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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Mai 2011

31. Mai 2011

Geographie mit Homer: Geheimnisvolles Ithaka

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Ithaka.jpgNein, nicht Homer Simpson (ich fürchte mal, dass einige Leser zuallererst an den gelben Glatzkopf gedacht haben), sondern jener - vielleicht selbst völlig fiktive - griechische Bronzezeitpoet, dem wir die Epen der Ilias und der Odyssee verdanken. Dass Heinrich Schliemann sich, mit der Ilias in der Hand, auf die Suche nach Troja machte und auf dem Hügel Hisarlık tatsächlich eine festungsartige, mehrfach zerstörte Anlage fand, ist inzwischen Folklore geworden. Aber auch Geographen werden von Homers Versen vor Rätsel gestellt, die sie mit modernen Methoden zu beantworten versuchen. Zum Beispiel: Wo lag die Heimat des Odysseus?

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Autor: Jürgen Schönstein· 31.05.11 · 17:15 Uhr· 3 Kommentare

"Ignorieren von Aids war innenpolitische Agenda"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 16

Vorschaubild für World_Aids_Day_Ribbon.pngEs ist ein makabres Jubiläum: Seit drei Jahrzehnten wissen wir von jener damals noch obskuren Krankheit, deren sperriger Name "Acquired Immunodeficiency Syndrome", in seiner Abkürzung AIDS (manchmal auch: Aids) inzwischen Jedermann und -Frau ein Begriff ist (oder zumindest sein sollte). Etwa 40 Millionen Menschen sind seither dieser Krankheit erlegen, die sich dank besserer pharmakologischer Versorgung zwar kontrollieren lässt, aber nach wie vor nicht heilbar ist. Ich hatte vor fünf Jahren, aus Anlass des 25. Jahrestages, ein Gespräch mit Dr. Michael Gottlieb geführt, jenem Arzt in Los Angeles, der am 5. Juni 1981 im "Morbidity and Mortality Report" der US- Seuchenkontrollbehörde CDC den ersten wissenschaftlichen Hinweis auf Aids publiziert hatte. Das Interview war bisher noch nicht veröffentlicht worden:

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Autor: Jürgen Schönstein· 31.05.11 · 16:05 Uhr· 16 Kommentare

27. Mai 2011

Vorsorge und Radhelme - wo Studien an ihre Grenzen stoßen

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 379

Herzlich Willkommen! (Dieser Gruß gilt auch für all jene, die als Folge der Reizwörter in der Überschrift hier nun trollmäßig aufschlagen werden.) Dies ist im Kern ein Thema, das ich schon mehr als einmal (hier und hier, um genau zu sein) angeschnitten hatte; da aber erstens in einem Blogbeitrag über explodierende Wassermelonen - von denen übrigens keine ernsthafte Gefahr für umstehende Personen auszugehen scheint - ausgerechnet die Radhelm-Diskussion wieder losgetreten wurde und ich zweitens diese Diskussion sowieso mit meinem elfjährigen Sohn immer wieder mal führen muss, erlaube ich mir mal wieder, meine Ansichten hierzu zu thematisieren. Und ja, wie in der Überschrift angedeutet, halte ich es für müßig, hier mit dem ansonsten in einer wissenschaftsbasierten Diskussion stets willkommenen Argument der "Studie" zu kommen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 27.05.11 · 20:40 Uhr· 379 Kommentare

26. Mai 2011

Kombiniere, Passwort ist zu einfach!

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 49

Dieser Gag aus dem Mel-Brooks-Film Spaceballs (der kam 1987 raus, also lange, bevor sich der Begriff "Passwort" etabliert hatte - damals sprach man noch von "Kombinationen", wie an Zahlenschlössern) ist leider längst nicht so komisch, wie man sich wünschen möchte: Wie man im aktuellen Heft von National Geographic lesen kann (oder besser noch: Im schon vor einiger Zeit erschienenen Buch Perfect Passwords von Mark Burnett, auf das sich dieser kleine Artikel beruft), ist das häufigste aller Passwörter, die im Umlauf sind ... 123456.

