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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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26. Februar 2010
Lesen dank Esel - die "Biblioburros"
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 1
Ein Lehrer, zwei Esel namens "Alfa" und "Beto", und etwa zehn Dutzend Bücher - klingt nach gar nichts, aber für mehr als 4000 Kinder in den Dörfern der kolumbianischen Provinz Magdalena war dies in den vergangenen zwei Jahrzehnten, bei aller Schlichtheit, die beste Bildungs-Chance, die ihnen geboten wurde. Sie ist eine geradezu selbstausbeuterische Initiative des Lehrers Luis Sorino. Einen lesens- und sehenswerte Story auf CNN:

Ein Klick auf's Bild oder hier startet das Video in einem neuen Fenster.
Autor: Jürgen Schönstein· 26.02.10 · 05:15 Uhr· 1 Kommentar
25. Februar 2010
Besser Essen in hohen Breiten?
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 8
Nö, damit will ich nicht für die hanseatische oder gar skandinavische Küche werben, obwohl ich beide, wider eigenes Erwarten, durchaus schätze - wenn auch längst nicht so wie die italienischen oder asiatischen Kochkünste. Sondern ich habe nur versucht, die Idee, die hinter der Arbeit des Ökologen Chuan-Kai Ho (damals noch Doktorand an der University of Houston) steckt, in einem knappen Überschriftssatz auszudrücken. Und wenn's nicht erstens eine Idee wäre, die an einem seit mehr als 160 Jahren akzeptierten Sachverhalt der Biologie rüttelt, und zweitens in dem US-Fachmagazin American Naturalist auch einen Abdruck gefunden hätte, würde ich wahrscheinlich gar nicht viel Zeit und Mühe darauf verwenden. Die Idee ist, um es mal stark zu vereinfachen, dass es nicht nur an dem als Bergmannsche Regel bekannt gewordenen Zusammenhang zwischen Körpervolumen und -Oberfläche liegt, dass Tiere in höheren (und folglich auch kälteren) Breiten größer werden als in den warmen Zonen, sondern dass es auch daran liegt, was sie dort essen.
Autor: Jürgen Schönstein· 25.02.10 · 06:51 Uhr· 8 Kommentare
24. Februar 2010
Mein Gott, die Medizin hilft!
Kategorie: Medizin · Kommentare: 3
Ich will hier noch mal lose an die Diskussionen anknüpfen, die durch meine Beiträge über Gesundbeten als Tötungsdelikt und Placebos gegen Depressionen angestoßen wurden. Hier ist mal ein - zumindest für mich - überraschender Aspekt im Verhältnis von Medizin/Wissenschaft und Religion: Laut einem Paper, das im Journal of Clinical Psychology erscheinen soll (dort finde ich bisher jedoch nichts, kann also nur auf die Pressemitteilung des Rush University Medical Center in Chicago verweisen) verbessert der Glaube an einen fürsorglichen Gott die Wirksamkeit medizinischer Behandlung von Depressionen. Statt handfester wissenschaftlicher Details kann ich hier vorerst leider nur ein Zitat aus der Pressemitteilung als "Beleg" anführen:
Response to medication, defined as a 50-percent reduction in symptoms, can vary in psychiatric patients. Some may not respond at all. But the study found that those with strong beliefs in a personal and concerned God were more likely to experience an improvement. Specifically, participants who scored in the top third of the Religious Well-Being Scale were 75-percent more likely to get better with medical treatment for clinical depression.Vielleicht ist das ja ein Grund, warum so manche glauben, dass beten heilsam ist ...
Autor: Jürgen Schönstein· 24.02.10 · 06:17 Uhr· 3 Kommentare
23. Februar 2010
In der Antarktis bricht das Eis weg
Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt · Kommentare: 17
Für alle, die glauben, dass ein globaler Klimawandel unmöglich sei, da sie doch in diesem Winter so sehr frieren müssen, hier noch ein Beispiel dafür, was im globalen Maßstab passiert: Entlang der antarktischen Halbinsel (das ist der am weitesten nach Norden ragende Teil der Antarktis, der sich dem südamerikanischen Kap Hoorn zustreckt) ist das Schelfeis seit 1947 beständig zurück gegangen, am drastischsten in der Region des Wilkins-Eisschelfs (siehe kleine Abbildung). Und seit 1990 hat das Tempo des Rückgangs zugenommen. Dies sind, grob zusammengefasst, die Resultate eines neuen Berichts, den der geologische Dienst der Vereinigten Staaten vorgelegt hat.
