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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Dezember 2010

31. Dezember 2010

400.000 Jahre homo sapiens ... in Israel?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Mann, wenn ich jetzt noch bei der Boulevardpresse arbeiten würde, dann könnte ich aus dieser Pressemitteilung der American Friends of Tel Aviv University frei irgend etwas biblisch Bezogenes schwurbeln, von wegen Adam und so ... Na gut, machen wir's doch lieber sachlich: Drei Professoren der Tel Aviv University, Avi Gopher, Ran Barkai und Israel Hershkovitz, haben acht etwa 400.000 Jahre alte Zähne, die in der Kassem-Höhle bei Tel-Aviv gefunden wurden, als der Spezies homo sapiens zugehörig identifiziert.

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Autor: Jürgen Schönstein· 31.12.10 · 00:52 Uhr· 3 Kommentare

27. Dezember 2010

Warme Gedanken im Schneetreiben

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 112

DSCN0079.JPGJa, Neuengland versinkt gerade im Schnee. Und ja, mein Rücken tut mir weh, weil ich seit langem nicht mehr so viel Schnee (etwa einen halben Meter) vor der Haustür wegschaufeln musste. Und ja, ich würde mich nicht wundern, wenn in diesem Winter Schneerekorde gebrochen werden. Aber ich weiß nicht, was mühsamer ist: das Schneeschippen, oder zu lesen/hören, dass nun wieder die alte Mühle "von wegen Klimawandel, schaut mal, wie es schneit" angeworfen wird (ab hier ff., beispielsweise). Nur zwei Anmerkungen dazu - die nicht wirklich neu sind, aber leider muss man sie halt immer wiederholen: Allein schon die Tatsache, dass wir "Winter wie nie zuvor" erleben, könnte selbst den Wettergläubigen (= jenen, die den Unterschied zwischen Wetter und Klima nicht akzeptieren und lediglich das glauben, was sie gerade durch ihre verschneiten Fenster sehen) signalisieren, dass irgend etwas im Wandel scheint. Will heißen: Es bekräftigt den Klimawandel eher als seine Abwesenheit. Und zweitens sind solche Schneemassen nur vorstellbar, weil irgendwo Energie in Form von Wärme zugeführt wurde: Schnee ist Feuchtigkeit, und Feuchtigkeit gerät nur durch Verdunstung in die Luft; mehr Schnee = mehr Feuchtigkeit = mehr Wärme als Ursache. Und nein, das hab' ich jetzt nicht einfach so aus der Wintermütze gezogen oder beim Schneeschippen aufgekratzt - auch das versuchen Fachleute schon seit längerem, den "Skeptikern" zu vermitteln. Aber ich würde einen Messbecher umweltfreundlichen Streuguts darauf verwetten, dass auch in den Kommentaren hierzu - sofern es welche gibt ;-) - wieder die gleiche alte Leier beginnen wird, die mich überhaupt erst zu diesen Zeilen animiert hat. Und ich verspreche schon jetzt, dass ich auf solche Kommentare lediglich mit einem Link auf diesen Eintrag selbst antworten werde. OK?


Autor: Jürgen Schönstein· 27.12.10 · 20:07 Uhr· 112 Kommentare

26. Dezember 2010

Eisiges "Energiesparen"

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 2

Nicht unbedingt zur Nachahmung zu empfehlen, aber hier sieht man, wie Brian Hardin aus Knoxville (Tennessee) eisige Wetterkonditionen zur energiesparenden Fortbewegung nutzen konnte (er kam immerhin mehr als 50 Meter weit):


Autor: Jürgen Schönstein· 26.12.10 · 15:39 Uhr· 2 Kommentare

24. Dezember 2010

Alle Jahre wieder: Der Weihnachtsmann im NORAD-Radar

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Und zwar hier. Ansonsten, ohne viele weitere Worte: Frohes Fest!


Autor: Jürgen Schönstein· 24.12.10 · 17:00 Uhr· 1 Kommentar

Ein Lichtlein brennt und brennt und brennt ...

Kategorie: Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 169

sanantonio.jpgNein, nicht nur eines. Weihnachtszeit ist die Zeit, wenn hier in Amerika (aber natürlich nicht nur hier) die jahreszeitliche Dunkelheit durch massiven und gelegenntlich kreativen Einsatz von Glühlampen ausgetrieben wird. Und so eindrucksvoll es auch oft aussieht (mein Foto zeigt den weihnachtlich hell illuminierten Riverwalk in San Antonio, Texas), der Grinch in mir fragt sich oft, was da an zusätzlicher Energie konsumiert wird (eine gaaanz vorsichtige Überschlagsrechnung sagt mir, dass Privathaushalte für ihre weihachtliche Lightshow mindestens 30 bis 50 kWh zusätzlich verbrauchen, und wenn nur jeder fünfte Haushalt sich diese Festtagsillumination im Dezember leistet, addiert sich das auf 690 bis 1150 Millionen Kilowattstunden) - und tröstet sich dann damit, dass es ja immer mehr Energiesparlampen und -Lämpchen gibt (in Europa sogar per Verordnung), durch die der Verbrauch in Zukunft bestimmt deutlich gesenkt wird. Eine "frohe Botschaft" würde man das wohl nennen ...

