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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Februar 2009

27. Februar 2009

Weich am A..., hart für die Umwelt

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 3

Muss daran liegen, dass ich gerade in Mexiko unterwegs bin und wegen der allüberall drohenden Rache Montezumas ein schärferes Auge auf die "Örtlichkeiten" habe - sonst hätte ich vielleicht diesen Artikel zum Thema Klopapier in der New York Times einfach übersehen. Dass man den in der Werbung so gepriesenen Weichheits-Komfort fürs Hinterquartier nur mit frischer Zellulose und nicht mit Recycling-Papier erreichen kann war mir dabei ebenso neu wie die Tatsache, dass - trotz allem Augenschein im Supermarkt-Sortiment - nur zwei Prozent aller Hygienepapierwaren in den USA 100-prozentig aus wiederverwertetem Papier stammen (viele, die sich als umweltfreundlich präsentieren, mischen lediglich Recyclingpapier zur frischen Zellulose zu). In Europa sei dieser Anteil, so schreibt die New York Times, immerhin schon zehnmal größer.

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Autor: Jürgen Schönstein· 27.02.09 · 00:30 Uhr· 3 Kommentare

23. Februar 2009

Das Grauen im Haarschopf

Kategorie: Naturwissenschaften

Ich bin eine von vielen unfreiwlligen, aber natürlichen Wasserstoffblondinen. Sieht man auf dem kleinen Profilfoto meines Blogs vielleicht nicht sehr gut, aber wie ich gerade gelesen habe, ist die Masse an grauen und weißen Haaren, die seit einigen Jahren schon in meinem Schopf wuchert, das Resultat einer natürlichen Selbst-Bleichung mit Wasserstoffperoxid (H2O2). So steht es jedenfalls, wenn ich das Abstract und die dazu gehörende Pressemitteilung auf Eurekalert.org richtig gelesen habe, im Journal der Federation of American Societies for Experimental Biology. Demnach sind die weißen Haare, die sich mit zunehmendem Alter bilden, die Folge einer Anreicherung von H2O2 in den Haarfollikeln, die wiederum aus einer offenbar altersbedingten Verminderung des Enzyms Katalase resultiert. Das derart angereicherte Peroxid verhindert, kombiniert mit einem gleichzeitg auftretenden Mangel der für die Reparatur solcher Haarschäden zuständigen Enzyme Methinoin-Sulfoxid-Reduktase (MSR) A und B, die Bildung des Enzyms Tyrosinase und damit Synthese des Farbstoffes Melanin.

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Autor: Jürgen Schönstein· 23.02.09 · 21:20 Uhr· 0 Kommentare

16. Februar 2009

Freiheit der Forschung - oder Freiheit des Forschers?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

Auf dem Blog des New-York-Times-Kolumnisten Professor Stanley Fish wird gerade um das Thema "akademische Freiheit" gestritten - und das ist ja immer für eine Diskussion gut. Aufgehängt ist die Diskussion am Fall des kanadischen Professors Denis Rancourt, Physikprofessor an der University of Ottawa, dem die Entlassung droht, weil er sich weigert, seinen Studenten Noten zu geben oder ihnen einen Lehrplan vorzuschreiben. Dabei beruft er sich ausdrücklich auf die akademische Freiheit, die ihm das Recht gebe, sich gegen Vorschriften aller Art zu widersetzen, also auch die seiner eigenen Universität.

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Autor: Jürgen Schönstein· 16.02.09 · 10:40 Uhr· 4 Kommentare

15. Februar 2009

"Ein Tritt in den Hintern"

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 1

So nennt der britische Meeresbiologe William Cheung die Folgen des Klimawandels für die Fischbestände der Ozeane. Ich bin leider zurzeit auf Reisen und habe daher nur begrenzte Computer- und Recherchezeit, will daher an dieser Stelle einfach nur auf den CNN-Beitrag verlinken, der sich mit einer Studie von Cheung (University of East Anglia) sowie von Kollegen der Princeton University und des Sea Around Us Project der University of British Columbia befasst, die in der Fachzeitschrift Fish and Fisheries veröffentlicht werden soll. Im Kern geht es um ein ähnliches Phänomen, das der US-Biologe Christopher Raxworthy bereits in den Bergen von Madagaskar beobachtet hat: Die Erwärmung ihrer Umwelt zwingt die Fische, in kühlere Zonen auszuweichen, was nicht nur ein Aussterben in den wärmer werdenden Regionen zur Folge hat, sondern irgendwann dazu führen wird, dass sie nirgendwo mehr weiter ausweichen können.


Autor: Jürgen Schönstein· 15.02.09 · 12:23 Uhr· 1 Kommentar

10. Februar 2009

Happy Birthday, Charlie D.!