Autor: Jürgen Schönstein· 23.02.10 · 05:13 Uhr· 17 Kommentare
18. Februar 2010
Cannabis als Arznei: High und (Schmerz-)frei
Kategorie: Medizin · Kommentare: 55
In den USA ist der medizinische Einsatz von Cannabis vor allem ein Politikum: In 17 Staaten ist der Konsum des halluzinogenen Hanfprodukts für medizinische Zwecke - zumeist zur Schmerzbewältigung bei Krebspatienten, aber auch für AIDS- und Multiple-Sklerose-Parienten - gedulded oder zumindest straffrei gestellt; auf Bundesebene gilt zwar immer noch die Gesetzgebung aus dem Jahr 1937, durch die Marihuana zur "controlled substance" und damit für illegal erklärt wurde; allerdings hat der US-Justizminister (Attorney General) Eric Holder mit einem Memorandum vom 19. Oktober 2009 den Konsum des Krauts für medizinische Zwecke de facto straffrei gemacht:
"Prosecution of individuals with cancer or other serious illnesses who use marijuana as part of a recommended treatment regimen consistent with applicable state law ... is unlikely to be an efficient use of limited federal resources."Doch dank eines zehn Jahre langen Forschungsprogramms hat der medizinisch begründete Konsum von Tetrahydrocannabiol und den anderen cannabinoiden Substanzen nun auch einen konkreten wissenschaftlichen Rückhalt: Das Center for Medical Cannabis Research, eine vom ehemaligen kalifornischen Gouverneur Gray Davis ins Leben gerufene Forschungsstelle an der University of California in San Diego, hat nun seinen Bericht vorgelegt. Dieser Bericht basiert auf einem sechs peer-reviewten und veröffentlichten Studien, sowie acht weiteren Studien, die noch im vorklinischen Stadium oder derzeit noch am Laufen sind. Das Fazit ist zwar verhalten, wie es sich für den Ton einer Studie mit solcher Tragweite gehört, aber doch - in all seiner Verschränktheit - recht deutlich:
(Die strafrechtliche Verfolgung von Personen mit Krebs oder anderen schweren Erkrankungen, die Marihuana als Teil eines empfohlenen Behandlungsprogramms im Einklang mit geltendem bundesstaatlichem Recht benutzen ... stellt kaum einen effizienten Einsatz knapper Bundesmittel dar.)
"Results of CMCR studies support the likelihood that cannabis may represent a possible adjunctive avenue of treatment for certain difficult-to-treat conditions like neuropathic pain and spasticity."Die "Ergebnise von CMCR-Studien stützen die Wahrscheinlichkeit dass Cannabis eine möglicher zusätzlicher Behandlungsweg für bestimmte, schwer behandelbare Konditionen" sein könnte.
Die Pointe bei dieser Studie ist übrigens, dass das Marihuana-Gesetz aus dem Jahr 1937 streng genommen auch solche wissenschaftliche Forschungen mit Cannabis verbietet.
Welche Auswirkung eine medizinisch-wissenschaftliche Anerkennung von Cannabis und seinen Inhaltsstoffen auch auf die deutsche Gesetzgebung haben könnte, bleibt abzuwarten. Ich bin ja weit weg und als lebenslanger Nicht-Konsument auch nicht mit den praktischen Details vertraut, aber so weit ich weiß, ist Cannabis nach wie vor dem Betäubungsmittelgesetz unterworfen.
