Blog durchsuchen
Profil

Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.

[Publikationsliste ]

Aktuelle Projekte

- AUBELE
- AL-MESS
- POF-LAB
- EE-GENO
- TECLA WZW
- TECLA NEMO
- Breitbandregion
- St. Andreasberg StarPark


Social Networking

XING

Christian Reinboth

Christian Reinboth

Christian Reinboth

Wikio - Top Blog - Wissenschaft

Unterstützenswertes




XING

Sternwarte St. Andreasberg

Wildfisch-Wernigerode e.V.

« vorheriger Beitrag  · nächster Beitrag »

07.07.11 · 13:53 Uhr

PID im Bundestag - was steht heute zur Abstimmung? (Update: Die PID wird zugelassen)

Kategorie: Medizin·Politik  ·  Kommentare: 41

Heute um 9:00 Uhr beginnt eine Debatte im Deutschen Bundestag, die sowohl von den Gegnern als auch den Befürwortern der sogenannten Präimplantationsdiagnostik (PID) mit großer Spannung erwartet wurde. Insgesamt liegen drei Gesetzesentwürfe zur Abstimmung vor - wie könnte das Ringen um die PID heute also ausgehen?

Wie genau die PID - ein Verfahren zur Identifikation bestimmter Erbkrankheiten, welches im Rahmen einer künstlichen Befruchtung (in-vitro-Fertilisation) zum Einsatz kommen kann - funktioniert, lässt sich bei Elmar Breitenbach in den Scilogs nachlesen - und auch auf den ScienceBlogs gab es in WeiterGen und Chemisch gesehen schon heiße Diskussionen über Nutzen und ethische Vertretbarkeit des Verfahrens. Nach einigem hin und her steht nun heute die vermutlich - vorerst - entscheidende Debatte im Bundestag an. Welche drei Optionen dabei zur Auswahl stehen, möchte ich nachfolgend kurz aufzeigen:

(1) Totalverbot der PID: Dieser Gesetzesentwurf wurde von Katrin Göring-Eckard (Grüne), Günter Krings (CDU) und unserer ehemaligen Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eingebracht und sieht vor, Gentests an Embryonen vollständig zu verbieten. Ärzte, die im Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland dennoch entsprechende Tests durchführen, könnten strafrechtlich belangt werden (und möglicherweise auch ihre Approbation verlieren).

Aus dem Entwurf:

Die Anwendung der PID gefährdet die Akzeptanz gesellschaftlicher Vielfalt und erhöht den sozialen Druck auf Eltern, ein gesundes Kind haben zu müssen. Dem liegt der Anspruch zugrunde, zwischen lebenswertem und -unwertem Leben unterscheiden zu können. Die Werteordnung des Grundgesetzes bestimmt ausdrücklich, das jeder Mensch den gleichen Anspruch auf Würde und die gleichen und unveräußerlichen Rechte auf Teilhabe besitzt. Dieses Wertegefüge würde durch die Zulassung der PID nachhaltig beschädigt werden. Aus ethischen und gesellschaftspolitischen Gründen ist die PID daher abzulehnen.

(2) Eng begrenzte Zulassung der PID: Hinter diesem Gesetzesentwurf stehen maßgeblich die Abgeordneten René Röspel (SPD) und Priska Hinz (Grüne). Er sieht vor, den allgemeinen Einsatz der PID zu untersagen, in speziellen Fällen - etwa bei Paaren, die bereits Fehl- oder Totgeburten erlitten haben - aber die Option einer Einzelfallzulassung - etwa durch einen (nicht näher definierten) Ethikrat - offenzuhalten.

