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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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13.06.11 · 17:30 Uhr
Umdenken bei Mikrokrediten
Kategorie: Politik · Kommentare: 20
Über die Idee, durch relativ kleine Kredite - 20, 100 oder vielleicht auch 200 Dollar - die Armut in Entwicklungsländern zu mildern oder, im Idealfall, zu beseitigen, hatte ich ja schon einmal geschrieben. Genauer gesagt: darüber, dass diese an sich gute Idee sich ins Gegenteil verkehrt, wenn durch exorbitante Zinsen (über 60 Prozent effektiver Jahreszins) und gierige Investoren die Zahlungsfähigkeit der Kreditempfänger ausgelaugt wird - Vielleicht waren Mikro-Bürgschaften doch keine so blöde Idee ... Doch nun habe ich gesehen, dass in der aktuellen Ausgabe von Science ein Paper veröffentlicht wurde, das zumindest die Frage aufwirft, ob diese Mikrokredite jemals ihr angestrebtes Ziel erreichen könnten: Microcredit in Theory and Practice: Using Randomized Credit Scoring for Impact Evaluation.
Um es gleich vorweg zu sagen: Das Paper, das vom Yale-Wirtschaftsprofessor Dean Karlan und seinem Kollegen Jonathan Zinman (Dartmouth College) stellt durchaus einige positive Effekte dieser Mikrofinanzinstrumente fest, doch sind sie erstens weit geringer als erhofft, zweitens bringen sie nicht den wirtschaftlichen Vorschub, der als die sprichwörtliche Flut dann die ganze Flotte anheben könnte, und drittens sind vor allem die erwarteten Effekte zur Besserstellung von Frauen nicht signifikant zu beobachten.
Das Paper selbst beruht auf einer randomisierten Studie in den Philippinen (ein vergleichbares Projekt, mit ähnlichen Resultaten, gab es im indischen Hyderabad). Das philippinische Fallbeispiel - für das insgesamt 1601 Personen zufällig ausgewählt wurden, darunter 1272 Empfänger von Kleinkrediten (im Durchschnitt 225 Dollar pro Kredit) und, als Kontrollgruppe, 329 Personen, die - bei vergleichbarer "Bonität" - abgelehnt wurden. Allerdings dürften die Probanden der philippinischen Studie nicht unbedingt typisch für die Mikrokredit-Nehmer in anderen Teilen der Welt sein: Sie sind zwar auch hier überwiegend Frauen (85 Prozent), aber relativ gut ausgebildet (93 Prozent haben einen Highschool-Abschluss), haben bereits eigene Unternehmen gegründet - zumeist Friseursalons, Nähereien, Lebensmittelgeschäfte oder auch Autowerkstätten. Und ihr Haushaltseinkommen, wenngleich niedrig nach westlichen Maßstäben, liegt mit 770 Dollar monatlich bereits über dem lokalen und nationalen Durchschnitt.
Die Laufzeit der Kredite war extrem kurz: 13 Wochen, mit Rückzahlungsraten, die wöchentlich fällig waren. Die kurze Laufzeit hatte gewiss den Vorteil, dass der anfallende Gesamtzins bei etwa 15 Prozent und damit in erträglichen Grenzen lag - andererseits sind solche Kurzzeitkredite sicher eher Liquiditäts-Brücken denn Investitionshilfen. Und in der Tat war der Effekt dieser Kredite eher begrenzt:
- Sie wurden nicht zum Auf- oder Ausbau von Kleinunternehmen verwendet, sondern eher zur Restrukturierung - mit der Folge, dass zwar die Profitabilität der Unternehmen stieg, aber die Zahl der Beschäftigten sowie der Umfang der Betriebe reduziert wurden. Das Investitionsvolumen und die Geschäftsaktivität insgesamt wurden durch die Kredite also nicht gesteigert; Arbeitsplätze und damit Einkommen im sozialen Umfeld jedoch verringert.