Foto: Wikimedia Commons
Autor: Jürgen Schönstein· 18.02.10 · 07:10 Uhr· 55 Kommentare
17. Februar 2010
Amerikas Raketenpolitik und Shelbys Kracher
Kategorie: Technik · Kommentare: 2
Ist schon beinahe ironisch, dass ausgerechnet ein demokratischer Präsident - die ja staatlichen Programmen generell zugeneigter sein sollen - die Zukunft der bemannten US-Raumfahrt auf private Träger- und Transportsysteme setzt und damit das Nasa-Transportsystem Constellation killt, das nach dem Ende des Shuttle-Programms (noch in diesem Jahr) Astronauten erst in die Umlaufbahn, zur Internationalen Raumstation, und später auch zum Mond bringen sollte. Ironisch, weil es einer der legendären Momente in der Präsidenschaft John F. Kennedys war (der oft als das Vorbild Barack Obamas bezeichnet wird):
Autor: Jürgen Schönstein· 17.02.10 · 05:33 Uhr· 2 Kommentare
13. Februar 2010
Die Zell-Teilung und das Monopol
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 7
Über ein Buch zu schreiben, dass man noch nicht selbst gelesen hat, wäre mit "voreilig" wahrscheinlich noch großzügig abgeurteilt. Und nein, ich habe bisher noch nicht die Zeit gefunden, das Buch "The Immortal Life of Henrietta Lacks" von Rebecca Skloot zu lesen. Die Geschichte der 31-jährigen Frau aus dem Baltimore-Vorort Dundalk, die am 4. Oktober 1951 an den Folgen einer aggressiven Form von Gebärmutterhalskrebs starb und deren Krebszellen in Labors weltweit weiterleben, ist an sich schon faszinierend. Und ich werde im Folgenden auch darauf weiter eingehen. Aber dies hier ist keine Buchrezension; die Frage, die mich - angestoßen durch das, was ich aus dem und über das Buch gelesen habe - seither beschäftigt ist: Sind Menschen, oder zumindest ihre Zellen, patentierbar? (Das Fass mit der patentierten DNA will ich hier gar nicht erst aufmachen ...)
Autor: Jürgen Schönstein· 13.02.10 · 07:51 Uhr· 7 Kommentare
11. Februar 2010
"Wir langweilen uns zu Tode!"
Kategorie: Medizin · Kommentare: 3
Wahrscheinlich habe ich im Laufe meines 25-jährigen Journalistendaseins schon mehrere Menschenleben auf dem Gewissen. Nicht wissentlich und nicht absichtlich, doch sicherlich durch so manchen Artikel, den ich im Laufe dieser Zeit produziert habe (vielleicht auch durch manchen Blog-Beitrag hier), und mit dem ich meine Leser gelangweilt habe. Denn Langeweile ist, wie nun wissenschaftlich belegt wurde, auch im wörtlichen Sinn tödlich! Wäre sicher auch eine BILD-Schlagzeile wert. A propos BILD: Aus langjähriger Tätigkeit für dieses Blatt (zwischen 1990 und 2001 war ich als Springer-Korrespondent auch ein BILD-Zulieferer) kann ich zumindest bestätigen, dass es eines nicht ist: langweilig. Ärgerlich oft, marktschreierisch laut und plakativ vereinfacht praktisch immer - aber langweilig eigentlich nie. Doch ich schweife ab ...
Autor: Jürgen Schönstein· 11.02.10 · 20:58 Uhr· 3 Kommentare
10. Februar 2010
Umwerfend, was am meisten gemailt wird
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Der Drang, Geschichten aus Zeitungen - genauer gesagt, deren Webseiten - an Freunde und Bekannte per E-Mail weiter zu streuen, ist bei mir nicht sehr ausgeprägt. Muss wohl eine altmodische Berufskrankheit sein: Ich glaube halt immer noch, dass Publikation im traditionellen Sinn (durch ein Medium) der "normale" Weg ist, eine Nachricht zu verbreiten. Aber sei's drum: Ob und wie häufig ein Artikel von Lesern weiter gegeben wird, ist eine wichtige Feedback-Messgröße für Online-Medien. Die Frage ist nur: Was wird eigentlich besonders gerne weiter gereicht, was wird "viral"? Die Antwort darauf haben Jonah Berger und Katherine Milkman, beide von der Wharton School (Wirtschafts-Fakultät) der University of Pennsylvania, anhand der entsrechenden Liste der New York Times untersucht. Ohne in Details zu versinken, lässt sich das Resultat des Papers über Social Transmission and Viral Culture am besten so zusammenfassen: Am "viralsten" sind Geschichten, die den Leser in ehrfürchtiges Erstaunen ("awe" ist das englischen Wort, das hier gebraucht wird) versetzen können. Etwas lockerer ausgedrückt: Sie müssen den Leser umhauen können.
