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Jürgen Schönstein ist Diplom-Geograph (TU München, 1984) aus Berufung und Journalist von Beruf. Nach rund zwei Jahrzehnten als "fester" Korrespondent für deutsche Publikationen in New York, arbeitet er nun als freier Journalist in Cambridge, Massachusetts - und wird damit auch weiterhin ein besonders waches Auge auf alles Neue aus Wissenschaft, Forschung und Technik halten. Daneben bringt er als Dozent am Massachusetts Institute of Technology (MIT) den Studenten das Schreiben bei.

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29.07.08 · 07:36 Uhr

Ein Atom auf der Goldwaage

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 1

nanobalance-raining-atoms-blue.jpgSo fein, dass sie selbt Worte wiegen kann, ist die Nanoröhren-Waage, die Forscher an der University of California in Berkeley entwickelt haben zwar nicht - aber viel fehlt dazu nicht mehr: Laut Angaben der Uni ist diese Waage, die unter der Federführung des Physik-Professors Alex Zettl entwickelt wurde, sensibel genug, um die Masse eines einzelnen Atoms oder Moleküls zu bestimmen. Die offizielle Veröffentlichung zu diesem Thema (die ich leider mal wieder nicht kostenlos finden kann, aber vielleicht haben andere mehr Glück ...) ist in der Fachzeitschrift Nature Nanotechnology erschienen.

Grafik: Zettl Research Group, Lawrence Berkeley National
Laboratory and University of California at Berkeley
Technisch klingt die Sache einfach und kompliziert zugleich (zumindest so weit ich das mit meinem Laienwissen verfolgen kann): Die Kohlenstoff-Nanoröhre ist an einem Ende mit einer Elektrode verbunden, das andere Ende kann frei schwingen und wird duch einen schwachen Strom quasi "vorgespannt" und in Vibration versetzt. Landet ein Atom auf dieser Röhre (die einen Durchmesser von einem Nanometer und eine Länge von 0,2 Mikrometer hat), dann beeinflusst dies ihr Schwingungsverhalten - und aus dieser Veränderung wiederum lässt sich die Masse des Atoms oder Moleküls ermitteln.

In ihren Versuchen wollen die Forscher der Zettl Research Group bereits ein einzelnes Goldatom gewogen haben (es wiegt 3,25 × 10-25 kg); die Sensibilitätsgrenze der Waage liegt bei 1,3 × 10-25 kg.

 

Autor: Jürgen Schönstein· 1 Kommentar· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (1)

Author Profile Page Beatrice Lugger· 29.07.08 · 15:38 Uhr

Na, da liegt Zettls Research Group - ich muss dauernd an Zettls Traum denken - immerhin goldrichtig. Die relative Masse von Gold beträgt 196,9665.... multipliziert mit der Masseeinheit (1u) 1,661 x 10-27kg macht also 3,27 x 10-25. Also knapp an der errechneten! Gratulation Zettl

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