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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Juni 2011

29. Juni 2011

Reden wir mal über Sex ...

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 8

Eigentlich eine beneidenswerte Aufgabe für jeden Mann: Mit einer attraktiven Frau über Sex reden. Doch der Umstand, dass viele XY-Chromosomeninhaber eine XX-Chromosomeninhaberin wie Olivia Judson als attraktiv empfinden dürften, war für dieses Interview, das ich vor vielen Jahren schon geführt hatte, das aber nie veröffentlicht wurde*, nicht relevant (und hätte, da telefonisch geführt, auch nie eine Rolle spielen können). Es ging darin um ihr damals noch neues - und aus meiner Sicht ziemlich originelles Buch über Die raffiniertesten Sexpraktiken der Tiere. Antworten auf die brennendsten Fragen.

*Ab und zu krame ich in meinem Archiv unveröffentlichter Interviews - und manchmal finde ich eines, das auch heute noch lesenswert ist.

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Autor: Jürgen Schönstein· 29.06.11 · 17:39 Uhr· 8 Kommentare

28. Juni 2011

Beredte Bilder, stille Worte

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 7

Nach dem Regen die Sonne - mehr muss man nicht sagen:Sonnenuntergang.jpg


Autor: Jürgen Schönstein· 28.06.11 · 02:25 Uhr· 7 Kommentare

27. Juni 2011

Ich denke, also streite ich

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 17

So etwa ließe sich ein ganz normaler Abend in meiner Familie (genauer gesagt: der Familie, in der ich aufgewachsen bin) umschreiben. Wobei mit "streiten" nicht so sehr das aggressive Wortgefecht um alltägliche Belange - wer trägt den Müll raus, wer hat vergessen, die Klorolle zu erneuern, was machen wir am Wochenende - gemeint ist, sondern die Lust am Debattieren, am Einnehmen kontroverser Standpunkte. In politischen Fragen, beispielsweise. Und da konnte es bei Schönsteins am Abendbrottisch manchmal ziemlich hitzig hergehen. Und deswegen muss ich, zumindest aus eigener Erfahrung, der Prämisse widersprechen, die das Paper über Why do humans reason? Arguments for an argumentative theory im Journal Behavioral and Brain Sciences gleich in seinem ersten Satz macht: "Reasoning is generally seen as a means to improve knowledge and make better decisions." Nein, unsere Fähigkeit zu Argumentieren (und das ist nun mal eine der Hauptbedeutungen des Wortes "reasoning") wurde nicht entwickelt, um uns bessere Erkenntnisse zu verschaffen oder bessere Entscheidungen zu entwickeln - wir argumentieren, um Recht zu haben.

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Autor: Jürgen Schönstein· 27.06.11 · 03:26 Uhr· 17 Kommentare

25. Juni 2011

Tropische Regenstimmung

Kategorie: Umwelt

Tropensommer - da wird's manchmal ziemlich nass. Das Stichwort lautet Zenitalregen. Aber zum Glück gibt's ja Internet, auch wenn's regnet:


Autor: Jürgen Schönstein· 25.06.11 · 01:23 Uhr· 0 Kommentare

24. Juni 2011

Fliegende "Wundertüte"

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 2

Darüber, ob es mit einem gesunden Umweltgewissen zu vereinbaren ist, in ein Flugzeug zu steigen, will ich heute mal nicht diskutieren - lassen wir es dabei bewenden, dass es Distanzen gibt, die sich mit keinem anderen Verkehrsmittel sinnvoller bewältigen lassen. Aber so ein langer Flug kann einem manchal die Augen öffnen für all die Technik- und Wissenschafts"wunder", von denen man andernfalls kaum etwas erfahren würde. Denn in vielen Flugzeugen (zumindest jenen von amerikanisches Airlines) liegt ein Katalog namens SkyMall aus - und was man darin finden kann, grenzt schon ans Wunderbare: Hightech-Haarwuchsmittel, Minispione, Schuhe, die die Schwerkraft überwinden ... Und alles natürlich wissenschaftlich empfohlen. Ist doch selbstverständlich!