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Ich will's mir heute mal leicht machen (ich bereite mich gerade auf eine längere Reise vor - wenn man 10 Tage als "länger" bezeichnen will) und nur auf die Science-Beilage der New York Times verlinken, die diesmal überwiegend einem einzigen Thema gewidmet ist: Charles Darwin, dessen Geburtstag sich am Donnerstag zum 200. Mal jährt. Keine Überraschung, denn das hätte jeder selbst mit einem simplen Konversationslexikon heraus finden können . Aber lesenswert ist es halt schon. Vor allem der Essay "Darwinismus muss sterben, damit die Evolution leben kann", in dem der Stony-Brook-Professor und Mitbegründer des Blue Ocean Institute, Dr. Carl Safina die - bildlich gemeinte - Forderung ausspricht: "So let us now kill Darwin." Denn Evolutionslehre ist mehr als Darwinismus, sie ist, wenn man so will, Mendelismus, Watsonimsus und zahllose andere -ismen, die in den vergangenen 150 Jahren zur Weiterentwicklung von Darwins Idee beigetragen haben:

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Autor: Jürgen Schönstein· 10.02.09 · 16:03 Uhr· 6 Kommentare

08. Februar 2009

Ein lukrativer Griff ins Klo

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 4

Die Redensart "aus Sch... Gold machen" soll ja eigentlich etwas umschreiben, das unerquicklich und zumeist auch unergiebig ist. Doch die Betreiber der Kläranlage in Nagano, Japan, extrahieren laut einem Bericht in China Daily angeblich 1890 Gramm Gold aus jeder Tonne verbrannten Klärschlamms - ein Vielfaches dessen, was man in kommerziellen Goldminen pro Tonne Abraum gewinnen kann (der Bericht zitiert die japanische Hishikari-Mine, die etwa 20 bis 40 Gramm pro Tonne Erz liefert). Quelle des Goldes im Abwasser sind offenbar umliegende metallverarbeitende Betriebe. Für die Bezirksverwaltung als Betreiber der Kläranlage ist dieser "Griff ins Klo" jedenfalls ein lohnendes Business: Sie erwartet aus der Goldabscheidung einen Netto-Profit von umgerechnet etwa 126.000 Euro.

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Autor: Jürgen Schönstein· 08.02.09 · 16:07 Uhr· 4 Kommentare

05. Februar 2009

CSI: Toll im TV, doch die Realität ist solala

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 4

Im Fernsehen ist es ja immer ganz toll, wenn die forensischen Experten der diversen CSI-Serienableger mit angewandten Wissenschaften dem Täter auf die Spur kommen (vermutlich um so toller, je weniger man von der Materie versteht, aber das kann ich nicht wirklich beurteilen). In der Realität sieht es mit den wissenschaftlichen Leistungen der amerikanischen Kriminallabors eher traurig aus, wie ein Bericht der National Academy of Sciences feststellen wird, der auf Anweisung des US-Kongresses seit gut drei Jahren erarbeitet wurde und noch im Februar publiziert werden soll. Laut einem Artikel in der New York Times, die sich mit Leuten unterhalten hat, die diesen Bericht schon vorab sahen, wird es eine "weitreichende Kritik vieler foresnischer Methoden [...] einschließlich Fingerabdruck-Analyse, Schusswaffen-Identifizierung und die Analyse von Bissspuren, Haar- und Handschriftenproben" sein.


Autor: Jürgen Schönstein· 05.02.09 · 18:46 Uhr· 4 Kommentare

04. Februar 2009

Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Dieses - heute sicher nicht mehr politisch korrekte Kinderspiel - enthält eine Erkenntnis, die nun von Psychologen der Michigan State University, der Columbia University und der Harvard University im Experiment nachgewiesen und in der aktuellen Ausgabe von Psychological Science veröffentlich wurde (Link ist hier): Die Angst vor Fremden (auch Xenophopie genannt) richtet sich überwiegend gegen fremde Männer. Xenophobie ist also, wie der Verlag in einer Pressemitteilung betont, keine "Emotion mit Chancengleichheit".

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Autor: Jürgen Schönstein· 04.02.09 · 18:48 Uhr· 3 Kommentare

03. Februar 2009

Google den Mars

Kategorie: Naturwissenschaften

Im Vergleich zu der CoRoT-Entdeckung eines erdähnlichen Planeten ist dies sicher eher irdisch, aber ich habe gerade einen "Ausflug" auf einem anderen, durchaus erdähnlichen Planeten gemacht - per Google Earth. In der am Montag gestarteten Version 5.0 kann man nämlich neuerdings auch den Mars abschreiten. Neben der Erforschung des Sternenhimmels - Google Sky, wenn man so will - und der versprochenen Darstellung der Meeresböden, die aber bisher nicht sehr zufriedenstellend funktioniert, da zu wenige Details tatsächlich kartiert sind, eine schöne Erweiterung unseres Horizonts.


Autor: Jürgen Schönstein· 03.02.09 · 16:15 Uhr· 0 Kommentare

"Die Ironie der Harmonie"

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

Dies ist der Titel eines Beitrages, der in der nächsten Ausgabe von Psychological Science erscheinen wird (den Artikel selbst gab's heute noch nicht online, aber in der obigen Pressemitteilung ist ein Kontakt angegeben, wo man ihn anfordern kann). Die Ironie, die damit gemeint ist, besteht darin, dass verbesserte Kontakte zwischen sozial ungleichen Gruppen nicht notwendiger Weise eine Verbesserung der Situation der benachteiligten Gruppen bewirkt - manchmal sogar eher das Gegenteil. Erarbeitet wurde die Studie von Forschern und Professoren der Yale-Universität, der University of Connecticut und der Cardiff University.

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Autor: Jürgen Schönstein· 03.02.09 · 00:03 Uhr· 1 Kommentar

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