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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.

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22.08.08 · 15:43 Uhr

Science goes Open Source

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik  ·  Kommentare: 13

Bereits vor einiger Zeit hatte ich ja schon mal über Open-Source-Software für die Wissenschaft berichtet. Mit dem heutigen Post möchte ich den Aufbau eines offenen Verzeichnisses für wissenschaftliche Open-Source-Software anstoßen.

Für eine Vielzahl wissenschaftlicher Aufgabenstellungen lässt sich Open-Source-Software und andere freie Software auf dem Netz beziehen. Dass dennoch viele meiner Kollegen auf meist sehr teure Programme zurückgreifen, liegt meist daran, dass viele freie Alternativen kaum bekannt sind - und dass es (leider) neben sehr vielen guten Programmen im Netz auch eine ganze Menge Spyware-durchsetzten Unfung gibt.

Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, nicht nur regelmäßig über interessante Open-Source-Downloads für Windows und andere Betriebssysteme zu berichten, sondern hier bei ScienceBlogs auch ein kleines und (hoffentlich) regelmäßig überarbeitetes Open-Source-Verzeichnis einzurichten. Wer also noch gute Open-Source-Software oder zumindest kostenfrei erhältliche Software kennt, die für den wissenschaftlichen Betrieb brauchbar sein könnte, kann mir jederzeit einen Kommentar hinterlassen oder mir eine E-Mail zusenden.

Das kleine Icon links unter meinem Profil

ScienceOpenSource.jpg

verlinkt daher ab heute zum Open-Source-Verzeichnis, für das ich als Anfangsbestand schon einmal knapp 30 Download-Adressen mitsamt einer Kurzbeschreibung zusammengetragen habe. Mit dabei: Eine Software zur Simulation eines aquatischen Ökosystems, ein Analyseprogramm fürs Passive Acoustic Monitoring, eine Kreuztabellierungs-Software, zwei MatLab-Alternativen, eine Literaturdatenbank und natürlich mehrere Software-Planetarien (für Hobby-Astronomen existiert im Netz ja eine ganze Reihe hochgeradig interessanter und auch praktisch nutzbarer Programme).

Ich würde mich freuen, wenn es gelänge, das Open-Source-Verzeichnis bis Jahresende zu einer Liste der Top100 freien Wissenschaftsprogramme auszubauen. Material genug gibt es dafür auf jeden Fall - und Vorschläge werden - wie oben schon erwähnt - gerne jederzeit entgegengenommen. Besonders freue ich mich natürlich über Hinweise "vom Fach", denn den wissenschaftlichen Wert eines PC-Planetariums oder einer PAM-Software zu beurteilen - das ist für einen Informatiker schon nicht ganz so einfach. Wer also gute Software kennt oder vielleicht auch selbst damit arbeitet, ist herzlich dazu eingeladen, sich am Aufbau des Open-Source-Verzeichnisses zu beteiligen.

Kleiner Nachtrag: Wer dies möchte, kann das "Science goes Open Source"-Icon gerne für die eigene Webseite oder den eigenen Blog nutzen, und damit auf das Open-Source-Verzeichnis verlinken. Falls Interesse an einem "professionelleren" Icon besteht, kann ich mich ja mal mit einem meiner Kollegen beratschlagen, die von gutem Grafikdesign doch mehr verstehen als ich...

 

Autor: Christian Reinboth· 13 Kommentare· Permalink· Trackback-URL

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Trackbacks (1)

Die Open-Source-Liste für die Wissenschaft · ScienceBlogs · 26.08.08 · 10:50 Uhr


Kommentare (13)

Kommentar-Direktlink Bernd Weiss· 22.08.08 · 17:01 Uhr

Statistik:
- The R Project for Statistical Computing (wie kann man eigentlich R vergessen... :-)
- GGobi (Visualisierung)

Wissenschaft allg.:
- OpenOffice
- TeX/LaTeX
- ...

Ich habe vor einiger Zeit mal einen kurzen Beitrag zu "Denkwerk braucht Werkzeug" geschrieben, der nicht speziell auf Open Source abhebt, aber meine Lieblingstools vorstellt (von denen die meisten OS sind...).