- Nur ein Teil der Kredite floss überhaupt in die Unternehmen - ein Teil wurde statt dessen in die Ausbildung der Kinder gesteckt (was langfristig sicher eine lohnendere Investition ist).
- Nach dem Motto "Wer hat, dem wird gegeben" erleichterten die Mikrokredite auch den Zugang zu anderen, zumeist informellen, Geldquellen (will heißen: Freunde und Nachbarn waren eher bereit, Geld zu borgen, wenn sie wussten, dass der Empfänger gegebenenfalls auch einen Bankkredit erhaten konnte).
Doch für die Kreditempfänger brachte die kurzzeitige Geldspritze jedoch keine generelle Verbesserung - im Gegenteil: Die allemeine Befindlichkeit der Schuldner verschlechterte sich durch den Kredit (was angesichts der rigiden Rückzahlungsbedingungen auch nicht überraschen darf). Und vor allem die erhoffte (und selektive) Verbesserung der wirtschaftlichen Stellung von Frauen ließ sich nicht beobachten: Den größten Nutzen zeigten diese Mikrokredite bei Männern, und umso mehr, je höher derein Einkommen schon vor der Finanzsspritze lag.
Allerdings - und das räumen auch die Autoren Karlan und Zinman ein - dürften diese Effekte vor allem darin begründet liegen, dass die Kreditkosten einfach zu hoch sind. Und genau darum komme ich wieder auf die (Schnaps-?)Idee der Mikrobürgschaften zurück. Noch mal kurz zur Erinnerung: Die Idee ist, dass diese Drittwelt-Mikrokredite entweder durch Gruppe von Garantoren in den Industrienationen besichert werden; jeder einzelne Bürge würde dabei mit maximal der Höhe eines einzelnen Kredits (also vermutlich etwa 100 bis 200 Dollar) in die Verantwortung genommen. Die Besicherung könnte entweder durch einen Avalkredit erfolgen, oder durch eine Autorisierung via Kreditkarte erfolgen - in keinem Fall fände also ein Transfer an den Kreditnehmer statt. Im Idealfall würde diese Besicherung erlauben, dass die lokalen Kreditgeber sich zu üblichen Konditionen an den Finanzmärkten bedienen können und dann ihren Kunden auch entsprechend "übliche" (eher den Industrieländern vergeichbare) Zinssätze anbieten; durch genossenschaftliche Organisation der Kreditnehmer ließen sich zudem die Verwaltungskosten, auch ganz nach westlichem Vorbild, minimieren.
Und in der Mehrzahl der Fälle müssten die Bürgen voraussichtlich gar keine Transferleistungen erbringen: Die Zahlungsmoral der Kreditnehmer ist zumeist besser als bei westlichen Schuldnern; die Grameen Bank des Friedensnobelpreisträgers Mohammed Yunus, die eines der ersten etablierten Mikrofinanz-Institute war, registrierte eine Ausfallquote von weniger als zehn Prozent. Mit anderen Worten: Ein 100-Dollar-Bürge riskiert in diesem Fall weniger als zehn Dollar, derzeit also nicht mal sieben Euro. Wenn man die dann auch noch steuerlich absetzbar macht, bliebe es wirklich nur eine Frage des Kleingelds - weniger als zwei Cents am Tag.
Autor: Jürgen Schönstein· 20 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (20)
Dr. Webbaer·
13.06.11 · 19:08 Uhr
Was aber leider im Kreditgeschäft oft den Unterschied ausmacht zwischen einer Gewinn- und Verlustmarge. - Wenn man dazu noch den Aufwand bei Mikrokrediten berücksichtigt und die Beschränkungen der Kreditnehmer, die ja irgendwie kontrolliert oder statuiert werden müssen, dann sieht's idT oft mau - und es kann eben, der Artikel und andere hier zu lesende Texte deuten es an, zu peripheren Wirkungen führen, die keiner will.Es sind aber nicht alleine diese Randeffekte und die komplex zu berechnende Profitibalität, die hier Kredite leiden lassen, sondern auch die zivilisatorischen Voraussetzungen. - So wie man nicht überall Demokratie machen kann, so kann man nicht überall Kreditgeschäft machen.