Aus dem Entwurf:

Um Rechtssicherheit für die betroffenen Paare und die Ärzte herzustellen, ist das Embryonenschutzgesetz um eine Regelung zu ergänzen, wonach die genetische Untersuchung eines Embryos im Rahmen einer künstlichen Befruchtung grundsätzlich verboten ist. Nur in Ausnahmefällen wird eine solche Untersuchung für nicht rechtswidrig erklärt. In diesen Fällen muss beiden Eltern oder einem Elternteil eine humangenetisch diagnostizierte Disposition vorliegen, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Fehl- oder Totgeburten oder zum Tod des Kindes im ersten Lebensjahr führen kann.

Weitere Voraussetzung ist die Verpflichtung, eine Beratung anzubieten sowie das positive Votum einer Ethik-Kommission. Für diese Fälle werden in das Gesetz Verfahrensregelungen aufgenommen wie die Beschränkung auf ein lizenziertes Zentrum, Einzellfallentscheidung einer Ethik-Kommission sowie Dokumentations- und Berichtspflichten.

(3) Weitestgehende Zulassung der PID: Dieser Gesetzesentwurf wurde in wesentlichem Umfang von Peter Hintze (CDU), Carola Reimann (SPD), Ulrike Flach (FDP) und Petra Sitte (Linke) erarbeitet. Danach könnte die PID auch zur Diagnostik von Krankheiten eingesetzt werden, die nicht während der Schwangerschaft oder unmittelbar nach der Geburt, sondern erst nach mehreren Lebensjahren auftreten. Auch die Suche nach sogenannten genetischen Prädispositionen, d.h. Veranlagungen im Erbgut, die das Auftreten bestimmter Krankheiten wahrscheinlicher machen - nicht aber definitiv zum Auftreten der Krankheit führen - wäre nach dieser Vorlage gestattet.

Aus dem Entwurf:

Eine Beibehaltung des derzeitigen Embryonenschutzgesetzes bedeutet für die betroffenen Paare und Ärzte eine unzumutbare Rechtsunsicherheit. Ein explizites Verbot der PID, das einschlägig vorbelasteten Paaren es praktisch unmöglich machte, eigene genetisch gesunde Kinder zu bekommen, wäre hingegen verfassungsrechtlich bedenklich und stünde im Widerspruch zu der Möglichkeit der Frau, bei einem im Wege einer Pränataldiagnostik festgestellten schweren genetischen Schaden des Embryos und bei Vorliegen der medizinischen Indikation die Schwangerschaft abbrechen zu lassen.

Ich selbst bin in der Sache hin- und hergerissen. Die meisten Unterstützer scheint derzeit Option (1) zu haben, fraglich ist aber, ob sie auch eine Mehrheit erringen kann. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass als Kompromiss letztendlich Option (2) angestrebt wird, die mir selbst derzeit auch am sympathischten ist. Option Nummer (3) scheint mir dagegen keine reellen Chancen auf eine Umsetzung zu haben - auch wenn dieser Vorschlag wie bereits Option (2) vorsieht, jeden Fall durch eine Ethik-Kommission laufen zu lassen.

Was denkt ihr?

Update um 13:50 Uhr: Der Bundestag hat sich relativ schnell und deutlich (326 zu 260) für Option (3) von Peter Hintze und Ulrike Flach - die begrenzte Zulassung der PID - und damit den weitestgehenden der drei Gesetzesentwürfe entschieden. Ich bin damit persönlich nicht ganz glücklich (vielleicht blogge ich demnächst mal zur Thematik), empfand aber die heutige Debatte im Plenum insgesamt als gelungen. Damit wird nun die Durchführung von PIDs in Deutschland zukünftig bei bestimmten, noch näher zu bestimmenden Vorerkrankungen grundsätzlich möglich sein. Wie sich die Umsetzung in der Praxis darstellt, wird - wie bei allen Gesetzen, mit denen Neuland betreten wird - die Zeit zeigen...

