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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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Archiv Januar 2009

31. Januar 2009

Was macht einen echten Regenwald aus?

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 1

Dies ist eine Frage, die ich nach der Lektüre dieses Artikels über "New Jungles Prompt a Debate on Rain Forests" in der New York Times gerne mal in die Diskussion werfen würde. Und es ist keineswegs eine rein akademische Frage. Denn Regenwälder werden nicht nur im großen Stil abgeholzt (etwa 15 Millionen Hektar pro Jahr, laut dem "Times"-Artikel) - in noch größerem Stil wachsen neue Wälder nach: Die NY Times schreibt von derzeit etwa 2,1 MIlliarden Acres, also eta 840 Millionen Hektar und beruft sich dabei auf den jüngsten Waldzustandsbericht der United Nations Food and Agriculture Organization, in dem ich allerdings nur die Zahl 261 Millionen Hektar finden kann. Wie auch immer: In jedem Fall überwögen die neu nachwachsenden Waldbestände alles, was in den Tropen abgeholzt wird.

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Autor: Jürgen Schönstein· 31.01.09 · 06:22 Uhr· 1 Kommentar

30. Januar 2009

45 Milliarden $ Rekordgewinn für Exxon

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 8

Sicher eine schöne Nachricht für Aktionäre: Der Ölkonzern Exxon Mobil hat im Jahr 2008 - nach allen Maßstäben eigentlich kein gutes Jahr für die Gesamtwirtschaft - einen Rekordgewinn von 45,22 Milliarden Dollar gemacht. Elf Prozent mehr als in ihrem bisherigen Rekordjahr 2007. Wollte ich hier nur mal für den Fall notiert haben, dass so genannte "Klimaskeptiker" wieder das Bedürfnis verspüren, die "arme' Energiebranche und ihre Interessen gegen die Forderungen nach reduziertem Konsum an fossilen Brennstoffen zu verteidigen ...


Autor: Jürgen Schönstein· 30.01.09 · 17:21 Uhr· 8 Kommentare

29. Januar 2009

Fachwissen allein genügt nicht, man muss auch denken können

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Ich sehe schon die Trolle auf diesen Satz aufspringen und rufen: Hah! Das haben wir doch gleich gewusst. Aber so einfach ist die Sache nicht, auch wenn eine Studie der Ohio State University, die in der nächsten Ausgabe von Science erscheinen wird, erst mal ziemlich klar belegt: Das Vermitteln von faktischem Wissen alleine genügt nicht, um die Fähigkeit zum fachlichen und logischen Denken zu erzeugen.

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Autor: Jürgen Schönstein· 29.01.09 · 20:18 Uhr· 2 Kommentare

Sturheit siegt

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 5

Also nicht etwa die Vernunft oder die besseren Argumente. Dies konnte ein Team der Computer- und informatik-Fakultät der University of Pennsylvania in Netzwerk-Versuchen belegen. Details der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Science (PNAS) veröffentlicht, aber das Fazit lässt sich auch hier schon in wenigen Worten zusammenfassen: Die Gegenwart von Minderheiten, die stur auf ihrer Position beharren, kann für den kollektiven Erfolg einer Gruppe durchaus nützlich sein.

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Autor: Jürgen Schönstein· 29.01.09 · 00:51 Uhr· 5 Kommentare

28. Januar 2009

Und noch eine fragliche Zwillingsstudie

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 5

In seinem Blogpost über Politische Genetik hat Ali Arbia von zoon politikon auf die Problematik hingewiesen, wenn komplexes soziales Verhalten auf genetische Ursachen reduziert und dabei die einschlägigen Zwillings-Studien als Methode und Basis eingesetzt werden. Dazu passt auch diese Studie, die in einer der nächsten Ausgaben der Proceedings of the National Academy of Sciences erscheinen wird und die sich mit der genetisch bedingten Komponente der Fähigkeit befasst, Freunde zu machen und sich in Netzwerke einzugliedern.