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Autor: Jürgen Schönstein· 24.06.11 · 02:26 Uhr· 2 Kommentare

21. Juni 2011

Verheiratete sind besser gegen Darmkrebs gewappnet

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 25

Spötter und Ehemuffel bestreiten ja gerne die oft verkündete Überzeugung, dass Verheiratete länger leben - es komme ihnen nur so vor. Doch eine gemeinsame Studie der Pennsylvania State University und der Brigham Young University über Marital status and colon cancer outcomes in US Surveillance, Epidemiology and End Results registries: Does marriage affect cancer survival by gender and stage?, die im Journal Cancer Epidemiology erscheinen wird, konnte belegen, dass zumindest für Darmkrebs-Patienten die positive Assoziation von Eheleben und langem Leben zutrifft: Selbst wenn unter den 127.735 untersuchten Fällen solche Faktoren wie Alter, Geschlecht, Zeitpunkt der Diagnose und Form der Therapie berücksichtigt werden, ergibt sich für Verheiratete eine um 14 Prozent niedrigere Darnkrebs-Todesrate als für die Ledigen. Da es sich hier um eine epidemiologische Zweit-Auswertung von Patientenakten handelt, ist natürlich erst mal nur eine Korrelation zu erkennen - über die Kausation kann die Studie nicht wirklich viel sagen. Aber eine Vermutung wagen die Autoren jedenfalls: Es könnte sein, dass die Darmkrebspatienten zumindest in größerer Zahl davon profitieren, dass sie von ihrem Partner oder ihrer Partnerin (das Geschlecht spielt dabei nämlich keine Rolle) besser versorgt und gepflegt werden. Mehr habe ich dazu gar nicht zu sagen, aber ich fand's als kleine Fußnote doch ganz interessant ...


Autor: Jürgen Schönstein· 21.06.11 · 21:15 Uhr· 25 Kommentare

20. Juni 2011

Alarm im Meer

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 4

Ich bin heute leider mit allerlei Vorbereitungen für andere Dinge beschäftigt, aber diese Schlagzeile auf BBC.co.uk hat dann doch meinen Blick gefangen: World's oceans in 'shocking' decline. Die Kombination aus Umweltverschmutzung, Überfischung und - ja, auch das kommt hier mit rein - Klimawandel habe dazu geführt, dass die Ozeane "große Gefahr laufen, in eine Phase des Aussterbens von Meereslebensformen zu geraten, die ohne Gleichen in der menschlichen Geschichte ist." Zu diesem Fazit kam ein internationales Panel von 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sechs Ländern, das vom International Programme on the State of the Ocean (IPSO) zusammen gebracht wurde. Den Bericht des Panels findet man hier; ein paar erklärende Videos gibt es auch:

Professor Jelle Bijma vom Alfred Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung, spricht über das "tödliche Trio" Erwärmung, Übersäuerung und Sauerstoffmangel
Weitere Videos hier.


Autor: Jürgen Schönstein· 20.06.11 · 19:42 Uhr· 4 Kommentare

19. Juni 2011

Gespenstisch, dieser Gespensterfisch

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

So heißen diese Fische der Familie Opisthoproctidae tatsächlich mit deutschem Namen. Und wenn man diesen Fisch ansieht, mit seinem durchsichtigen Kopf und seinen kullernden Augen, dann muss man sich nicht lange fragen, wie er zu diesem Namen kam:

Laut National Geographic, das dieses Video veröffentlicht hat, das mit einer Roboter-Kamera des Monterey Bay Aquarium Research Institute aufgenommen wurde, ist es die erste Filmaufnahme eines pazifischen Gespensterfisches; wegen ihrer röhrenförmig ausgebildeten Augen werden sie im Englischen als "Barreleyes" bezeichnet.