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Autor: Jürgen Schönstein· 26.05.11 · 20:52 Uhr· 49 Kommentare

New York - ein Megaversuch für Rauchverbote?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 10

flowers+not+smoke.jpgWie ich meine New Yorker kenne, werden sie schon Wege finden, das seit Anfang der Woche geltende generelle Rauchverbot in Parks, Sportanlagen, an den Stränden der Stadt sowie in Fußgängerzonen (Times Square und Herald Square, zum Beispiel) zu umgehen. Aber aus rein wissenschaftlicher Sicht wäre es schon wünschenswert, wenn sie sich wenigstens zu einem Großteil daran halten. Denn dann ließe sich - in einer Art Mega-Feldversuch - sehr bald schon verifizieren, ob und in welchem Ausmaß ein solches Rauchverbot sich auf die Volksgesundheit auswirkt. Sicher, man muss noch nicht mal Mediziner, Biologe oder überhaupt ein Wissenschaftler sein, um zu begreifen, dass es bestimmt nicht die Gesundheit fördert, wenn man sich heiße Abgase und Partikel aus dem kontrollierten und gesichtsnahen Verbrennen von pflanzlichen Substanzen in die Lunge saugt. Aber umgekehrt will man schon wissen, dass der Verzicht auf selbiges auch einen nachhaltigen Nutzen hat und nicht vom "Rauschen" anderer Umweltgefahren, allen voran Smog und Feinstaub, übertönt wird.

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Autor: Jürgen Schönstein· 26.05.11 · 06:05 Uhr· 10 Kommentare

Zweifel auf dem Weg zum Mond

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 2

st-a13-60-62.jpgVor zwei Tagen hatte ich hier an jene historische Rede erinnert, mit der John F. Kennedy vom US-Kongress die Unterstützung für das ehrgeizige Projekt erbat, "noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn sicher zur Erde zurückzubringen". Doch wie nun, genau 50 Jahre nach dieser Rede, am Mittwoch (25.5.2011) vom John-F.-Kennedy-Archiv in Boston enthüllt wurde, kamen dem Präsidenten schon knapp zwei Jahre später Zweifel daran, dass dies noch ein attraktives Ziel sein würde. Nicht nur, weil es teuer war und weil teure Projekte im Wahlkampf (Kennedy bereitete sich zu jener Zeit auf die Wahl für 1964 vor) nie gut zu verkaufen sind - vor allem auch, weil sich das Rennen zum Mond längst nicht so aufwühlend, mitreißend und spannend entwickelt hatte, wie es Kennedy in seinen früheren Reden geschildert hatte.

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Autor: Jürgen Schönstein· 26.05.11 · 05:46 Uhr· 2 Kommentare

25. Mai 2011

Schwung aus der Hüfte

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 3

Die Knie mögen zwar das erste sein, was einem ungeübten Läufer weh tut - doch die meiste Arbeit bei der Fortbewegung leisten zwei andere Beingelenke: Beim Gehen wird die Fortbewegungskraft vor allem vom Hüftgelenk übertragen, beim Laufen (damit ist jene schnelle Gangart gemeint, bei der wir kurzzeitig den Bodenkontakt verlieren) verlagert sich diese Kraftübertragung vor allem auf das Fußgelenk. Die Knie hingegen tragen - bei der Fortbewegung in der Ebene - nur etwa ein Fünftel der Gesamtanstrengung.

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Autor: Jürgen Schönstein· 25.05.11 · 05:52 Uhr· 3 Kommentare

24. Mai 2011

Wegweiser zum Mond

Kategorie: Technik

Kennedy-Kongress-Mond.jpgNachdem die Sowjetunion mit ihren Sputnik-Satelliten und, am 12. April 1961, mit dem ersten Raumflug Juri Gagarins, im Weltall über den westlichen Rivalen USA triumphieren konnte, schien der amerikanische Präsident John F. Kennedy beinahe verzweifelt (das Fiasko in der Schweinebucht, eine Woche nach Gagarins Raumflug, dürfte seine Stimmung nicht wesentlich verbessert haben). "Kann mir irgend jemand verraten, wie wir das aufholen sollen?" fragte er seine Berater. Am 25. Mai, also morgen vor genau 50 Jahre, gab er sich und der Welt in einer (im Rundfunk übertragenen) Rede an den amerikanischen Kongress die Antwort: "Ich glaube, dass sich diese Nation zum Ziel setzen sollte, noch vor dem Ende dieses Jahrzehnts einen Menschen auf dem Mond zu landen und ihn sicher zur Erde zurückzubringen." Den Originalton der Rede gibt es hier, den Wortlaut hier:

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Autor: Jürgen Schönstein· 24.05.11 · 16:57 Uhr· 0 Kommentare

Sex, Macht und DSK

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 25

Tagelang habe ich es geschafft, nichts über den Fall Dominique Strauss-Kahn zu schreiben, obwohl er hier in den USA die Medien dominiert. Aber übers Wochenende hatte ich gleich zwei befreundete Juristen getroffen, einer davon ein namhafter (hier aber trotzdem anonym bleibender) New Yorker Strafverteidiger. Und da war erstens das Thema als Gesprächsstoff nicht länger zu vermeiden, und zweitens wurde meine wissenschaftliche Neugier angestachelt: Welche Rolle spielt das Zusammenwirken von Sex und Macht in diesem Fall?

