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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Dezember 2009

18. Dezember 2009

Potz Blitz: DARPA schreibt Projekt NIMBUS aus

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt  ·  Kommentare: 1

Lightnings_sequence_2_animation.gifWenn Militärs Geld für die Erforschung von Blitzen ausgeben wollen und dabei auch Raketen mit im Spiel sind - das kann doch nichts Gutes heißen, oder? Sollen die sprichwörtlichen Donnerkeile zu Fernlenkwaffen entwickelt werden? Nö, aber es stimmt, dass die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) gerade ein Programm mit dem Namen NIMBUS zur Förderung ausgeschrieben hat, in dem unter anderem auch um die Entwicklung eines Raketensystems zur gezielten Auslösung von Blitzen eine Rolle spielen wird. Allerdings nicht als Waffe, sondern um beobachtbare und messbare Daten zur Blitzentstehung zu gewinnen.

(Illustration aus Wikimedia Commons)

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Autor: Jürgen Schönstein· 18.12.09 · 16:22 Uhr· 1 Kommentar

17. Dezember 2009

Mikro-Maschinen mit BS (Bazillen-Stärken)

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 4

MicroGears.jpgEin so genannter Pferdegöpel brachte James Watt einst auf die Idee, die Leistung seiner Kraftmaschine in "Pferdestärken" zu messen. Und bis heute ist die Antriebs-Kraft von Tieren in vielen Ländern der Welt eine Basis der Mechanisierung. Zwischen den Holzgetrieben der mittelalterlichen Göpel zu den Mikrogetrieben, die heute in Forschungslabors entwickelt werden, liegen zwar Generationen und Welten - aber prinzipiell besteht, wenn man's richtig anfängt, zwischen beiden kein Unterschied. Forscher am nationalen Argonne-Forschungslabor sowie der Northwestern University in Illinois und der Princeton-Universität in New Jersey haben gelernt, die Kraft des Bakteriums Bacillus subtilis zu nutzen, um Mikro-Zahnräder anzutreiben, die in einem Flüssigkeitsfilm schwimmen. Ein entsprechendes Paper. das unter der Federführung von Igor Aronson (Material Science Divsion des Argonne Laboratory) verfasst wurde, soll demnächst in den Proceedings of the National Academy of Science erscheinen; bis dahin findet man es hier.

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Autor: Jürgen Schönstein· 17.12.09 · 06:21 Uhr· 4 Kommentare

12. Dezember 2009

Die Angst des Torschützen vor dem Elfmeter

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

footballcrazy_page.jpgFußball war, wie ich ganz ehrlich zugeben muss, nie meine Stärke: In der Schule galt für meine Klassenkameraden stets die Regel, dass da wo ich bin (als einer der hochgeschosseneren Schüler war ich auf dem Spielfeld leicht zu lokalisieren), der Ball garantiert nicht ist und besser auch nicht sein sollte - dies war auch meine Standard-Ausflucht vor dem Angespieltwerden. Wie nun eine Studie der britischen University of Exeter gezeigt hat, kann das bewusste Nicht-Anschauen eines Spielers tatsächlich über den Spielerfolg entscheiden - beim Elfmeterschießen nämlich.

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Autor: Jürgen Schönstein· 12.12.09 · 06:13 Uhr· 3 Kommentare

10. Dezember 2009

Das Vorsorge-Dilemma

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 16

Der Medienrummel um die neuen Empfehlungen der U.S Preventive Services Task Force zu Mammografien liegt ja schon ein paar Wochen zurück, fiel zudem in meine Blog-Zwangspause und ist somit vielleicht schon ein alter Hut. Dass die bisherigen US-Standards - viele Versicherungen erstatten hier Routine-Mammografien bereits für Frauen ab 35, ab 40 galt eine jährliche Untersuchung als der Regelfall - weit über das hinaus gehen, was meines WIssens in Europa üblich ist, dürfte sowieso zur Folge gehabt haben, dass östlich des Atlantik die Aufregung nicht wirklich nachvollziehbar war. Trotzdem hatte ich, nach Lektüre eines eigentlich ganz umfassenden Artikels im aktuellen Wall Street Journal (ich weiß, das gibt's nur für Abonnenten, aber für ebensolche oer auch findige Klicker hier der Link, noch mal das Bedürfnis, ein paar Gedanken zur Vorsorgeuntersuchung generell aufzuschreiben.

