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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.

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18.05.09 · 15:03 Uhr

"Heftige Planetenkonstellationen" in der Frankfurter Rundschau

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 13

Die Frankfurter Rundschau befragt - völlig unkommentiert - eine Astrologin zur OB-Wahl in Bad Homburg, und bemüht dabei sogar das berüchtigte Esoterik-Dauerthema "2012".

Allein schon die Sub-Headline des Artikels ("Astrologin Ursel Dörr erklärt im FR-Interview die kosmischen Wirkungen der OB-Wahl in Bad Homburg") ist bereits einen kleinen *facepalm* wert, bedenkt man, dass die FR zu den wichtigsten überregionalen Zeitungen dieses Landes gehört, und auf eine tägliche Auflage von über 150.000 Exemplaren verweisen kann.

Um so seltsamer mutet es an, was man in der Freitagsausgabe lesen konnte:

Der Kosmos folgt großen Rhythmen. Das hat sich jetzt auch in Bad Homburg gezeigt. Derzeit stehen wir an der Schwelle zum Wassermannzeitalter. In den kommenden Jahren vollendet sich damit ein 24.000 Jahre währender Zyklus. Bis 2012 werden wir noch etliche heftige Planetenkonstellationen erleben. Aber das ist natürlich auch eine Chance, dass die Welt friedlicher wird. Die vergangenen 2000 Jahre waren sehr männlich dominiert. Das ändert sich.

Und spätestens an dieser Stelle reicht es dann für einen großen *facepalm* aus:

Nach dem Maya-Kalender ist 2009 das Jahr des karmischen Ausgleichs. Man könnte auch sagen, das Karma-Rad dreht sich schneller. Früher hat man alles ins nächste Leben mitgenommen, heute fallen unsere Handlungen direkt auf uns zurück.

Mit "2012", "Karma-Rad", "Maya-Kalender" und "heftigen Planetenkonstellationen" (was auch immer das sein soll) fehlen zur Komplettierung des esoterischen Bullshit-Bingo nun eigentlich nur noch die Quanten. Und während die FR-Redaktion fragt

Also beginnt hier tatsächlich ein neues Zeitalter?

frage ich mich, was um alles in der Welt ein solcher Beitrag in der FR zu suchen hat?

Wenn man schon sowas druckt, dann doch bitte mit einem Funken Humor oder irgend einer anderen zarten Andeutung, die einen hoffen lässt, dass das Redaktionsteam nicht auch geschlossen in die Sterne schaut, wenn über die kommenden Wahlen berichtet wird...

picard-facepalm.jpg

 

Autor: Christian Reinboth· 13 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Kommentare (13)

Kommentar-Direktlink Thys Flueler· 18.05.09 · 16:00 Uhr

Wo ist eigentlich das Wassermann-Zeitalter geblieben? Es sollte uns doch Friede, Freude und Eierkuchen bescheren. Oder?

Author Profile Page Christian Reinboth· 18.05.09 · 16:05 Uhr

@Thys Flueler: Also laut FR stehen wir gerade erst an der Schwelle zu diesem Zeitalter, von daher stehen uns die friedlichen Zeiten wohl erst noch bevor. Wobei die Frage, wann denn das Wassermann-Zeitalter genau anbricht, nicht geklärt zu sein scheint:

Nach Auffassung von heutigen Esoterikern und Okkultisten, von angloindischen Theosophen und New-Age-Anhängern steht die Welt seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Wassermannzeitalter. Allerdings ist diese Datierung nicht allgemein akzeptiert. Der Eintritt des Frühlingspunktes in das Sternbild des Wassermanns kann nicht völlig befriedigend definiert werden, da er von willkürlich festgelegten Sternbildgrenzen abhängt. Wenn als Ausgangspunkt des vorherigen Fischezeitalters das Jahr 1 n. Chr. angenommen wird, wie es öfter geschieht, vollzieht sich der Übergang erst im Jahr 2146. Wenn man die heute geltenden Sternbildgrenzen zugrunde legt, erfolgt der Übergang erst etwa im Jahr 2600.

http://de.wikipedia.org/wiki/Wassermannzeitalter

Nichts genaues weiß man nicht...

Author Profile Page Florian Freistetter· 18.05.09 · 16:09 Uhr

"kosmischen Wirkungen der OB-Wahl in Bad Homburg"

Meine Güte! Was treiben die denn in dieser Stadt, dass dort eine Bürgermeister-Wahl gleich "kosmische" Wirkungen hat...

Author Profile Page Christian Reinboth· 18.05.09 · 16:14 Uhr

@Florian: Ich glaube die Bundeswertpapierverwaltung sitzt in Bad Homburg...

Kommentar-Direktlink rolak· 18.05.09 · 18:10 Uhr

@Christian Reinboth 18.05.09 · 16:05 Uhr: Völliger Quark! Für mich ist wie für alle Wassermänner eindeutig jeweils aktuell das Wassermannzeitalter ;)

Kommentar-Direktlink S.S.T.· 18.05.09 · 18:39 Uhr

Hauptsache man ist nicht Wassermann positiv.

Kommentar-Direktlink GeMa· 19.05.09 · 09:45 Uhr

Ich finde die Planetenkonstellation in unserem Sonnensystem schon total heftig. Das ganze Gedrehe und Getaumel - da wird einem an manchen Tagen wirklich schlecht oder fühlt sich nicht so. Ganz übel das.

Kommentar-Direktlink Sebastian Roy· 20.05.09 · 12:44 Uhr

BINGO!!!!

Sehr amüsanter Beitrag :-)

Kommentar-Direktlink gerhard· 14.12.09 · 17:31 Uhr

Also Ihr könnt ja denken was Ihr wollt. Ich aber HABE gestern Abend die ersten Auswirkungen dieser besonderen Planetenkonstellation BEMERKT !
Sogar körperlich, mir war sehr übel, ich musste mich übergeben, alles hat sich gedreht, ich bin getaumelt und sogar über meinen Hund gefallen !
Außerdem hat sich meine Frau sehr seltsam verhalten, als ich Ihr nämlich erzählte, dass es sich bei meinem Befinden um diese "plantarekoschtallition" handelt meine Sie nur Sie hätte selten jemanden gesehen der so Sturzbetrunken war wie ich.
;-) Insofern; Fröhliches 20012. Übrigens wer an diesen Mist glaubt hat's richtig gut, denn er bezahlt evtl. Schulden oder rechnungen gewiss nicht mehr, wäre doch sinnlos wenn eh' alles den bach runtergeht.. oder? Rofl.

Kommentar-Direktlink dionysos· 10.05.10 · 04:52 Uhr

egal ob da irgendwas esotherisches "drann" ist ist oder nicht,
das interesse daran, ist ja nur ein ausdruck des wunsches nach veränderung.
und ganz ehrlich: ein bischen evolution würde uns schon gut tuen ;)

Kommentar-Direktlink GeMa· 10.05.10 · 08:31 Uhr

An der Evolution nehmen auch die teil, die sie nicht verstanden haben. Keine Sorge.

Kommentar-Direktlink klauszwingenberger· 11.05.10 · 13:17 Uhr

Ich wäre da vorsichtig. Evolution ist kein lustiges Gesellschaftsspiel. Fast alles, was bisher aus ihr hervorging, wurde von der Natur wieder verworfen. Was heute lebt, ist die winzige Spitze einer riesigen Schutthalde verworfener Möglichkeiten und wird sich über kurz oder lang auch irgendwo da unten befinden. Im Grunde bin ich ganz froh, von der Evolution noch nicht aussortiert worden zu sein.

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