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Christian Reinboth ist Wirtschaftsinformatiker und Mit-Gründer der HarzOptics GmbH - einem auf die Photonik spezialisierten An-Institut der Hochschule Harz - sowie einer der Manager des Telepflege-Netzwerks TECLA. Neben der Arbeit studiert er seit 2009 Umweltwissenschaften an der FernUniversität Hagen.
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15.08.08 · 09:33 Uhr
Optik-Doping in Peking (3)
Kategorie: Themenwoche · Kommentare: 2
Die Kette der Manipulationen reißt einfach nicht ab: Wie sich herausstellt, schickt China offenbar minderjährige (und damit automatisch nicht zum Wettbewerb zugelassene) Turnerinnen ins Rennen.
Olympia, Olympia, Olympia.... In der nächsten Woche stehen im Frischen Wind definitiv wieder andere Themen auf der Tagesordnung - aber bei alldem was sich dieser Tage in Peking ereignet, fällt es wirklich schwer, nicht darüber zu bloggen. Neben den ersten beiden Dopingfällen (Nummer Eins, Nummer Zwei) sowie natürlich weiteren Verhaftungen gibt es inzwischen auch den ersten handfesten Sport-Skandal, denn offenbar schickt China etliche minderjährige Sportlerinnen in den Ring.
Nachdem die New York Times Ende Juli das erste Mal darüber berichtet hatte, dass in China möglicherweise zu junge (und damit nicht zugelassene) "Kinder-Athlethen" an den Spielen teilnehmen sollen, hat nun offenbar die chinesische Internet-Säuberungsmaschine zugeschlagen. Alle offiziellen Wettkampf-Webseiten sowie auch die im Internet verfügbaren Berichte der chinesischen Presse über die Nachwuchssportlerinnen wurden abgeändert oder komplett aus dem Netz gelöscht, so dass den neuen Ausweispapieren und Geburtsurkunden für die chinesischen Hoffnungsträger nichts mehr im Weg steht.
Nichts außer dem Google Cache, den man leider übersehen hat. Etliche amerikanische Blogger haben die ursprünglichen Webseiten mittlerweile aus dem Cache gerettet und mit den "überarbeiteten" Versionen verglichen. Und siehe da, es zeigen sich interessante Unterschiede:
Ein kleiner aber durchaus bedeutender Unterschied fällt sofort ins Auge - das geänderte Alter der Sportlerin. Inzwischen ist der Link zum Artikel übrigens tot, was vermutlich mit einem kritischen TV-Bericht des US-Senders ABCNews zu tun haben dürfte. Dieser hatte gestern darüber berichtet, dass die angeblich 16 Jahre alten Sportlerinnen eher wie Zwölfjährige aussehen - und dass man auf einigen TV-Aufnahmen sogar noch ihre Milchzähne(!) erkennen kann:
Aller chinesischen Säuberungs- und Zensurversuche zum Trotz wird sowohl in der amerikanischen Blogosphere als auch in den US-Medien inzwischen heftig über den Skandal diskutiert, und es ist (hoffentlich) wohl nur eine Frage von Tagen, bis das Thema auch in den deutschen Medien ankommt. Wer sich in den Skandal vertiefen möchte findet hier, hier, hier, hier und hier weitere Berichte.
Und das IOC? Obwohl der Druck auf die Hüter der olympischen Idee in den letzten 24 Stunden dank der Berichterstattung und den unermüdlichen Recherchen von Jim Hoft enorm gewachsen ist, sieht es nicht so aus, als ob sich das IOC dem Ärger aussetzen würde, Sportlerinnen ausgerechnet des Gastgeberlandes zu überprüfen oder ihnen sogar ihre Medallien abzuerkennen. Da kann man nur hoffen, dass die Medien dranbleiben und nicht aufhören, über die fortdauernden Manipulationen zu berichten:
Autor: Christian Reinboth· 2 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (2)
Irgendwann war auch die Rede von einer 14jährigen Schwimmerin und dass da das IOC nicht angreift, verstehe ich nicht. In so einem Fall sollte gleich die ganze Mannschaft disqualifiziert werden. Denn Kinder ins Haifischbecken des Leistungssportes zu werfen, ist unverantwortlich. Mit Kindheit hat gar nichts mehr zu tun.
Außerdem können diese Kinder doch gar nicht absehen, was sie sich da antun. Leistungssport auf Wettkampfniveau ist immer mit Langzeitschäden verbunden und die wiegen um so schwerer, je jünger die Leute sind. Da sollte sich jeder sehr gut überlegen, ob er sich das antun möchte.
Für meinen Geschmack ist bereits 16 viel zu jung, weil sich da viele noch in der Wachstumsphase befinden.
Mindestens 18 sollten die Sportler imho schon sein, auch wenn selbst dass nicht vor dem hirnrissigen Ehrgeiz von Eltern und Politikern (Sportfunktionären) schützt.
Btw. Optik-Doping:
SF-DRS zufolge sollen die bei der Eröffnungsfeiern einmarschierenden Kinder von Minderheiten keine zu irgendeiner Minderheit gehört haben. Waren angeblich alles Kindern von Han-Chinesen. ;)