Blog durchsuchen
Profil

Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

Blogroll
    Wikio - Top Blog - Wissenschaft

Archiv Mai 2009

29. Mai 2009

Biosprit - der Gesundheit wegen ...

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 2

Oder hätte ich das doch lieber mit Fragezeichen schreiben sollen? Denn dass ich der Idee, man müsse fossile Brennstoffe einfach durch Biosprit ersetzen und dann werde schon alles gut, skeptisch gegenüber stehe, habe ich ja schon mehrfach zum Ausdruck gebracht (hier zum Beispiel, und hier). Und darum sehe ich die Veröffentlichung des Berkeley Lab (eine Einrichtung des US-Energieministeriums), dass die "Biokraftstoffe im Kommen" sind ("The Coming of Biofuels: Study Shows Reducing Gasoline Emissions Will Benefit Human Health"), auch erst mal als Propaganda. Aber ignorieren wollte ich's auch nicht, denn im zweiten Teil des Titels ist jedem Fall etwas Wahres drin: Das Verheizen fossiler Kohlenwasserstoff-Mixturen schädigt nicht nur potenziell unser Erdklima, sondern viel konkreter auch unsere Gesundheit.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 29.05.09 · 05:56 Uhr· 2 Kommentare

27. Mai 2009

"Wir sind genetisch programmiert, die Umwelt zu schützen"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Das schreibt die britische University of Warwick in einer aktuellen Pressemitteilung
zu einem Paper, das Dr. Peter Sozou in den Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht hat. Der Optimismus in dieser - auf der Basis eines "mathematischen Modells einer Population von Individuen in Gesellschaften mit begrenzter Wanderung" ermittelten - Studie ist eigentlich zu schön, als dass man ihn sich mit kritischer Betrachtung zerstören möchte (ich hab' das Paper trotzdem mal angefordert - die Proceedings sind ja leider gebührenpflichtig). Aus der Pressemitteilung folgere ich aber, dass es dabei nicht nur um die Umwelt geht, sondern um jeglichen sozialen Nutzen. Und dass wir, wenn es um diesen sozialen Nutzen geht (den wir als soziale Wesen ja durchaus erkennen können) eine geringere "Diskontierung" für zukünftige Benefits gibt als beim individuellen Nutzen. Mit anderen Worten: Wenn es um den persönlichen Vorteil geht, ist uns die Zukunft - verglichen mit dem Hier und Jetzt - weitaus egaler als wenn es um den sozialen Nutzen geht, zu dem man legitimer Weise auch den Schutz des Lebensraums zählen darf. Da ich das Paper aber noch nicht habe, zitiere ich hier halt mal den Autor aus der Pressemitteilung:

"Diese Analyse zeigt, dass die soziale Diskontierungsrate generell geringer ist als die private Diskontierungsrate. Die Bewertung künftiger Nutzen ist für ein Individuum durch die Wahrscheinlichkeit bestimmt, dass es diese Zukunft erleben wird. Aber es kann zukünftige Nutzen für seine Gemeinschaft über eine Zeitspanne bewerten, die deutlich über die eigene Lebenserwartung hinaus geht. Evolution wird durch den Wettbewerb angetrieben. Sich um die Zukunft der eigenen Gemeinschaft Gedanken zu machen, ist evolutionär sinnvoll im Hinblick darauf, dass künftige Mitglieder der Gemeinschaft wahrscheinlich Verwandte sein werden."



