeiten ist ja bekanntlich Stano Riga aus dem 23. Jahrhundert, der sich auf Witze über Quantenmathematik spezialisiert hat:
http://de.memory-alpha.org/wiki/Stano_Riga

Kommentar-Direktlink SonicBoom· 07.07.11 · 14:24 Uhr

Ach, Hagen Rether, der alte Dhimmi...

Bei Kabarett denke ich eher an Helmut Qualtinger, Josef Hader usw.

Bei dem "deutschen" Wort Comedian eher an humoristische Katastrophen wie Mario Barth, Stefan Raab und den "ostdeutschen" Typen, dessen Namen ich glücklicherweise verdrängt habe.

Kommentar-Direktlink Dr. Webbaer· 07.07.11 · 15:17 Uhr

Wenn der doitsche Humor eine Stärke hatte, dann war es die Brachialität. - Wenn jemand wie Helge Schneider oder Karl Dall oder Harald Juhnke extra-dull auftrat, dann war das OK. Ansonsten sah es mau aus, das Kabarett war immer eine Humorvermeidungsinstitution und von den oben genannten Hanns Dieter Hüsch und dem späten Neuss einmal ausgenommen fast etwas Feindliches.

Kommentar-Direktlink Silly Human· 07.07.11 · 15:59 Uhr

@Bernd: Es mag einem sicher nicht jeder Kabarettist gefallen. Aber deine Schublade die du da aufmachst ist arg zu groß geraten.

Schau dir einmal Volker Pispers an. Der macht das um einiges anders als Herr Schramm.

Kommentar-Direktlink MisterX· 11.07.11 · 01:38 Uhr

d´accord ! kabarettist würd ich niemals mit stand-up comedian vergleichen.

gruß

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