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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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21.04.10 · 03:07 Uhr
Pinguinzählung per Satellit
Kategorie: Naturwissenschaften
Es ist offenbar leichter, Pinguine in der Antarktis zu zählen, als die exakte Bevölkerungszahl eines der am weitesten entwickelte Länder der Welt zu ermitteln: Während die US-Volkszählungsbehörde trotz gesetzlich vorgeschriebener Antwortpflicht auch vier Tage nach Abgabefrist bisher gerade mal 69 Prozent Rücklauf hat, sind die Forscher vom British Antarctic Survey recht zuversichtlich, dass sie bald eine ziemlich gute Vorstellung davon haben werden, wie viele Kaiserpinguin-Paare auf dem Eis zuhause sind. Und dank qualitativ hochwertiger Satelliten-Bilder müssen sie dazu nicht mal in die Kälte hinaus, wie das Wall Street Journal berichtet:
(Leider muss man bei diesem Video runde 15 Sekunden Werbung über sich ergehen lassen. Und ja, ich weiß, dass es sich bei den in diesem Video gezeigten Pinguinen um Adeliepinguine handelt.)
Das Bildmaterial, mit dem die Forscher arbeiten, stammt von der U.S. National Geospatial-Intelligence Agency, einer Institution des amerikanischen Militärs, die nicht nur eigene Weltraumbilder auswertet, sondern auch Material von privaten Satellitenbetreibern einkauft und die militärisch nicht relevanten Bilder über ein Kollaborationsprogramm mit Forschungsinstitutionen teilt.
Doch trotz relativ guter Auflösung - und der Tatsache, dass sich vor allem der Pinguinkot auf dem weißen Eis ganz gut abhebt, wie man im Zentrum des nebenstehenden Satellitenbildes einer Kaiserpinguin-Kolonie an der Halley Bay sehen kann - müssen die Forscher gut im Schätzen sein; Wenn sich die bis zu 1,20 Meter großen Pinguine zusammendrängeln, dann können schon mal bis zu zehn auf einem Quadratmeter stehen; und da erreichen die Satellitenfotos etwa ihre Auflösungsgrenze. Andererseits können sie praktisch täglich frisches Bildmaterial anfordern, mit dem sich dann die gefundenen Daten zunehmend verfeinern lassen.
Darum sind die Pinguinzähler zuversichtlich, dass sie bis zum Jahresende einen recht genauen Überblick haben werden. Irgendwo zwischen 200.000 und 400.000 Brutpaaren soll, wie das Wall Street Journal schreibt, die antarktische Einwohnerzahl der kaiserlichen Vögel liegen.
Autor: Jürgen Schönstein· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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