Autor: Jürgen Schönstein· 27.05.09 · 18:50 Uhr· 3 Kommentare

22. Mai 2009

Muss Wissenschaft spannend sein?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 15

Als Journalist dürfte ich auf meine Frage eigentlich nur eine Antwort gelten lassen: Klar, Wissenschaft muss spannend sein. Wie soll ich sie sonst meinen Lesern verkaufen, wie in knackige Schlagzeilen und pralle Sprachbilder verpacken? Aber spätestens das Debakel mit Darwinius massilae (oder wie auch immer diese Spezies am Ende heißen wird) hat mich überzeugt: Wissenschaft muss nicht spannend sein - im Gegenteil. Interessant sollte sie sein, das schon. Aber spannend? Das klingt nach Indiana Jones, nach sensationellem Durchbruch, nach weltverändernder Entdeckung ... nach Unterhaltung, eben.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 22.05.09 · 06:24 Uhr· 15 Kommentare

21. Mai 2009

Dominanz ist "Herrchens" Denkfehler

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 19

Schon das Wort "Herrchen" - auch wenn's kein schöner und schon gar kein wissenschaftlicher Begriff ist - drückt aus, wie man sich das Verhältnis zwischen Hundehalter und Haustier generell vorstellt: als eine Beziehung, die durch Dominanz-Submission definiert ist. Wobei diese Dominanz permanent verteidigt werden muss, wenn man Leuten wie dem "Hundeflüsterer" Cesar Millan, dem Star der Hundeerzieher, glauben darf. Der Haken ist nur - wenn man einer Studie der britischen Bristol University glauben darf - dass dies nicht stimmt und, bei konsequenter Anwendung sogar das Gegenteil bewirken kann.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 21.05.09 · 19:25 Uhr· 19 Kommentare

Mit Würde entlassen

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

commencement.jpgEndlich bringt der Mai mal warme Mittagsluft, und was passiert? Ich komme kaum aus meinem Bürohaus raus, weil sich davor die Akademiker drängeln. Denn es ist mal wieder die Studienabschluss-Saison, und die wird an US-Unis gerne groß gefeiert, in so edlen Räumen wie der New Yorker Radio City Music Hall, 29 Stockwerke unterhalb meines Büros. Ist schon ein beeindruckender Anblick, wenn sich da ein paar tausend Studenten versammeln, in bunten Talaren und mit passenden "Doktorhüten" - die hier ihren Namen eigentlich nicht verdienen, da sie selbst den Absolventen einer Vorschulklasse schon aufgesetzt werden und typischer Weise eben nicht auf den Köpfen frisch gekürter Doktoren zu finden sind und daher lieber salopp als Mortarboard.jpg"Mortar Boards" (Mörtelbretter, nach einer sehr ähnlich geformten, speziellen Maurerkelle) bezeichnet werden. Selbst die Familien kommen selbstverständlich nur im feinsten Gewand zur Feier.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 21.05.09 · 06:14 Uhr· 2 Kommentare

20. Mai 2009

"Mediazän": Manchmal sind wir Medien besser als unser Ruf

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

ida.jpgNachlese zum "Missing-Link"-Hype von gestern: Zumindest die Zeitungen, die ich heute auf dem Tisch habe, haben zwar die vollmundigen Worte des pausbäckigen Osloer Paläontologen Jørn Hurum gehört (von wegen "heiliger Gral der Antrhopologie", "so wichtig wie Mona Lisa und der Stein von Rosette" und so weiter) - aber geglaubt haben sie ihm das, wie es scheint, dann am Ende doch nicht. Am härtesten war wohl die Ablehnung in der New York Times: Die hat das Ereignis (dem sie gestern ja schon eine kritische Titelgeschichte, verfasst nicht von einem Wissenschafts-, sondern von einem Medienredakteur, gewidmet hatte) in ihrer Mittwochausgabe schlicht ignoriert. Das Wall Street Journal, hob "Ida" zwar auf ihre Titelseite, und schrieb sogar die Worte "The Missing Link" darüber - allerdings gefolgt von einem Fragezeichen. Der Artikel selbst, auf Seite 3 geparkt (und Online leider nur für Abonnenten verfügbar) räumt dann auch dem Hype erst einmal reichlich Platz ein - um ihn dann in der letzten Spalte abzuschießen:

"While many scientific discoveries tend to be disclosed in sober fashion, this one was heaviy promoted."
Und weil dies in einer Wirtschaftszeitung nicht an sich schon als kritisch verstanden werden könnte (Promotion ist schließlich ein lukratives Business), zitiert das Blatt den Co-Autor und führenden Eozän-Experten Philip Gingerich als Kronzeugen dafür, dass die Vermarktung zum Schaden der wissenschaftlichen Qualität ging:
Asked in an interview last week whether the study ought to have been published in Science or Nature, the two most prestigious scientific journals, he replied: "There was a TV company involved and time pressure. We've been pushed to finish the study; it's not how I like to do science."