Autor: Jürgen Schönstein· 19.06.11 · 04:24 Uhr· 4 Kommentare

16. Juni 2011

Porschefahrer mit Pfauenfedern

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 19

Diesmal sind bewusst nicht die Porschefahrerinnen angesprochen: Es geht um die Neigung, sich mit prestigeträchtigen Luxusgegenständen zu umgeben, um damit die eigene sexuelle Attraktivität zu erhöhen - und das ist, wie man in dem Paper Peacocks, Porsches, and Thorstein Veblen: Conspicuous Consumption as a Sexual Signaling System nachlesen kann, das in der aktuellen Ausgabe des Journal of Personality and Social Psychology erschienen ist, ein charakterisches Männerverhalten.

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Autor: Jürgen Schönstein· 16.06.11 · 19:53 Uhr· 19 Kommentare

15. Juni 2011

Mord per W-Lan

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 16

Klingt fast wie ein Science-Fiction-Krimi, nicht wahr? Und vielleicht sollte ich den auch gleich mal - in Beststellerform, versteht sich! - schreiben, anstatt meine Zeit hier mit Blog-Einträgen zu verplempern, in denen ich ganz un-wissenschaftsjournalistisch immer wieder preisgebe, was ich bisher so alles nicht gewusst habe. Zum Beispiel, dass man mit drahtlosen Signalen auch jemanden ermorden kann, falls diese Person einen implantierten Herzschrittmacher oder eine Insulinpumpe trägt. Und nein, diese mörderische Idee stammt nicht von mir - die fand ich in dieser Pressemitteilung des Massachusetts Institute of Technology: "... Recent research has shown that this leaves the devices vulnerable to attack: In the worst-case scenario, an attacker could kill a victim by instructing an implantable device to deliver lethal doses of medication or electricity."

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Autor: Jürgen Schönstein· 15.06.11 · 05:29 Uhr· 16 Kommentare

14. Juni 2011

Ich bin ein "wohlmeinender Sexist"

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 100

Und das meine ich weder ironisch, noch mit jendem anmaßend-trotzigen Stolz, mit dem an sich unhaltbare Positionen gern verteidigt werden. Ich lasse Frauen den Vortritt, helfe ihnen in den Mantel, biete Schwangeren meinen Platz in der U-Bahn an, halte meiner Frau die Autotür auf und trage selbstverständlich die schwereren Einkaufstaschen. Ich tue das nicht, weil ich Frauen für unfähig oder zu schwach halte, sondern weil ich es so gelernt habe. Zu meiner Zeit nannte man das schlicht "Höflichkeit" oder "gutes Benehmen". Doch das ist, wie ich selbst weiß, ziemlich altmodisch - es fällt unter die Kategorie des "benevolent sexism", des wohlmeinenden Sexismus.

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.06.11 · 01:02 Uhr· 100 Kommentare

13. Juni 2011

Umdenken bei Mikrokrediten

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 20

Über die Idee, durch relativ kleine Kredite - 20, 100 oder vielleicht auch 200 Dollar - die Armut in Entwicklungsländern zu mildern oder, im Idealfall, zu beseitigen, hatte ich ja schon einmal geschrieben. Genauer gesagt: darüber, dass diese an sich gute Idee sich ins Gegenteil verkehrt, wenn durch exorbitante Zinsen (über 60 Prozent effektiver Jahreszins) und gierige Investoren die Zahlungsfähigkeit der Kreditempfänger ausgelaugt wird - Vielleicht waren Mikro-Bürgschaften doch keine so blöde Idee ... Doch nun habe ich gesehen, dass in der aktuellen Ausgabe von Science ein Paper veröffentlicht wurde, das zumindest die Frage aufwirft, ob diese Mikrokredite jemals ihr angestrebtes Ziel erreichen könnten: Microcredit in Theory and Practice: Using Randomized Credit Scoring for Impact Evaluation.

