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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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01.02.10 · 06:31 Uhr
Ein vierbeiniger "Todesengel"?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 4
Oscar ist eine Katze, die spürt, wenn jemand dem Tod nah ist. Klingt nach Hollywood (oder wenigstens "Dr. House" - und genau so eine Episode gibt's dort tatsächlich), beruht aber auf etwas, das ich mit meiner journalistischen Erfahrung als "wahre Begebenheit" akzeptieren würde - immerhin wurde Oscars Fähigkeit, die den Hospizpatienten des Steere House Nursing and Rehabilitation Center in Providence, Rhode Island, in ihren letzten Stunden zu Gute kommt, im Juli 2007 bereits in einem Artikel für das New England Journal of Medicine gewürdigt. Doch nun hat der betreuende Arzt, Dr. David Dosa, die Geschichte der Katze, die spürt, wann ein Patient dem Sterben nahe ist (und darin Ärzten und Pflegepersonal so klar überlegen ist, dass die sich auf Oscars Urteil verlassen, wenn es darum geht, Angehörige rechtzeitig zu benachrichtigen) auch als Buch aufgeschrieben: "Making Rounds With Oscar". Das Buch wird am Dienstag (2.2.2010) in den USA erscheinen.
Natürlich ist dieser Kater kein "Todesengel" (sorry, falls sich jemand nach der Überschrift auf diese Enthüllung gefreut hat) - eber er spürt, wenn einer der zumeist an Alzheimer leidenden Patienten nur noch wenige Stunden zu leben hat; diese Stunden weicht er dem Sterbenden dann nicht mehr von der Seite. Andere Hospiz-Patienten hingegen ignoriert er.
Ich gebe zu, dass ich bei solch einem Setup erwartet hätte, dass schon bald der Aberglaube grassiert, Oscar sei der Todesbringer, aber offenbar ist das Gegenteil der Fall: Die Angehörigen der Patienten finden oft Trost darin, dass die ihnen nahe stehende Person am Ende ihres Lebens nicht ganz allein war. Und das ist das einzige, was ich an der Geschichte wirklich erschütternd finde: Dass es in unserer modernen Gesellschaft leider der Normalfall geworden ist, dass man nicht im Kreis der Familie, sondern allein in einem Krankenhausbett sterben wird. Wenn wenigstens jedes Krankenhaus einen OScar hätte ...
Autor: Jürgen Schönstein· 4 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (4)
naja.. ob man das glauben soll...oder ob es eher ein Publicity-Gag ist?
Als Katzenliebhaber und -eigner kann ich zumindest sagen, daß Katzen mit ihrem Kuschelbedürfnis sehr beruhigend wirken. Sie kuscheln sich mit Vorliebe an einen, liegend auf den Beinen, auf dem Schoß, neben einem. Diese unkonditionale Anschmiegsamkeit ist mit Sicherheit auch gut für ältere Menschen.
Mein (Ex-) Schwiegervater ist allerdings für den Tod seiner Schmiegekatze verantwortlich gewesen. Er muß sich wohl eines Nachts auf sie gerollt haben. Die Katze starb schon vor einiger Zeit, jetzt ist er verstorben. Er hatte seit Jahren Alzheimers. Auch wenn er sich nie an die Katzen erinnern konnte (halt nur in lichten Momenten) - so hat er sich doch jedes Mal wieder über den Fellball gefreut.
auf der anderen Seite gibt es dermaßen viele Katzen, die mühselig aus Tierheimen und Tötungsstationen gerettet werden.. oder eben auch nicht mehr
https://www.tierhilfe-miezekatze.de/search_result.html?page=39&tierartID=1&numbersOfThumbs=12
Und welches Vergnügen hat die Katze an sterbenden Menschen? Oder ist es eine altruistische Katze?
Wenn sie nicht den Tod bringt (wie sollte sie, und wozu sollte sie dann beim Sterbenden bleiben) - wie merkt sie dann, daß jmd. sterben wird?
Gibt es stochastisches Material? Oder ist das wieder so eine Anekdote, die auf 2,5 Fällen beruht.