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Autor: Jürgen Schönstein· 24.12.10 · 07:11 Uhr· 169 Kommentare

23. Dezember 2010

Fehlt nur noch die Zelle fürs Telefon ...

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 4

Erster April geht anders: Das nachfolgende Teil ist offenbar ganz ernst gemeint - ein Bausatz, der eine alte mechanische Schreibmaschine zum USB-Keyboard macht.
Wem das zu viel Bastelei ist, der kann sich für knapp 800 Dollar auch gleich das fertige Teil bestellen. il_570xN.183138051.jpg
Hmm ... da hätte ich auch eine Idee: Eine Kabine, in der man ungestört mit dem Handy telefonieren kann. Da das Mobiltelefon in den USA "cell phone" genannt wird, schlage ich als Produktnamen vor: Telefon-Zelle.


Autor: Jürgen Schönstein· 23.12.10 · 14:54 Uhr· 4 Kommentare

Schau mir in die Augen ...

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

klum-wachs copy.jpgAuf dem Foto muss man vielleicht noch zweimal hinschauen, um zu erkennen, wer nun die echte Heidi Klum und wer ihre wächserne Doppelgängerin ist. Aber im echten Leben, so darf man vermuten, würde kaum jemand die linke Figur für lebendig halten - und nicht nur wegen ihrer wächsernen Starre: Lebendigkeit erschließt sich und vor allem über die Augen, und die Schwelle, ab der wir einem Gesicht diese Lebendigkeit zugestehen, liegt erstaunlich hoch, wie das Paper The Tipping Point of Animacy - How, When, and Where We Perceive Life in a Face beschreibt, das in der aktuellen Ausgabe von Psychological Science erschienen ist und das die Dartmouth-Psychologieprofessorin Thalia Wheatley gemeinsam mit der Doktorandin Christine Looser erarbeitet hat.

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Autor: Jürgen Schönstein· 23.12.10 · 05:00 Uhr· 1 Kommentar

22. Dezember 2010

Lesetipp: "A Scientist, His Work and a Climate Reckoning"

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 36

Keeling-Kurve.gifDas Thema Klimawandel hat es heute mal wieder auf die Titelseite der New York Times geschafft: In dem auf insgesamt drei Seiten hingelegten Artikel "A Scientist, His Work and a Climate Reckoning" geht es um das Leben und die Arbeit von Charles David Keeling (†2005). Ihm verdanken wir seit den 50-er Jahren kontinuierliche Messungen des atmosphärischen CO2-Gehalts, und damit die ersten Hinweise auf dessen anthropogen bedingten Anstieg und die Risiken eines verstärkten Treibhauseffekts. Und während man vielleicht über die Folgen des Kohlendioxid-Anstiegs noch streiten kann - der Effekt selbst ist, wie die nebenstehende Grafik aus der NY Times zeigt, eindeutig, unstrittig und dramatisch.


Autor: Jürgen Schönstein· 22.12.10 · 16:12 Uhr· 36 Kommentare

21. Dezember 2010

Pflanzenfressende "Raubsaurier"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Leider bin ich derzeit ein bisschen zu beschäftigt, um intensiv zu bloggen, aber den Hinweis auf das Paper Herbivorous ecomorphology and specialization patterns in theropod dinosaur evolution (als pdf hier) wollte ich dennoch nicht völlig versäumen. In dem Paper, das von der Paläontologin Lindsay Zanno und ihrem Kollegen Peter Makovicky, beide vom Chicagoer Field Museum, in der aktuellen Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Science veröffentlicht wurde, geht es um den Nachweis, dass ein Großteil der so genannten Coelurosaurier - deren prominentestes Familienmitglied wohl die Tyrannosaurier sein dürften - entweder Alles- oder gar reine Pflanzenfresser waren. Ein kleines Ergänzugsstückchen dazu steht auch hier in der New York Times. Dass etwa die Hälfte der bisher selbst von Fachleuten gelegentlich als "Raubsaurier" bezeichneten Coelurosaurier auch einen Appetit auf Gemüse hatten, zeigt halt, dass nicht nur Menschen zum Opfer von unhaltbaren Stereotypisierungen werden ...


Autor: Jürgen Schönstein· 21.12.10 · 23:16 Uhr· 1 Kommentar

Neutrinos "on the Rocks" - der Eiswürfel ist fertig

Kategorie: Naturwissenschaften

Wenn ich IceCube höre oder lese, dann denke ich erst mal an den hier:

Aber nee, um den Rapper IceCube geht es hier gar nicht, sondern um das gleichnamige Neutrino-Observatorium, das von der National Science Foundation finanziert und unter anderem vom DESY und von der University of Wisconsin betrieben wird. Und dieser eisige Neutrino-Detektor ist gerade fertiggestellt worden. Der IceCube ist, genau genommen, eine Anordnung von insgesamt 5160 Sensoren in einem würfelförmigen Gitter, das eine Kantenlänge von einem Kilometer hat und das in einer Tiefe zwischen 1400 und 2400 Metern ins Eis unter der Amundsen-Scott-Südpolstation gebohrt wurde:
12-12-10 073.jpg

Und wer nun wissen will, was Neutrinos eigentlich sind und warum sich die Suche nach ihnen lohnt, der sollte hier bei Diax's Rake klicken.