Autor: Jürgen Schönstein· 10.02.10 · 06:41 Uhr· 2 Kommentare
09. Februar 2010
Audi und die "Green Police"
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 10
Erst dachte ich ja, es läge an meinem nicht adäquaten Sinn für Humor, dass ich von folgendem Werbespot ziemlich verwirrt war, den Audi während der Super-Bowl-Übertragung am vergangenen Sonntag (dies ist nicht nur das größte Sportereignis im jährlichen US-Fernsehkalender, sondern auch die Werbe-Plattform Nummer Eins) für seinen A3 TDI geschaltet hatte:
Was will uns Audi damit sagen? Dass Umweltschutz = Ökofaschismus ist? Dass man nur das richtige Auto fahren muss, dann ist auch alles andere OK? Ich würde hier ja gerne selbst einwenden, dass dies humoristisch überspitzt war, der Spot nur mit Augenzwinkern angesehen werden sollte. Aber aus dem, was ich - ganz inoffiziell und unrepräsentativ - aus meinem Bekanntenkreis höre, wird der Spot viel ernster genommen (ja, genau in dem Sinn, dass strengere Umwelt-Auflagen ein Schritt hin zu einem Polizeistaat wären). Der Spot ist übrigens Teil einer ganzen Serie, die Audi mit dem "Green-Police"-Motiv gestaltet hat. Der Soundtrack stammt übrigens von der Band Cheap Trick, die ihren Hit "Dream Police" entsprechend umgeschrieben hat.
Autor: Jürgen Schönstein· 09.02.10 · 15:01 Uhr· 10 Kommentare
Studie: Bier ist gut für die Knochen
Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften · Kommentare: 4
Klingt eher nach einer Boulevard-Schlagzeile, und als jemand, der generell Wein bevorzugt, sehe ich solche Meldungen sowieso eher mit Skepsis. Sei's drum, Lebensmittelforscher um den Brau-Professor Charles Bamforth vom Institut für Lebensmittelforschung und -Technologie der University of California in Davis haben's erforscht, dass Bier aus Gerstenmalz eine "signifikante Quelle für diätetisches Silizium" und damit ein wirksames Vorbeugemittel gegen Osteoporose ist, und das Fachmagazin Journals of the Science of Food and Agriculture hat's veröffentlicht. Dass Bamforths Lehrstuhl von der Großbrauerei Anheuser Busch finanziert wird, tut hier gewiss nichts zur Sache, oder?
Autor: Jürgen Schönstein· 09.02.10 · 06:52 Uhr· 4 Kommentare
08. Februar 2010
Nachtrag zu "Zahlenspiele um die SuperBowl"
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 10
Hier hatte ich mich über die gelegentlich an Hokuspokus grenzende Statistikverliebtheit - genauer gesagt, Korrelationsverliebtheit - der amerikanischen Sportfans am Beispiel der SuperBowl ausgelassen. Im vorliegenden Fall schienen die Folgerungen aus dem Durchschnittsalter der Halbzeitshow-Stars besonders absurd zu sein: 
Die New Orleans Saints waren eines der erfolgloseren Teams der amerikanischen Football-Liga (so schlecht, dass die Fans zu Spielen manchmal mit einer Papiertüte über dem Kopf erschienen). Doch was soll man sagen: Die Saints haben tatsächlich gewonnen, und zwar deutlich, mit 31 zu 17 Punkten. Tja, manchmal kann man auch aus dem Kaffeesatz die Zukunft "lesen" ...
