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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Mai 2010

29. Mai 2010

Der heutigen Jugend fehlt Einfühlsamkeit

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 16

AlterSack.jpgAls ich selbst noch jung war, hatte ich mir geschworen, nie in meinem Leben einen Satz mit "Die Jugend von heute ..." anfangen zu wollen, und schon gar nicht, wenn er in der Fortsetzung etwas Negatives über Generationen sagen würde, die dann - logischer Weise - deutlich nach mir geboren sein mussten. Und doch steht so etwas in meiner Überschrift. Warum? Weil's wissenschaftlich belegt ist.

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Autor: Jürgen Schönstein· 29.05.10 · 09:09 Uhr· 16 Kommentare

28. Mai 2010

"Wissenschaft braucht eine bessere PR"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Das jedenfalls ist der Tenor eines Beitrags im aktuellen WIRED. Die Frage nach dem Sinn und Zweck der Wissenschafts-PR sich wurde ja auch hier auf den Scienceblogs schon mehrfach diskutiert. Dem Grundgedanken, dass Wissenschaft sich daüber bewusst sein muss, dass ihre Inhalte in einer öffentlichen Debatte anders rüberkommen als in einer akademischen, stimme ich unbedingt zu. Die Frage bleibt aber: Gibt es einen Platz für "Spin-Doktoren" in der Wissenschaftsvermittlung?

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Autor: Jürgen Schönstein· 28.05.10 · 07:49 Uhr· 1 Kommentar

27. Mai 2010

... stets mit Geräusch verbunden

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 16

Der Ton, so sagt man, macht die Musik. Richtiger müsste es natürlich heißen, die Töne - denn erst dann kann es so etwas wie Harmonie und Melodie geben. Aber was macht eigentlich den "Wohlklang" aus, der generell als eine der Grundeigenschaften von Musik angesehen wird? Dass diese subjektive Bewertung sehr viel mit Harmonie - die laut Wikipedia als ein ganzzahliges Verhältnis zwischen Frequenzen definiert werden kann und daher eine mathematisch-physikalisch klar beschreibbare Eigenschaft ist - zu tun hat, würde ein Laie ungeprüft akzeptieren. Aber vielleicht kommt es auch dabei auf die Rezeptoren und Neuronen in unserem Gehirn an, oder darauf, was man halt als wohlklingend gelernt hat? Warum sonst hätte mich mein Sitzbank-Nachbar heute morgen in der U-Bahn so schräg angeschaut - mag er vielleicht die Latin Playboys nicht, die durch die Ohrhörer meines MP3-Spielers nach draußen an sein Ohr gedrungen waren?

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Autor: Jürgen Schönstein· 27.05.10 · 07:59 Uhr· 16 Kommentare

26. Mai 2010

Ein Rennen, bei dem Wissenschaft auf der Strecke blieb

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Wenn das Thermometer in New York - wie am heutigen Mittwoch - auf superschwüle 32 Grad Celsius klettert, sind die gekühlten Hallen des American Museum of Natural History sowieso ein stets willkommener Zufluchtsort. Sich gedanklich auf eine Expedition in die Antarktis zu begeben, wird bei solchen Witterungsbedingungen zwar ein wenig anstrengender, aber dank der ans spektakuläre grenzenden Arbeit der Museums-Kuratoren und -Designer ist die neue Ausstellung über das Wettrennen zum Südpol zwischen dem Norweger Roald Amundsen und dem britischen Offizier Robert F. Scott nicht nur kühl (klimatisiert), sondern auch cool. Eine Ausstellung zum Anfassen, im wörtlichen Sinn, und zum Miterleben - weil man dank ausgiebiger Original-Exponate und anschaulicher Nachbauten (u.a. ein Teil der Hütte, in der Scott sein Basislager bei Cape Evans eingerichtet hatte, sowie eine Nachbildung der Eishöhlen, die Amundsen für sein Ausgangscamp graben ließ) wenigstens ein kleines bisschen die Dramatik dieses Wettrennens nachempfinden kann.