Autor: Jürgen Schönstein· 21.12.10 · 03:13 Uhr· 0 Kommentare

20. Dezember 2010

Geschlechterspezifisches Spielzeug für Schimpansinnen

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 55

Alle Jahre wieder finden Jungs unter Weihnachtsbaum Autos und anderes technisches Spielzeug, und für Mädchen gibt's Puppen. Und alle Jahre frage ich mich (und bin damit offenbar nicht allein- siehe auch hier), ob mit dieser Spielzeug-Auswahl wirklich "natürliche" Bedürfnisse der Kinder befriedigt werden, oder ob diese Spielzeuge ein Instrument sind, mit denen Jungs und Mädchen in ihre geschlechterspezifischen Rollen eingearbeitet werden sollen. Das Paper über Sex differences in chimpanzees' use of sticks as play objects resemble those of children in Current Biology, das zeigt, dass junge Schimpansinnen mit "Puppen" - genauer gesagt, mit extra dafür ausgesuchten Stöckchen, die sie wie Babys oder Puppen halten und herumtragen - spielen, liefert zwar keine Antworten (dafür sind die Beobachtungen zu unrepräsentativ), aber doch ein paar spannende Hinweise.

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Autor: Jürgen Schönstein· 20.12.10 · 22:45 Uhr· 55 Kommentare

18. Dezember 2010

Der Cognitive-Bias-Song

Kategorie: Naturwissenschaften

Vielleicht nicht hitverdächtig, aber doch ein Liedchen, das man als Forscher ab und zu vor sich hin summen könnte:

Gefunden hier in der New York Times, beim Verfolgen dieses Links.


Autor: Jürgen Schönstein· 18.12.10 · 19:57 Uhr· 0 Kommentare

Wortspielereien im "Kulturom"

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur  ·  Kommentare: 3

Ich muss zugeben, dass ich als "Wortarbeiter" auf der neuesten Google-Spielwiese eine Menge Vergnügen finde: Die Ngrams erlauben es, in "rund vier Prozent aller jemals publizierten Bücher" (gemeint sind die digitalisierten Bestände von GoogleBooks, und die Angabe stammt aus der Pressemitteilung der Harvard-Universität, die an diesem Projekt beteiligt war) nach der Häufigkeit einzelner Wörter zu suchen. Die Masse der digitalisierten Bücher ist zwar in englischer Sprache, aber GoogleBooks enthält genug deutsche Literatur, dass man auch hier ganz ergiebig suchen kann. Die Autoren haben für die in dieser Fomr kaum realisierbare quantitative Sprachforschung den Begriff "Culturomics" gewählt, weil sie sich daraus unter anderem einen Einblick in die "fossilen Spuren" veralteter Sprachgebräuche erhoffen - vergleichbar den Spuren der Evolution, die in unserer DNA abgelegt sind und die durch Genomik entschlüsselt werden.

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Autor: Jürgen Schönstein· 18.12.10 · 06:26 Uhr· 3 Kommentare

17. Dezember 2010

Noch ein Falcon-Start (Video-Update)

Kategorie: Technik

Diesmal wird Am 8. Dezember wurde die von Elon Musks Privatfirma SpaceX gebaute Trägerrakete Falcon9 direkt von Cape Canaveral im Nasa-Auftrag gestartet. Wer per Webcast live dabei sein will, muss hier klicken:SpaceXFalcon9.jpg Hier nun ein Video der Nasa vom Start:

Wer den detaillierteren Filmbericht von SpaceX über die gesamte Falcon9-Mission sehen will, der findet ihn hier. Es ging primär darum, die Raumkapsel Dragon in eine Umlaufbahn zu bringen und unversehrt zur Erde zurückkehren zu lassen (die drei rot-weißen Fallschirme, eine Reminiszenz an Apollo-Missionen, erweckten bei mir besonders nostalgische Gefühle); was die "geheime Nutzlast" im Dragon bedeuten sollte - keine Ahnung. Alles Käse, vielleicht?


Autor: Jürgen Schönstein· 17.12.10 · 19:29 Uhr· 0 Kommentare

Oh...oh...Origamiceratops!

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 2

Origamiceratops2.jpg
Diesem urzeitlich anmutenden Getüm bin ich heute im Stata Center des Massachusetts Institute of Technology begegnet. Das gut drei Meter lange und eineinhalb Meter hohe "Skelett" eines Triceratops wurde vom Origami-Club des MIT aus insgesamt 19 Papierquadraten von jeweils 1,50 Metern Kantenlänge gefaltet (Schneiden und Kleben gilt nicht beim Origami); das Design stammte vom japanischen Origami-Meister Issei Yoshino. Wer mehr dazu lesen will, kann hier klicken.