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Autor: Jürgen Schönstein· 13.06.11 · 17:30 Uhr· 20 Kommentare

10. Juni 2011

Der Kopfkratzer der Woche

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 4

Zumindest mein Kopfkratzer der Woche: Die New York Times bringt heute einen Artikel über die verbesserte Schulsituation für Mädchen/Frauen in Afghanistan (die ja unter den Taliban gar keine Bildung erfahren solten): Filling Classes With Learning, Not Fears. Das ist gut so. Aber der versuchte Optimismus der Unterzeile lässt meine Hinrwindungen beim Nachfahren quietschen: "Attacks on Schools Plummet to About Eight a Month, Afghan Officials Say." Die Zahl der Anschläge ist also auf "nur noch" acht im Monat abgesackt. Rein von den Zahlen her ist das natürlich ein deutlicher Rückgang, denn in den vergangenen zwei Jahren wurden mehr als doppelt so viele Anschläge (manche davon tödlich) verübt. Aber eigentlich zeigt das nur, wie weit Afghanistan noch von dem entfernt ist, was wir als "Normalität" bezeichnen würden - und es ist ein Zeugnis für den außerordentlichen Mut der jungen Frauen, die sich davon nicht einschüchtern lassen und täglich den Schulweg antreten.


Autor: Jürgen Schönstein· 10.06.11 · 20:49 Uhr· 4 Kommentare

Zwiedenk oder moralisches Dilemma?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 9

Eigentlich wollte ich mir ein leichteres Thema fürs Wochenende ausdenken, aber erstens stecke ich sowieso noch ein bisschen im Dilemma-Modus, und zweitens wollte ich schon länger etwas über die Farm-Hall-Protokolle schreiben, und nun habe ich das Manuskript eines Theaterstücks gelesen, das der mit mir befreundete Autor (und MIT-Professor) Alan Brody auf der Basis dieses Stoffes geschrieben hat. Es trägt den Titel Operation Epsilon - das alliierte Codewort für die Abhöraktion der in Farm Hall internierten deutschen Kernphysiker.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.06.11 · 19:40 Uhr· 9 Kommentare

09. Juni 2011

Das Dilemma der Doktoren (med.)

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 28

Muss ich den Begriff Dilemma erklären (hier hilft Wikipedia)? Das Dilemma, um das es hier geht, ist ein ziemlich unerquickliches, aber nicht minder grundsätzliches: Sollen/dürfen Ärzte bei Hinrichtungen assistieren? Beide Antworten - ja sowohl als auch nein - haben gute Gründe, die für sie sprechen, und große Probleme, die sie nach sich ziehen. Sind also ein klassisches Dilemma.

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Autor: Jürgen Schönstein· 09.06.11 · 20:13 Uhr· 28 Kommentare

08. Juni 2011

Welt der Zeitungen - Zeitungen der Welt

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 4

Ich bin Journalist und Geograph - und endlich habe ich eine Website gefunden, in der meine Leidenschaft für Zeitungen und meine Faszination mit (Land-)Karten gleichermaßen und kombiniert befriedigt werden: Die Newspaper Map gibt schnellen Zugriff auf mehr als 10.000 Zeitungen weltweit, sortierbar nach Sprachen, Ländern oder auch gleich nach Zeitungsnamen - von der Deutschen Rundschau in Kanada über die Neuseeland-News in Whangarei bis hin zu viel näher gelegenen, aber auf ihre Weise nicht weniger exotischen Postillen wie die Budapester Zeitung und natürlich dem deutschen Blätterwald. Zeitungen in Yiddisch? Bitte hier; in Kannada (nein, das ist kein Tippfehler, sondern eine Sprache in Südindien) hier. Ich könnt' hier stundenlang noch weiter klicken ...
Newspapermap.jpg