MFG
Dr. Webbaer
Mikrokredite sind eine gute Idee, aber nur, wenn auch etwas Grundsätzliches unserer (kapitalistischen) Marktwirtschaft übernommen wird: Die Hauftungsbegrenzung (und damit die potentielle Sozialisierung von Verlusten). Ohne dieses Instrument, welches der gesamten westlichen Wirtschaft letztlich den Wohlstand beschert hat, funktionieren auch die Mikrokredite nicht.
Die Bedeutung der Haftungsbegrenzung hat sehr schön dargestellt z. B. Hans-Werner Sinn in seinem Buch Kasino-Kapitalismus.
Das mag ja eine bequeme Laufzeit für eine Untersuchung sein, weicht aber in der Tat stark von den Laufzeiten vieler Mikrokredit-Geber ab, deren Kredite oft erst nach einem Jahr fällig werden - und bei denen schon gar nicht eine in den meisten Fällen wohl kaum zu leistende Rückzahlung ab der ersten Woche vorausgesetzt wird. Insofern ist die Studie sicherlich inhaltlich richtig, sagt aber über das Mikrokredit-Modell insgesamt meines Erachtens nach weniger aus, als man vielleicht auf den ersten Blick denkt...
Dr. W würde einfach mal annehmen wollen, dass das Verleihen eines "substantial amount relative to the borrowers' incomes" bei einem "Loan maturity was 13 weeks" eher zu einem Abbau von Geschäft führen müsste. - Was wohl auch nachgewiesen werden konnte, die jährliche Interest Rate war hochgerechnet bei 60%.
Bäuerlich formuliert: Sowas kann nicht fluppen.
Mikrokredite funktionieren nur wirklich gut, wenn die Verwaltung und Administration auf ehrenamtlicher Basis erfolgt.
Mikrokredite bedingen einen enormen Verwaltungsaufwand der bei profitorientierten Banken zu entsprechen hohen Zinsen führen, welche die Kreditnehmer leicht in eine Schuldenfalle stürzen können.
Wobei diese Erkenntnis eigentlich schon über 500 Jahre alt ist: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Monte_di_Piet%C3%A0
Ein wesentlicher Aspekt wird hier unterschlagen, was sehr schade ist, wenn schon die Grameen Bank genannt wird. Viele sind häufig nur mit Cent-Beträgen, bei ihrem Arbeitgeber in Schuld. Gleichzeitig verlangt dieser hohe Zinsen für sein Darlehen, und behält Teile des Lohns einfach ein. Damit stecken die Schuldner in der Klemme und sind faktisch Arbeitssklaven, die ihrem Gläubiger und Arbeitgeber ausgeliefert sind. Die Mikrokredite haben es einigen ermöglicht sich aus dieser Sklaverei zu befreien, indem sie ihren Kredit umschuldeten. So kann der Arbeitgeber den Lohn nicht einbehalten, die Zinsen zahlen sie schließlich ihrer Bank zu festen, verlässlichen Konditionen zurück.
Was den Verwaltungsaufwand betrifft: Dieser liegt nicht immer bei der Bank. Die Grameen hat m.W. die Buchführung den Schuldnern selbst überlassen. das Ausfallrisiko ist gering, die Ausfälle hielten sich sehr in Grenzen.
FYI:
Das Ausfallrisiko liegt - sofern die Sache nicht versichert ist - immer bei der Bank, wie auch ein Verwaltungsaufwand der im Vertragskontext nun einmal - wenn nicht Kosten mit sich bringend deligiert - entsteht, und eine Schadensquote von max. 4% wird bspw. in deutschem Raum oft als wirtschaftlich vertretbare Obergrenze angesehen.