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Autor: Jürgen Schönstein· 17.12.10 · 18:55 Uhr· 2 Kommentare

16. Dezember 2010

Flatterhafte Bodenhaftung

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Mit eine Entschuldigung an alle Biologen, die dies sowieso schon wissen und sich zu Recht fragen werden, warum ich das hier poste. Ich habe mir auf der Website der National Science Foundation diesen Videoclip zum Thema Vogelflug angesehen, in dem - beinahe nebenbei - auch gezeigt wird, wie die Flugfähigkeit per Evolution entstanden sein kann: Nestflüchter (im Video ist es zum Beispiel eine Wachtel) nutzen ihre Flügel auch dann schon, wenn sie zum Fliegen noch zu unterentwickelt sind - und zwar als eine Art Spoiler, der ihren Füßen zusätzliche Griffigkeit verleiht und ihnen damit auch helfen kann, steile Hindernisse (Bäume, beispielsweise) zu erklimmen. Wissenschaftler nennen es wing assisted incline running:

Nichts Neues, wie gesagt, aber da speziell der Vogelflug scheinbar unermüdlich von der Intelligent-Design-Seite als ein Beispiel nichtreduzierbarer Komplexität angeführt wird, sollte man ebenso unermüdlich darauf hinweisen, wie unsinnig dieses "Argument" ist. Was ich hiermit getan habe ...


Autor: Jürgen Schönstein· 16.12.10 · 15:33 Uhr· 1 Kommentar

15. Dezember 2010

Trocknertücher helfen bei der Mückenabwehr

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

Im eiskalten Wetter (draußen sind es gerade minus sieben Grad Celsius) sind Mückenplagen nicht unbedingt ein Problem, das dringend erscheint. Das Publikum für ein Paper über Bounce® Fabric Softener Dryer Sheets Repel Fungus Gnat, Bradysia sp. nr. coprophila (Diptera: Sciaridae), Adults, erschienen in der aktuelle Ausgabe von HortScience, dürfte daher um diese Jahreszeit noch kleiner sein als im Frühjahr oder Sommer. Aber es war auch nicht so sehr die Forschungsfrage selbst - ob Trocknertücher der Marke Bounce® (hergestellt von Procter & Gamble) Mücken abhalten oder nicht - als vielmehr die Tatsache, dass hier ein Hausmittel, dessen Wirkung zwar seit Jahren auf Ratgeberseiten von Haushaltsmagazinen und einschlägigen Webseiten angepriesen, wissenschaftlich bisher jedoch nie untersucht wurde (ein negativer Eintrag auf Snopes.com zählt da wohl nicht), von Insektenforschern der Kansas State University überprüft und ... bestätigt wurde.

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Autor: Jürgen Schönstein· 15.12.10 · 19:20 Uhr· 4 Kommentare

Im Fußgängerparadies leben bessere Nachbarn

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 88

Paradies ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen - was im Paper Examining Walkability and Social Capital as Indicators of Quality of Life at the Municipal and Neighborhood Scales (erschienen im Journal Applied Research in Quality of Life) beschrieben wird, sind Wohngegenden, wo die täglichen Annehmlichkeiten wie Spielplätze, Lebensmittelläden, Postämter, Restaurants bequem zu Fuß erreicht werden können. Und in solchen Wohngegenden sind die Leute nicht nur gesünder (weil sie mehr Bewegung haben) und weniger einsam (weil sie Menschen auf der Straße treffen können), sondern sie verfügen auch über mehr soziales Kapital , womit der französische Soziologe Pierre Bourdieu in seinem Aufsatz über Ökonomisches Kapital, kulturelles Kapital, soziales Kapital 1983 die "Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen" bezeichnete,

"die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen."

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Autor: Jürgen Schönstein· 15.12.10 · 05:33 Uhr· 88 Kommentare

14. Dezember 2010

Bei schwierigen Fragen hilft "löchern"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 19

Eines der größten Probleme Afrikas ist die HIV/Aids-Epidemie - 70 Prozent aller HIV-Positiven weltweit leben in Afrika. Eine der größten Herausforderungen der Aids-Vorbeugung ist die Aufklärung - aber eine der größten Probleme der Aufklärung ist, dass man oft nicht weiß, was junge Leute (die vorrangig betroffene Zielgruppe) wissen und wie sie sich verhalten. Kann man ja fragen, oder? Naja, fragen kann man - aber ob man in Kulturen, die Sexualität verbieten oder tabuisieren, hier ehrliche Antworten bekommen wird, ist eine andere Frage. Und zwar eine, die vermutlich viel häufiger, als einem lieb sein kann, mit "nein" beantwortet werden muss. Eine Feldstudie unter jungen Äthiopiern, die zum Thema vorehelicher Sex und Verwendung von Kondomen befragt wurden, kommt zum Resultat, dass vorehelicher Sex mindestens doppelt so häufig vorkommt und die Information, dass Kondome schützen, um mindestens 22 Prozent weniger verbreitet ist als herkömmliche Umfragen ergeben hatten.