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Autor: Jürgen Schönstein· 24.05.11 · 05:55 Uhr· 25 Kommentare

23. Mai 2011

Gastbeitrag: Brauchen wir mehr Informatik in den Schulen?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 87

Ein weiterer Beitrag von Marcus Frenkel; diesmal geht es um die Frage, ob es besser wäre, wenn mehr (und zeitgemäßere) Informationen über Informatik und IT an unseren Schulen vermittelt würden, oder ob dies eher schaden könnte, da Schüler heute sowieso eher zu viel als zu wenige Informationsmedien - Handys und Computer, vor allem - benutzen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 23.05.11 · 05:47 Uhr· 87 Kommentare

20. Mai 2011

Lieferung nach dem Weltuntergang?

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 4

Hier in New York sind die U-Bahnen und -Bahnhöfe mit Werbeplakaten für das Buch "The Doomsday Code" tapeziert, in dem uns ein Autor namens Robert Fitzpatrick über den bevorstehenden Weltuntergang am 21. Mai informieren will. Na, da muss ich doch mal sehen, ob ich das bei Amazon bestellen kann? Oh, die Ironie: Ist heute, am 20. Mai, fast vergriffen - wird aber nachgedruckt. Und wer das letzte Exemplar bestellt, dem wird es frühestens am 23. Mai geliefert! WTF?!?
doomsdaycode.jpgUnd wieso kostet das Buch überhaupt etwas - wenn sein Inhalt stimmt, dann haben weder der Autor noch der Verlag noch etwas von den Einnahmen? Vielleicht sollte man als Grundregel für die Glaubwürdigkeit von Weltuntergangspropheten anlegen:
"Die Welt geht unter - gib mir Dein Geld!" = Scharlatan
"Die Welt geht unter - hier hast Du mein Geld!" = auch ein Scharlatan, aber einer, der wenigstens nur sich selbst betrügt


Autor: Jürgen Schönstein· 20.05.11 · 22:18 Uhr· 4 Kommentare

Von Höhlenzeichnungen und inneren Tiefen

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 3

Ich komme gerade aus dem IFC Center - einem der leider wenig geworden Programmkinos in New York - zurück, wo ich mir den neuen Dokumentarfilm von Werner Herzog über die Höhle der vergessenen Träume (gemeint ist die Chauvet-Höhle im französischen Ardèche-Tal) angesehen habe. Und obwohl ich am Ende mit sehr gemischten Gefühlen das Kino verließ - dazu gleich mehr - bin ich doch zutiefst dankbar dafür, dass Herzog diesen Film gedreht hat. Und ich bin sogar dankbar dafür, dass er ihn in 3D gedreht hat - obwohl ich diese Filmtechnik (noch) für einen ziemlich überflüssigen Gimmick halte. Was sie auch in Herzogs Film die meiste Zeit ist (und noch häufiger eine Qual - vor allem bei Schwenks und wenn er zu nah an Objekte und Personen rangeht, zeigen sich die Grenzen der 3D-Qualität) - aber um die für die Öffentlichkeit unzugänglichen Höhlezeichnungen zu dokumentieren und einem einen möglichst authentischen Eindruck zu vermitteln, gibt es wohl keinen besseren Weg.

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Autor: Jürgen Schönstein· 20.05.11 · 07:42 Uhr· 3 Kommentare

19. Mai 2011

Wissenschaftlich inspiriertes Grün

Kategorie: Kultur

Life_Mounds_by_Charles_Jencks_-_geograph.org.uk_-_1469171.jpgDurch einen Artikel in nature wurde ich erstmals auf den amerikanischen Landschaftskünstler Charles Jencks und dessen "von Konzepten der Astronomie, Biologie und Mathematik" inspirierierte Garten-Kunstwerke aufmerksam. Leider habe ich keine seiner Landschaftsinstallationen bisher gesehen, aber seit ich durch das Wavefield seiner Künstlerkollegin Maya Lin und entlang der mäandrierenden Steinmauer des britischen Natur-Künstlers Andy Goldsworthy gewandelt bin, lässt mich die Faszination solcher Landschaftskunst nicht mehr los. Auf Jencks Website kann man sich wenigstens einen kleinen Eindruck verschaffen ...

Foto: Life Mounds von Charles Jencks, Landschaftsinstallation im Rahmen des Jupiter-Artland-Projekts; von Callum Black [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons


Autor: Jürgen Schönstein· 19.05.11 · 05:07 Uhr· 0 Kommentare

18. Mai 2011

Informatik oder Mathematik - Eine Frage der Definition

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 20

Dies ist ein weiterer Gastbeitrag des Informatikers Marcus Frenkel. Diesmal geht es um das Beziehungen von Informatik und Mathematik.