Aber egal, ob es nun durch die Auswahl des Halbzeit-Unterhaltungsprogramms vorbestimmt war, oder ganz einfach der Tatsache zuzuschreiben ist, dass sich die Saints den Sieg ganz regulär verdient haben: Herzlichen Glückwunsch!
Drew Brees, Quarterback der New Orleans Saints, mit der Siegestrophäe. Foto: NFL
Autor: Jürgen Schönstein· 08.02.10 · 04:39 Uhr· 10 Kommentare
05. Februar 2010
"Mein Bleiben stärkt das IPCC"
Kategorie: Umwelt
Im aktuellen Heft des "Economist" findet sich - relativ weit hinten im Blatt, auf Seite 85 - ein Artikel über die Probleme des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), genauer gesagt, über die Rolle von und eventellen Konsequenzen für Rajendra Pachauri, den Chairman des IPCC. Den Artikel gibt es dankenswerter Weise auch online (hier), und dazu auch das den vollen Wortlaut des Interviews, auf dem der Artikel weitgehend basiert. Ist für die Diskussion sicher nützlich, die Worte des Vorsitzenden direkt zu lesen - auch wenn ich sicher bin, dass man sich über die Auslegung streiten wird. Wenn Pachauri beispielsweise sagt, dass er die Höhe seines Gehaltes als Generaldirektor des TERI nicht kenne, dann kann man das glauben (ich selbst sehe keinen Grund, das erst mal nicht zu tun), oder nicht - weil es halt mit der menschlichen Natur eher unvereinbar scheint.
Autor: Jürgen Schönstein· 05.02.10 · 18:31 Uhr· 0 Kommentare
Pluto, errötend
Kategorie: Naturwissenschaften
Ein Planet ist Pluto zwar nicht mehr, aber eindrucksvoll sind diese Bilder des Hubble-Teleskops, die am Donnerstag von der Nasa veröffentlicht wurden, dennoch:

Und wenn man hier klickt, dann kommt er sogar in Bewegung. Eine simulierte Bewegung, allerdings: Das Video wurde aus insgesamt 350 Bildern zusammengesetzt, die das Hubble-Teleskop zwischen 2002 und 2003 aufgenommen hatte. Aber dazu wird Florian sicher viel mehr sagen können ...
Autor: Jürgen Schönstein· 05.02.10 · 05:40 Uhr· 0 Kommentare
04. Februar 2010
Sicherheitsglas für britische Trinker
Kategorie: Technik · Kommentare: 1
Weil sich britische Trinker, wenn ihnen der Alkohol zu Kopf steigt, offenbar nur all zu schnell ihre Biergläser über die Köpfe hauen - laut dem britischen Innenministerium, auf das sich auch dieserBericht der BBC beruft, kommt es auf dem Inselstaat zu immerhin rund 87.000 Verletzungen dieser Art pro Jahr - hat die Design Alliance des Home Office zwei neue Sicherheits-Biergläser entwickeln lassen: Eines, das (vergleichbar dem Verbundglas für Windschutzscheiben) aus zwei Lagen Glas mit einer verbindenden Kunstharzschicht hergestellt wird, und ein zweites, das nur auf der Innenseite kunstharzbeschichtet ist:

Beide Modelle sind erstens schwerer zu zerbrechen, und wenn, dann hinterlassen sie keine Scherben. Die Einführung - die den Pubs allerdings freigestellt wird - soll dem britischen Gesundheitssystem zumindest einen Teil der rund 2,7 Milliarden Pfund ersparen, die jährlich durch Verletzungen als Folge von alkoholbedingten Gewalttaten entstehen.