Ich habe nicht behauptet das Ausfallrisiko läge nicht bei der Bank.
Und selbstverständlich hat die Bank Verwaltungsaufwand. Dieser verringert sich aber deutlich, wenn sich der Kreditnehmer um die Buchführung kümmert, und die Bank weitestgehend darauf verzichtet. So wie es jedenfalls bei der Grameen Bank der Fall war.
@agentorange
Hmm, hmm, also der Kreditor hat grundsätzlich schon immer die Abteilungen Vertrieb, Vertragsverwaltung, Buchhaltung & Legal am Start. Dazu kommt das Kaufmännische.
Man kann sich als Außenstehender wohl die entstehenden Aufwände nicht so einfach vorstellen, gell?, und, hmm, also wenn dem Debitor "die Buchführung selbst überlassen" ist, hmm, wie geht das? Über Bündelungen oder Paketbildungen?
Ignorantes WäBä blendet hier nicht nur die vielfältigen legalen Möglichkeiten der vertraglichen Gestaltung bei Kreditvergabe aus, sondern auch die etwas andere Zielsetzung bzw Rendite-Definition speziell seitens der Kreditgeber. Glaubt WäBä etwa, letztere schicken zum Zwecke der Gewinnmaximierung Vertreterhorden durch Slums und Einöden u/o enervieren die potenziell Bedürftigen mit telefonischen Kalt-Acquise-Kampagnen?
Das für Mikrokreditvergabe nötige andere Verständnis von Effektivität und Effizienz in der Entwicklungshilfe bei geringen Kreditsummen, somit geringen Ausfällen und zwangsläufig flexibel gestalteten Tilgungsoptionen sollte die staff costs für Finance und Legal/Governance/Compliance nun wirklich nicht explodieren lassen, wa?
Oder plädiert WäBä dafür, erstmal ein paar Hundertschaften internal and external auditors wg Sarbanes-Oxley, Basel II, Money Laundering etc auf lokale Entscheider über ein paar Euros für tatkräftige KleinstunternehmerInnen loszujagen, wenn irgendeine internationale Bank dabei irgendwie operativ beteiligt war?
Selbst die nicht gerade als Gutmenschen-Bank bekannte Deutsche Bank rühmt sich mittlerweile damit, im Mikrokredit-Bereich am Start zu sein. Wenn auch die demnächst ein Hilfspaket brauchen, dann waren bestimmt die pösen, faulen Mikro-Schuldner schuld.
Islamic Banking is ja jezze ooch janz trendy, wa? Hat WäBä schon Angst vor der Scharia-Sparkasse ("Meine Bank heißt Schaspa" :-))
@Hel
Sind Sie jetzt endgültig zum Analphabetentum übergetreten? - Ist denn wenigstens verstanden worden, dass eine Ausfallquote von 10% überdurchschnittlich hoch ist und die Tragfähigkeit des Vorhabens in Frage stellt? [1]
MFG
Dr. Webbaer
[1] am Rande noch: Zur Idee des Inhaltemeisters, das Mini-Kreditgeschäft von dritter Seite unterstützen lassen, hat Dr. W schon an anderer Stelle kommentiert - ein wichtiges Problem hier, dass ein von dritter Seite unterstütztes und möglicherweise nur deshalb stattfindendes Kreditgeschäft das Entstehen eines "natürlichen" Kreditmarktes für Minikredite zu verhindern in der Lage ist
@WB
Den "natürlichen" Kreditmarkt, von dem Sie reden, gibt es ja schon - private Kredithaie, die Geld zu horrenden Zinsen und Rückzahlungsbedingungen (20 Prozent effektiver Monatszins, bitteschön?) verleihen. Was soll daran besser sein?
> Was soll daran besser sein?
Die Gewinne, die man einfährt, natürlich.