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Autor: Jürgen Schönstein· 28.01.09 · 01:03 Uhr· 5 Kommentare

27. Januar 2009

Auf dem falschen Fuß erwischt

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Kein Aufreger, eher amüsant: Fast die Hälfte aller Darstellungen von Vierbeinern in Museen und Fachbüchern zeigt sie in inkorrekten Schrittpositionen. Macht sicher nicht viel aus, da dem Laien die Fehler sowieso kaum auffallen würden (da nehme ich mich selbst als anekdotisches Beispiel: Ich habe inzwischen Hunderte von Stunden vor den Dioramen im American Museum of Natural History in New York verbracht und nicht ein einziges Mal auf die Schrittpositionen der ausgestellten Tiere geachtet), und der Fachmann genug Möglichkeiten haben dürfte, die Bewegungsabläufe am lebenden Objekt zu studieren und daher nicht auf diese Illustrationen/Repräsentationen als Anschauungsmaterial angewiesen ist. Aber nachdenklich stimmt es doch, was eine Gruppe ungarischer Forscher bei ihrer Analyse von mehr als 300 Exponaten heraus gefunden und in der aktuellen Ausgabe von Current Biology publiziert hat. Da es ja etwa den gleichen Aufwand erfordert, die Positionen korrekt oder inkorrekt darzustellen, andererseits heute genug Möglichkeiten bestehen, diese Positionen zu dokumentieren (was zu Zeiten von Eadweard Muybridge sicher noch anders war) weist es doch auf ein gewisses Maß an Schlampigkeit hin. (Via New York Times)


Autor: Jürgen Schönstein· 27.01.09 · 17:31 Uhr· 1 Kommentar

26. Januar 2009

Lotto als ein "Geschicklichkeitsspiel"?

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 11

Wir diskutieren auf Scienceblogs.de ja auch immer wieder mal um guten oder schlechten (Wissenschafts-)Journalismus, und auch auf dem amerikanischen Scienceblogs macht man sich solche Gedanken, vor allen angesichts der aktuellen New Scientist-Coverstory "Darwin Was Wrong". Aber wer ein richtig gutes Beispiel für schlechten Journalismus sehen will (eines, dass mir - trotz meiner Teil-Immunisierung durch ehemalige BILD-Mitarbeit die Tränen in die Augen treibt), der kann mal diesen Link zur New Yorker Tageszeitung Daily News verfolgen, die in ihrer Montagausgabe auf einer ganzen Seite ihren Lesern verzapft, dass es möglich wäre, durch geschickte Auswahl der Zahlen die Chance auf einen Treffer im Lotto zu steigern. Zugegeben, es ist kein echter Wissenschaftsjournalismus, und die Boulevardzeitung Daily News ist weit davon entfernt, ein Peer-Review-Blatt zu sein. Aber es ist so eine Art "Wahrscheinlichkeitsrechnug für Anfänger" (besser: für Ahnungslose, was der Artikel auch nicht ändern will), und damit schon im Grenzbereich dessen, was man mit den Maßstäben eine wissenschaftlich orienterten Journalismus messen darf.

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Autor: Jürgen Schönstein· 26.01.09 · 20:06 Uhr· 11 Kommentare

24. Januar 2009

"Was ist schon ein Name?"

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 11

... fragt sich Shakespeares Julia. Schließlich röche eine Rose doch ebenso süß, auch wenn sie anders hieße. Diesen Satz müssen sich die Einwohner mehrerer britische Städte wohl täglich vorsagen, wenn sie irgendwo ihre Adressen ausfüllen müssen. In der Freitagsausgabe der New York Times berichtet die London-Korrespondentin Sarah Lyall über ein paar ziemlich schräge Ortsnamen. Diese Karte allein fand ich schon zum Wiehern: 0123-for-webCRAPSTONEmap.jpg(Falls sich jemand wundert, was dieses Thema hier soll: Geograph + Karte = hinreichende Rechtfertigung, dieses Thema in einen Scienceblog zu schmuggeln. Alles klar?)

Aber ehe wir auf fremde Länder zeigen, schaun wir doch mal auf unsere eigene, deutsche Landkarte:96787137_e6555db9cc.jpg Gefunden via Waltzing Broomhilda, und vorsichtshalber per Stichprobe auf einer "echten" Deutschlandkarte nachgecheckt - ich will ja schließlich keine Unanständigkeiten verbreiten, sondern nur geographische Fakten darlegen ...