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 20.05.09 · 17:13 Uhr· 2 Kommentare

19. Mai 2009

"The Link" - Wissenschaft im "Mediazän"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 8

Witzig, dass ausgerechnet heute meine Scienceblogger-Kollegen Jörg Rings und Florian Freistetter etwas zum Thema "Wissenschaft und Medien" gepostet haben - denn ich komme gerade vom wohl größten Medienrummel, den ich jemals aus Anlass einer wissenschaftlichen Publikation erlebt habe. Es geht um die Entdeckung von Darwinius masillae, einem 47 Millionen alten Fossil eines frühen Primaten aus der Grube Messel ... ach, was mach' ich mir die Mühe, hier Details zu beschreiben: Könnt Ihr alles im Fernsehen oder in den Zeitungen oder auch sonstwo sehen. Eben wegen des Rummels ...

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 19.05.09 · 19:15 Uhr· 8 Kommentare

18. Mai 2009

Neuland aus dem Meer durch Gletscherschmelze

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 7

Ist eigentlich ein alter Hut (und vor allem in Nordeuropa nach der letzten großen Eiszeit beobachtbar gewesen), aber da heute eine Titelstory in der New York Times dazu erschienen ist und Klimawandelgegner ja gerne auf alle möglichen Argumente aufspringen, die sie in ein "ist-ja-alles-nicht-so-wie-Ihr-behauptet"-Szenario umgemünzt werden, will ich's noch einmal ansprechen: Durch das Abschmelzen der Gletscher - das nachweisbar, messbar und dramatisch ist - werden nicht nur küstennnahe Landstriche und vor allem Inselstaaten als Folge des steigenden Meeresspiegels verloren gehen. Es wird auch Land aus dem Meer auftauchen, weil es vom Gewicht der Eismassen befreit ist. Aber hier findet kein letztlich positives "Tauschgeschäft" für ein Jamballa wie bei Jim Knopf statt - nicht zuletzt, weil auch diese Anhebung des Geländes in den arktischen Zonen Lebensräume bedrohlich verändern kann. Und das wollte ich, wie schon gesagt, hier nur mal erwähnt haben.


Autor: Jürgen Schönstein· 18.05.09 · 17:06 Uhr· 7 Kommentare

16. Mai 2009

Alexander v.Humboldt - seiner Zeit voraus

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

AvH.jpgFür mich als Absolventen eines Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums und studierter Geograph ist es eigentlich fast eine Schande, dass ich den Termin gar nicht wusste und erst durch eine kleine Notiz im Economist drauf gestoßen bin: Am 6. Mai jährte sich zum 150. Mal der Todestag von Alexander von Humboldt.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 16.05.09 · 08:39 Uhr· 4 Kommentare

Wolfram Alpha: ... (und sonst noch nichts)