@Jürgen Schönstein
Sie haben ein leidenschaftliches Plädoyer verlinkt, dem sich Dr. Webbaer gerne anschließt. Fort wird die Schaffung der erforderlichen nationalstaatlichen Strukturen gefordert, die ein "natürliches" Kreditgeschäft erst möglich machen. - Das ist der korrekte Weg um Risiko-Kreditgeber (für andere: Loan Sharks [1]) vom Markt zu drängen! (Von dritter Seite Geld reinzupumpen schafft keine Anreize für die notwendige Anpassung staatlicher Strukturen.)
Darum schrieb Dr. W auch weiter oben: "So wie man nicht überall Demokratie machen kann, so kann man nicht überall Kreditgeschäft machen."
MFG
Dr. Webbaer
[1] die es sozusagen zwingend gibt, wenn der Staat das Kreditgeschäft unzureichend oder gar nicht unterstützt - besser als nichts könnte man dennoch fast anmerken ;)
* Dort wird die Schaffung
"Ein 100-Dollar-Bürge riskiert in diesem Fall weniger als zehn Dollar"
Naja, er riskiert 100 Dollar und "bezahlt" statistisch 10.
Als jemand der dort lebt wo die Mikrokredite ankommen, kann ich nur bestaetigen dass der gewollte Effekt nicht so eintritt. Ich habe neulich mit jemandem vom Sparkassenverband gesprochen, der hier in Laos taetig ist. Er sagte mir, dass Mikrokredite dann sinnvoll sind, wenn sie in einem Rahmen wie einst die Genossenschaftsbanken in Deutschland vergeben werden. Das senkt auch die Kreditkosten.
Es gibt aber noch ein anderes Problem: Kleingeschaefte wie ein Friseursalon brauchen keinen Investitionskredit weil sie gar nicht wachsen wollen. Zum einen fehlt es voellig am Verstaendnis eines Wachstums (Filialen etc.), zum anderen ist der Friseursalon Teil einer Mischkalkulation - dort wird naemlich mittags auch Suppe verkauft und der Onkel repariert nebenbei Fahrraeder. Was die Entwicklungslaender brauchen sind Kredite fuer mittlere Unternehmen. Die koennen oft keine Ware einkaufen, weil es an Anschubfinanzierung fehlt. Mal abgesehen davon dass man hier bisweilen den Bankangestellten einen Teil des Kredites abgeben muss - als Provision sozusagen.
Volkswirtschaflich koennen Kleinkredite keinen Sinn machen weil sie weder Steuern produzieren noch mehr Konsum, sonder in der Tat meist Überbrückungskredite sind oder aber das Überleben sichern müssen, wenn z.B. die Kuh gestorben ist.
Wieso machen Überbrückungskredite und die Sicherung des Überlebens volkswirtschaftlich keinen Sinn? Ein zusammengeschlagener respektive toter Mensch im zuvor arbeitsfaehigen Alter ist z.B. normalerweise schlecht für die Volkswirtschaft!
@Wizzy
Herr Wanhoff hat die wirtschaftlichen Aspekte des sog. Mikrokreditgeschäfts beleuchtet. Bedürftigen soll natürlich durchaus geholfen werden, aber das hat dann mit der Wirtschaft nur indirekt zu tun.
Sehen Sie's mal so: Das Kleinkreditgeschäft mit unsicheren Kunden ohne Auskunfteien in Regionen, die nicht die Vertragssicherheit gewährleisten mit ihren Rechtssystemen, ist i.p. Wirtschaftlichkeit eine Illusion. - Ein wohlfahrtsähnliches diesbezügliches System ist zudem geeignet die natürliche Entwicklung von Geschäft zu be- oder zu verhindern. - Vielleicht sehen Sie hier eine Parallele zur sog. Entwicklungshilfe, die vielen Ländern eben nicht hilft, sondern nur eine Macht- und Empfängerclique persistiert.
Mikrokredite sollten auch nicht die Überschuldung der Armen fördern.
Nabil Frik