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Autor: Jürgen Schönstein· 26.05.10 · 06:10 Uhr· 3 Kommentare

25. Mai 2010

Raubbau im Rosenholz

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 4

Der Klimawandel ist nicht die einzige massive Bedrohung der Flora und Fauna von Madagaskar - der korrupte Kommerz, der nach dem Putsch im März 2009 zu blühen begann, tut ein Übriges, wie die New York Times in einer Titelstory ihrer Dienstagausgabe beschreibt. Seither ist der illegale Raubbau von Rosenholz (Dalbergia) auf das 25-Fache gestiegen; die gewilderten Stämme werden zum größten Teil nach China exportiert, wo sie zu Möbeln oder Musikinstrumenten weiter verarbeitet werden. Der Wert der seltenen Hölzer, die im vergangenen Jahr illegal gefällt und exportiert wurden, addiert sich laut der New York Times auf 167 Millionen Dollar; das sind 16 Prozent des geamten legalen Exportvolumens des Landes. Das Dramatische an der Sache ist, dass die drei Rosenholz-Arten, die in Madagaskar wachsen - Dalbergia madagascariensis, Dalbergia louvelii und Dalbergia baronii - nirgendwo sonst auf der Welt vorkommen.


Autor: Jürgen Schönstein· 25.05.10 · 20:24 Uhr· 4 Kommentare

21. Mai 2010

Craig Venter - ein "Lebensschöpfer"?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 28

currentcoverus0522.jpgIch denke mal, dass ich mich in der Reihe der Leute, die nicht viel von Craig Venter halten (muss ich dem Mann jetzt wirklich einen Link spendieren - näh!), gaaanz weit hinten anstellen müsste, hinter echten Biologen, Chemikern, Biochemikern, eigentlich Forschern aller Art. Was ich von ihm halte, wird also die Fachwelt etwa ebenso beeindrucken wie ein Niesen im Sturm. Aber es ist Freitagabend, und darum will ich noch vor dem Wochenende den Gedanken Luft machen, die mir als Reaktion auf Venters Ankündigung, eine Zelle "geschaffen" zu haben, durch den Kopf gingen. Eigentlich ist es gar nicht so sehr die Ankündigung selbst, sondern die Rezeption der Nachricht, die sich ziemlich gut in der Coverstory des aktuellen Economist manifestiert: "And man made life" - die Idee, dass hier Leben neu "geschaffen" wurde.

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Autor: Jürgen Schönstein· 21.05.10 · 22:52 Uhr· 28 Kommentare

20. Mai 2010

Gefiederter Rüpel

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 5

penguin-trip.gifEs ist zwar noch nicht Freitag, aber das ist ja auch kein echtes Video, sondern eine so genannte "animierte gif"-Datei. Von wem die kurze Sequenz, die viral durchs Web geistert, im Original stammt, konnte ich nicht eruieren; die beste Quelle, die ich finden konnte, ist hier. Und da ich schon mal was wissenschaftlich hinreichend Relevantes über Pinguine gepostet hatte, ist die kleine Szene wohl im Rahmen der Scienceblogs auch hinreichend legitimiert. Zur Not könnte man ja mal an Verhaltensforscher appellieren, ob die etwas über Pinguin-Tatmotive zu sagen hätten ...


Autor: Jürgen Schönstein· 20.05.10 · 18:09 Uhr· 5 Kommentare

Rettet Kevin Costner (mal wieder) eine Wasserwelt?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 3

Von übelriechender ozeanischer Masse versteht Kevin Costner sicher was: Sein Film Waterworld war einer der größten Hollywood-Stinker aller Zeiten. Aber quasi als Wiedergutmachung hatte der Filmstar vor 15 Jahren (im gleichen Jahr, als Waterworld erschien) gemeinsam mit seinem Bruder Dan ein offenbar von der US-Regierung begonnenes und dann aufgelassenes Projekt übernommen, das Zentrifugen zur Trennung von Wasser und Öl nach Tankerkatastrophen entwickeln sollte. Jetzt sind Costners Zentrifugen angeblich einsatzbereit; BP hat verkündet, dass Costners Partnerfirma Ocean Therapy Solutions (leider keine Webseite dafür auffindbar) in der kommenden Woche mit Praxistests beginnen wird; angeblich sollen die mit einem Aufwand von 24 Millionen Dollar entwickelten Pumpsysteme fast 800.000 Liter Wasser täglich zu 97 bis 99 Prozent vom Öl trennen können. Mehr dazu im nachfolgenden Video (und falls die Zentrifugen nicht funktionieren, kann Costner ja wenigstens das Haarbüschel spenden, das unter seiner Unterlippe wächst - Tier- und Menschenhaar sind bekanntlich gute Ölabscheider):


