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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.
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09.03.10 · 09:53 Uhr
Einträgliches Geschäftsmodell: Online-Geisterversteigerung
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 8
Einem Neuseeländer ist es gelungen, ein neues Geschäftsfeld aufzumachen: Er versteigert in Flaschen gebannte Geister im Internet. Die ersten beiden gingen für knapp 1.500 Euro weg.
Eigentlich wollte ich mich diesen Jahr von Esoterik-Themen fernhalten, kann aber als Wirtschaftler manchmal nicht anders, als vor besonders einträglichen Geschäftsideen in Ehrfurcht zu erschaudern. Beispielsweise vor radionischen Besendungen. Oder staatlich finanzierten Astrologie-Kursen mit Monatspreisen von 800 Euro. Und auch diese Idee hat mich echt begeistert: Man nehme einfach eine leere Flasche, erkläre, darin sei ein Geist eingesperrt und versteigere sie im Internet.
The [..] spirit came from when me and my partner stupidly did an Oujia Board. We believe it is a little girl who likes to move things and turn things on and off. Exorsist says she is VERY strong and if left will get stronger.
We have had no activity since they were bottled on July 15th 2009 . So i believe they are in the bottles. They are bottled with holy water as aparantly the water dulls the spirits energy, sort of puts them to sleep.
Eigentlich ein Geniestreich. Wer kann schon von sich behaupten, mit zwei leeren Flaschen je mehr als nur den Pfand verdient zu haben? Köstlich auch die Frage-und-Antwort-Sektion der Auktionsseite, wo unter anderem gefragt wird, ob die Flaschen etikettiert sind, so dass man weiß, welcher Geist sich in welcher Flasche befindet - und ob die Käufer nicht befürchten müssten, dass die Geister bei Freilassung wieder zu ihrem alten Domizil zurückkehren...
Mein persönlicher Favorit ist allerdings dieser Geistlerrechter:
This auction is very wrong and extremely disrespectful. Spirits are energy and are peoples relatives, you don't have the right to do this (on the account that this is true). I think its wrong and I think auctioning them off is sick.
Wann wohl "People for the Ethical Treatment of Ghosts" (PETG) gegründet wird...
Wer heute noch nicht gelacht hat, dem sei die Frage-und-Antwort-Seite, auf der Sekptiker, Geistergläubige und jede Menge Laienkomiker um Aufmerksamkeit ringen, jedenfalls ganz ernsthaft ans Herz gelegt. Difficile es satiram non scribere.
(Für die Einordnung dieses Blogposts unter "Geisteswissenschaften" möchte ich mich bei den betroffenen Kollegen ausdrücklich entschuldigen. Es passte aber einfach am besten.)
Autor: Christian Reinboth· 8 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (8)
Wow! Einfach nur Wow. In den USA gibt's einen Dienst, den man bezahlen kann damit Computer die ganze Zeit für einen beten. Ich dachte schon, Mensch das ist ja ne geniale Idee. Aber das mit den Geistern... ich hätte niemals gedacht dass man selbst mit sowas noch Geld machen kann.
Vielleicht sollte ich in den Wald gehen, Stöcke sammeln und sie als magische Wünschelruten verkaufen...
Immerhin, die Geister haben 2830 Neuseeländische Dollar gebracht. Das sind mehr als 1400 Euro.
Damit wäre dann auch ein Umrechnungskurs von Blödheit in Euro gefunden.
Christian W·
09.03.10 · 14:00 Uhr
Pffff, alter Hut. Auf die Idee ist zum Beispiel der Zoll schon vor langer Zeit gekommen.Der Geistrechtler hat meine vollste Zustimmung.
Hat nicht ein Geist Augen? Hat nicht ein Geist Hände, Gliedmaßen, Werkzeuge, Sinne, Neigungen, Leidenschaften? Wenn wir ihn in Flaschen sperren, weint er dann nicht?
Ethik scheint in vielen esoterischen Kreisen ein Fremdwort zu sein. Man schaue sich nur die Frei-Energetiker an. Die bauen Maschinen, um Energie aus anderen Dimensionen abzusaugen, ohne sich auch nur ein einziges Mal die Frage zu stellen, ob sie dort nicht jemandem damit schaden. Ich finde das unverantwortlich.
Befreit die Geister!
Ich finde das nicht in Ordnung. Die Geister können doch nicht einfach eingesperrt werden, wer gibt uns das Recht dazu? Zudem, wenn es gelingt, alle einzusperren, dürfte es keine behaupteten übersinnlichen Aktivitäten mehr geben, und das würde letztendlich die Gesellschaften funktionsunfähig machen. Der Glaube an etwas Nichtzuverstehendes, außerhalb des eigenen Körpers gelegenes, ja vor allem das Weiterbestehen nach dem körperliche Tod (von mir aus auch als Geist) wird offensichtlich von einem Großteil der Menschen im Hier und Jetzt benötigt. Deshalb sollten wir die Initiative 'Free the Ghosts gründen'. Physische Eingriffe in die Transzendenz bergen große Gefahren von Katastrophen!
Eine vergleichbare Aution gab es vor ein paar Jahren bei Ebay/USA. Da stand ein abgegriffener Teddy zum Verkauf, zu dem eine ellenlange Geisterstory erzählt wurde. Innerhalb weniger Tage lag das Höchstgebot um die 1000 $. Leider wurde die Auktion von Ebay beendet, sodaß ich nicht die Endsumme mitteilen kann.
das ist ja der hammer. ich frage mich was das für leute sind die die flaschen gekauft haben. vorallemdingen, was glauben sie denn gekauft zu haben...
Eine Flasche verkauft Flaschen an Flaschen. Wobei erstere Flasche vielleicht gar nicht so eine Flasche ist, sondern ein cleverer Kopf, der Geld mit der Dummheit anderer macht.