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

"Watch a live webcast of the Wolfram|Alpha system being brought online for the first time", stand da, schaut live zu, wie WolframAlpha online geht. "Friday, May 15, beginning at 7pm CST", stand da. Doch offenbar hat die neue Antwortmaschine, die von Stephen Wolfram mit großen Fanfaren angekündigt wurde und Google ins Schwizten bringen soll, noch nicht mal eine Ahnung, wieviel Uhr es ist: Es ist aktuell schon nach 10 Uhr abends in New York (4 Uhr Samstagmorgen in Deutschland), was der Central Standard ... nee, ist doch gar nicht Standard - wir haben gerade Sommerzeit, also "Central Daylight Saving" (das wären bestimmt gute Stichwörter für meine erste Suche: Ortszeit, Weltzeit, Sommerzeit) ... Time eine Stunde voraus ist. Zwei Stunden nach dem angekündigten Launch - und nichts passiert. Kein Update, kein Video - und der Klick ins Eingabefeld bringt auch nichts, außer der Einblendung "Launching May 2009 ..." wolframalpha.jpgVielleicht liegt's ja nur am Server, mit dem ich von New York aus verbunden würde und der unter der Last der Begeisterten zusammen gebrochen ist. Andererseits: Im begleitenden Blog gibt es auch nur ratlose Gäste, kein erklärendes Wort. Auch auf Wolframs Privatblog kein Wörtchen. Naja, war wohl erst mal nichts .. was mich, nach der Lektüre von "A New Kind of Science" (und einem anschließenden Lunch mit Wolfram, vor sieben Jahren), eigentlich nicht wundert. Das erste Buch, das ich ohne Skrupel und Bedenken ins Altpapier geworfen habe ...


Autor: Jürgen Schönstein· 16.05.09 · 04:05 Uhr· 1 Kommentar

15. Mai 2009

Dollar, Dollar, Du musst wandern ...

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 2

TheresGeorge copy.jpgWie kann das Wechselgeld, das ich in meiner Bäckerei in der New Yorker East Village bekommen habe, dabei helfen, sich ein Bild über die Ausbreitung von Infektionskrankheiten im Allgemeinen und der (immer noch grassierenden, wenn auch - wie vorhergesagt - kaum noch in den Medien relevanten) Schweinegrippe zu verschaffen? Tja, das ist eine längere Geschichte ...

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 15.05.09 · 05:07 Uhr· 2 Kommentare

14. Mai 2009

Der erste Baustein des Lebens

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Ist wahrscheinlich schon als Thema durch, aber ich stoße gerade in der New York Times auf einen Artikel, der verkündet "Leading Mystery of Life's Origins Is Seemingly Solved" (dieser Print-Artikel ist weitaus vorsichtiger als die hier verlinkte Online-Version - so beginnt er beispielsweise mit "An English chemist may have found ..." anstatt mit "an English chemist has found ..."), in dem es darum geht, wie sich das erste RNA-Molekül vor etwa 3,8 Milliarden Jahren aus den vorhandenen "Bausteinen" selbst zusammen setzen konnte. Da ich kein Biologe bin, will ich mir hier gar nicht erst anmaßen, diese Details erklären und - wichtiger noch - bewerten zu wollen. Aber darauf hinweisen wollte ich schon - immerhin ist es ja keine unerhebliche Frage, und das Paper von John D. Sutherland (University of Manchester) wurde in Nature veröffentlicht.


Autor: Jürgen Schönstein· 14.05.09 · 20:13 Uhr· 1 Kommentar

Heilung und Häresie

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 2

Sorry, dass mir nur diese etwas kryptische Headline einfiel - dieser Post ist zwar ein Nachtrag zu "Legalisiert die H...!", aber ich will bewusst NICHT das Reizwort H o m ö o p a t h i e erwähnen (auch nicht in den Tags). Das bringt zwar reichlich Klicks und Kommentare, wie ich sehen konnte - aber wenn es mir darauf ankäme, würde ich nicht über Wissenschaft bloggen, sondern über Sport, Promis oder Apple-Gadgets. Jede Diskussion um die H. lockt unweigerlich die Cranks an, die dann der Diskussion jenen unvermeidlichen (und unglaublich unergiebigen) Verlauf geben, den ein Kommenator hier sehr treffend beschrieben hat. Und das will ich hier mal vermeiden (wenn's denn gelingt). Soviel vorweg.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 14.05.09 · 15:55 Uhr· 2 Kommentare

Sind Frühstücksflocken ein Medikament?