 

Autor: Christian Reinboth· 41 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

Tags: · · ·

Kommentare (41)

Author Profile Page WeiterGen· 07.07.11 · 09:21 Uhr

Laut FAZ Artikel von gestern (in denen der Inhalt der Gesetzesentwürfe auch anders als von dir interpretiert wird), wäre die Mehrheit im Bundestag für Option 3.
http://www.faz.net/artikel/C30923/praeimplantationsdiagnostik-fuer-oder-gegen-pid-30456610.html

Author Profile Page Christian Reinboth· 07.07.11 · 09:28 Uhr

@WeiterGen: Stimmt, laut FAZ stünde es 220 zu 198, ich hatte die Mehrheitslag aus verschiedenen Medienberichten anders in Erinnerung. Ich kann mir trotzdem nicht vorstellen, dass es am Ende Option (3) wird - aber wir werden sehen. Eine gänzlich andere Interpretation der Entwürfe konnte ich in der FAZ aber nicht entdecken: (1) "Antrag für ein völliges Verbot", (2) "engbegrenzte Zulassung" und (3) "...soll die PID zugelassen werden, wenn...". Oder was meinst Du? Was mir in der Tat völlig entgangen ist, ist dass Röspel offenbar nochmal einen neuen Entwurf unter Streichung des "Todes des Kindes im ersten Lebensjahr"-Passus eingebracht hat...

Kommentar-Direktlink Biologe· 07.07.11 · 09:50 Uhr

Für mich ganz klar Option 3.

Kommentar-Direktlink roel· 07.07.11 · 09:57 Uhr

@Christian Reinboth Sehr gute Zusammenfassung.

@Biologe Hier http://www.scienceblogs.de/weitergen/2011/07/abstimmung-zur-pid-im-bundestag.php ist ein voting dazu.

Kommentar-Direktlink Anke Bebber· 07.07.11 · 09:59 Uhr

Hallo.
Ich unterstütze die 3. Option, für mich ganz klar.

Kommentar-Direktlink Arnd· 07.07.11 · 10:00 Uhr

Ich bin für Option 3. Hätte ich eine unheilbare, schwere Erbkrankheit, dann würde ich meinen Kindern so etwas ersparen wollen.

Author Profile Page WeiterGen· 07.07.11 · 10:00 Uhr

Option 3 ist keine "weitestgehende Zulassung". Aus dem Gesetzentwurf:

Die Präimplantationsdiagnostik soll in Ausnahmefällen zulässig sein. [...] in denen ein oder beide Elternteile die Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist.

Author Profile Page Christian Reinboth· 07.07.11 · 10:15 Uhr

@WeiterGen: Das habe ich so formuliert, weil es von allen drei Gesetzestexten derjenige ist, der die "weitestgehende" Zulassung ermöglichen würde. Ist vielleicht unglücklich formuliert. In den benannten Fällen (schwerwiegende Erbkrankheit) gäbe es ja aber immerhin eine Art Automatismus, d.h. sobald einmal im Hinblick auf eine bestimmte Krankheit positiv entschieden wurde, hätten alle diesbezüglich betroffenen Paare das prinzipielle Anrecht auf die Durchführung einer PID (was bei Option (2) ja anders wäre). Von daher halte ich es nicht für falsch, Option (3) als PID-Zulassung zu betrachten, auch wenn der Einsatzbereich natürlich ziemlich eingeschränkt wäre - innerhalb dieses Bereichs gäbe es dann ja aber eine Zulassung. Für einen Antrag auf uneingeschränkte Zulassung, der ja ebenfalls möglich gewesen wäre, hat sich ja scheinbar kein Einreicher gefunden...

Kommentar-Direktlink Ingo· 07.07.11 · 10:52 Uhr

Ich bin mir nicht wirklich sicher. Auf jeden Fall wäre Option 2 aber der faulste und untauglichste Kompromiss: "grundsätzlich verboten aber bei eng begrenzten Ausnahmen nicht rechtswidrig" ist die gleiche Formulierung, die zum Beispiel immer noch offizielle gesetzliche Regelung zur Abtreibung ist. Nur gibt es dann in der Praxis so viele Ausnahmen, dass sich im gefühlten Rechtsbewusstsein festsetzt: "es ist erlaubt". Den grundlegenden Unterschied zu "nicht rechtswidrig" nimmt dann niemand mehr wahr. Also wenn schon, dann entweder Option 1 oder 3 - dann sind die Dinge wenigstens klar.