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Autor: Jürgen Schönstein· 18.05.11 · 16:56 Uhr· 20 Kommentare

Explodierende Wassermelonen in China

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 19

Die Kombination aus unerfahrenen Landwirten und einer Überdosis des Wachstumsmittels Forchlorfenuron hat dazu geführt, dass auf einigen Feldern der chinesischen Provinz Jiangsu die Wassermelonen explodieren:
Eine Story dazu gibt es unter anderem hier.


Autor: Jürgen Schönstein· 18.05.11 · 16:18 Uhr· 19 Kommentare

17. Mai 2011

Die Spur der Steine - und eine falsche Fährte

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 5

Nuvvuagittuq_belt_rocks.jpgÜber den Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel (Abbildung) an der kanadischen Hudson-Bay, dem auch ein Kapitel in Mekkas der Moderne gewidmet ist, hatte ich früher schon geschrieben (hier und hier) und dabei auch erwähnt, dass die Bändererz-Struktur dieses vermutlich 4,28 Milliarden Jahre alten Sediments als ein Indiz gewertet wird, dass es bereits auf dieser jungen Erde - die zu diesem Zeitpunkt gerade mal eine Viertelmilliarde Jahre alt war - erste primitive Lebensformen gegeben haben könnte (hier sind meta-konjunktivistische Einschränkungen des Konjunktivs angebracht). Denn diese Strukturen gelten als charakteristisch für Ablagerungen durch so genannte Stromatolite.

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Autor: Jürgen Schönstein· 17.05.11 · 17:41 Uhr· 5 Kommentare

16. Mai 2011

Für 100 Euro ein Ausflug an den Rand des Alls

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 16

Vor einigen Tagen erreichte mich eine E-Mail von einem Studenten namens Tobias Lohf. Er hatte mit einigen Freunden den Ehrgeiz entwickelt, Bilder aus dem Weltall zu machen - und zwar mit minimalem Budget. Den YouTube-Clip, den er der Mail angehängt hatte, fand ich faszinierend. So faszinierend, dass ich Tobias Lohf bat, mir doch das Projekt mal zu schildern, damit ich es hier als einen Gastbeitrag einstellen kann. Und hier ist nun sein Bericht:

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Autor: Jürgen Schönstein· 16.05.11 · 05:00 Uhr· 16 Kommentare

14. Mai 2011

Ätsch! Sparen erhöht die Gesundheitskosten

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 50

Wieder mal ein bisschen off-topic in einem Wissenschaftsblog, aber Gesundheit ist hier öfter ein Thema. Und Gesundheitsvorsorge. Falls dier Amerikaner noch ein Argument bräuchten, um eine staatliche (und nicht primär profitorientierte) allegmeine Gesundheitsversicherung einzuführen, dann hat die US-Versicherungswirtschaft dies gerade geliefert. nach drei Jahren satter Gewinne, die sie vor allem - wissentlich! - dem Umstand verdanken, dass Patienten (die ja trotz Versicherung immer noch einen saftigen Eigenbeitrag leisten müssen) ihre Behandlungs- und Versorgungskosten so gering wie möglich gehalten haben, haben die Krankenversicherer nun ihre Prämien saftig (zweistellig) erhöht - weil ja nun damit zu rechnen ist, dass die Versicherten irgendwann diese versäumten Untersuchungen/Behandlungen nachholen. Wie bitte? Weil die Versicherten zurückhaltend waren (sich also genau so verhalten haben, wie immer von ihnen verlangt wird), sollen sie nun mehr bezahlen - weil sich die Versicherer daran gewöhnt haben, diese Gewinne einzustreichen? Einen deutlicheren Hinweis, was der wahre Zweck solcher Krankenversicherungen ist, kann man sich gar nicht denken. Wie ich darauf komme? Hier ist Absatz aus dem Artikel in der New York Times, der mich darauf gebracht hat:

Yet the companies continue to press for higher premiums, even though their reserve coffers are flush with profits and shareholders have been rewarded with new dividends. Many defend proposed double-digit increases in the rates they charge, citing a need for protection against any sudden uptick in demand once people have more money to spend on their health, as well as the rising price of care.


Autor: Jürgen Schönstein· 14.05.11 · 18:28 Uhr· 50 Kommentare

... und was ist mit Amerika?