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.12.09 · 06:42 Uhr· 16 Kommentare

07. Dezember 2009

"Treibhausgase gefährden Ihre Gesundheit"

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 9

Dies ist jetzt der neue Ansatz der amerikanischen Umweltbehörde EPA, die unter bisherigen Regierungen (um es mal ganz vage zu formulieren) die Direktive hatte, sich aus der Regulierung von CO2-Emissionen und anderen Treibhausgasen weitgehend rauszuhalten. Dies wollte sich der Kongress reservieren - und hat bisher wenig unternommen (auch das mal ganz vage ausgedrückt). Doch heute hat die EPA verkündet, dass Treibhausgase unmittelbar die menschliche Gesundheit gefährden und daher auch ohne parlamentarische Zustimmung von der Behörde reguliert werden können.

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Autor: Jürgen Schönstein· 07.12.09 · 19:15 Uhr· 9 Kommentare

Warum eigentlich nicht?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 2

Ein Bild sagt ja, wenn man dem Sprichwort glauben will, mehr als tausend Worte (ob das wohl jemals wissenschaftlich gemessen wurde?) - selbst dann noch, hoffe ich, wenn man das Bild, oder in diesem Fall den politischen Cartoon aus der heutigen USA Today, aus urheberrechtlichen Gründen nicht zeigen kann/will. Aber die Idee, die der Karikaturist Joel Pett zum Auftakt des UN-Klimagipfels in Kopenhagen in ein paar Bleistiftstriche umgesetzt hat, ist auch mit weitaus weniger als tausend Worten vermittelbar (falls der Link zur Original-Karikatur nicht funktioniert): Angesichts der Begleiterscheinungen eines umweltbewussteren Verhaltens, namentlich Unabhängigkeit in der Energieversorgung, Erhalt der Regenwälder, lebenswertere Städte, sauberes Wasser und saubere Luft etc., mault ein Skeptiker: "Und was, wenn das alles nur ein großer Schwindel ist und wir ganz grundlos eine bessere Welt schaffen würden?" Tja, warum eigentlich nicht?


Autor: Jürgen Schönstein· 07.12.09 · 17:43 Uhr· 2 Kommentare

Selbstmordversuch per Homöopathikum

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 24

Da wollte ich nun nichts mehr über Homöopathie schreiben, und dann stoße ich auf folgende Meldung aus der New York Post: Alexa Joel, Tochter des Musikers Billy Joel, hatte einen Selbstmordversuch mit acht Traumeel-Pillen unternommen, dann aber ihre Meinung geändert und in Panik die Notrufnummer gewählt. Traumeel ist ein homöopathisches Präparat, das zwar als Schmerzmittel verkauft wird - doch daran sterben kann man, im Gegensatz zu einer Überdosis echter Analgetika, selbst beim besten Willen nicht. Nun läge mir nichts ferner, als mich über die offenbar massiven psychischen Probleme einer jungen Frau lustig zu machen - und es wäre nicht undenkbar, dass sie diese Pillchen genau deshalb gewählt hat, weil sie eben garantiert harmlos sind und sie daher zu keiner Zeit wirklich Gefahr lief, an den Folgen dieses eher als Hilfeschrei zu wertenden "Selbstmordversuchs" zu sterben. So gesehen war das homöpathische Mittel also eindeutig hilfreich ...