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

cheerios.jpgJa, sagt die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA - zumindest dann, wenn sie, wie der US-Lebensmittelkonzern General Mills für seine torusförmigen Knusperflocken "Cheerios" behauptet, den Cholesterinspiegel in sechs Wochen um vier Prozent senken sollen und sich dabei auf klinische Studien beruft. Das, so argumentiert die Food and Drug Administration ganz originell, sei ein Anspruch, den nur ein Medikament erheben kann - folglich müsse General Mills für ihre Cheerios eine Zulassung als Arzneimittel beantragen, wenn sie weiterhin mit diesem Argument werben wollen. Was den Hersteller ein bisschen unerwartet traf, nehme ich an, denn immerhin rühmt er sich schon seit gut zwei Jahren in einer massiven Werbekampagne dieser kardiovaskulären Wirkungen seiner aus Hafermehl gebackenen Frühstücks-Ringlein.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 14.05.09 · 05:21 Uhr· 4 Kommentare

13. Mai 2009

Extremisten sind überall

Kategorie: Naturwissenschaften

Dies ist kein politisches Statement. Es geht um Säugetiere - extreme Säugetiere, die sich das New Yorker American Museum of Natural History zum Thema einer neuen Sonderausstellung erkoren hat, die an diesem Wochenende eröffnet wird. Zugegebener Maßen war ich auch erst mal skeptisch, als ich den Titel sah - erinnert im ersten Moment eher an eine Zirkus-Freakshow, mit der größten Frau der Welt oder dem dicksten Mann oder der Jungfrau mit vier Beinen oder so. Aber ich finde, dass die besten Präsentationen immer die sind, die zwar viele Antworten geben können, aber auch viele neue Fragen anregen. Und hier war es die Frage, was man eigentlich unter "extrem" verstehen soll.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 13.05.09 · 05:31 Uhr· 0 Kommentare

09. Mai 2009

Macht dunkle Haut die Raucher abhängiger?

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Genau das legt eine Untersuchung nahe, die eine Forschergruppe unter der Leitung des Verhaltenswissenschaftlers Dr. Gary King von der Pennsylvania State University in der aktuellen Ausgabe des Magazins Pharmakology Biochemistry and Behaviour veröffentlicht hat:

The results of this analysis support the hypothesis of a positive association between melanin levels and tobacco use, dependence, and exposure among African American smokers.
Für die Studie wurden 150 afroamerikanische Männer aus Harrisburg (Pennsylvania) über ihren Zigarettenkonsum und ihre Nikotinabhängigkeit mit dem so genannten Fagerstrom-Test befragt - und diese Werte dann mit der Intensität ihrer Hautpigmentierung verglichen. Und ja, dabei kam heraus, (wie ja auch das obige Zitat schon sagt) dass mit zunehmend dunkler Hautfarbe die Nikotinabhängigkeit und der Zigarettenkonsum steigen.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 09.05.09 · 07:55 Uhr· 6 Kommentare

08. Mai 2009

Das NIST hat 'nen Schatten

Kategorie: Naturwissenschaften·Umwelt

09BFRL022_Butry_Trees_LR.jpg... und der hilft, wissenschaftlich nachgewiesen, beim Energiesparen. Die Betonung liegt dabei auf "wissenschaftlich nachgewiesen", denn dass Bäume, die man um Haus oder Hütte pflanzt, im Sommer für angenehme Kühlung sorgen, wussten wahrscheinlich schon unsere prähistorischen Vorfahren. Doch dank David T. Butry, einem Wirtschaftswissenschaftler im Bauforschungslabor der US-Normenbehörde National Institute of Standards and Technology, und Geoffrey H. Donovan, einem Fortswissenschaftler in den Diensten des US-Landwirtschaftsministeriums, ist dies nun quantifiziert (die Energie-Einsparung liegt in den Sommermonaten bei etwa fünf Prozent) und in der Juni-Ausgabe des Fachmagazins Energy and Buildings unter dem Titel "The value of shade: Estimating the effect of urban trees on summertime electricity use" publiziert (leider gibt's dort nur den Abstract umsonst; eine Pressemitteilung, aus der ich mir auch das obenstehende Bild "ausgeliehen" habe, findet sich hier, auf der NIST-Website).