Kategorie: Kultur·Umwelt  ·  Kommentare: 27

Brettvormkopf.jpgNur weil es im Englischen keine gute Entsprechung für die Redewendung "ein Brett vorm Kopf haben" gibt (hier wäre die Redewendung "pigheaded" vermutlich noch am ehesten geeignet, diesen Zustand zu beschreiben), sollte man die großartigste Nation auf amerkanischem Boden doch nicht von dem Wettbewerb um das Goldene Brett vorm Kopf ausschließen. Natürlich wäre die Liste der Kandidaten viel zu lang, da man allein schon jeden Anhänger des Junge-Erde-Kreationismus hier nominieren müsste. Aber da Ali ja schon seiner Schweizer Nation die Ehre zukommen lassen will, weil sie der Voodoomedizin einen Verfassungsrang spendiert haben, halte ich hier mit 234 Millionen Amerikanern dagegen - jenen 78 Prozent der US-Bevölkerung, die auch im 21. Jahrhundert noch nicht akzeptieren wollen, dass die Evolutionslehre eben nicht "nur eine Theorie" ist, sondern grundlegendes biologisches Wissen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.05.11 · 05:22 Uhr· 27 Kommentare

13. Mai 2011

Vorbeugende Aids-Behandlung

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 19

Je früher, desto besser - das ist das Fazit einer Studie, die im Auftrag des amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases durchgeführt wurde und die untersuchen sollte, wie sich die Einnahme von anti-retroviralen Medikamenten unmittelbar ab der Diagnose - also lange vor dem Auftreten erster Aids-Symptome - auf das Ansteckungsrisiko auswirkt. Und obwohl die Studie ursprünglich noch bis 2015 laufen sollte, sind die Resultate schon jetzt so überzeugend und dramatisch, dass das NIAID zur sofortigen Umsetzung in der Praxis rät:

Of the 28 cases of linked HIV infection that occurred, 27 infections were among the 877 couples in which the HIV-infected partner delayed antiretroviral treatment. Only one case of HIV infection occurred among the 886 couples in which the HIV-infected partner began immediate antiretroviral treatment. Restated, this means that earlier initiation of antirerovirals led to a 96 percent reduction in HIV transmission to the HIV-uninfected partner. This result was statistically significant (P≤0.0001).


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Autor: Jürgen Schönstein· 13.05.11 · 15:51 Uhr· 19 Kommentare

12. Mai 2011

Ein "lebensfeindlicher" Katholik?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 7

Boehner.jpgIn einem Wissenschaftsblog hätte dies eigentlich eher wenig zu suchen, aber da die Kombination von katholischer Kirche und Republikanern (USA) durchaus relevant für konkrete Forschungsprojekte sein kann, fliege ich diese Meldung mal hier unterm Radar durch ...

Ausgerechnet der auf seine katholische Erziehung und Haltung besonders stolze John Boehner, Sprecher des amerikanischen Abgeordnetenhauses, ist in einem offenen Brief von 75 katholischen Professoren und Theologen indirekt, aber unmissverständlich als "anti-life" kritisiert worden - ein Vorwurf, der bisher Abtreibungsbefürwortern (zu denen Boehner allerdings auch weiterhin nicht zählt) vorbehalten war.

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Autor: Jürgen Schönstein· 12.05.11 · 19:19 Uhr· 7 Kommentare

Nicht ganz dicht am LHC ...

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

500px-CMS_Higgs-event.jpgMit so einer Schlagzeile muss ich doch die Leser scharenweise ködern, nicht wahr? Nun, natürlich ist der Large Hadron Collider nicht undicht - aber die Forscher scheinen, was die Ergebnisse ihrer Arbeit angeht, nicht so dicht halten zu können, wie man erwarten sollte. Geoff Brumfiel erzählt hier in Nature News die Geschichte vom Beschleuniger, der 'Higgs' schrie - davon, wie ein anonymer Kommentar auf dem Blog Not Even Wrong erst einen kurzen Hype um die vermeintliche - und offenbar voreilig als solche gedeutete - Endeckung eines konkreten Hinweis auf das lange gesuchte Higgs-Boson durch den ATLAS-Detektor des Large Hadron Collider ausgelöst hatte, der dann sich dann sehr schnell in ein Whodunit, komplett mit verschwörerischen Verdächtigungen, entwickelt hatte, die sich vor allem um die Leiterin des Experiments, Sau Lan Wu, rankten ...

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Autor: Jürgen Schönstein· 12.05.11 · 03:55 Uhr· 4 Kommentare

Forschung mit Biss

Kategorie: Naturwissenschaften

Dass fossile Zähne gute Hinweise darauf liefern, was ein urzeitliches Lebewesen, ob Mensch oder Tier, gegessen hat, ist wohl keine sensationelle Neuheit (wobei ich es schon erheiternd finde, dass unsere hominiden Vorfahren zwar die Anatomie kräftiger Kernbeißer entwickelt hatten, aber dass die Abnutzungsspuren ihrer Gebisse eine Vorliebe für weichere Kost verraten). Vermutlich finde ich diesen Clip nur aus nostalgischen Gründen so interessant: Ich hatte vor vielen, vielen Jahren meine berufliche Laufbahn als Hospitant beim Bayerischen Zahnärzteblatt begonnen ... Aber sei's drum, vielleicht gefällt's ja außer mir noch jemandem:


Autor: Jürgen Schönstein· 12.05.11 · 02:24 Uhr· 0 Kommentare

11. Mai 2011

Amor mit Parteibuch

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 7

Weddingring-JH.jpgLiebe macht vielleicht blind - aber nur für Äußerlichkeiten, wie es scheint. Wenn es um Weltanschauung und vor allem um Politik geht, scheint der sprichwörtliche Amor erst mal die jeweiligen Partei- und Kirchenbücher zu prüfen. Wissenschaftler in den USA und Australien - namentlich: John Alford (Rice University), John Hibbing University of Nebraska-Lincoln), Peter Hatemi (University of Sydney), Nicholas Martin (Queensland Institute of Medical Research) und Lindon Eaves (Virginia Institute for Psychiatric and Behavioral Genetics) - haben in einem Paper, das in einer der kommenden Ausgaben des Journal of Politics erscheinen soll, eine deutliche Präferenz bei der Partnerwahl für politisch gleichgesinnte Männer/Frauen festgestellt.

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Autor: Jürgen Schönstein· 11.05.11 · 04:32 Uhr· 7 Kommentare

10. Mai 2011

"Verbotene Frucht" der Forschung

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 9

Von Golf habe ich etwas so viel Ahnung wie die Kuh vom sprichwörtlichen Sonntag, aber die paar Golfspieler, die ich in meinem Leben getroffen habe, waren alle erstens ganz besessen von ihrem Sport und zweitens stets auf der Suche nach technischen und sonstigen Hilfsmitteln (ist ja eh' ein Sport mit technischen Hilfsmitteln = Hölzer, Eisen, Putter, Wedges etc.), die ihr Spiel verbessern würden. Für die hat die Forschung (kommerzielle Produktforschung, zugegeben, aber immerhin Forschung) nun einen neuen Ball anzubieten, dessen Dimples - damit sind die kleinen Dellen rund um den Ball gemeint, die ihm seine charakteristische Flugeigenschaften verleihen - ungleich über die Oberfläche verteilt sind. Das Resultat sei, so verspricht der Hersteller (hier ein Link, der aber nicht als Schleichwerbung verstanden werden soll - muss ja niemand drauf klicken, um diesen Beitrag zu verstehen), ein Golfball, der bei gleicher Abschlagtechnik und -Stärke das "slicing", also die Abweichung der Flugbahn von der Geraden, um bis zu 75 Prozent verringert.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.05.11 · 17:59 Uhr· 9 Kommentare

Lesetipp: New-York-Times-Interview mit Stephen Hawking

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Ich empfehle dieses Interview - das als Folge von Hawkings Amyotropher Lateralsklerose weitaus umständlicher war als jede normale Konversation und eine Woche der Vorbereitung bedurfte - nicht so sehr wegen seines wissenschaftlichen Wertes. Dass es "noch zu früh ist zu sagen, was der LHC enthüllen wird", beispielsweise, ist keine Antwort, die tiefer geht als das, was auch bisher schon gesagt wurde. Aber das Gespräch zwischen Hawkings und der Journalistin Claudia Dreifus ist eher von historischem Wert, da Interiews mit dem britischen Physiker naturgemäß nur sehr selten zu Stande kommen. Und allein aus diesem Grund schon lesenswert:
A Conversation With Stephen Hawking: Life and the Cosmos, Word by Painstaking Word


Autor: Jürgen Schönstein· 10.05.11 · 17:39 Uhr· 1 Kommentar

Wie Meditation Schmerzen lindert

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 11

Das Thema könnte direkt in einem New-Age-Buchladen zu finden sein (nein, bitte korrigieren: ist gewiss in New-Age-Buchläden zu finden): Meditation zur Kontrolle von Schmerzen. Steht aber auch so im Fachjournal Brian Research Bulletin. Naja, das muss ich auch wieder korrigieren: Da steht erst mal nur, dass Meditation messbare Wirkungen auf das Gehirn hat, namentlich auf die so genannten Alpha-Wellen:

Using magnetoencephalographic (MEG) recording of the SI finger representation, we found meditators demonstrated enhanced alpha power modulation in response to a cue. This finding is the first to show enhanced local alpha modulation following sustained attentional training, and implicates this form of enhanced dynamic neural regulation in the behavioral effects of meditative practice.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.05.11 · 06:08 Uhr· 11 Kommentare

09. Mai 2011

Plädoyer für die Neugier - ein Gastbeitrag

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 68

Dies ist ein Gastbeitrag von Marcus Frenkel, Informatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fernuni Hagen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 09.05.11 · 05:28 Uhr· 68 Kommentare

06. Mai 2011

Die haben 'nen Vogel

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 10

... und zwar einen, der richtig reden kann. Griffin, der Graupapagei, kann nicht nur plappern oder Geräusche imitieren - sondern reden im Sinn von "verstehen, wovon er spricht". Was mehr ist, als ich bei manchem erwachsenen Menschen beobachtet habe ...


Autor: Jürgen Schönstein· 06.05.11 · 17:40 Uhr· 10 Kommentare

05. Mai 2011

Europäische Richtlinien für Peer Review

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 7

Peer Review Guide.jpgGemeint ist hier nicht die peer review für wissenschaftliche Publikationen, sondern für Forschungsanträge und Projekte, die ja von den Fördermittelgebern ebenfalls begutachtet und bewertet werden müssen. Und das ist (nicht nur) in Europa zwar immer noch ein primär national strukturiertes Aufgabenfeld - die Deutsche Forschungsgemeinschaft beispielsweise fördert, wie schon der Name sagt, Forschung in Deutschland, aber erstens gehört der internationale Austausch ganz selbstverständlich zur Wissenschaft, und zweitens kann es nicht schaden, wenn es bei der Vergabe der Fördermittel, genauer gesagt: bei der Beurteilung von förderwürdigen Projekten, einigermaßen konsistente und einheitliche Kriterien zur Anwendung kommen. Und just zu diesem Behufe hat die European Science Foundation vor einigen Tagen ihren European Peer Review Guide - Integrating Policies and Practices into Coherent Procedures vorgelegt.

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Autor: Jürgen Schönstein· 05.05.11 · 05:59 Uhr· 7 Kommentare

Einstein hatte Recht

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 110

Diese Überschrift - auch wenn sie den Cranks noch so gegen den Strich gehen mag - ist das genaue Gegenteil von "Mann beißt Hund": Die wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass Einsteins Allgemine Relativitätstheorie schlüssig ist, waren auch vor dem Ende des vermutlich am längsten geplanten (ein halbes Jahrhundert, so in etwa) und mit Gesamtkosten von 750 Millionen Dollar vermutlich auch teuersten Einstein-Experiments Gravity Probe B schon zahlreich genug. Aber immerhin ist es wohl das pingeligste aller ART-Experimente, was die Stanford University gemeinsam mit der Nasa entwickelt hatte. Gestern (= 4.5.2011) wurden in einer Pressekonferenz in der Nasa-Zentrale in Washington die Resultate bekannt gegeben - und sie entsprachen offenbar den Erwartungen. q.e.d. Leider sind die Details der PK bisher noch nicht auf der Webseite gelandet (im Moment steht da immer noch nur der Hinweis, dass sie stattfinden wird), darum lenke ich alle, die Interesse daran haben, auf diesen Artikel in der New York Times: 52 Years and $750 Million Prove Einstein Was Right - dort wird alles im Detail erklärt.

Und hier noch einmal, für alle, die es interessiert, ein Video der Pressekonferenz mit Kip Thorne, in der er vor dem Start der Gravity Probe B im Jahr 2004 die Details der Mission erklärt:


Autor: Jürgen Schönstein· 05.05.11 · 05:40 Uhr· 110 Kommentare

Salzarme Diät schadet dem Herzen - wirklich?

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 64

Salzstreuer.jpgMacht zwar eine gute Schlagzeile, zugegeben, etwa im Stil von "Mann beißt Hund", die ja auch davon profitiert, dass sie bekannte Zusammenhänge auf den Kopf stellt. Und beruht zudem auf einem peer-reviewten Artikel in einem der anerkanntesten Medizin-Publikationen schlechthin, dem Journal of the American Medical Association. Also muss doch etwas an der darin beschriebenen belgischen Studie dran sein, dass Männer, die eine sehr salzarme Kost zu sich nehmen, ihr Risiko für Herzanfälle verdoppeln und kein geringeres Risiko für Bluthochdruck haben? Nun, das kann ich als medizinischer Laie nicht beurteilen. Aber das soll hier auch gar nicht die Frage sein. Mich beschäftigt die Frage, ob es sinnvoll ist, solche Studien - die alleine gegen einen Berg von Belegen zum Gegenteil anstehen - zu veröffentlichen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 05.05.11 · 01:10 Uhr· 64 Kommentare

04. Mai 2011

Platz für drei Milliarden mehr?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 26

wb_uhr.gifMit derzeit schon rund sieben Milliarden Menschen ist unsere Erde ja schon ganz schön voll; dass bis zur Mitte des Jahrhunderts noch zwei weitere Milliarde zu fütternde Munder hinzu kommen würden, wurde aufgrund der Annahme, dass dies dann auch das Maximum sein und sich die Weltbevölkerung bei etwa neun Milliarden stabilisieren werde, als nicht mehr ganz so alarmierend empfunden wie dereinst die Malthusianische Bevölkerungsfalle. Doch nach dem neuesten Bevölkerungsbericht der UNO wird die Menschheit auch nach 2050 noch weiter wachsen, und zwar auf mehr als zehn Milliarden bis zum Ende des aktuellen Jahrhunderts. Vor allem die Länder Äquatorialafrikas sowie Pakistan und Afghanistan haben nach wie vor unverändert hohe Geburtenraten, und es gibt nicht wirklich überzeugende Anzeichen, dass dort das Wohlstandsphänomen, das selbst in Indien und Lateinamerika begonnen hat, die Bevölkerungsexplison zu dämpfen, in absehbarer Zeit greifen wird.