Kommentar-Direktlink aliceimwunderland· 07.07.11 · 11:31 Uhr

Ich bin für Option 3.

Kommentar-Direktlink Arglos· 07.07.11 · 14:22 Uhr

Für mich beginnt menschliches Leben erst mir der Einnistung, also Option 3!

Kommentar-Direktlink Thomas J· 07.07.11 · 14:29 Uhr

@Arglos

hmm, es geht ja um die Selektion, was sich denn überhaupt Einnisten darf.

Kommentar-Direktlink roel· 07.07.11 · 14:31 Uhr

http://www.welt.de/politik/deutschland/article13473806/Bundestag-erlaubt-Gentests-an-Embryonen.html

"Bundestag erlaubt Gentests an Embryonen.

Der Bundestag hat sich entschieden. Durch künstliche Befruchtung gezeugte Embryonen dürfen auf Erbkrankheiten untersucht werden."

Option 3 ist es geworden.

Kommentar-Direktlink Wizzy· 07.07.11 · 14:48 Uhr

Mir geht Option 3 nicht weit genug. Warum traut man dem Volk eigentlich nicht zu, so eine ethische Entscheidung individuell treffen zu koennen? Option 3 sagt ja prinzipiell bereits aus, dass Wenigzeller nicht schuetzenswert sind. Und aus den liberaleren PID-Regelungen in Teilen des Auslands wissen wir, dass die PID selbst bei uneingeschraenkter Erlaubnis (die meisten US-Bundesstaaten) wohl nur unter grossem Leidensdruck durchgefuehrt wird, jedenfalls sehr selten - man braucht ja auch sehr viele Eizellen dazu bis es klappt, es dauert folglich sehr lange. Und an dem Wunsch, dass manche US-Buerger ein Maedchen, also ein Kind eines bestimmten Geschlecht, wuenschen (gewoehnlich zusaetzlich dann zum eigentlichen Ziel eines gesunden bzw. ueberhaupt eines sonst nicht moeglichen Kindes), selbst daran kann ich persoenlich nichts wirklich Verwerfliches finden.

Kommentar-Direktlink Arnd· 07.07.11 · 15:03 Uhr

@Wizzy: Im Grunde teile ich deine Anschauung. Es kann aber auch nach hinten losgehen, je nach Kultur. In China wollen die meisten Eltern einen Jungen. Das plus die Ein-Kind-Ist-Genug-Doktrin führt nun zu einem erheblichen Mädchenmangel (Mädchen wurden eben oft abgetrieben). Solange die PID kompliziert und schwierig ist, muss man so etwas natürlich nicht befürchten. Aber wer weiß: schon in ein paar Jahren könnte das Routine sein. Die Folgen lassen sich schlecht einschätzen.

Kommentar-Direktlink Holger· 07.07.11 · 16:36 Uhr

Der Reproduktionsmediziner Elmar Breitbach hat vor ein paar Monaten einen - wie ich finde - ganz lesenswerten Artikel dazu als Gastbeitrag im Enkapsis-Blog geschrieben.

Kommentar-Direktlink Holger· 07.07.11 · 17:09 Uhr

Ups, hatte überlesen, dass das im Artikel auch schon verlinkt war. Bitte um Entschuldigung für die Redundanz...

Author Profile Page Christian Reinboth· 07.07.11 · 17:46 Uhr

@Holger: Macht nichts: Breitenbach darf ruhig auch mal doppelt verlinkt werden.

