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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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05.03.10 · 18:20 Uhr
So wär's, wenn's mal wirklich kalt würde
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 11
Das nennt Ihr Winter? Das bisschen Schnee und Winterstürme? Pah, früher, da war's noch viel kälter ... 716,5 Millionen Jahre früher, um genau zu sein. Auf diesen Zeitpunkt haben nun Harvard-Forscher die so genannte Sturtische Eiszeit datiert, in der die Erde bis zum Äquator vereist, also ein globaler Schneeball war. (Achtung: Die nebenstehende Abbildung ist keine Darstellung dieser sturtischen Eiszeit, sondern leidiglich ein Symbolbild, wie man sich so eine "Schneeball_Erde" vorstellen könnte. Wie die Konturen der Kontinente unter dem Eis zeigen, handelt es sich um eine künstlerisch verfremdete Darstellung der heutigen Erde. Danke an Lars Fischer für den Hinweis auf die Missverständlichkeit meiner Iluustrations-Entscheidung.)
Das Paper, auf das auch die Harvard-Gazette hinweist, ist in der aktuellen Ausgabe von Science erschienen.
Abbildung: University of Bristol, via Nasa
Ich würde ja gerne noch ein bisschen mehr dazu schreiben, muss ich nun aber beeilen, da ich ein Flugzeug nach Deutschland besteigen muss. Ich weiß, dass Fliegen eigentlich eine Umweltsauerei ist - aber leider ist mir bisher keine bessere Fortbewegungsmethode bekannt, mit der ich es schaffe, meine Familie daheim zu besuchen. Schwimmen wäre einfach zu anstengend ...
Autor: Jürgen Schönstein· 11 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (11)
Seh ich das im Bild richtig, dass in der Darstellung alles vergletschert ist, abgesehen von den Hochgebirgen? So doch eher nicht, oder?
@Lars
Sicher nicht. Das ist auch keine Abbildung aus dem Paper, sondern eine - per Wikimedia Commons gefundene und rein zur Auflockerung gedachte - Illustration, wie man sich eine "Schneeball-Erde" vorstellen könnte. Allein schon der Verlauf der Landmassen und der Kordillere zeigt ja schon, dass dies KEINE Darstellung der Welt vor 716 Millionen Jahren sein kann. Aber danke für den Hinweis, ich werd' das auch oben noch einmal klarstellen.
Da blätterten im Kopf die Bilder durch - so ein Schneeball hat schon derart oft als Hintergrundszenario für Science-Fiction & {-}Fantasy gedient, daß mir der Anblick schon merkwürdig vertraut bis normal vorkommt :-)
Wie lange muss man einen Menschen mobben, bis er vorbeugend Gott und die Welt für einen Familienbesuch und die damit verbundene Nutzung der Errungenschaften der Technik um Entschuldigung bittet? An solchem Handeln gibt es doch nun wirklich überhaupt nichts auszusetzen. Was also soll diese zelebrierte Demutsgeste und wem gilt sie?
Ich weiß, dass meine Kommentare eigentlich eine Provokation sind - aber das musste mal gesagt werden, und ich kenne keine bessere Methode, mit der ich es schaffe, im Netz etwas zu sagen.
SCNR.
Fehlende Worte·
05.03.10 · 20:19 Uhr
Lass dir das mal GENAU durch den Kopf gehen und antworte dir selber darauf. Deine Ehrlichkeit in allen Ehren aber bedenke, dass deine Mitleser eventuell andere Ansprüche und Anforderungen an einen Science Blog haben und hier wenig mit den offenen Unwissen und Unfähigkeiten anderer zu tun haben wollen."aber das musste mal gesagt werden"
Nee. Wirklich nicht.
@Jürgen:
Ich bin eh kein Freund "künstlerischer Darstellungen" wissenschaftlicher Ergebnisse...Lars hat völlig recht. Darum habe ich nachträglich meine erste Abbildung gegen eine zweite ausgetauscht, die zwar immer noch rein illustrativ ist und ebenfalls die heutige Erde als Modell nimmt. Aber wenigstens ist die Sache mit dem Gebirgen, die ausgerechnet nicht vereist sein sollen, obwohl sie's schon unter aktuellen Bedingungen wären, nicht mehr drin.
@Sven Türpe
Ich weiß, dass Sie es sich nicht vorstellen können, aber es gibt tatsächlich Menschen, die ein ehrliches schlechtes Gewissen haben, wenn sie etwas tun (müssen), was sie im und aus Prinzip für nicht korrekt halten.Deswegen fragte ich, wie man ein solches anerzogen bekomme. Zumal es sich ja anscheinend nicht um ein gewöhnliches schlechtes Gewissen handelt, sondern um ein ausdrücklich nach außen gerichtetes. Und um eines, für das es wie gesagt keinen sachlichen Grund gibt. Mit einem Kampfflugzeug zu fliegen und Bomben abzuwerfen, das könnte man für nicht korrekt halten (aber selbst das kann im Einzelfall ethisch korrekt und sogar geboten sein: wir zum Beispiel sind unseren Befreiern von '45 noch heute dankbar). Aber ein Familienbesuch? Ja meine Güte, was sollen eigentlich Ihre Angehörigen von Ihnen halten, wenn sie diesen Besuch ernsthaft gegen das diffuse Wohlgefühl abwägen, das jegliche Form des Fastens anscheinend in einigen Menschen auslöst?
@Sven Türpe
** Augenroll **
Wenn Sie so weitermachen verpassen Sie noch Ihr Flugzeug und obendrein müssten Sie's mir nach Ihren Maßstäben als gute Tat danken. ;-)