Autor: Jürgen Schönstein· 07.12.09 · 15:35 Uhr· 24 Kommentare

05. Dezember 2009

Klimawandel: Ein Dorf fällt ins Meer

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 12

Der Klimawandel findet nicht statt? Das sollte man mal den Bewohnern des Ortes Shishmaref in Alaska erzählen. Das Nest an der Tschuktschensee, unweit der Beringstraße, fällt buchstäblich ins Wasser, weil das Meer den inzwischen fast ganzjährig aufgetauten Permafrostboden, auf dem der Ort errichtet wurde, in Rekordgeschwindigkeit wegspült. Mehr dazu in diesem CNN-Bericht.Kokeok_735.jpg
Foto: CNN


Autor: Jürgen Schönstein· 05.12.09 · 15:32 Uhr· 12 Kommentare

03. Dezember 2009

Scheibchenweise dem Gedächtnis auf der Spur

Kategorie: Medizin

HM-Brain-Microtome.jpgVor fast genau einem Jahr starb Henry Molaison, der Mann, der durch seine Vergesslichkeit unvergesslich wurde. H.M., wie er zu seinen Lebzeiten in der wissenschaftlichen Literatur genannt wurde, hatte nach einer Operation im Jahr 1953 weitgehend die Fähigkeit verloren, neue Erinnerungen zu speichern. Schon zu seinen Lebzeiten galt er als der am intensivsten untersuchte Hirnpatient; jetzt, ein Jahr nach seinem Tod, wird seine - seither tiefgekühlte - graue Masse unsterblich: Das Brain Observatory der University of California in San Diego begann am 2. Dezember damit, Molaisons eingefrorenes Gehirn in insgesamt 2500 dünne Scheibchen zu hobeln, die eingescannt und in eine dreidimensionale Datenbank umgewandelt werden:
Ein Live-Video kann man, so lange der Prozess noch läuft, hier sehen.


Autor: Jürgen Schönstein· 03.12.09 · 21:07 Uhr· 0 Kommentare

Willkommen, ET!

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 50

Vielleicht liegt's ja an der trockenen Höhenluft von Denver, Colorado, dem sprichwörtlichen "Rocky Mountain High", oder an einem eigenwilligen Sinn für Humor, den die Bewohner der "Mile High City" entwickelt haben (schließlich haben sie auch seit 2002 einen Mann mit dem nicht nur für amerikanische Ohren urkomisch und eher nach Satire und Politkabarett klingenden Namen John Hickenlooper * zum Bürgermeister wiedergewählt). Aber wenn die Bürger von Denver im kommenden August zum nächsten Mal an die Wahlurnen gerufen werden, dann müssen sie auch ganz ernsthaft darüber abstimmen, ob ihre Stadt eine Kommission für außerirdische Angelegenheiten schaffen soll oder nicht. 4211 Wahlberechtigte hatten bei den letzten Bürgermeisterwahlen dafür gestimmt, einen entsprechenden Antrag bei der nächsten Wahl zur Abstimmung zu stellen - 237 mehr, als von Gesetzes wegen (das eine Fünf-Prozent-Hürde für die Zulassung solcher Volksentscheide vorschreibt) nötig gewesen wären.
* Ich wollte an dieser Stelle ursrpünglich auf Groucho Marx Bezug nehmen - aber hätte das jemand hier verstanden?

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Autor: Jürgen Schönstein· 03.12.09 · 06:36 Uhr· 50 Kommentare

02. Dezember 2009

Angeborene Kooperation, oder: Das Weiße im Auge

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 34

Nach längerer Blogpause - die mit arbeitsvertraglichen Fragen zusammenhing, die hier auszuführen erstens langweilig und zweitens überflüssig wäre, da sie nun geklärt sind - trete ich nun wieder aktiv in den Kreis der Scienceblogger ein. Und weil dies ja irgendwie mit Kooperation zu tun hat, hänge ich mein Saison-Debüt an einer Story in der New York Times auf, die sich mit der Frage befasst, ob uns eine Neigung zur Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft in die Krippe gelegt wird (diese verflixte Santa-Claus-Glockenbimmelei und all der weihnachlichte Dekorationsfummel hier am Rockefeller Center schlägt leider auf mein Vokabular durch).

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Autor: Jürgen Schönstein· 02.12.09 · 06:02 Uhr· 34 Kommentare

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