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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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20.03.11 · 03:15 Uhr

Kein Platz für Eisbären

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 12

Niemand wird sich darüber freuen, dass Eisbär Knut gestorben ist. Jetzt auf die PeTA-Webseite zu verlinken, in der bereits 2008 das Leid der Eisbären in Zoos angeprangert wurde, mag einem jetzt pietätlos - oder angesichts der noch ungeklärten Frage, woran der Berliner Eisbär, der vor vier Jahren eine kleine Weltsensation wurde, tatsächlich gestorben ist, auch voreilig anklagend - erscheinen. Aber dennoch sollte man die Augen nicht davor verschließen, dass selbst im größten Zoo im wörtlichen Sinn kein Platz für Eisbären ist:

Dass ich selbst kein Gegner, sondern im Gegenteil ein Förderer von Zoos bin, habe ich hier schon früher offen zugegeben - und es bringt mich in der Tat gelegentlich in Gewissenskonflikte. Wenn es, wie im Fall der Eisbären oder, wie im gerade verlinkten Beispiel, der so allgegenwärtigen Zooelefanten, zu dramatischen Gefangenschafts-Problemen kommt, dann sollten müssen Zoos auf diese Tierarten verzichten. Was aber nicht heißt, dass die zoologischen Gärten kategorisch abgeschafft werden müssen; schlimm genug, dass manche Tierarten im Zoo inzwschen mehr Lebensraum finden als in der (nicht mehr vorhandenen) freien Wildbahn ...

 

Autor: Jürgen Schönstein· 12 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (12)

Kommentar-Direktlink Sascha· 20.03.11 · 04:28 Uhr

Und manche wirklich boese Buben scheinen sich sogar darueber zu freuen das Knut und Genossen das Zeitliche segnen:
http://www.science20.com/alpha_meme/natural_born_killers_go_extinct-77175

Kommentar-Direktlink Redfox· 20.03.11 · 07:59 Uhr

@Sascha:

Ich hab da echt Probleme zwischen Parodie und Schwachsinn zu unterscheiden.

Kommentar-Direktlink Redfox· 20.03.11 · 08:55 Uhr

Apropos Parodie:
"I have here a list!"

Kommentar-Direktlink rolak· 20.03.11 · 09:03 Uhr

selbst im größten Zoo
yep, selbst wenn ich den Begriff 'Zoo' sehr weit dehne auf 'um den Nordpol herum in Ruhe lassen', da der dank uns auch wegbröselt.
Allerdings habe ich Probleme mit PeTA, ALF & Konsorten, es sei denn genutzt als schlechtes Beispiel - denn 'der Zweck heiligt die Mittel' ist in Gänze noch nie vertretbar gewesen, eher selten zutreffend. btw: Die sind auch gegen Zoos im Allgemeinen. Und erinnern mich in ihrem Denkschema an die dort Glossierten.

Kommentar-Direktlink boxi· 20.03.11 · 11:23 Uhr

ich kann diese konflikte bei zoos sehr gut nachempfinden und doch zweifle ich daran, dass so etwas für die tiere bringt. es ist fast so wie bei findet nemo, in dem sogar aquarien stark kritisiert wurden, im zoo handel danach dann aber fast nur noch nemo-ähnliche fische gekauft werden wollten. und auch knut hat wohl wenig für die rettung der freien eisbären getan, als viel mehr die einnahmen des zoos und der plüscheisbärenverkäufer angehoben.

die ansichten der peta teile ich auch nicht immer, aber ich schätze sie, vorallem weil sie ziemlich konsequent in ihren ansichten ist. bei "bewegungen" gibt es immer extreme, den einen reicht wenig, die anderen verlangen deutlich mehr. aber vermutlich bekommt man nur so genügend leute dafür sensibilisiert.

Kommentar-Direktlink Redfox· 20.03.11 · 12:57 Uhr

Das einzig gute an PeTA ist unfreiwillige Komik.

Kommentar-Direktlink Maulwurf· 20.03.11 · 13:02 Uhr

Ich weis nicht was ich schlimmer finden soll. Diese manipulative Peta-Filmchen oder die tatsächliche Haltungsbedingungen.