Autor: Jürgen Schönstein· 08.06.11 · 19:39 Uhr· 4 Kommentare

07. Juni 2011

Als Waffen missbrauchte Frauen

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 43

Das Thema, dass Selbstmordattentate - die spätestens seit den Al-Kaida-Anschlägen des 11. September 2001 vor allem mit dem islamistisch verbrämten Terrorismus assoziiert werden - keineswegs durch ihren religiösen Hintergrund, sondern praktisch nur durch ihren politischen Zweck erklärbar sind, hatte ich in meinem Gespräch mit dem Politologen Robert Pape schon angeschnitten. Ein neues Paper über die falsche Islamisierung weiblicher Selbstmordattentäter in Gender Issues bestätigt diese Einschätzung, dass es nicht die Religion ist, die Selbstmordattentäter antreibt, sondern die politisch-militärische Strategie, selbst wenn man einräumen würde, dass der Koran eine Aufforderung zum (oder wenigstens eine Rechtfertigung fürs) Töten Ungläubiger enthält - denn laut dem Qur'an seien Frauen und Kinder ausrücklich als Nicht-Kämpfer bestimmt.

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Autor: Jürgen Schönstein· 07.06.11 · 05:32 Uhr· 43 Kommentare

06. Juni 2011

1,5 Millionen Kalorien zum 150. Geburtstag

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 3

Ich hatte das 150. Jubiläum des Massachusetts Insitute of Technology zwar hier und da schon erwähnt. Dass es eine Abschlussparty für die Festlichkeiten gab, wäre an sich also nicht mehr weiter erwähnenswert. Und dass ich keine Kamera dabei hatte, um den gigantischen Kuchen zu fotografieren oder zu filmen, der aus diesem Anlass "konstruiert" worden war (angesichts des mehrere Quadratmeter großen Getüms, das ein komplettes Modell des MIT-Campus darstellt, kann man von "backen" nicht mehr wirklich reden), war eigentlich schade. Aber wie oft kriegt man schon so ein (geschätztes) 1,5-Millionen-Kalorieneobjekt zu sehen? Zum Glück gibt's dafür dann ja YouTube:


Autor: Jürgen Schönstein· 06.06.11 · 00:34 Uhr· 3 Kommentare

05. Juni 2011

Hunger durch Klimawandel

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 18

In einem früheren Beitrag - Jeder Sechste hungert auf der Welt - hatte ich geschrieben, dass der Hunger neben dem Klimawandel eines der großen Probleme der Welt sei. Da habe ich mich geirrt: Hunger wird wegen des Klimawandels zunehmend zu einem Problem. Und es scheint, als ob die vor allem von der "Alles-kein-Problem"-Fraktion vertretende Ansicht, dass das zusätzliche Kohlendioxid in der Atmosphäre als ein prima Dünger die landwirtschaftliche Produktion nur noch steigern könne, ein enormer Trugschluss ist. Genauer gesagt: Es scheint, als ob dieser Düngereffekt (den ich als Nicht-Biologe nicht beurteilen kann) nicht ausreicht, um die wachstumshemmenden Effekte des Klimawandels durch extremere Temperaturen und längere Trocken- und Dürreperioden nicht ausgleichen kann. Die landwirtschaftliche Produktion, die in den vergangenen hundert oder so Jahren weltweit stetig (und rapide) gestiegen war, kann mit dem Bevölkerungswachstum nicht mehr Schritt halten, und eine - sicher nicht die einzige, aber auch keine unerhebliche - Ursache sind, wie der Artikel A Warming Planet Struggles to Feed Itself in der aktuellen New York Times beschreibt, die sich ändernden klimatischen Bedingungen:

Many of the failed harvests of the past decade were a consequence of weather disasters, like floods in the United States, drought in Australia and blistering heat waves in Europe and Russia. Scientists believe some, though not all, of those events were caused or worsened by human-induced global warming.