Autor: Jürgen Schönstein· 24.01.09 · 00:46 Uhr· 11 Kommentare

23. Januar 2009

Neuauflage der Kreationismus-Debatte

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 9

Nach Kansas und Pennsylvania scheint nun Texas - ausgerechnet Texas! - zum Schauplatz der nicht sterben wollenden Kreationismusdebatte zu werden. Wer Lust hat, kann ja hier lesen, was die New York Times am Donnerstag zum Thema schrieb. Für alle anderen eine möglichst schnelle Zusammenfassung: Die texanische Schulbehörde (das State Board of Education) wird im März über die Richtlinien für Schulbücher neu entscheiden. Und es geht dabei um einen Passus, der auf den ersten Blick scheinbar harmlos wirkt: Studenten sollten darin unterwiesen werden, alle wissenschaftlichen Theorien auf ihre "Stärken und Schwächen" hin zu überprüfen. Also auch die Evolutionslehre.

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Autor: Jürgen Schönstein· 23.01.09 · 00:31 Uhr· 9 Kommentare

Ökologie für Bankenaufseher?

Kategorie: Naturwissenschaften

In der aktuellen Ausgabe des Magazins Seed ist ein Artikel von Benjamin Phelan über die "Ökologie der Finanzen". Da ich das Heft erst spät an diesem Abend auf den Tisch bekommen habe und der Artikel selbst (noch?) nicht online verfügbar ist, beschränke ich mich hier mal darauf, ganz knapp den Grundgedanken des Textes zu umreißen: Wenn man die Finanzmärkte statt mit ökonomischen Modellen und Ideologien (die zumeist von einer Art "höheren Weisheit" des Marktes ausgehen und ihm die größte Kompetenz bei der Allokation von Mitteln zugestehen) mit ökologischen Modellen analysiert hätte, wäre man schon viel früher drauf gekommen, dass es zu einem Kollaps kommen musste. Nur schnell ein Zitat, dann muss ich leider zu einem Termin:

Princeton's Simon Levin, the Scripps Institute's George Sugihara, and Oxford's Bob May have published work pointing out that there are many natural systems that mimic, in nontrivial ways, the functioning of financial markets. "I've come to understand," says Levin, "that they're the same kinds of systems."

Wär' doch toll, wenn irgendwann mal ein Ökologe den Wirtschafts-Nobelpreis gewinnen könnte ...


Autor: Jürgen Schönstein· 23.01.09 · 00:24 Uhr· 0 Kommentare

22. Januar 2009

... und sie erwärmt sich doch!

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 14

main_news_pic2009_01_21.jpgDie Antarktis nämlich. Das lese ich hier in der New York Times, die sich dabei wiederum auf einen Artikel in der aktuellen Ausgabe von Nature bezieht, der leider etwas kostet, wenn man ihn im Volltext lesen will. Und der widerlegt die bisher geltende - und gerne als Loch in der Theorie der globalen Erwärmung interpretierte - Beobachtung, dass sich als Folge der vorherrschenden Windsysteme das Innere (und eigentlich auch der Großteil der Gesamtfläche) der Antarktis im Mittel abkühlt. Das Problem dabei war, dass es offenbar nicht genug Wetterstationen in der Antarktis gibt, um eine solide Datenbasis zu liefern. Diese Lücken fülten die Forscher um Eric J. Steig nun mit Satellitenmessungen aus. Und stellten fest, dass sich auch in der Antarktis insgesamt die Temperatur seit einem halben Jahrhundert um etwa ein 0,1 Celsiusgrad pro Dekade erhöht hat. Was, laut Steig, "im Einklang mit den Modellprognosen" zu den Folgen der Treibhausgas-Entwicklung steht.


Autor: Jürgen Schönstein· 22.01.09 · 21:13 Uhr· 14 Kommentare

Rauchen eine der Hauptursachen von Krebs?

Kategorie: Medizin

Aus der Diskussion um Passiv- oder gar Dritthand-Rauchenwill ich mich als Ex-Raucher zwar raushalten. Und dass der Zigarettenkonsum nicht gesund sein kann, wusste ich auch schon, als ich mir noch regelmäßig "eine ins Gesicht steckte", wie wir zu sagen pflegten. Aber dass Rauchen einer der Hauptursachen für Krebs jeder Art sein könnte (also nicht nur für die so genannte "Raucherstraße"), fand ich dann doch überraschend.