Autor: Jürgen Schönstein· 20.05.10 · 03:50 Uhr· 3 Kommentare

17. Mai 2010

"Die verzweifelte Suche nach Heilmitteln"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 19

Newsweek-Cover2405.jpgSo stelle ich mir als Nicht-Fachmann das Prinzip die medizinischen Forschung vor: Grundlagenforscher entdecken ein Molekül/Gen/Protein etc. mit dem Potenzial, die Entstehung oder Ausbreitung einer Krankheit wie Krebs, Aids, oder auch dem gewöhnlichen Schnupfen, zu verhindern oder zu hemmen. Staatliche Institute und Pharma-Stiftungen fördern die weitere akademische Forschung, die schließlich die Basis für konkrete Medikamente/Therapien bildet; Pharmahersteller betreiben die letzte Phase der Entwicklung, die letztlich zudem führt, was der Arzt dann auf den Rezeptblock kritzeln kann.

Irgendwie so sollte es wohl sein - doch offenbar klafft hier eine enorme Lücke: das "Tal des Todes" (Valley of Death), wie es im Sprachgebrauch der Forscher offenbar genannt wird und auf das nun das US-Magazin Newsweek in seiner aktuellen Coverstory hinweist: Die Zahl der neu zugelassenen Medikamente ging, trotz steigender staatlicher Förderung, drastisch zurück: Während zwischen 1996 und 1999 noch insgesamt 157 neue Medikamente von der FDA zugelassen worden seien, habe sich diese Zahl in den Jahren 2006 bis 2009 auf 74 reduziert. Und das, obwohl das Budget der National Institutes of Health - als ein indikator für die Entwicklung der Grundlagenforschung - seit 1998 von etwa 13,5 Milliarden auf heute 31 Milliarden Dollar gestiegen sei.

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Autor: Jürgen Schönstein· 17.05.10 · 17:15 Uhr· 19 Kommentare

14. Mai 2010

Und noch ein entlarvter Einwanderungsmythos

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 2

Vielleicht wird da ja noch eine Serie draus (und vielleicht liegt es an meinem eigenen Status als de-facto-Einwanderer in den USA, dass ich auf solche Themen anspringe): Professor Tim Wadsworth, Kriminal-Soziologe an der University of Colorado in Boulder, vertritt in einem Paper, das in Social Science Quarterly veröffentlich wurde, die These, dass Einwanderung nicht etwa eine erhöhte Kriminalität zur Folge hat (eines der beliebtesten Argumente von Einwanderungsgegnern, nicht nur in den USA), sondern im Gegenteil: Ein Anstieg der Einwanderung könnte erklären, warum in den Zielregionen die Verbrechensrate sinkt.

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.05.10 · 20:40 Uhr· 2 Kommentare

13. Mai 2010

US-Studie: IT-"Gastarbeiter" verdienen besser

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 6

Wissenschaft macht sicher am meisten Spaß, wenn sie überrascht - wenn sie Resultate zeigt, die überkommene Vorstellungen entkräften. Aus diesem Grund ist mein Blick auch auf der Studie "Are Foreign IT Workers Cheaper?" hängen geblieben, die von den Wirtschaftsprofessoren Henry C. Lukas und Sunil Mithas, beide von der Robert H. Smith School of Business der University of Maryland im Journal Management Science, herausgegeben vom Institute for Operations Research and Management Sciences INFORMS, veröffentlicht wurde. Das Überraschende an der Studie - in deren Abstract leider nur wenig Details enthalten sind; auch die Pressemitteilung geizt mit Daten - ist ganz simpel: Entgegen der vor allem von Einwanderungsgegnern immer vorgetragenen Behauptung, dass ausländische Arbeitskräfte ("Gastarbeiter" nannte man die früher) niedrigere Gehälter akzeptieren und dadurch das Entlohnungsniveau für Einheimische senken, werden in den USA, zumindest im Bereich Informationstechnologie, die Ausländer besser bezahlt als ihre vergleichbar qualifizierten Inlandskollegen - und zwar (diese Zahl habe ich aus einem Artikel, der auf Mithas' Website verlinkt ist), in der Größenordnung von fünf bis neun Prozent mehr.