Kommentar-Direktlink Anhaltiner· 07.07.11 · 18:16 Uhr

Gut finde ich das es eine Art Monitoring geben soll. (§3a(6)) So kann man unerwünschte Entwicklungen verfolgen und ggf. korrigierend einwirken. Wer weis wie sich die Zukunft entwickelt.

Insgesamt ein schwieriges Thema, aber da es Regelungen zu PND, Abtreibung und Spätabtreibungen schon gibt, finde ich es richtig PID zu erlauben. Hätte man PID komplett verboten, hätte man sich auch nochmal mit dem regelungen zur PND und Spätabtreibung befassen müssen. Ein 3 Tage alter Embryo ist ja wohl kaum schützenzwerter als Fetus nach der 22SW. (vermutlich war das das Interesse einiger PID-Gegner)

Kommentar-Direktlink Wookie Monster· 07.07.11 · 18:50 Uhr

Interessant finde ich diesen Vergleich, der in dem Breitbach-Artikel zitiert wird:

„Die Annahme, dass die Vernichtung befruchteter Eizellen mit genetischen Defekten zur Diskriminierung von Behinderten führt, ist ähnlich absurd wie die Forderung nach Abschaffung der Impfung gegen Kinderlähmung, weil diese eine Diskriminierung von Menschen mit Kinderlähmung zur Folge haben könnte.“

Nun mag man argumentieren, dass der Vergleich ein wenig hinkt, aber das entspricht meiner persönlichen Erfahrung aus engstem Familienkreis.
Meine Mutter ist durch Spätfolgen der Kinderlähmung schwer gehbehindert. Die Selbsthilfegruppe, in der sie lange engagiert war, stirbt gerade regelrecht aus, da selbst die jüngsten Mitglieder schon jenseits der 50 sind. So ein Mangel an Schicksalsgenossen ist für die noch Verbliebenen natürlich bitter. Trotzdem verflucht garantiert niemand von ihnen den Erfolg der Schutzimpfung.

Neben der eigenen Betroffenheit von Behinderung hat sie auch ein Kind mit schwerem Gendefekt großgezogen, und ist die wohl schärfste Verfechterin des Rechts auf PID, die ich persönlich kenne.

Kommentar-Direktlink Elmar Breitbach· 07.07.11 · 21:51 Uhr

Mir wäre eine freie Entscheidung, wie wizzy sie fordert, auch lieber gewesen. Zumindest ein Aneupoidie-Sceening (Nachsehen, ob ein Chromosom zuviel oder zuwenig vorhanden ist) wäre wünschenswert. Denn nun besteht weiterhin bei einer Trisomie eines Chromosoms erst spät in der Schwangerschaft die Möglichkeit der Diagnostik. Da es aber nicht nur die mit dem Leben nicht zu vereinbarenden Trisomien 13,18 etc. gibt, sondern auch die des Chromosoms 21 (Down-Syndrom), war dies vermutlich nicht durchsetzbar.

Kommentar-Direktlink yellowstone· 07.07.11 · 22:05 Uhr

"vielleicht blogge ich demnächst mal zur Thematik"
Das würde ich mir wünschen! :)
Ich teile die Ansicht der bisher meisten Kommentatoren, dass Option(3) die richtige entscheidung war. Es geht ja nicht um "selektion des Wunschkindes" im allgemeinen. (Wie ein Kommentator bzgl. Einkindpolitik in China ja erwähnte) Der Weg kann natürlich in Zukunft in eine schreckliche Richtung führen, aber das sollten wir zu verhindern wissen. Ich begrüsse die Entscheidung.

Kommentar-Direktlink paule· 08.07.11 · 16:32 Uhr

Der Fehler liegt bereits eine Stufe vorher:

Man darf bereits künstliche Befruchtung nicht zulassen. Damit wird nämlich genau das produziert, was man eigentlich verhindern möchte. Wenn es zu Totgeburten oder ähnlichem kommt oder ein paar aus sonstigen Gründen unfruchtbar ist, soll dieser offensichtliche Defekt sich doch nicht noch weiter vererben dürfen. Wird dies gestattet, nehmen die Defekte nur zu und bei entsprechender Ausweitung haben wir nur unfruchtbare Paare.