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Autor: Jürgen Schönstein· 22.01.09 · 00:01 Uhr· 0 Kommentare

21. Januar 2009

Ein Triumph der Linken

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 19

Der linken Hand, ist damit gemeint. Angeregt von diesem Blogpost auf scienceblogs.com habe ich mal nachgebohrt, und in der Tat waren wohl sechs der zwölf Nachkriegs-Präsidenten Amerikas (einschließlich Barack Obama) Linkshänder: Obama, Bill Clinton, George H.W. Bush (der Vater), Ronald Reagan, Gerald Ford und Harry Truman (dazu ein Artikel aus der Washington Post im vergangenen Sommer).

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Autor: Jürgen Schönstein· 21.01.09 · 18:56 Uhr· 19 Kommentare

Konsens zum Klimawandel - klar doch

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 156

Eigentlich ist es ja fast ein Witz, dass man immer noch darüber streitet, ob es nun einen wissenschaftlichen Konsens über die Existenz des globalen Klimawandels und die menschliche Rolle dabei gibt. Wer jedoch die einschlägigen Blogs hier verfolgt, wird in den Kommentaren immer wieder auf das Argument stoßen, dass es diese globale Erwärmung gar nicht gebe oder dass es zumindest keinen wissenschaftlichen Konsens dazu gebe. Aber vielleicht hat sich ja tatsächlich niemand die Mühe gemacht, mal bei den wissenschaftlern rumzufragen? Doch.

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Autor: Jürgen Schönstein· 21.01.09 · 00:39 Uhr· 156 Kommentare

20. Januar 2009

Obama - eine Chance für Frauen?

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 1

Zu all den Veränderungenund Neuerungen, die von dem - in diesem Moment eingeschworenen - US-Präsidenten Barack Obama erwartet werden, gehört auch die Erwartung, dass er endlich mal eine Frau in seinen Wissenschaftsrat berufen wird und damit die Rolle von Frauen in der Wissenschaft fördern und junge Frauen zu einer Karriere in der Wissenschaft motvieren wird. Würdige Kandidatinnen für diese Rolle (neben den bereits in die Wahl genommenen Herren Harold Varmus und Eric Lander) seien, so schreibt Natalie Angier im heutigen Wissenschaftsteil der New York Times, Shirley Ann Jackson, Kernphysikerin und Präsidentin des Rensselaer Polytechnic Institute, die Princeton-Präsidentin und Molekularbiologin Shirley Tilghman, oder auch die Chemikerin Jacqueline Barton vom California Institute of Technology. Hier der Link zum kompletten Artikel: http://www.nytimes.com/2009/01/20/science/20angier.html


Autor: Jürgen Schönstein· 20.01.09 · 17:44 Uhr· 1 Kommentar

Kein Wunder, dass es ein "Wunder" war

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 5

Was immer über den Absturz des USAirways-Airbus vergangene Woche in New York geschrieben wurde - früher oder später (zumeist früher, nämlich in den Schlagzeilen) tauchte der Begriff vom "Wunder" auf. Ich muss da auf niemanden weiter deuten als auf mich selbst, denn der Artikel, den ich für FOCUS Online geschrieben hatte (kein Link hier wg. Eigenwerbung), sprach ebenfalls schon in der Überschrift vom "Wunder vom Hudson".
Was natürlich kein Wunder ist, denn erstens mal sind wird so sehr an schlechte Nachrichten gewöhnt, vor allem im Zusammenhang mit Luftfahrt-Unglücken, dass wir uns schon gewaltig wundern müssen, wenn ein Absturz ohne Todesopfer oder nennenswert Verletzte abläuft. Zweitens ist "Wunder" ein sehr beliebter Begriff in den Medien ("Wunder von Lengede", "Wunder von Bern", Wirtschaftswunder ...). Aber drittens, und dem will ich mal ein paar Gedanken mehr widmen, sind Wunder

nach den bekannten Gesetzen der Natur und des Weltlaufs unerklärlich scheinende Ereignisse, die deshalb auf ein unmittelbares Eingreifen der Gottheit in den Naturlauf zurückgeführt werden
wie es der Brockhaus erklärt. Wunder sind also all das, was Wissenschaft nicht ist. So weit, so wundersam ...

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Autor: Jürgen Schönstein· 20.01.09 · 02:11 Uhr· 5 Kommentare

16. Januar 2009

Neue CCSP-Berichte zur Klimaforschung

Kategorie: Umwelt

Wen's interessiert (und wer ausreichend Bandbreite in seiner Internet-Verbindung hat), der kann sich hier vier neue Berichte des US Climate Science Program CCSP (eine Kooperation mehrerer US-Ministerien mit der National Science Foundation und der Smithsonian Institution) runterladen. Für meinen Webzugang waren es wohl ein paar Megabyte zu viel - ich krieg' nur einen Teil der Reports rüber, bis sich mein Rechner ausklinkt. Und darum muss ich mich vorläufig mit den Pressemitteilungen begnügen, die aber inhaltlich leider nicht sehr viel mehr hergeben als die Titel der Berichte. Wobei zumindest die beiden Berichte des US Geological Survey - einer über Past Climate Variability and Change in the Arctic and at High Latitudes, der zweite über Thresholds of Climate Change in Ecosystems - als gemeinsamen Nenner die Erkenntnis haben, dass kleine Veränderungen, sei es in der Ausbreitung und Dicke des arktischen Eises, sei es in der Konzentration von Aerosolen in unserer Atmosphäre, unverhältnismäßig große Effekte auf das Klima haben und entsprechende Rückkopplungen in den globalen Ökosystemen bewirken können.


Autor: Jürgen Schönstein· 16.01.09 · 21:35 Uhr· 0 Kommentare

15. Januar 2009

Kein frischer Wind im US-Energieministerium

Kategorie: Politik·Umwelt  ·  Kommentare: 3

Und dabei hatte es so gut angefangen: Die Nominierung des Nobelpreisträgers Steven Chu, der am Lawrence Berkeley National Laboratory auf dem Gebiet erneuerbarer Energien forschte und der Kohle öffentlich als "seinen schlimmsten Alptraum" bezeichnet hatte,
schien ein Signal zu setzen, dass die nächste US-Regierung sich ernsthaft mit Umweltfragen befassen wird. Doch während seiner Anhörung vor dem US-Senat am Dienstag machte er eine drastische Kehrtwende: Öl, Gas, Kernkraft und Kohle werden auch weiterhin zum Energiemix der USA gehören, versicherte er (was wohl nur für die Energie- und Wirtschaftslobby eine Beruhigung sein wird). Und Kohle könne man ja dadurch "sauber" machen, erklärte er, dass man das bei der Verfeuerung anfallende Kohlendioxid - ein wichtiges Treibhausgas, zugegeben - sequestriere. (Was er dabei übersieht, kann man beispielsweise hier nachlesen.)

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Autor: Jürgen Schönstein· 15.01.09 · 00:40 Uhr· 3 Kommentare

14. Januar 2009

Der Mut der afghanischen Schulmädchen

Kategorie: Kultur

Mal wieder ein Lesetipp, diesmal über die afghanischen Schülerinnen, die sich selbst durch eine Säureattacke nicht davon abhalten ließen, ihr Recht auf Bildung einzufordern (aus der heutigen New York Times). Weil man halt manchmal zu leicht vergisst, wie fundamental dieses Recht auf Bildung sein kann, und wie fundamentalistisch es manchmal behindert wird.


Autor: Jürgen Schönstein· 14.01.09 · 17:16 Uhr· 0 Kommentare

Die Löcher im Regenwald

Kategorie: Umwelt

Dass 1,4 Prozent der tropischen Regenwälder zwischen 2000 und 2005 gerodet wurden, hört sich vermutlich für den Laien gar nicht so dramatisch an (1,4 Prozent mehr Gehalt sind ja auch netto kaum noch spürbar). Aber das wahre Drama liegt nicht nur, wie der Carnegie-Ökologe Greg Asner auf einem Vortrag im Rahmen des Smithsonian-Symposiums zum Thema "Werden die Regenwälder überleben?" darlegte, in der Rodung - mindestens ebenso schlimm, aber dafür nur sehr viel schwerer nachvollziehbar, sei die selektive Ausholzung, warnt er.

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Autor: Jürgen Schönstein· 14.01.09 · 01:06 Uhr· 0 Kommentare

13. Januar 2009

Das Buch zur Anti-Anti-Impfkampagne

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 10

Angesichts des Themas - es geht um die Masernimpfung bzw. die Ängste davor und die Kampagnen dagegen - schien mir diese unaufgeregte, ja langweilige Überschrift am angemessensten. Wer sich aufregen will, kann sich ja noch einmal in die entsprechenden Scienceblogs-Threads einklicken (hier, hier und hier wären gute Einstiegspunkte). Ich will an dieser Stelle lieber auf einen Artikel aus der heutigen Science-Beilage der New York Times verweisen, der sich mit der Resonanz auf das Buch "Autism's False Prophets" von Paul A. Offit befasst.

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Autor: Jürgen Schönstein· 13.01.09 · 18:35 Uhr· 10 Kommentare

09. Januar 2009

Amerikas Halbferkel in Weiß

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 4

Nicht, dass mir jemand gleich wieder Ärztebashing vorwirft. Aber was kann ich dafür, wenn ich über die folgende Aussage im Wall Street Journal (in einem Meinungsbeitrag zwar, aber immerhin von der Ärztin Betsy McCaughey, Vorsitzende des von ihr gegründeten Committee to Reduce Infection Deaths) stolpere: Laut einer internen Untersuchung der University of Maryland, so behauptet sie, würden 65 Prozent des medizinischen Personals der Uni ihre weißen Kittel seltener als einmal wöchentlich wechseln, 15 Prozent sogar nur einmal im Monat oder seltener. Angesichts der Tatsache, dass solche Kittel ebenso Krankheitskeime übertragen können wie alle anderen medizinischen "Instrumente", finde ich solche Zahlen - wie repräsentativ sie sind, darüber will ich noch nicht einmal spekulieren - natürlich beängstigend.

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Autor: Jürgen Schönstein· 09.01.09 · 01:01 Uhr· 4 Kommentare

08. Januar 2009

Nach dem Kohlendioxid das Quecksilber

Kategorie: Umwelt  ·  Kommentare: 4

Man muss ja immer wieder mal darauf hinweisen: "Klimawandel" ist - gewissermaßen als "pars pro toto" - zwar als ein prominenter, aber keineswegs alleiniger Aspekt des Phänomens zu sehen, das wir eigentlich bisher immer als "Umweltverschmutzung" kannten. Denn die gleichen Ursachen, die uns leider nicht mehr so langsam, und leider auch sehr sicher (da sprechen die Zahlen nun mal eine deutliche Sprache) die Atmosphäre aufheizen, sorgen auch dafür, dass anderweitiger Dreck in unsere Umwelt gelangt. Quecksilber, zum Beispiel, das uns die Umwelt, die Fische und über die Nahrungskette auch uns selbst vergiftet.

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Autor: Jürgen Schönstein· 08.01.09 · 00:37 Uhr· 4 Kommentare

06. Januar 2009

Auch Ärzte glauben an Wunder

Kategorie: Medizin

Wenn man, wie ich, das Schreibtisch-Aufräumen so lange vor sich her schiebt, bis es aus statischen Gründen unausweichlich wird (was in meinem Fall fast immer dann eintrifft, wenn ich eine mehrtägige Abwesenheit - wie jetzt über die Feiertage - genießen durfte), dann stößt man manchmal auf interessante Krümelchen, die offenbar im "Business as Usual" untergegangen waren. Wie etwa ein scheinbar beiläufiger Hinweis auf eine kleine Studie, die der Chirurgie-Professor und Trauma-Experte Lenworth Jacobs von der University of Connecticut School of Medicine und dem Hartford Hospital bereits im August in der US-Fachzeitschrift Archives of Surgery veröffentlicht hatte. Er und seine Kollegen wollten wissen, was Laien und Fachleute über die so genannte Palliativbetreuung von tödlich verletzten Patienten denken. Mit anderen Worten: ab wann sie glauben, dass dem Patienten nicht mehr zu helfen ist und ärztliches Handeln bestenfalls noch die Qualen lindern kann. Die eine Zahl, über die ich gerade lange genug stolperte, um mir die Notiz aufzuheben (was ich aber, bis jetzt, wieder vergessen hatte): Nicht nur die Laien hoffen auf ein Wunder, wenn alles andere nicht mehr hilft - auch 19,5 Prozent der Ärzte und des Traumatologie-Personals glauben, dass ein göttlicher Eingriff den Patienten noch retten könnte, selbst wenn ärztliche Kunst und Erfahrung sagen, dass dies chancenlos ist.

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Autor: Jürgen Schönstein· 06.01.09 · 00:05 Uhr· 0 Kommentare

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