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.12.10 · 23:15 Uhr· 19 Kommentare

War schon die erste Tea Party eine "Kunstrasenbewegung"?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 15

Hier in Boston stolpert man ja allenthalben über die Spuren der amerikanischen Revolution - und nicht nur an historischen Plätzen wie dem Haus von Paul Revere, dem Obelisken als Denkmal an die Schlacht von Bunker Hill oder dem Schauplatz des Massakers von Boston: Die Versicherungsgesellschaft John Hancock ist nach dem Revoutionär und Mitunterzeichner der Unabhängigkeitsreklärung, John Hancock, benannt und hat ihren Sitz in Boston; die örtliche Biermarke heißt Samuel Adams, zu Ehren des gleichnamigen Mitunterzeichners der Unabhängigkeitserklärung. Und natürlich fand hier die legendäre Boston Tea Party statt, von der sich die gleichnamige aktuelle Bewegung den Namen und die politische Legitimiation geliehen hat.

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.12.10 · 05:18 Uhr· 15 Kommentare

13. Dezember 2010

Einkommensschere beschneidet Internetzugang

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 3

Diese Daten des Pew Research Center sind zwar schon ein paar Wochen alt, aber ich bin halt erst jetzt drauf gestoßen - und finde sie trotzdem noch bemerkenswert: Die amerikanische "Einkommensschere" - will heißen, die sich vergrößernde Differenz zwischen oberen und unteren Einkommen - hat auch deutliche Auswirkungen auf den Zugang zum Internet (das ja oft als ein großer Gleichmacher angesehen wird, in dem auch scheinbar sozial Schwächere gegen die Mächtigen antreten können, zum Beispiel der einzelne Blogger gegen ein großes Verlagshaus - den Link, an den ich gerade denke, findet Ihr bestimmt auch selber, Ihr seid doch gewiss gut genug im BILD): 87 Prozent aller US-Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mehr als 75.000 Dollar haben einen Breitband-Internetanschluss zu Hause, in den Haushalten mit maximal 30.000 jährlich sind es nur 40 Prozent. Dass es eine Diskrepanz gibt, war gewiss zu erwarten, denn immerhin muss man für den Breitband-Internetanschluss irgendwo zwischen 300 und 400 Dollar jährlich bezahlen - was überrascht, ist die Tiefe dieser Kluft.
Pew.gif

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Autor: Jürgen Schönstein· 13.12.10 · 18:46 Uhr· 3 Kommentare

Stürmische Schnee-Kunst

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt

Ob's nun ein eher milder oder ein eher kalter, eher ein trockener oder ein verschneiter Winter wird - wer weiß... Aber wenn man solche Fotos anschaut, dann wünscht man sich fast schon einen Schneesturm mit solch künstlerischen Qualitäten herbei (leider weiß ich nicht, wie alt es ist und wo es gemacht wurde - ich habe es auf der aktuellen Seite der National Science Foundation gesehen und fand es einfach schön):dow2_h.jpg


Autor: Jürgen Schönstein· 13.12.10 · 18:32 Uhr· 0 Kommentare

11. Dezember 2010

Kapitalismus "made in China"

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 5

Seitdem ich in Cambridge lebe, bin ich mit meiner Lieblingslektüre - dem Magazin The New Yorker - leider etwas hinterher: Ich erhalte das Heft nun nicht mehr am montäglichen Erscheinungstag, sondern immer erst am Donnerstag (ärgerlich!), und kam daher erst jetzt zum Lesen. Den Artikel über The Truth Wears Off, der im Untertitel fragt Is there something wrong with the scientific method? habe ich mir, aus nachvollziehbaren Gründen, als erstes vorgenommen - aber ich muss zugeben, dass ich nicht ganz verstehe, worauf der Autor Jonah Lehrer dabei hinaus will. Und der Abstract, der Nicht-Abonnenten zugänglich ist, wirkt leider noch verwirrender. Es geht offenbar darum, dass immer mehr wissenschaftlich publizierte Resultate, "von Psychologie bis Ökologie", nicht reproduzierbar sind (Lehrer verweist zum Beispiel auf das verbal overshadowing - dass es schwerer ist, ein Gesicht wiederzuerkennen, das man vorher gesehen mit Worten beschrieben hatte, als ein Gesicht, das man nur ansah). Warum dies ein Problem für die wissenschaftliche Methode darstellt, die ja offenbar diese Mängel (vielleicht später als wünschenswert, aber immerhin) erst aufgedeckt und Lehrer damit den Anlass zur Story gegeben hat, leuchtet mir noch nicht ganz ein - ich sähe darin bestenfalls ein Problem für die wissenschaftliche Publikation. Muss ich wohl noch einmal durch- und nachlesen ...