Desweiteren muß befürchtet werden, wenn sich die PID-Methode etwabliert hat, daß dies auch auf Gesunde übertragen wird. Und zwar soweit, daß dies letztlich zur Pflicht werden wird. Das Argument wird lauten, wenn man dies nicht machen läßt, stellt man eine Gefahr für die Volksgesundheit dar. Und das bedeutet dann eben Zwang und letztlich wird die natürliche Zeugung unter Strafe gestellt.

Ich sehe völlig klar, wohin dies führen wird. Der Teufel hat seinen Fuß schon in der Tür. Totale Bevölkerungskontrolle.

Kommentar-Direktlink Joern· 08.07.11 · 20:00 Uhr

Danke für den Blog-Beitrag.
Zur Entscheidung hat Oliver Tolmein einen lesenswerten Artikel verfasst: PID hat auch in Deutschland Zukunft - aber welche?

Kommentar-Direktlink Elmar Breitbach· 08.07.11 · 23:49 Uhr

@ Paule: Das haben Sie nicht so recht verstanden. Ist ja auch kompliziert. Die Schwangerschaften, die von Tot- oder Fehlgeburten gefolgt werden entstehen auf normalem Wege. Bei den Paaren, die eine PID in Anspruch nehmen wollen/müssen besteht eben k e i n e Unfruchtbarkeit, sondern "nur" eine statistisch sehr hohe Wahrscheinlichkeit von Tot- und Fehlgeburten.

Dass man für die PID auch die künstliche Befruchtung benötigt ist zwar richtig, aber nicht, weil diese Paare sie benötigen würden, um Schwangerschaften zustande zu bringen.

Und der Rest Ihres Kommentars ist mir ein Hauch zu paranoid, um ihn ernst zu nehmen.

Kommentar-Direktlink paule· 09.07.11 · 15:04 Uhr

@Elmar Breitbach
Nicht ich habe nichts verstanden sonder Sie argumentieren als Nutznießer der PID.

Ihr Handeln fördert den "Ausschuß", um es drastisch zu sagen. Nämlich das, was sich als nicht lebensfähig erweisen wird/hat und daher von der Natur bereits ausselektiert wurde!

Genau diese natürliche Selektion wollen Sie mit Gewalt durch Ihre "Hilfsmaßnahmen" verhindern und damit uns zukünftig zu Krüppeln machen, welche sich nicht mehr auf natürliche Weise fortpflanzen können.

Wenn ein Paar nicht auf natürliche Weise sich fortpflanzen kann, soll es eben keine Kinder haben oder der eine Partner muß sich einen *gesunden* Partner suchen oder sie können ein Kind adoptieren.

Sie verseuchen mit Ihren "Hilfsmaßnahmen" die Volksgesundheit, weil damit zwangsweise der Anteil des Ausschußes im Volk wächst. Nach einigen Generationen gibt es dann keine natürliche Kinderzeugung mehr, weil der grundsätzliche Fehler sich vererbt und vervielfältigt hat. Der Anteil der von Natur aus Unfruchtbaren wird nämlich zunehmen und dies können Sie nicht einmal bestreiten!

Ihre "Argumente" zeigen genau, daß Sie überhaupt nichts begreifen wollen/dürfen.

Author Profile Page Christian Reinboth· 09.07.11 · 15:20 Uhr

@paule:

Sie verseuchen mit Ihren "Hilfsmaßnahmen" die Volksgesundheit, weil damit zwangsweise der Anteil des Ausschußes im Volk wächst.

