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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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08.05.09 · 20:37 Uhr

Das NIST hat 'nen Schatten

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt

09BFRL022_Butry_Trees_LR.jpg... und der hilft, wissenschaftlich nachgewiesen, beim Energiesparen. Die Betonung liegt dabei auf "wissenschaftlich nachgewiesen", denn dass Bäume, die man um Haus oder Hütte pflanzt, im Sommer für angenehme Kühlung sorgen, wussten wahrscheinlich schon unsere prähistorischen Vorfahren. Doch dank David T. Butry, einem Wirtschaftswissenschaftler im Bauforschungslabor der US-Normenbehörde National Institute of Standards and Technology, und Geoffrey H. Donovan, einem Fortswissenschaftler in den Diensten des US-Landwirtschaftsministeriums, ist dies nun quantifiziert (die Energie-Einsparung liegt in den Sommermonaten bei etwa fünf Prozent) und in der Juni-Ausgabe des Fachmagazins Energy and Buildings unter dem Titel "The value of shade: Estimating the effect of urban trees on summertime electricity use" publiziert (leider gibt's dort nur den Abstract umsonst; eine Pressemitteilung, aus der ich mir auch das obenstehende Bild "ausgeliehen" habe, findet sich hier, auf der NIST-Website).

Und es zeigt sich, dass sich selbst bei so einem scheinbar altbekannten Phänomen wie dem kühlenden Schatten das wissenschaftliche Nachforschen lohnt: Denn nur wenn man - auf der Nordhalbkugel, versteht sich die Bäume an der West- und Südseite des Hauses pflanzt, haben sie diesen Stromverbrauch senkenden Effekt - wenn man sie dagegen auf der Nordseite pflanzt, ist das nicht einfach nur unnütz (wie zum Beispiel auf der Ostseite), sondern es steigert sogar den Energiebedarf des Hauses im Sommer. Das finde ich in der Tat überraschend.

Aber vielleicht ist das ja auch nur in Sacramento so? Die Studie basiert nämlich nur auf den Messungen einer einzigen Sommersaison (2007), in 460 Einfamilienhäusern in einer einzigen Stadt, der kalifornischen Hauptstadt. Aber auch diese Frage wird sich in der Zukunft wohl beantworten lassen, denn offenbar sind Energieversorgungsunternehmen aus aller Welt, darunter auch aus Südkorea und Südafrika, an einer Ausweitung der Studie interessiert.

 

Autor: Jürgen Schönstein· 0 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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