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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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24.01.11 · 05:33 Uhr
Eine natürliche Treibhauseffekt-Katastrophe
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 15
Mit dem Wort Katastrophe wird ja leicht Schindluder getrieben - ich kannte Leute, die diesen Begriff schon für eine verpatzte Dauerwelle verwendet haben. Aber für das Aussterben von mehr als 90 Prozent aller aquatischen und 70 Prozent aller Land-Lebewesen ist der Begriff sicher angebracht - und neuen Anzeichen nach ist dieses größte bisher bekannte Massenaussterben an der Grenze zwischen dem Perm und dem Trias vor rund 251 Millionen Jahren auf einen Effekt zurückzuführen, über den wir auch in der Gegenwart viel diskutieren: Stephen Grasby, Benoit Beauchamp und Hamed Sanei, Geowissenschaftler der kanadischen University of Calgary, haben in der aktuellen Ausgabe von Nature Geoscience ein Paper mit dem Titel Catastrophic dispersion of coal fly ash into oceans during the latest Permian extinction veröffentlicht, in dem sie diesen Faunenschnitt durch eine globale Klimaveränderung erklären können, die unter anderem Folge eines erhöhten CO2-Gehalts der Atmosphäre war - und der wiederum enstand durch massive Verbrennung von Steinkohle.
Jawohl, Verbrennung von Steinkohle steht da. Aber nicht in den Lagerfeuern von irgendwelchen nicht existierenden Urzeitwesen oder in den Schmelzöfen außerirdischer Kulturen, sondern auf einem natürlichen Weg: Massive Vulkanausbrüche im heutigen Sibirien, in einer als "sibirischer Trapp" bekannten Basaltregion (die vom Ural, dem Südsibirischen Gebirge und dem Ostsibirischen Bergland umrahmt wird) waren durch ältere Kohleablagerungen gebrochen und hatten neben großen Mengen von Kohlendioxid und Methan auch toxischeFlugasche freigesetzt, die nicht zuletzt auch die Meere vergiftete. Dieses Szenario können sie mit Spuren dieser fossilen Flugasche belegen, die sie in etwa 250 Millionen Jahre alten Ablagerungen am Buchanan Lake in der kanadischen Arktis fanden und die frappierende Übereinstimmungen mit Aschepartikeln aus Kohlekraftwerken zeigen:
Abbildung: Hamed Sanei, NRCan/University of Calgary
Leider habe ich, wie so oft, keinen Zugang zum Paper selbst, und weder im oben verlinkten Abstract noch in der Pressemitteilung der University of Calgary wird erwähnt, ob die Forscher nun lediglich die Flugasche nachweisen konnten, oder ob sie auch eine Kalkulation der Ausstoßmenge - und damit unter anderem auch des möglichen Treibhauseffekts - angestellt haben. Mehr als dass Vulkane, wie schon länger vermutet, durch Kohlenflöze geheizt und dadurch Asche erzeugt und in die Luft geblasen haben, würe das Paper dann zwar nicht beweisen (auch wenn die Forscher von der "smoking gun", also der Tatwaffe sprechen). Und ich höre auch beinahe schon die Klima-"Skeptiker", die aufspringen werden und verkünden: Sehr her, klimaverändernde Ereignisse sind was ganz natürliches, also muss sich der Mensch keine Vorwürfe machen! Und die Welt geht davon auch nicht unter
Aber die eigentliche Lektion, die wie aus diesem Kapitel unserer erdgeschichtlichen Vergangenheit lernen können, wäre doch, dass Klimaveränderungen durch Emissionen in der Tat solch tiefrgeifende Konsequenzen haben können. Sicher, die Welt ist dadurch nicht untergegangen, und in geologisch erdgeschichtlich kurzer Zeit (etwa 15 30 Millionen Jahre nach dem Perm-Trias-Schnitt) machten sich die Dinosaurier recht erfolgreich auf der Erde breit. Aber für etwa 70 Prozent aller Landlebewesen landlebenden Arten war es das Ende ihrer Welt - und ihrer Art.