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Autor: Jürgen Schönstein· 11.12.10 · 05:46 Uhr· 5 Kommentare

10. Dezember 2010

Mal was Neues: Regionen nach "menschlichem" Maßstab

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

"Irgendwo muss man ja mal eine Grenze ziehen" - so etwa ließe sich die Aufgabe zusammenfassen, vor der wir als Geographen oft stehen. Zum Beispiel bei der Festlegung von Planungsregionen oder (seltener, weil meist schon historisch gefestigt und nicht mehr leicht modifizierbar) Verwaltungsregionen. Und vor allem zu der Zeit, als ich noch aktiv (= studierend) Wirtschafts- und Sozialgeographie betrieben habe, waren befriedigende Lösungen nicht leicht zu finden. Denn eine gewisse Willkür war solchen Einteilungen - die sich oft auf die Kunden-Herkunft von Einkaufszentren, Pendlerströme oder andere, vergleichsweise leicht erfassbare Verflechtungen stützten - immer anzumerken; zudem waren die Verkehrs- und Einkaufsvernetzungen oft bereits durch planerische Maßnahmen vorgegeben; will heißen: S-Bahnbenutzer können nur auf bestehenden Strecken fahren, und wer einkaufen will, muss halt dahin, wo die Märkte gebaut wurden - ob es ihnen passt oder nicht. Ob dies wirkliche eine optimale Regionaleinteilung reflektiert, darüber kann man streiten (und hat, in der Tat, auch oft und lange gestritten). Darum habe ich mit besonderem Interesse das Paper Redrawing the Map of Great Britain from a Network of Human Interactions in PLoS ONE gelesen, das der italienische Architekt und MIT-Forscher Carlo Ratti et. al. verfasst haben.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.12.10 · 05:22 Uhr· 1 Kommentar

09. Dezember 2010

"Placebo"-Studie für ein soziales Beihilfeprogramm?

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

Klingt kompliziert, ich weiß. Aber im Kern ist die Sache schlicht, wenn auch nicht unbedingt einfach: Um zu sehen, wie effizient ihr sechs Jahre altes Wohnungsbeihilfeprogramm Homebase ist, das bedrohte Personen und Familien vor dem Abgleiten in die Obdachlosigkeit bewahren soll, werden die 400 "Versuchsobjekte" (aus einer Gesamtheit von 7000 Homebase-Empfängern) in zwei Gruppen geteilt: Ein Teil - das wäre die Verumgruppe - kassiert weiterhin die Beihilfen des Programms; die andere Hälfte wird zwar von Forschern betreut, erhält aber sonst nicht außer Tipps, an wen sie sich sonst noch wenden könnten. Das wäre dann wohl die Placebo-Gruppe. Nach zwei Jahren soll dann geprüft werden, ob sich Placebo- und Verumgruppe (ich bleibe mal beim klinischen Vokabular, auch wenn's ein etwas hinkender Vergleich ist) hinsichtlich der Obdachlosigkeit unterscheiden. (Mehr zum Thema hier in der New York Times.)

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Autor: Jürgen Schönstein· 09.12.10 · 19:18 Uhr· 1 Kommentar

Ein Tropfen auf das "heiße Eisen" des Rassismus

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 31

Barack Obama ist der erste schwarze US-Präsident, Halle Berry die erste schwarze Oscar-Preisträgerin als beste Schauspielerin, und Colin Powell war der erste schwarze US-Außenminister. Aber wieso eigentlich? Obama und Berry haben weiße Mütter, und Powell ist, dank seiner schottischen Vorfahren, hellhäutiger als ein Schwabinger Schickimicki mit Zehnerkarte fürs Bräunungsstudio. Wieso sehen wir sie als "schwarz", obwohl sie ebenso gut "weiß" sind? Weil wir auch im 21. Jahrhundert noch Rangordnungen der ethnischen Zurodnung in unseren Köpfen haben, die dem Europiden den obersten Platz zuteilt und alle andere "Rassen" als minderwertig = kontaminierend empfindet. Und das sage nicht nur ich (obwohl ich da auch selbst drauf gekommen bin), sondern das ist auch die Aussage des Papers Evidence for hypodescent and racial hierarchy in the categorization and perception of biracial individuals, das in der neuesten Ausgabe des Journal of Personality and Social Psychology erscheint.

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Autor: Jürgen Schönstein· 09.12.10 · 17:43 Uhr· 31 Kommentare

08. Dezember 2010

Gute Noten sind gesund

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 5

Sagt eine neue Studie, die von der Soziologin Pamela Herd auf der Basis von Daten der Wisconsin Longitudinal Study erstellt und unter dem Titel Education and Health in Late-life among High School Graduates in der aktuellen Ausgabe des Journal of Health and Social Behaviour veröffentlich wurde. Und zumindest laut der Pressemitteilung der University of Wisconsin sieht die Autorin den Zusammenhang unmittelbar in dem, was (und wie gut) Schüler - in diesem Fall rund 10.000 Highschool-Absolventen des Jahres 1957 gelernt haben, und wie gesund sie dann später im Leben sind:

Herd's findings showed that the higher a study participant's high school rank was, the lower the probability that participant experienced worsening health between 1992 and 2003, when the class members neared retirement age.