Einmal lasse ich das noch durchgehen, damit wir hier alle wahlweise etwas zum Lachen oder zum Kopfschütteln haben. Der nächste Kommentar dieser Art wird allerdings gelöscht. Das verquaste Gerede von (menschlichem!) "Ausschuss" ist übrigens ganz genau nicht das, was die meisten PID-Kritiker umtreibt - nur falls das jemand in den falschen Hals bekommen sollte und am Ende aus der Debatte hier noch mitnimmt, dass es den Kritikern der PID um die Verhinderung vermeintlichen "Ausschusses" gehen sollte...

Kommentar-Direktlink paule· 09.07.11 · 18:34 Uhr

Nun, ich habe den "Auschuß" in "" gesetzt und in der Tat wäre es eben der von der Natur selbst selektierte Ausschuß. Und von diesem "Auschuß" selektiert die PID eben noch den besten "Ausschuß" heraus. Aber es bleibt dennoch "Ausschuß" und es handelt sich eben nicht nur um "vermeintlichen" Ausschuß!

So sieht es aus!

Kommentar-Direktlink s.s.t.· 09.07.11 · 18:49 Uhr

@Christian Reinboth

@paule redet einer üblen Eugenik das Wort, ein paar Schlagworte mehr und man ist wieder da, wo man nie wieder sein wollte.

@paule
Was wäre eigentlich so schlimm daran, wenn sich, in Hinblick auf die Überbevölkerung der Welt, Unfruchbarkeit vererben würde? (Abgesehen davon sind auch der der Rest Ihrer Ergüsse Dünnpfiff.)

Kommentar-Direktlink paule· 09.07.11 · 19:13 Uhr

@sst

Woraus schließen Sie, ich würde einer üblen Eugenik das Wort reden? Gehören Sie etwa zum derzeitigen Deppenüberschuß, der das Natürliche bereits als üble Eugenik bezeichnet?

Meine Antwort zu Ihrer Frage, weshalb Unfruchtbarkeit schlimm wäre, würden Sie alleine wegen Ihrer Zugehörigkeit zum angesprochenen Überschußanteil bereits nicht mehr verstehen. Ich erspare sie mir deshalb.

Kommentar-Direktlink Thomas J· 09.07.11 · 20:09 Uhr

wir müssen doch nicht auf einer Seite, wo wirklich eine sinnvolle Diskussion stattfinden könnte, Futten verteilen...

@Christian Reinboth

Bin gespannt, auf deine Ausführungen, wenn du mal dazu kommst.

Kommentar-Direktlink s.s.t.· 09.07.11 · 21:06 Uhr

@paule

Woraus schließen Sie, ich würde einer üblen Eugenik das Wort reden?

Lesen Sie eigentlich Ihre Beiträge vor dem abschicken? Wenn ja, kennen Sie die Antwort, wenn nein, sollten Sie es mal machen, denn dann wüssten Sie die Antwort.

Und vom "Natürlichen" haben Sie natürlich auch keine Ahnung.

@Thomas J

Tut mir leid, ist so ein Reflex, wenn mich große dunkelbraune Augen bettelnd anblicken, soll nicht mehr vorkommen

Kommentar-Direktlink Elmar Breitbach· 09.07.11 · 23:28 Uhr

@ Thomas J. Ja, das ist wirklich bedauerlich. Schade drum.

Kommentar-Direktlink Klirrtxt· 10.07.11 · 15:19 Uhr

@paule
Sollten Sie also eine potentiell tödliche Krankheit erleiden, nehmen Sie also keine medizinische Hilfe in Anspruch, weil die "Natur" (wer/was auch immer das ist, SIE vielleicht?!) für Sie entschieden hat, dass sie sterben sollten?!
Vielleicht ist es ja auch nicht im Sinne der "Gesellschaft", dass Menschen mit ihrem Gedankengut sich fortpflanzen...