Autor: Jürgen Schönstein· 15 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (15)
Kleine Korrektur:
70% aller Arten überlebten, nicht 70% aller Lebewesen - die Sterbequote der Lebewesen dürfte wesentlich höher gewesen sein.
Und die Dinosaurier tauchten eigentlich erst im "Carnian" (deutsche Bezeichnung kenne ich nicht) auf, also rund 30Millionen Jahre nach der P/T-Grenze. Wirklich bedeutend wurden sie erst etwas später, und richtig dominieren taten sie erst im Jura, in der Trias gabs noch ne bunte Mischung aus Rhynchosaurier, Aetosauriern, Phytosauriern, Rauisuchiern, anfänglich auch noch einige Therapsiden.
Kleine Korrekturen ausgeführt. Danke dafür!
@MartinB
"Rauisuchiern" Was? Tabak im oeffentlichen Raum war noch nicht verboten?
@georg
Hast du gerade Rauchisuchier gelesen ;-) ?
Aber Rauisuchier sind schon ziemlich cool...
Ich habe gehofft, dass mit dem Beitrag zu der Publikation von Herrn Kiehl das unterste Niveau in der Dummheit der Klimatologen erreicht wurde und nicht mehr zu toppen ist. Es hat aber nicht mal zwei Wochen gedauert und da melden sich gleich drei noch .größeren Pfeifen.
Wirklich kau zu fassen. Die Klimatologen scheinen keine Hemmungen mehr zu haben bei der Selbstdemontage.
Ist den Herren nicht aufgefallen das praktisch keine Kohle verbrannt wurde weil das meiste noch immer in der Erde steckt. Die ist nämlich aus dem Karbon und immer noch überall in der Welt zu finden in intakten Lagerstätten. Auch war das Gebiet in Sibiriern zu klein um nennenswerte Lagerstätte an Kohle zu haben. Sollte er auch welche haben würde deren Verbrennung für CO2-Bilanz Null Bedeutung haben.
Man muss sich Vorstellen,dass USA zirka 200 GT C an Reserven an Steinkohle haben deren Verbrennung die Menge von CO2 nach gültigen Meinung der Klimatologen, in der Atmosphäre nicht nennenswert verändern würde.
Und wenn das einem nicht als Argument reicht, kann er sich in Unterschlesien in Umgebung von Walbrzych überzeugen dass der Vulkanismus im Perm zu keinem Verbrennung der Kohlelagerstätten geführt hat. Dort laufen nämlich Vulkanschluchten direkt durch die Fläze von Steinkohle ohne das nur ein Zeichen der Verbrennung zu sehen ist.
So kommt es zu so einem Mist wenn die Dummköpfe über etwas schreiben von dem die keine Ahnung haben,
Bullet·
25.01.11 · 02:23 Uhr
Na, Ireneusz? wieder mal betrunken was geschrieben? Du scheinst ja sehr genau zu wissen, wieviel Kohle im Boden stecken darf. In welchen Fachgebieten bist du eigentlich nicht der Oberexperte, der nicht anzweifelbar ist? So kommt es zu so einem Mist wenn die Dummköpfe über etwas schreiben von dem die keine Ahnung haben. Japp. Aber du hörst ja nicht auf damit.Bullet mein Freund,
schon wieder unerlaubt Sperrbezirk verlassen.
Du solltest aufpassen sonst kann es passieren das du feststellen wirst, dass dein Welt in dem du deine Existenz fristest, rein virtuelles ist, ohne Bezug zu Realität.
Das du mich als Oberexperte siehst ist eine Sache der Relation.
Weißt du, unter blinden Versager und pseudointellektuellen wie du, ist selbstverständlich halbwegs sehende wie ich schon notgedrungen ein Oberexperte.
...unter blinden Versager und pseudointellektuellen wie du, ist selbstverständlich halbwegs sehende wie ich schon notgedrungen ein Oberexperte.
Und das mit 5 Rechtschreib/Grammatik/sonstigen Fehlern in einem kleinen Absatz...
Respekt!