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Autor: Jürgen Schönstein· 08.12.10 · 16:50 Uhr· 5 Kommentare

Noch ein Falcon-Start

Kategorie: Technik

Diesmal wird die von Elon Musks Privatfirma SpaceX gebaute Trägerrakete Falcon9 direkt von Cape Canaveral im Nasa-Auftrag gestartet. Wer per Webcast live dabei sein will, muss hier klicken:SpaceXFalcon9.jpg


Autor: Jürgen Schönstein· 08.12.10 · 16:13 Uhr· 0 Kommentare

07. Dezember 2010

Und manchmal ist Wissenschaft auch unbefriedigend

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 79

Fang' ich jetzt an, hier den Wissenschaftskritiker zu mimen? Keine Bange, und die Formulierung der Überschrift ist schon sehr bewusst gewählt - denn es ist tatsächlich nicht so, dass Wissenschaft "befriedigen" muss. Nicht jedes wissenschaftliche Resultat gibt uns ein Gefühl der inneren Wärme, wie ein Teller Erbsensuppe an einem heißen Wintertag - ich könnte mir vorstellen, dass die Quantenmechanik voller Erkenntnisse ist, die selbst einen Physiker nicht wirklich zufrieden macht. Die Befriedigung, die uns eine umfassende, schlüssige und plausible Antwort gibt, ist keine wissenschaftliche Qualität - sie stillt ein rein menschliches Bedürfnis. Wie Erbsensuppe eben. Oder Hummer und Steak - und hier komme in nun auf meinen eigentlichen Anlass für diesen Eintrag.

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Autor: Jürgen Schönstein· 07.12.10 · 20:27 Uhr· 79 Kommentare

Nicht die Religion, sondern die Freunde machen glücklich

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 17

Wenn religiöse Menschen von sich behaupten, glücklicher und zufriedener zu sein, dann liegt das nicht an ihrer Nähe zu irgend einem Gott oder einer spirituellen Erleuchtung, sondern erst mal daran, dass Religionsgemeinschaften vor allem letzteres sind - Gemeinschaften. Mitglieder finden hier Anschluss an Freunde, und das sei vor allem, was sie glücklich mache, erklärt Chaeyoon Lim von der University of Wisconsin, gemeinsam mit Robert Putnam (Harvard University) Co-Autor des Papers über "Religion, Social Networks, and Life Satisfaction", das in der Dezember-Ausgabe der American Sociological Review erscheinen wird (zurzeit noch nicht Online, werde bei Gelegenheit einen Link nachliefern; bis dahin muss der Link zur Pressemitteilung genügen):

"Our study offers compelling evidence that it is the social aspects of religion rather than theology or spirituality that leads to life satisfaction. In particular, we find that friendships built in religious congregations are the secret ingredient in religion that makes people happier."
Unsere Studie liefert zwingende Beweise, dass es die sozialen Aspekte der Religion sind und nicht die Theologie oder Spiritualität, die ein zufriedenes Leben bewirken. Insbesondere fanden wir,. dass Freundschaften, die in religiösen Gemeinden geschlossen werden, die geheime Zutat in der Religion sind, die Menschen glücklicher machen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 07.12.10 · 16:51 Uhr· 17 Kommentare

06. Dezember 2010

Kentucky: Millionensubventionen für "Noahs Arche"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 34

Nur ganz kurz polemisiert, ehe ich mich zu sehr aufrege: Während es der öffentlichen Hand in den USA offenbar nicht mehr zumutbar scheint, in Notfällen lebensrettende Operationen zu bezahlen, leistet sich der Staat Kentucky ein Entwicklunsgprojekt der Sonderklasse: Die Investoren des Kreationismus-Museums in Petersburg (Kentucky) wollen mit einem Aufwand von 150 Millionen Dollar Noahs Arche mit lebenden Tieren an Bord als Themenpark nachbauen - und holen sich dafür ein Viertel der Kosten (37,5 Millionen Dollar) als Steuergeschenkee vom Staat, Nachzulesen hier in der New York Times.


Autor: Jürgen Schönstein· 06.12.10 · 14:43 Uhr· 34 Kommentare

04. Dezember 2010

Hier fließt Blut!

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

Was man hier sieht, sind einzelne rote Blutkörperchen, die durch Kapillaren in einem Mausohr fließen - aufgenommen in vivo dank einer neuen (naja, seit elf Jahren entwickelten) Mikroskoptechnik, die den so genannten Raman-Effekt nutzt (da ich die Erklärung dafür auch nur von Wikipedia abschreiben könnte, verweise ich lieber auf den Link). Und wie die "stimulierte Raman-Streuungs-Mikroskopie" funktioniert, erklärt der Harvard-Professor X. Sunney Xie (nebst Kollegen) in einem Paper, das in der aktuellen Ausgabe von Science veröffentlicht ist, oder auf der Website seines Instituts. Mehr und besseres Videomaterial - YouTube lässt sich zwar schön einbetten, aber dafür muss man Abstriche bei der Bildqualität akzepteren - findet man hier.