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 08.05.09 · 20:37 Uhr· 0 Kommentare

Legalisiert die Homöopathie!

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 387

Das meine ich genau so ernst wie die Forderung, die Schöpfungsgeschichte zu lehren, und im Prinzip aus genau den gleichen Gründen: Weil man dadurch nämlich die Homöopater zwingen könnte, nach den Regeln der Wissenschaft zu spielen. Erstattung durch die Krankenkassen? Gerne, aber dann werden homöopatische Präparate auch dem Arzneimittelgesetz unterworfen - und das heißt, dass sie in ihrer Werbung und ihrer Verpackung in gesetzlich geregelter Form auf alle Risiken und Nebenwirkungen hinweisen müssen (dazu gleich mehr).

Allein schon, wenn auf der Packung die Zusammensetzung und vor allem die aktiven Wirkstoffe angegeben werden müssen, wäre dies für viele potenzielle Käufer ein Augenöffner: "Glukose und Saccharose: 100 Prozent. Aktive Wirkstoffe: 0,0000000 Prozent" oder so ähnlich ... Und um gleich dem Einwand vorzugreifen, dass dies alles bei überzugten Homöopathie-Anhängern verschwendete Liebesmüh' sei, halte ich mal die Vermutung dagegen, dass nur eine kleine Minderheit der Konsumenten überhaupt den Namen Hahnemann kennt und weiß, was die C- oder D-Chiffren auf den Packungen zu bedeuten haben oder wie Homöopathie ihre Wirkungsweise erklärt. Ich bin sicher, dass die Mehrzahl der Homöopathieschlucker einfach nur denkt, dass es sich dabei um ein Naturheilprodukt handelt.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 08.05.09 · 06:38 Uhr· 387 Kommentare

07. Mai 2009

Treibstoffmangel für die Weltraumforschung

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 7

Kurz angemerkt: Um Raumsonden in die Regionen jenseits des Jupiter zu schicken, braucht die Nasa einen ganz besonderen "Treibstoff": Das Plutonium-Isotop 238. Das besondere an diesem nuklearen Brennstoff ist, dass er ein Nebenprodukt der Kernwaffentechnik ist - und in den USA seit zwei Jahrzehnten nicht mehr hergestellt wird (die Herstellung ist ein Regierungsprivileg, nur das Energieministerium hat die nötige Befugnis). Als die US-Bestände zur Neige gingen, ließ sich die Nasa aus Russland beliefern - doch auch dort wird Plutonium 238 heute nicht mehr produziert, und nun droht der Nasa ein Treibstoffmangel. Ein Bericht des National Research Council hat das US-Energieministerium nun dazu veranlasst, über die Wiederaufnahme der Plutonium-Anreicherung nachzudenken.


Autor: Jürgen Schönstein· 07.05.09 · 21:49 Uhr· 7 Kommentare

Lehrt den Kreationismus!

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 37

Geht's noch? Das kann ich doch nicht ernst meinen, oder? Und doch: Ich könnte mir vorstellen, dass es der Überzeugungskraft der Evolutionstheorie nur helfen würde, wenn man in allen Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte unterrichtet - und zwar genau so, wie sie da steht. Diese Idee scheint nur im ersten Moment abwegig, aber sie kam mir, als ich noch einmal einen Blick auf die Tabelle in dem Artikel aus Natural History
warf, der mich zum Beitrag über den Unterschied zwischen Glauben und Vertrauen inspiriert hatte. Erst mal die (per Scanner "geklaute") Tabelle:Kreationismus.jpg

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 07.05.09 · 15:30 Uhr· 37 Kommentare

Ist Wissenschaft auch ohne Peer-Review noch Wissenschaft?