Ja, Leute, es ist doch klar:
Durch die Vulkantätigkeit kam es zu einer Übertragung von Moleküloszillationen der Lava auf die Raumzeit-Vakuolen, die sich dann ausbreiteten. Die Raum-Zeit-Vakuolen bündelten das Sonnenlicht uns sorgten so für eine Erderwärmung. Außerdem führte die Übertragung der Vakuolenoszillationen auf die DNA zu einer erhöhten Mutationsrate, so dass viele Arten ausstarben und neue entstanden.
Habt ihr wieder alle nicht verstanden...
Weißt du, Ireneusz,
Also ICH schreibe nicht solchen Schwachsinn:wer seine Gedankenexperimente als der Weisheit letztes Sahnehäubchen präsentiert und sich dabei weigert, seine Ergebnisse an der Realität zu überprüfen, der kann labern wie er will: er ist bereits widerlegt.
Kommentar-Direktlink Ireneusz Cwirko· 22.10.09 · 22:10 Uhr
[Gluecypher schrieb:] "Herr Cwirko, da stellen sich mir einige Fragen:
(1) Wieviele Galaxien haben sie hierbei Analysiert? Auf welchen Beobachtungsdaten beruhen diese Analysen? Gibt es hierzu statistische Auswertungen? Wie hat die Verteilung, die Sie beobachtet haben, den Erwartungswerten widersprochen?
(2) Aus welchen Daten schliessenn Sie, dass sich die Spiralarme vom Galaxienzentrum entfernen? Und wie groß ist die Geschwindigkeit, mit der sich die Spiralarme vom Zentrum entfernen? Bei allen Galaxien?"
@ Gluecypher ich verstehe die Fragestellung nicht. Die statistische Auswertung stand in dem Zugsamenhang nicht zu Debatte, ich muss zugeben ich bin nicht mal auf die Idee gekommen die Galaxien statistisch zu analysieren. Es handelt sich um reines Gedankenexperiment. Wie Sie aus dem Literaturverzeichnis entnehmen könnten habe ich mich schon bemüht über den Stand der Forschung zu informieren. Es war aber nicht mein Ziel etwas zu messen geschweige vom Auswerten.
Wenn DAS nicht ist ... was dann?
Weißt du Bullet,
dein Fall des Realitätsverlustes ist doch schwerer und anscheinend ohne Heilungsperspektive.
Ich stelle meine Theorie immer auf dem Prüfstand der realen Welt.
Du glaubst aber entgegen Tausender von Hinweisen, das deine abstrakte mathematische Gleichungen etwas mit der Realität zu tun haben.
So bist du zu einem Sklaven deiner falschen Annahmen geworden und gezwungen immer abstrusere Beschreibung der Realität vorzunehmen.
Deine religiös motivierte Blindheit ist mir im Grunde genommen wurscht, obwohl ich nicht mal meinem größten Feind so ein verlogenes Leben wünschen würde.
Bullet·
25.01.11 · 11:12 Uhr
vs. (Quelle)Erkenne den offensichtlichen Widerspruch. Und dann schweig.
@ Bullet
Du liegst natürlich wieder falsch! Inwiefern tangieren denn "reale" Daten, Messungen, Auswertungen, etc. ICs, durch "Gedankenexperimente" gewonnene und eigens zurecht konstruierte Wirklichkeit?
tststs....
Sprach der blinde Rollstuhlfahrer zu Asafa Powell und versuchte, ihm in den Arsch zu treten. Und erklärte sich auch gleich zum Sieger
Ansonsten bin ich mal wieder überrascht, dass der Irre Naeus schon eine abschließende Meinung zu dem Paper hat, obwohl sein Englisch nicht mal ausreicht, um den Abstract zu verstehen und er wohl auch nicht über ein "Nature Geoscience"-Abo verfügt. Respekt für Deine hellseherischen Fähigkeiten, Naeus.
Du darfst Dich gerne hier selbst bewerten. Auf wieviele Punkte kommst Du? Ich gebe mal einen wilden Tip ab: >300
@Glue: Punkt20 ... ich brech ab. *gacker*