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Autor: Jürgen Schönstein· 04.12.10 · 21:21 Uhr· 4 Kommentare

Buch-Kurztipp: Countdown to Extinction

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

739301.jpg"Learn from the mistakes of others. You won't live long enough to make them all yourself." Diesen Rat gibt Wendy Northcutt, Initiatorin der Darwin Awards, in ihrem sechsten und neuesten (Jahr-)Buch "Countdown to Extinction". Und wieder gab es genug Kandidaten für diesen nicht gerade erstrebenswerten Preis (der definitionsgemäß nur postum verliehen werden kann) für die dümmste Weise, sich selbst aus dem Genpool zu entfernen und damit der kommenden Generation zu helfen, da sie einen Idioten weniger als Vorfahren verkraften muss. Explodierende Kaugummis, Badeausflüge im von Krokodilen wimmelnden Limpopo und diverse Elektroschock-Methoden - in elf Kapiteln (die im Countdown mit Nummer Elf beginnen) gibt's genug aus Fehlern Anderer zu lernen. Deren Leben jedenfalls war zum Lernen zu kurz ... Wer ohne zu kaufen erst mal reinschnuppern will, kann mal hier klicken (ich hoffe, der Link funktioniert auch in Deutschland).


Autor: Jürgen Schönstein· 04.12.10 · 06:42 Uhr· 1 Kommentar

03. Dezember 2010

Aus Kostengründen kein Recht auf Leben?

Kategorie: Medizin·Politik  ·  Kommentare: 357

Medizin, so hatte der Präsident der deutschen Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe laut dem Spiegel erklärt, sei "keine Naturwissenschaft". Zum Zweck meiner folgenden Betrachtung will ich hier mal ganz unbegründet unterstellen, dass Hoppe eigentlich sagen wollte, Medizin sei nicht nur eine Naturwissenschaft, und ihm dann natürlich ganz eifrig beipflichten: Medizin ist auch eine soziale Funktion, die sich unter anderem aus dem Grundrecht "auf Leben und körperliche Unversehrtheit" (in Deutschland durch Artikel 2, Absatz 2, Satz 1 des Grundgesetzes garantiert; andere moderne Staaten haben ähnliche Passagenn in ihren Verfassungen) ableitet: Medizinische Versorgung ist also im Prinzip auch ein Menschenrecht. Will heißen: Mediziner agieren nicht nur auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern auch mit einer gesellschaftlichen und menschlichen Verantwortung. Und selbst in den nicht unbedingt als Hort sozialistischen Denkens bekannten Vereinigten Staaten von Amerika gibt es daher ein staatliches (= gesellschaftliches) System, dass selbst den Mittellosen eine medizinische Grundversorgung sichern soll.*

* Von der oft beklagten medizinischer Un(ter)versorgung sind weder die Armen noch die Reichen Amerikas wirklich betroffen - es ist die arbeitende Mittelschicht, die sich zwar oft die Kosten der Versicherung bzw. der Behandlung nicht leisten kann, aber andererseits nicht arm genug ist, um sich für staatliche Hilfe zu qualifizieren.

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Autor: Jürgen Schönstein· 03.12.10 · 21:46 Uhr· 357 Kommentare

02. Dezember 2010

"Aus Anonymität entsteht Verachtung"

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 176

Dieser Eintrag - das sei als Warnung vorweg gesagt - hat nichts mit Wissenschaft, sondern nur mit Bloggen zu tun. Genauer gesagt, mit den Kommentaren und Kommentatoren. Und obwohl ich mich hier auf den Meinungsbeitrag Where Anonymity Breeds Contempt beziehe, den die Facebook-Produktentwicklerin Julie Zhuo vor einigen Tagen in der New York Times veröffentlich hatte, ist der Anlass doch ein ganz persönlicher (auch wenn ich aus Gründen der Diskussionsvereinfachung hier darauf verzichten werde, die ganz konkreten Auslöser zu markieren; wer regelmäßig hier mitliest, kommt da wahrscheinlich sowieso von alleine drauf). Es geht um die Frage, ob das von vielen Webseiten - nicht nur Blogs, auch Medien aller Art - gewährte Recht, anonyme Kommentare zu hinterlassen, nicht geradezu zum "Trollen" herausfordert, weil dies eben in der menschlichen Natur liege.

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Autor: Jürgen Schönstein· 02.12.10 · 22:00 Uhr· 176 Kommentare

Ghostwriters - die (un-)heimliche Hand?

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Darüber, dass nicht jeder Wissenschaftler auch ein talentierter Autor ist, haben wir hier auf WeiterGen schon mal diskutiert. Dass es der wissenschaftlichen Publikation also nicht schaden könnte, wenn sich die Paper-Autoren auch mal gelegentlich der Hilfe begabter - und natürlich auch bezahlter - Schreiber bedienen würden, hätte ich als Journalist jedenfalls sofort unterschrieben. Aber wie ist's, wenn die Arbeit, sagen wir mal, ein Lehrbuch, nicht nur von Profischreibern betreut, sondern gleich von diesen Ghostwritern komplett im Namen zweier Wissenschaftler verfasst wird? Und diese Geisterschreiber zudem von einem Pharmakonzern bezahlt sind?

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Autor: Jürgen Schönstein· 02.12.10 · 07:44 Uhr· 3 Kommentare

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