Kategorie: Medizin·Naturwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 3

Nachdem ich gerade erst den Schön-Skandal wieder aufgewärmt habe, der im Kern auch den Vorwurf von übereifriger Publikationslust an die wissenschaftlichen Fachmagazine enthält, ist es beinahe inkonsequent, wenn ich jetzt einen Fall aufgreife, in dem den Fachmagazinen und dem Peer-Review-Prozess indirekt unterstellt wird, dass er zu langsam ist, um relevant zu sein. Aber ganz so krass dar man das natürlich nicht sehen ... Es geht hier um Tabakrauch, Lungenkrebs und eine Gesetzesinitiative (alles nachzulesen hier in der New York Times vom Mittwoch) - und darum, ob ein wissenschaftlicher Beweis auch dann wissenschaftlich gültig ist, wenn der Autor aus poliitischen Gründen der Peer-Review vorgreift.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 07.05.09 · 05:19 Uhr· 3 Kommentare

06. Mai 2009

"Plastic Fantastic" - Der größte Schwindel der Physik

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

51yeM-1f9+L._SL500_AA240_.jpgSchön (Jan Hendrik Schön, um präzise zu sein) war der Name des Wissenschaftlers, und unschön war das, was er mit der Wissenschaft anstellte. Ich vermute, dass auch (oder gerade) in Deutschland der Fall des scheinbaren Physik-Wunderkinds, das organische Laser, Leuchttransistoren und Halbleiter aus einem einzigen Molekül basteln konnte und dann als datenfälschender Schwindler entlarvt wurde, noch bekannt genug ist, dass ich hier nicht all zu sehr ins Detail gehen muss - aber wer will, kann es noch einmal in diesem Artikel des aktuellen US-Magazins Physics World nachlesen. Oder warten, bis das Buch "Plastic Fantastic" der Autorin Eugenie Samuel Reich, das die Grundlage des Artikels liefert, auf den Markt kommt.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 06.05.09 · 20:20 Uhr· 4 Kommentare

05. Mai 2009

Warum Antibiotika bei Grippe helfen können

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 7

Als mir meine Frau vor einigen Monaten erklärte, unser Hausarzt habe unserem Sohn, bei dem er zuvor eine Grippe diagnostiziert hatte, Antibiotika verordnet, glaubte ich erst, dass man den guten Mann wohl noch mal auf die Uni zurück schicken müsste: Schließlich weiß ich doch, dass Antibiotika nicht gegen Viren wirken. Und als es meinem Kind danach besser ging, dachte ich erst, es sei halt nur der Placeboeffekt. Bis mich dann die gleiche Grippe erwischte und unser Doc mir im Prinzip die gleiche Behandlung anriet. Seine Begründung: Manchmal sei es halt nicht das Grippevirus, das einem am meisten zu schaffen macht, sondern eine sekundäre bakterielle Infektion. Schien mir plausibel genug, um die antibiotischen Pillen zu schlucken - und wirklich, nach zwei Tagen ging's mir besser.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 05.05.09 · 07:33 Uhr· 7 Kommentare

Verführt das Fernsehen zu frühem Sex?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 5

Nicht früh wie in "früh am Morgen", sondern wie "früh im Leben". Dies ist die These, die Dr. Hernan Delgado vom Children's Hospital Boston auf der aktuellen Jahresversammlung der Pediatric American Societies in Baltimore vortrug. Sie stützt sich auf eine Langzeitstudie mit 754 Teilnehmern, die zuerst im Kindesalter und dann, etwa fünf Jahre später, als Teenager (12 bis 18 Jahre) befragt wurden. Für die 365 Jungen und 389 Mädchen wurde dabei registriert, welche TV-Sendungen und Filme sie an insgesamt zwei Stichtagen gesehen und wie viel Zeit sie damit verbracht hatten. Anhand der Titeln kategorisierten die Forscher dann die Sendungen danach, ob sie primär für Kinder oder primär für Erwachsene gedacht waren. Fazit: Mit jeder Stunde mehr, die Sechs- bis Achtjährige einem nicht jugendgemäßen Programm ausgesetzt waren, stieg die Wahrscheinlichkeit, dass sie im frühen Teeneageralter sexuell aktiv werden, um 33 Prozent. Läutet die Alarmglocken!