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Autor: Jürgen Schönstein· 05.06.11 · 06:16 Uhr· 18 Kommentare

03. Juni 2011

EHEC und Antibiotika

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 82

Ohne mich in die Diskussion um die EHEC-Kolibakterieninfektionen einmischen zu wollen, die ich als im wörtlichen Sinn "außen Stehender" in ihrer Tragweite gar nich einschätzen kann, will ich dennoch auf einen Artikel in der heutigen New York Times hinweisen, in dem sich amerikanische Experten Gedanken darüber machen, ob deutsche Ärzte - dies wir nur indirekt aus Statements gefolgert - versuchen, das Bakterium mit Antiviotika zu bekämpfen: U.S. Calls Antibiotics Wrong Step on E. Coli. Dies widerspreche dem akzeptierten Standard, bei e.coli-Infektionen keine Antibiotika einzusetzen, und schon gar nicht, wenn es Anzeichen für eine Antibiotika-Resistenz gebe:

"If you give antibiotics and the strain is resistant, then you give that bacteria a competitive advantage to the other bugs in your gut that are susceptible to the drugs, and so it's an even better environment for the infection"
zitiert die Zeitung Phillip Tarr, Professor für pädiatrische Gastroenterologie an der Washington University in St. Louis. Ist da was dran? Ist es anerkannter Therapiestandard, bei e.coli-Infektionen auf Antibiotika zu verzichten, und wird dies im aktuellen EHEC-Fall in Deutschland missachtet?


Autor: Jürgen Schönstein· 03.06.11 · 16:28 Uhr· 82 Kommentare

Wie war das nochmal mit Frauen und Mathe?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 17

Ich bin beim "Surfen" - sagt man das heute noch, wenn man ein bisschen zufällig im Netz rumklickt? - auf die Seite über den Presidential Award for Excellence in Mathematics and Science Teaching gestoßen, der vor ein paar Tagen in Washington verliehen wurde - selbstverständlich vom US-Präsidenten. Und das ist schon eine besondnere Anerkennung (den Präsidenten persönlich zu treffen ist in den USA ein Riesending) für die Leute, von denen unsere Kinder Mathematik und Naturwissenschaften lernen sollen. Aber am meisten beeindruckt war ich von diesem Foto:photo_finalists_original.jpgEine Handvoll Männer, und sonst nur Frauen. Das macht Hoffnung, dass künftige Generationen von Schülerinnen und Schülern gar nicht erst auf die Idee kommen könnten, dass Mathematik und Naturwissenschaften "nichts für Mädchen" (und damit auch für Frauen) seien.


Autor: Jürgen Schönstein· 03.06.11 · 05:49 Uhr· 17 Kommentare

01. Juni 2011

Hilfe, die Entwicklung hemmt?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Umwelt  ·  Kommentare: 9

300house.jpgDas Fragezeichen habe ich sehr bewusst gesetzt, da es sich um ein sehr ambivalentes Thema handelt: Gut gemeinte und konzipierte Entwicklungsprojekte, die aber an den Realitäten scheitern und eventuell sogar einen Rückschritt in der zu fördernden Region zur Folge haben. Letzteres ist sicher das größte Fragezeichen, aber für ersteres fallen mir aus meiner Studienzeitgleich zwei Beispiele (leider nur aus dem Gedächtnis, aber ich verbürge mich dafür, dass sie mir in dieser Form erzählt wurden). Aber ehe ich darauf komme, verrate ich noch den aktuellen Anlass,warum ich hier schreibe: Die Harvard Business Review hatte im vergangenen Sommer mit einem Blogpost von Christian Sarkar auf ihrer Website einen Ideenwettbewerb für ein 300-Dollar-Fertighaus angestoßen, mit dem das Problem der Obdachlosigkeit beziehungsweise der unzumutbaren Slumbehausungen in der Dritten Welt gelöst werden sollte; die Ergebnisse des Wettbewerbs sollen am 10. Juni bekannt gegeben werden.

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Autor: Jürgen Schönstein· 01.06.11 · 19:47 Uhr· 9 Kommentare

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