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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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18.02.11 · 04:39 Uhr

Watson, der Gewinner

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 1

IBM Watson.jpgGemeint ist natürlich der IBM-Supercomputer Watson, der am Mittwoch dieser Woche - durchaus erwartet - die zwei bisher erfolgreichsten "Jeopardy"-Champions Ken Jennings und Brad Rutter (die beide in ihrer jeweiligen "Karriere" mehrere Millionen Dollar an Preisgeldern gewinnen konnten) geschlagen. Erwartet, weil Watson sich bereits am Dienstag so souverän geschlagen hatte, dass eine Stärken unübersehbar waren: Es war dem Watson-Team (an dem insgesamt sieben der Top-Universitäten Amerikas beteiligt waren) gelungen, ihren Supercomputer so zu programmieren, dass er die oftmals verklausulierten und doppeldeutig angelegten Fragen so schnell - und mit so großer Treffsicherheit - entschlüsseln konnte, dass er einfach viel öfter den digitalen Finger (jaja, ich weiß, wo das Wort "digital" herkommt) am "Buzzer" hatte. Aber das macht - entgegen dem, was man so in den Medien liest - Watsons Erfolg nicht etwa zum Sieg des Computers über die Menschen, sondern zum Sieg der Menschen, die Watson programmierten. Was Watson aber wirklich zum Gewinner macht, ist eine Leistung, die heute kaum noch einem Menschen gelingt: Kaum hatte er die Letzte Prüfung ("Final Jeopardy") bestanden, hatte er schon ... einen Job.

Wie IBM am Donnerstag mitteilte, wird Watson - genauer gesagt, seine Fähigkeiten, Fragen zu analysieren und Antworten darauf zu formulieren, sein Maschinenlernen und seine Verarbeitungsfähigkeiten für natürliche Sprache - in ein gemeinschaftliches Entwicklungsprogramm eingebracht, an dem neben den Kliniken der Columbia University und der University of Maryland auch die Firma Nuance (Herstellerin von Spracherkennungssoftware für PCs) beteiligt ist. Der Watson-Nachwuchs soll im Gesundheitswesen bei der Diagnose und Entwicklung von Behandlungsplänen eingesetzt werden. Aber nicht, wie die Pressemitteilung erklärt, um selbst die Diagnosen zu stellen, sondern um den Ärzten zu helfen, aus der Fülle der bereits vorhandenen Informationen die relevantesten Studien und Fallbeispiele herauszusuchen. Und das mit einem Minimum an Zeitaufwand, der bei der Behandlung ja oft Kritisch sein kann.

Dr. House, darf ich Ihnen Ihren neuen Mitarbeiter Watson vorstellen?

 

Autor: Jürgen Schönstein· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (1)

Künstliche Intelligenz: Das Verschieben der Torpfosten? · zoon politikon · 12.04.11 · 16:48 Uhr


Kommentare (1)

Kommentar-Direktlink Frank Wappler· 18.02.11 · 08:11 Uhr

Jürgen Schönstein schrieb:
> Sieg der Menschen, die Watson programmierten

Selbstverständlich, Glückwunsch!
Haben daran z.B. auch diejenigen einen (wenn auch kleinen) Anteil, die dafür Programmelemente u.a. in der Wikipedia zur Verfügung stellten?
Und auch diejenigen, die das Zur-Verfügung-Stellen solcher Programmelemente ermöglichten?

Und wann endlich werden Computer entwickelt und verkauft bzw. angestellt, die den Watson so programmieren könnten, bzw. entsprechende Watsons für verschiedene andere kognitive Aufgaben (wie z.B. das schon bekannt wichtige Beibringen von "[[Himpelchen und Pimpelchen]]")?

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