Autor: Jürgen Schönstein· 04.05.11 · 22:05 Uhr· 26 Kommentare

Downsizing in der Henkerstube

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 53

Gaschamber.jpgWarum ich mich nicht auch gegen die Todesstrafe ausgesprochen hatte, wurde ich in einem Kommentar zu meiner Frage, ob der Tod ein Grund zu Jubeln sei. Die Antwort darauf ist zu vielschichtig (und liegt mir auch zu sehr am Herzen), als dass ich sie in einem x-ten Kommentar unterbringen will.

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Autor: Jürgen Schönstein· 04.05.11 · 05:54 Uhr· 53 Kommentare

03. Mai 2011

Rausschmiss für Nebraska

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 4

Ich lese gerade in der New York Times, dass die 111 Jahre alte Association of American Universities beschlossen hat, die University of Nebraska-Lincoln - eines ihrer längsten Mitglieder, seit 1909 - aus ihrem Kreis zu verbannen. Begründung: Unzureichende Forschungsfinanzierung und zu wenige Falkultätsangehörige, die sich für eine Mitgliedschaft in den National Academies qualifizieren konnten.

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Autor: Jürgen Schönstein· 03.05.11 · 16:58 Uhr· 4 Kommentare

02. Mai 2011

Der Tod - ein Grund zum Jubeln?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 161


Ich identifiziere mich zwar mit keiner Religion. Und ich kann durchaus die spontane Erleichterung, die sich zur Euphorie steigern kann, angesichts des Todes von Osama Bin Laden nachvollziehen. Aber eine Frage, nein: eine Beobachtung - die ich vielleicht besser in den Kommentaren zu meinem vorherigen Posting hätte verbergen sollen, aber dort wollte ich sie dann doch nicht verstecken - ist: Kann der Tod eines Menschen für eine westliche Kultur, die unabhängig von ihrer selbst verordneten Säkularität auf der judäochristlichen Philosophie aufbaut, jemals ein Grund zum Jubeln sein? Wie war das mit "Du sollst nicht töten"? So weit ich mich an dieses Gebot erinnere, folgt dem kein "es sei denn, dass ..." oder sonst eine Einschränkung. Du sollst nicht töten. Punkt.

Oder, wenn ich mir nun mal das Recht zur Weiterinterpretation dieser moralischen Vorschrift rausnehmen darf: Seid Euch bewusst, dass niemands Tod - auch wenn Ihr ihn für gerechtfertigt haltet - ein Grund zum Feiern sein sollte. Nicht mal der von Bin Laden ...


Autor: Jürgen Schönstein· 02.05.11 · 15:34 Uhr· 161 Kommentare

Bin Laden tot - Problem gelöst?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 67

Für eine profunde Analyse der Konsequenzen aus dem Tod des al-Qaida-Anführers Osama bin-Laden fehlt mir zu allererst mal das Detailwissen (das zu diesem Zeitpunkt, also ein paar Minuten nach Obamas Verkündung, dass US-Einheiten bin-Laden in einem Feuergefecht in Pakistan getötet haben, noch nicht verfügbar ist) und natürlich auch die politologische Tiefe. Aber ich wollte nur mal, falls es nicht sowieso von anderen und kompetenteren Stimmen zu hören/lesen ist, vor zu viel Euphorie warnen: Bin-Ladens Tod ist sicher nur wenig mehr als eine symbolische Geste. Eine wichtige Geste für Barack Obama, ohne Zweifel. Aber wie in diesem hier als pdf verlinkten Bericht Challenges for the U.S. Special Operations Command Posed by the Global Terrorist Threat: Al Qaeda on the Run or on the March? von Bruce Hoffman (Georgetown University) für das US-Abgeordnetenhaus (vermutlich 2007, leider finde ich im Bericht selbst das Datum nicht) schon erklärte: Die Strukturen von al-Kaida funktionieren schon längst auch ohne die alten Köpfe. Im Gegenteil: Manchmal ist ein toter Anführer, eine tote Symbolfiur ein besserer Motivator als ein lebender. (Erinnert sich jemand noch an die Sandinistas in Nicaragua?)
Hier nun - nachträglich - der Videoclip von Obamas Erklärung:

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Autor: Jürgen Schönstein· 02.05.11 · 06:26 Uhr· 67 Kommentare

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