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Autor: Jürgen Schönstein· 13.05.10 · 19:26 Uhr· 6 Kommentare

Alter "Druck"-Fehler im Oxford English Dictionary

Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Physik ist sicher nicht jedermanns Sache, aber da wir im Deutschen den "Siphon" - so, wie der Begriff im Englischen gebraucht wird - als "Saugheber" übersetzen, hätten selbst jene unter uns, die im Unterricht damals nicht aufgepasst hatten, vermutlich schon Verdacht geschöpft, dass an der Definition des Wortes Siphon im Oxford English Dictionary etwas nicht stimmen kann:

"A pipe or tube of glass, metal or other material, bent so that one leg is longer than the other, and used for drawing off liquids by means of atmospheric pressure, which forces the liquid up the shorter leg and over the bend in the pipe."
Zu deutsch: ein Rohr als Glas, Metall oder anderem Material, so gekrümmt dass ein Ende länger ist als das andere, und dazu verwendet, Flüssigkeiten mit Hilfe des atmosphärischen Drucks abzusaugen, der die Flüssigkeit das kürzere Ende hinauf und über die Krümmung des Rohres gezwängt wird.

Aha, der atmosphärische Druck macht das also?

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Autor: Jürgen Schönstein· 13.05.10 · 05:36 Uhr· 6 Kommentare

11. Mai 2010

Ein Prost auf den Klimawandel!

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 38

Nyetimber_e_2e09dddb13207eb6fd5289483e90226c.jpgDass es beim Klimawandel nicht nur um Messdaten, Modelle und Prognosen geht, sondern auch um real beobachtbare Veränderungen in unserer Welt, habe ich hier versucht zu illustrieren. Und wem die Sorgen der Kiefern, Bären und Permafrost-Bewohner zu negativ sind, für den habe ich auf der Titelseite des heutigen Wall Street Journal ein weniger finsteres, aber ebenso reales Beispiel gefunden: Die Zahl der Weingüter in England - das ja nicht gerade als ein Heimatland der Hochgewächse bekannt ist - hat sich zwischen 2000 und 2008 um 15 Prozent, von 363 auf 416, erhöht. Einer der Gründe sei die globale Erwärmung, schreibt das Blatt:

English bubbly is on the rise partly due to better winemaking techniques. But some vintners say they're being helped by another, unexpected factor: a warming climate. Official data indicate that the past 10 years were the warmest on record globally. In England, this led to plumper and riper grapes most seasons, especially for sparkling wines.

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Autor: Jürgen Schönstein· 11.05.10 · 17:29 Uhr· 38 Kommentare

10. Mai 2010

"Die Front gegen Aids bricht auseinander"

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 15

Das vergangene Jahrzehnt, so schreibt die New York Times heute in einem großen Bericht auf ihrer Titelseite, sei ein "goldenes Fenster" für die Behandlung von Aids in der Dritten Welt gewesen: Behandlungen mit Medikamenten, die pro Monat tausend Dollar gekostet hatten, waren für weniger als hundert Dollar im Jahr zu bekommen, neue Aidskliniken wurden eröffnet und bestehende ausgebaut, vor allem Dank der Spendengelder aus den reichen Industrieländern. Doch diese Spenden fließen als Folge der Rezession spärlicher, und die verbleibenden Mittel müssen mit dem Kampf gegen andere, ebenso bedrohliche Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose geteilt werden: "Even as the number of people infected by AIDS grows by a million a year, money for treatment has stopped growing" - eine Million Neuinfektionen jedes Jahr, und keine zusätzlichen Mittel zur Behandlung führen dazu, dass Kliniken in Uganda neue Patienten auf Wartelisten setzen müssen - sie haben erst dann eine Chance, wenn jemand aus dem Behandlungsprogramm stirbt.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.05.10 · 17:38 Uhr· 15 Kommentare

08. Mai 2010

"Placebo" für weibliche Genitalverstümmelung

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 12

Als Mann, der tief in die abendländische Kultur integriert ist, kann ich zwar noch nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, was durch die Köpfe von Eltern gehen könnte, die die Genitalien ihre Töchter in dem Glauben verstümmeln lassen, dass dies zu ihrem Besten geschehe. (Meine Frau und ich hatten nach der Geburt unserers Sohnes auch ziemlich deutlich gemacht, dass wir niemanden mit einem Skalpell an die Vorhaut des Babys ranlassen werden - eine Prozedur, die in den USA jedenfalls ganz unabhängig von konfessioneller Zugehörigkeit bereits routinemäßig praktiziert wird.) Aber unabhängig von meiner Vorstellungskraft wird dies, laut einem Bericht der bioethischen Kommission der American Academy of Pediatrics (AAP), der im Journal Pediatrics veröffentlicht wurde, alljährlich an vier bis fünf Millionen Mädchen praktiziert, zumeist in Afrika, dem nahen Osten und Teilen Asiens. (Den vollständigen Bericht kann man hier oder hier abrufen.)