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 05.05.09 · 05:16 Uhr· 5 Kommentare

04. Mai 2009

Der Unterschied zwischen Glauben und Vertrauen

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Wie ich in meinem letzten Post zum Thema Kreationismus schon erwäht hatte, ist eines der juristischen Hauptargumente in den USA gegen diese Schöpfungslehre und ihr pseudowissenschaftliche Inkarnation, das "intelligente Design" - abgesehen von ihrer mangelnden wissenschaftlichen Validität - dass sie eine Frage des Glaubens sind und daher ihre Aufnahme in den Schulunterricht gegen die von der Verfassung vorgeschriebene Trennung von Kirche und Staat verstößt. Doch warum ist sie dann in Amerika immer noch so populär? Kaum mehr als ein Drittel (nach manchen Umfragen sogar deutlich weniger) aller Amerikaner hält die Evolutionslehre für wissenschaftlich solide. In der neuen Ausgabe des US-Magazins Natural History macht sich der Yale-Psychologieprofessor Paul Bloom ein paar Gedanken darüber (leider ist sein Aufsatz "In Science We Trust" nicht online verfügbar) - und kommt dabei nicht darum herum festzustellen, dass auch Evolutionslehre im Kern eine Frage der Glaubensbereitschaft ist:

"We suggest that the psychology of those who reject evolutionary theory is not so different from that of people who endorse it."

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 04.05.09 · 17:05 Uhr· 3 Kommentare

01. Mai 2009

Kreationismus ist längst schon US-Schulalltag

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 8

Da macht man sich Sorgen, weil es in den USA immer wieder Bestrebungen gibt, die als "Intelligentes Design" in pseudowissenschaftliches Vokabular verpackte Schöpfungsgeschichte in den Biologieunterricht zu packen - und übersieht, dass diese, wie der fabel-hafte Swinigel im Wettrennen auf der Heide bei Buxtehunde, schon längst "al dor" ist: Zwischen einem Viertel und knapp einem Drittel aller Biologie-Studienanfänger in den USA hatten in der Oberstufe sowohl Evolutionslehre als auch Kreationismus gelernt, wenn man der Umfrage der Professoren Randy Moore und Sehoya Cotner vom College of Biological Sciences der University of Minnesota glauben darf, deren Ergebnisse in der Mai-Ausgabe des US-Magazins BioScience veröffentlicht wurde.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 01.05.09 · 18:19 Uhr· 8 Kommentare

Wer nicht krank sein will, wird länger krank

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 8

Sag ich mal so, auch wenn's vermutlich - schon rein sprachlich - erst mal keinen Sinn zu ergeben scheint. Aber so ließe sich eine Studie über Krankheit am Arbeitsplatz interpretieren, die von Claus D. Hansen und Johan H. Andersen, zwei Experten der Klinik für Berufskrankheiten am dänischen Regionalkrankenhaus Herning durch Auswertung von knapp 12.000 Datensätzen dänischer Arbeitnehmer erstellt und in der aktuellen Ausgabe des Journal of Epidemiology and Community Health veröffentlicht wurde. Grob vereinfacht fanden die beiden heraus, dass Leute, die sich krank ins Büro schleppen (vielleicht, weil sie sich für unentbehrlich halten, oder weil sie's zuhause nicht aushalten), lediglich ihr Risiko erhöhen, später kräftig auf die Nase zu fallen und dann wochen- wenn nicht monatelang wegen Krankheit auszufallen.

...mehr


Autor: Jürgen Schönstein· 01.05.09 · 06:08 Uhr· 8 Kommentare

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »