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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.
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09.09.08 · 08:07 Uhr
"Sprache" stiftet Frieden bei Hund und Katz
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften·Politik · Kommentare: 1
Eigentlich ist es ja mehr das Klischee bzw. dessen Entkräftung, die mein Augenmerk auf diesem Beitrag gerichtet hatte, aber dass ein israelischer Verhaltensforscher bei der Beobachtung von Hund und Katze zum Schluss kommt, dass eine friedliche Koexistenz zwischen scheinbar völlig inkompatiblen Wesen möglich ist, gibt dem Ganzen halt doch auch eine politische Note.
Grundtenor dieser Arbeit, die der Biologieprofessor Joseph Terkel von der Tel Aviv University gemeinsam mit der Doktorandin Neta-li Feuerstein verfasst und aktuell im Fachblatt Applied Animal Behaviour Science veröffentlicht hatte: Wenn Hund und Katze früh genug den Umgang miteinander lernen, dann können die scheinbar unvermeidlichen Missverständnisse zwischen beiden Spezies vermieden werden. Dies folgerten Terkel und seine Mitarbeiterin Feuerstein aus den Interviews mit rund 200 Personen, die Hunde und Katzen gemeinsam als Haustiere hielten; etwa zwei Drittel der Befragten konnten berichten, dass ihre so unterschiedlichen Vierbeiner gut miteinander auskämen, bei 25 Prozent schienen sich Hund und Katze einfach nur zu ignorieren - und nur in jedem zehnten Haushalt flogen mit einer gewissen Regelmäßigkeit die Fetzen.
Das Problem liegt in der Kommunikation: Wenn ein Hund gute Laune signalisieren will, wedelt er mit dem Schwanz - wenn eine Katze hingegen ihre verlängerte Wirbelsäule hin und her bewegt, dann heißt es Achtung! Gleich gibt's Zoff! Wenn die Katze sich wohlfühlt, dann schnurrt sie - beim Hund warnt ein mehr oder weniger leises Grollen vor dem Angriff. Die Körpersprache von Hund und Katze sind also in der Tat so verschieden wie "Hund und Katz'".
Doch offenbar sind beide Seiten nicht nur in der Lage, die "sprachlichen" Eigenheiten des anderen zu tolerieren - sie können sogar die in einem gewissen Maß die Körper-Fremdsprache des anderen erlernen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie früh genug den Umgang miteinander lernen: Katzen sollten nicht älter sein als sechs Monate, Hunde höchstens ein Jahr. "Wir haben festgestellt, dass Hunde und Katzen lernen, die ihre gegenseitigen Sprachen zu lernen", erklärt Terkel. "Es war eine Überraschung für uns, dass Katzen lernen können, wie Hunde zu 'reden' und umgekehrt." Mehr noch: Sie können sogar "Freundschaften" (man muss ja mit solchen Antromorphismen immer zurückhaltend sein) entwickeln, sich durch Nasenkontakt begrüßen und gegenseitige Fellpflege betreiben.
Und das, so meint er weiter, müsse ja dann auch auf Menschen übertragbar sein: "Wenn Hunde und Katzen lernen, miteinander auszukommen, dann haben die Menschen gewiss auch eine gute Chance." Schön wär's ja, aber irgendwie scheint das seit Jarhtausenden nicht klappen zu wollen.
Autor: Jürgen Schönstein· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (1)
ich habe beobachtet, daß hund und katze sogar die jeweils andere "sprache" benützen. Ich habe nur das problem mit meiner 5 monate alten katze daß sie bei zu rauhem spiel nicht abbricht bzw. sich wehrt. Der rüde ist 20 monate alt. Ich ermahne den Hund und gebe belohnung im umgekehrten fall.
Übertragen auf den Menschen... allerdings gibt es noch keinen Beweis für einen nachhaltigen erfolg.
Viele grüße