Es kommt bei den Haltungsbedingungen nicht ausschließlich auf die Größe der zur Verfügung stehenden Gehege an, sondern vielmehr darauf das die Tiere sich nicht langweilen. Eisbären wandern auch nicht zum Spass in der Gegend umher sondern sie sind auf der Suchen nach Futter dazu gezwungen. In vielen Zoos wurden ihnen das Futter einfach vorgesetzt und so langweilten sie sich den restlichen Tag. Die Nennung der Aufzuchtprobleme kann ich nicht beurteilen doch denke ich a) die tatsächliche Lage in der Natur kennt man immer noch nicht und b) von Hand aufgezogenen Tiere (die in der Natur definitiv verendet wären) konnten dies nicht lernen.

Doch Anstelle von guten Bsp. in der Tierhaltung zu zeigen wird in alter Dagegen-Manier ein sehr fragwürdiges Video mit unbekannten Zoodrehorte verlinkt. Anzumerken ist auch noch das die Forderungen/Vorstellungen von Peta über "artgerechte Tierhaltung keine Maßstäbe sein können, denn für diesen Verein gelten nur deren eigene Bilder von idealer Tierhaltung ohne Rücksicht aufs Tierwohl!

Weshalb wird nicht gezeigt das die meisten Zoos mittlerweile erkannt haben ihre Tiere zu beschäftigen (vorallem aktives Futter suchen, Abwechslungsreiche Gehege, mögliche andere Tierarten als Gehegepartner etc. pp). Auch das Bedürfnis der Tiere auf einen individuellen Rückzugsraum wird in modernen Gehegen Rechnung getragen falls diese z.B. mal wieder die Schnauze von den lärmenden Primaten voll haben. Dies steht aber im Kontrast zu dem was der Besucher erwartet (jeder Zeit alle Tiere bestaunen zu können) und deshalb gestalten sich die Planungen der Tiergehege als kompliziert und die Durchführung ist sehr teuer.

Die Simplifizierung eines durch viele Variablen bestimmten Problems auf einen einfachen Nenner (absoluten Größe eines Geheges als einzige Maßstab für Artgerechte Haltung) ist typisch für diese fundraising-Konzerne. (Ich habe bewußt auf die Bezeichung NGO verzichtet da dieses etwas positives impliziert was mE für die meisten Organisationen nicht mehr zu trifft. Vielmehr bin ich der Meinung das Aufgrund der häufig bis zur Verleumdung einseitigen Berichterstattung diese Organisationen nur eine hohe Spendengeldergier haben)
Eine differenzierter Betrachtung bringt halt nicht so viel Geld ein. Gute Lösungsvorschläge um eine gute Verbesserung zu erzielen sucht man bei diesen Kampagnen vergebens denn a) man muss sich tatsächlich mit den Bedürfnissen der Tiere auseinander setzen und b) man ist aufgrund der eigenen Vorschläge angreifbar.

Dagegen zu sein ist halt ein billiges Hobby denn die Arbeit und die notwendigen Mittel müssen immer durch die Andere erbracht werden.

Kommentar-Direktlink TheK· 20.03.11 · 20:04 Uhr

IMHO sollte ein Zoo nur dann zulässig sein, wenn die Art ansonsten auszusterben droht oder die Tiere dort so gehalten werden können, dass eine spätere Auswilderung möglich ist.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 20.03.11 · 22:23 Uhr

Zoobesuche sind vergleichbar mit einer Fahrt im Morgenverkehr in einer S-Bahn.... ziiiiemlich deprimierend.

Kommentar-Direktlink Andreas P.· 21.03.11 · 08:54 Uhr

tschuldigung, aber wer auf ScienceBlogs mit einem PETA Video kommt ... disqualifiziert sich selber.

Kommentar-Direktlink clint· 21.03.11 · 17:09 Uhr

@ Andreas P.

Haben Sie überhaupt eine Ahnung von Qualifikation?

Kommentar-Direktlink Redfox· 28.03.11 · 00:32 Uhr

Was ist der kürzeste Knut-Witz?
"Gluck, gluck, weg war er"

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