Kommentar-Direktlink HHB· 22.08.08 · 20:07 Uhr

gnuplot, octave

Kommentar-Direktlink Thilo· 22.08.08 · 21:51 Uhr

Mathematik:
SAGE (Kombination von Octave, Magma, Maxima, R auf einer Oberfläche)
PARI/GP (Rechnen mit Matrizen, Polynomen etc.)
GAP (Gruppentheorie)

Author Profile Page Christian Reinboth· 22.08.08 · 23:06 Uhr

@Bernd Weiss, HHB & Thilo: Vielen Dank für die Hinweise, sie wurden alle übernommen (Bis auf GAP - woher kann man das beziehen? www.gap-project.org gibt es scheinbar nicht mehr...). Gerade was R und LaTeX betrifft, hatte ich selbst schon überlegt, war mir aber nicht sicher ob es sinnvoll ist, auch Software mit aufzunehmen, die nicht direkt (ohne Erlernen einer Sprache) genutzt werden kann. Da aber R nun wirklich in die Liste gehört (mea culpa)...

Kommentar-Direktlink Thilo· 22.08.08 · 23:54 Uhr

GAP gibt es auf http://www.gap-system.org/

LaTeX fände ich sehr sinnvoll (nicht für mich, ich hab's natürlich schon), weil man das bei Google nicht auf Anhieb findet

in dem Zusammenhang auch noch: ghostview

Kommentar-Direktlink Oliver Schurr· 25.08.08 · 09:28 Uhr

Hi

Es gibt auch was schönes für Bildverarbeitung und Mikroskopieauswertung

ImageJ vom NIH

http://rsbweb.nih.gov/ij/

Aber dies ist eine Java app. Daher braucht man hierfür noch zusätzlich Java auf seinem Computer.

MfG

Author Profile Page Christian Reinboth· 25.08.08 · 10:06 Uhr

@Thilo: Danke für den Link, habs noch mit aufgenommen. Was LaTeX betrifft (das ja im Grunde unentbehrlich ist), habe ich mal meine Lieblings-Distribution ProTeXt (MiKTeX-basiert) verlinkt (komplett mit GUI und auch ghostview), die man im Gegensatz zu anderen Distributionen nicht großartig einrichten muss, und die sich daher auch für Einsteiger ganz gut eignet. Hinweise auf weitere gute LaTeX-Distributionen (natürlich WinEdt - aber das kostet ja Geld...) nehme ich jederzeit gerne entgegen...

Author Profile Page Christian Reinboth· 25.08.08 · 10:07 Uhr

@Oliver Schurr: Interessant, das kannte ich noch nicht. Wurde dankend aufgenommen.

Kommentar-Direktlink jordroek· 26.08.08 · 18:51 Uhr

Ist zwar nicht open source, aber dennoch interessant: Synapsen: Ein elektronischer Zettelkasten, d.h. genaugenommen eine Verbindung aus Zettelkasten und Literaturverwaltung. Das interessante dabei ist, dass das Programm anhand der eingegebenen Verschlagwortung der Zettel und Bücher automatisch Verbindungen zu ähnlichen Zetteln, Büchern generiert.
Die Software ist, ähnlich wie Citavi, zunächst frei runterzuladen. Erst bei großen Mengen treten Einschränkungen der unlizensierten Version auf...

Author Profile Page Christian Reinboth· 27.08.08 · 17:30 Uhr

@jordroek: Getestet und für gut befunden (und daher auch aufgenommen). USB-Stickware hat bei mir sowieso einen Stein im Brett, obwohl ich sicherlich erst einmal bei Citavi bleiben werde...

Kommentar-Direktlink Steffen Wendzel· 28.08.08 · 17:26 Uhr

Bei Freshmeat.net gibt es eine ewig lange Liste solcher Software. Da findest Du bestimmt noch etwas für Deine Liste: http://freshmeat.net/browse/97/

Kommentar-Direktlink Georg· 06.09.08 · 17:53 Uhr

- "K3DSurf is a program to visualize and manipulate Mathematical models in three, four, five and six dimensions." http://k3dsurf.sourceforge.net/
- PSE: http://edu.kde.org/kalzium
- simpler Funktionsplotter: http://edu.kde.org/kmplot

Kommentar-Direktlink adviser· 12.09.08 · 09:55 Uhr

Fusionen und Übernahmen nehmen trotz Finanzkrise und erhöhtem Risiko zu.

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