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Autor: Jürgen Schönstein· 08.05.10 · 08:46 Uhr· 12 Kommentare

06. Mai 2010

Mit dem Forscher unterwegs

Kategorie: Naturwissenschaften

raxworthy.jpgHier will ich mal für ein neues Blog werben, das vermutlich dank seiner Plattform - der Website der New York Times - sicher nicht die Obskurität fürchten muss: Scientist at Work, das Online-Expeditionstagebuch von Christopher Raxworthy, der sich als Reptilienforscher des American Museum of Natural History sich vor allem auf Madagaskar spezialisiert hat. Erstens finde ich die Arbeit Raxworthys enorm interessant (wie ich hier und hier schon beschreiben konnte), zweitens habe ich den Mann persönlich - wenn auch nur kurz - kennen gelernt und halte ihn für einen guten Wissenschafts-Erklärer. Und drittens ist es einfach unterhaltsam und interessant, seine Expedition auf diese Weise mitzuerleben.


Autor: Jürgen Schönstein· 06.05.10 · 21:19 Uhr· 0 Kommentare

Klimawandel, mal praktisch gesehen

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt  ·  Kommentare: 93

Die Diskussion, ob es nun einen globalen Erwärmungstrend gibt oder nicht, wird ja nicht zuletzt bei meinem Scienceblogger-Kollegen Georg Hoffmann auf Primaklima mit erstaunlicher Geduld (seinerseits) und Hartnäckigkeit (bei nahezu allen Kommentatoren) geführt. Und dort gehört sie auch hin. Aber ich will hier an dieser Stelle meinen geographischen Senf dazu geben, und - wie schon in früheren Beiträgen - zeigen, dass dies keine theoretische Diskussion um Klimacharts und Messmethoden ist, sondern dass sich eine globale Erwärmung auch an konkreten, in der Natur beobachtbaren Veränderungen nachvollziehen lässt. Und als Belege wähle ich heute mal das verstärkte Auftauen der Dauerfrostböden und die ans Katastrophale grenzende Ausbreitung des Bergkiefernkäfers in den Wäldern der nordwestlichen USA, namentlich im und um den Yellowstone-Nationalpark.

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Autor: Jürgen Schönstein· 06.05.10 · 06:58 Uhr· 93 Kommentare

Rap für die Evolution

Kategorie: Naturwissenschaften

Mein Video am Freitag gibt's diesmal schon am Donnerstag. Ich bin - leider für mich zu spät (bin ja auch nicht mehr der Jüngste ...) - über Olivia Judsons Blog (oder ist es eine Kolumne?) in der New York Times darüber gestolpert, dass der kanadische "Science-Rapper" Baba Brinkman mit seinem "The Rap Guide to Evolution" gerade in New York auftritt (Jörg Rings hatte hier auf Diax's Rake schon mal über Brinkman gebloggt). Ersatzweise gibt's hier ein Video seines "Off That (Rationalist Anthem)":


Autor: Jürgen Schönstein· 06.05.10 · 03:46 Uhr· 0 Kommentare

04. Mai 2010

Plädoyer für Placebos

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 109

Auch wenn ich gerade nicht viel Zeit habe, um hier ausgiebig zu posten, will ich doch den Hinweis auf die aktuelle Kolumne von Olivia Judson - auch bekannt als "Dr. Tatiana" - in der New York Times nicht versäumen. Unter der Headline "Enhancing the Placebo", plädiert sie dafür, den Placeboeffekt - sofern er steuerbar ist - besser zu nutzen:

It's time we stopped treating the placebo effect as a nuisance - something that rational humans shouldn't have. Instead, we must learn to purposefully enhance its power.
Es ist Zeit, damit aufzuhören, den Placeboeffekt als etwas Störendes anzusehen - als etwas, das rationale Menschen nicht haben sollten. Statt dessen müssen wir lernen, seine Kraft nutzbringend zu steigern.

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Autor: Jürgen Schönstein· 04.05.10 · 16:39 Uhr· 109 Kommentare

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