Autor: Jürgen Schönstein· 04.02.10 · 22:02 Uhr· 1 Kommentar
Gute Beispiele gehen tatsächlich voran
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Dass ich die Aufforderung "mit gutem Beispiel vorangehen" in einer Zeit voller schlechter Beispiele - exzessive Bankiers-Boni fallen mir da leider immer spontan als erstes ein - immer öfter als ein zynisches Ablenkungsmanöver auf dem Weg zum "Erfolg" sehe, gefällt mir selbst nicht. Aber nun kann ich hoffen, dass mir eine Studie, die in der aktuellen Ausgabe von Psychological Science den Glauben zurück gibt. Darin konnte die Psychologin Simone Schnall von der University of Cambridge, unterstützt durch die Doktorandin Jean Roper an der University of Plymouth und den Anthropologen Daniel M.T. Fessler von der University of California in Los Angeles, tatsächlich einen Nachweis führen, dass Menschen, die mit guten Beispielen konfrontiert werden, anschließend selbst ihr Sozialverhalten verbessern.
Autor: Jürgen Schönstein· 04.02.10 · 05:44 Uhr· 1 Kommentar
03. Februar 2010
US-Gericht: "Gesundbeten" ist fahrlässige Tötung
Kategorie: Medizin · Kommentare: 33
An dieser Meldung ist an sich ja nicht Wissenschaftliches, aber da mache "Heilmethoden", über die wir hier of reden und die sich zwar gerne ein rationales Mäntelchen aus potenzierten "Wirkungs"-Erklärungen umhängen, im Kern auch nichts weiter sind als eine Glaubensfrage (Ihr wisst schon, was ich meine), halte ich es doch für diskussionrelevant: Ein Schwurgericht in Oregon City hat das Ehepaar Jeff und Marci B., das der Glaubengemeinschaft "Followers of Christ Church" angehört und deswegen medizinische Hilfe für seinen 16-jährigen Sohn Neil verweigert hatte, wegen grob fahrlässiger Tötung (criminally negligent homicide) schudig gesprochen (hier ein Link zur Story aus den USA). Der Junge war im Juni 2008 an einer angeborenen Blockierung der Harnröhre gestorben, die nach Auffassung der Ärzte behandelbar gewesen wäre; doch statt auf medizinische Hilfe hatten sich die Eltern auf Gebete verlassen.
Autor: Jürgen Schönstein· 03.02.10 · 16:08 Uhr· 33 Kommentare
Schau mir in die Augen, Biene!
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Die Schlagzeile "Bienen erinnern sich an Gesichter" kann einen schon überraschen, vor allem wenn sie mit der Warnung gekoppelt ist: Aufpassen, wenn Du nach ihr schlägst (was wohl suggerieren soll, dass sie als Zeugin den Täter hinterher beschreiben oder, schlimmer noch, als Vigilantin später Rache üben könnte). Aber stimmt das denn so, wie es in der Science-Beilage der New York Times zu lesen war? Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den Original-Artikel aus dem Journal of Experimental Biology rauszusuchen und durchzulesen (was für einen Nicht-Fachman wie mich zugegebenermaßen nicht ganz einfach war). Und ja, es stimmt schon, dass sich Honigbienen, wenn sie entsprechend trainiert werden, individuelle Gesichter merken und unterscheiden können - und zwar nicht nur anhand der einzelnen Elemente (z.B. Augenfarbe oder eine bestimmte Krümmung der Augenbrauen), sondern ganzheitlich. "Konfigurale Verarbeitung" nennen die Forscher diese Art der Gesichtererkennung, die sich von der "analytischen Verarbeitung" dadurch unterscheidet, dass die Elemente eben nicht einzeln, sondern in einer räumlichen Konfiguration erfasst werden (das lässt sich im Versuch einfach dadurch testen, dass man als Kontrollelement die Elemente eines Gesichts durcheinanderwirbelt - sie sind alle da, aber ergeben eben kein "Gesicht").