Kommentar-Direktlink Stefan W.· 11.07.11 · 20:18 Uhr

Wenn ein Paar nicht auf natürliche Weise sich fortpflanzen kann, soll es eben keine Kinder haben oder der eine Partner muß sich einen *gesunden* Partner suchen ...

Ist das vielleicht so, weil Gott die Menschen mit Kinderlosigkeit straft, für böse Sünden, und man die Strafe antreten muss, und nicht Gott ins Handwerk pfuschen darf?

Das steckt doch dahinter, hinter der Schicksals- und Wider-die-Natur und nicht-in-die-Schöpfung-pfuschen-Ideologie.

Es gibt übrigens Leute, die ohne Brille keinen Partner finden würden, weil sie ständig an Leute vom falschen Geschlecht gerieten, oder unter den Bus - sollen die auch auf das Tragen von Brillen verzichten?

Kommentar-Direktlink michael· 12.07.11 · 01:12 Uhr

@StefanW
Nix kapieren, wa. Paule hälts mit einem anderen Lager.

Kommentar-Direktlink Wolfgang· 14.07.11 · 12:01 Uhr

Hoffentlich pflanzt Paule sich freiwillig nicht fort.

Kommentar-Direktlink Helmut E.· 15.07.11 · 12:03 Uhr

Wie kann man in dieser Frage "hin und hergerissen" sein? Religion und Wissenschaft vertragen sich halt nicht.
Es ist inakzeptabel, dass sich Menschen aus religiösen Motiven in die Leben anderer Menschen einmischen.

Kommentar-Direktlink junia· 17.07.11 · 16:33 Uhr

@Paule:

Wenn einem Paar durch PID ein Embryo eingepflanzt wird, dann hat dieser ja keinen Gendefekt und kann gesund aufwachsen und gedeihen.

Das ist eine gute Sache.

"Wenn ein Paar sich nicht auf natürliche Weise fortpflanzen kann, soll es eben keine Kinder haben..."

Warum nicht? Ihre Antwort "Sie verseuchen mit Ihren Hilfsmaßnahmen die Volksgesundheit, weil damit zwangsweise der Ausschuss des Volkes wächst..." ist damit widerlegt. Im Gegenteil, da die natürliche Selektion nicht hundertprozentig funktioniert, gibt es ja die Kranken und Behinderten. PID ist deshalb eine geeignete Maßnahme für ein Nachhelfen der Selektion in besonders gefährdeten Fällen.

Wenn man der Natur immer ihren Lauf ließe, hätte ich wohl nur ein Kind oder ein gesundes und ein behindertes Kind. Denn ich bin rhesus-negativ, mein Mann rhesus-positiv. Hätte ich nicht nach dem ersten Kind, das rhesus-positiv war, eine Spritze bekommen, damit mein Blut keine Antikörper gegen den Rhesusfaktor meines Kindes bilden konnte, dann wäre jedes weitere rhesuspositive Kind von meinen Antikörpern getötet oder geschädigt worden. Durch die vorsorglichen "Hilfsmaßnahmen" konnte ich nach dem ersten Kind zwei weitere gesunde rhesuspositive Kinder bekommen, an denen ich heute meine Freude habe. Erstklassiges Gen-Material.

Kommentar-Direktlink junia· 17.07.11 · 16:37 Uhr

@Helmut. E.:
"Es ist inakzeptabel, dass sich Menschen aus religiösen Motiven in die Leben anderer Menschen einmischen!"

Volle Zustimmung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar-Direktlink michael· 18.07.11 · 01:04 Uhr

@Junia
> Volle Zustimmung!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wenn Dir jemand zu Hilfe kommt, weil ihm seine Religion das befiehlt, wärest Du dann dagegen ?

In Wahrheit gehts doch nur darum, wer profitiert davon, wem kann es egal sein und wem schadet es. Die ersteren sind dafür, die letzteren dagegen.

Kommentar schreiben

Netiquette·AGB

 

ScienceBlogs.com

mehr auf www.scienceblogs.com »