Autor: Jürgen Schönstein· 03.02.10 · 06:20 Uhr· 2 Kommentare
Zahlenspiele um die SuperBowl
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 3
Nachdem Georg hier in Primaklima von Paris aus schon über die nächste SuperBowl geblogt hatte, kann ich als Wahl-Amerikaner natürlich nicht zurückstehen. Obwohl mich diese amerikanische Variante des Fußballs (in der es erstens keinen Ball, sondern nur eine Art Rotationsellipsoid als Spielgerät und zweitens nur sehr wenige Kontakte zwischen diesem "Ball" und den Spielerfüßen gibt - was die Namensgebung selbst Amerikanern unverständlich macht) nur wenig interessiert, kann ich mich dem Rummel, der um dieses Endspiel der amerikanischen Football-Liga gemacht wird, nicht völlig entziehen. Am faszinierendsten finde ich die nur noch mit Aberglauben erkärbare Statistik-Besessenheit amerikanischer Sportfans: Spielberichterstattung ist oft auch eine Anhäufung von Durchschnitts-Rechnungen, Kumulationen, Wahrscheinlichkeitswerten etc. Irgendwo in den Zahlen muss sich etwas finden, duch das ein Spielergebnis determiniert wird ...
Autor: Jürgen Schönstein· 03.02.10 · 05:27 Uhr· 3 Kommentare
02. Februar 2010
Der Schmu mit den CO2-Zertifikaten
Kategorie: Umwelt · Kommentare: 4
... ist dem US-Magazin Harper's die "Coverstory seines aktuellen Heftes wert (wie ich hier schon angemerkt hatte). Ich hatte nun endlich die Zeit, Mark Shapiros Story zu lesen. Kein leichter Lesestoff, zugegeben, und das Bild vom Hütchenspiel hängt meiner Ansicht nach auch ein bisschen schief. Aber ansonsten hat es der Artikel schon in sich, finde ich. Ich hätte ja vor allem befürchtet, dass diese CO2-Zertifikate vor allem durch findige Finanzjongleure missbraucht werden, die daraus ebenso undurchsichtige Derivate basteln wie jene, an denen sich die globalen Finanzmärkte verschluckt haben. Doch offenbar sind die Zertifikate selbst oft das Resultat massiver Manipulationen - vor allem jene, die für "Offset"-Projekte ausgestellt werden.
Autor: Jürgen Schönstein· 02.02.10 · 06:21 Uhr· 4 Kommentare
01. Februar 2010
"Placebos" gegen Depressionen
Kategorie: Medizin · Kommentare: 24
Spontan hätte ich die flip-floppende Titelseite der aktuellen Newsweek-Ausgabe an den US-Kiosken (siehe Abbildung) erst mal als Gimmick-Cover abgetan, das zudem noch einen Schuss Feigheit offenbart: Der Leser kann sich aussuchen, ob Antidepressiva nun wirken oder nicht - je nachdem, wie herum er das Heft anschaut. Doch dann habe ich die Story gelesen, und die enthält einen ganz spannenden Punkt (der dann auch das ambivalente Titelbild erklärt).
Autor: Jürgen Schönstein· 01.02.10 · 20:27 Uhr· 24 Kommentare
Ein vierbeiniger "Todesengel"?
Kategorie: Medizin · Kommentare: 4
Oscar ist eine Katze, die spürt, wenn jemand dem Tod nah ist. Klingt nach Hollywood (oder wenigstens "Dr. House" - und genau so eine Episode gibt's dort tatsächlich), beruht aber auf etwas, das ich mit meiner journalistischen Erfahrung als "wahre Begebenheit" akzeptieren würde - immerhin wurde Oscars Fähigkeit, die den Hospizpatienten des Steere House Nursing and Rehabilitation Center in Providence, Rhode Island, in ihren letzten Stunden zu Gute kommt, im Juli 2007 bereits in einem Artikel für das New England Journal of Medicine gewürdigt. Doch nun hat der betreuende Arzt, Dr. David Dosa, die Geschichte der Katze, die spürt, wann ein Patient dem Sterben nahe ist (und darin Ärzten und Pflegepersonal so klar überlegen ist, dass die sich auf Oscars Urteil verlassen, wenn es darum geht, Angehörige rechtzeitig zu benachrichtigen) auch als Buch aufgeschrieben: "Making Rounds With Oscar". Das Buch wird am Dienstag (2.2.2010) in den USA erscheinen.
Autor: Jürgen Schönstein· 01.02.10 · 06:31 Uhr· 4 Kommentare
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