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Die Wissenschaft ist von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch weit entfernt.

Hier schreiben Expertinnen und Experten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft.

Neues in der Kategorie Politik

15. Oktober 2008

Wissenschaft & Kind und Kegel: Aus dem Leben einer Wissenschaftlerin und Mutter

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 1

Der wissenschaftliche Arbeitsalltag hält im Grunde genug Herausforderungen bereit; wenn dann noch ein Familienleben organisiert werden soll oder gar Kinder ins Spiel kommen, wird aus der Doppel- schnell eine Dreifachbelastung. Zwar sind Mentoringprogramme, Stipendien und andere Maßnahmen zur Frauenförderung in der Wissenschaft sehr wertvoll, aber der Tag einer Wissenschaftlerin, die gleichzeitig Mutter ist, hat dennoch nicht mehr als 24 Stunden.

Die Soziologin Dr. Kerstin Dressel gibt einen Einblick in diesen ganz normalen Wahnsinn. Sie schildert, was es konkret bedeutet, Wissenschaft und Familie miteinander in Einklang zu bringen und weshalb sie trotz der Mehrfachbelastung nicht tauschen möchte.

Kerstin_Dressel.jpgNein, früher ging es einfach nicht! Ich musste vergangene Woche einen Zwischenbericht für ein Projekt abgeben und dann hatte ich gleich anschließend zwei wichtige Vorträge auf internationalen Konferenzen. Es war einfach nicht möglich diesen Beitrag früher zu schreiben - obwohl ich Lust dazu hatte und es mich wirklich drängte, diesen Artikel für Scienceblogs zu schreiben.

Aber vielleicht ist ja das genau Ausdruck davon, einerseits meinen beiden Kindern eine gute Mutter, aber gleichzeitig eine gute Wissenschaftlerin sein zu wollen. Zeit habe ich eigentlich keine mehr seitdem ich Mutter bin - weder für Sachen die drängen (Steuerberaterin!), noch für Dinge, zu denen ich Lust habe (z.B. regelmäßig Freundinnen zu treffen). Die Abgabetermine für Abstracts, für Artikel, für Anträge, Zwischen- und Abschlußberichte koste ich praktisch immer bis zum Schluss aus (23.58 Uhr ist schließlich immer noch im Rahmen der Deadline!).

Ständig unterwegs, immer just in time

Freie Zeit habe ich eigentlich keine mehr seitdem ich Mutter bin.

Obwohl ich Pünktlichkeit sehr schätze, schaffe ich es trotzdem immer nur gerade noch in allerletzter Minute zu einem Termin einzutreffen. Im Grunde genommen bin ich ein umweltbewußter Mensch, aber trotzdem fliege ich praktisch zu allen beruflichen Terminen, auch wenn ich das Zugfahren bevorzugen würde. Es geht einfach schneller. Dass ich dabei den letztmöglichen Flieger benutze, und den erstmöglichen wieder nach Hause, versteht sich ohnehin von selbst als Mutter. Ich fühle mich eigentlich ständig gehetzt.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 15.10.08 · 16:15 Uhr· 1 Kommentar

14. Oktober 2008

Frauen in der Chemie: Partizipation von Frauen und Chancengleichheit in der Chemie

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik

In manchen Sprach- oder kulturwissenschaftlichen Fächern findet man heute auch in den höheren Positionen erfreulich viele Frauen - in den Naturwissenschaften sieht die Situation meist deutlich schlechter aus. Auch die Chemie ist hier keine Ausnahme, obwohl das Fach (zumindest für Schülerinnen und Studentinnen sehr attraktiv) ist.

Ines Weller informiert über den aktuellen Stand und aktuelle Zahlen in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in der Chemie.*

Ines_Weller.jpgBis in die 1980er Jahre lagen für das Feld der Chemie kaum nach Geschlecht differenzierte Daten über Studium und Berufsleben vor. Heute ist die Datenlage über die Beteiligung von Frauen in der Chemie dagegen vergleichsweise gut. Neben einer allgemeinen Sensibilisierung für das Thema Frauen in Naturwissenschaft und Technik, ist dies mit zurückzuführen auf das Konzept Gender Mainstreaming. Es zielt auf die de facto Umsetzung der Chancengleichheit der Geschlechter und hat europaweit seit Ende der 1990er Jahre eine hohe Verbindlichkeit entfaltet.

Deutschland ist im europaweiten Vergleich häufig das Schlusslicht bei der Beteiligung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik.

Seitdem finden Analysen über die Beteiligung von Frauen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft immer mehr Beachtung. Ihre hohe politische und auch programmatische Relevanz ergibt sich für Deutschland mit daraus, dass im europaweiten Vergleich Deutschland häufig das Schlusslicht bei der Beteiligung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik bildet (Färber et al. 2003).

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 14.10.08 · 15:00 Uhr· 0 Kommentare

10. Oktober 2008

„Lasst uns geduldig sein" - die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi

Kategorie: Politik

Ebadi200.jpgIn dieser Woche wollen wir an dieser Stelle Nobelpreisträgerinnen vorstellen. Für ihren Einsatz für den Frieden wurden diverse Frauen ausgezeichnet - Rigoberta Menchu Túm, Wangari Maathai und Jody Williams etwa. Die Iranerin Shirin Ebadi jedoch unterscheidet sich von ihnen, weil sie den Preis nicht alleine erhielt: Ihre Auszeichnung ging stellvertretend auch an alle Iranerinnen und Iraner, die in ihrem Land für Demokratie kämpfen.

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Autor: Jessica Riccò· 10.10.08 · 07:00 Uhr· 0 Kommentare

09. Oktober 2008

Interview mit Andrea Löther vom CEWS: "Hochschulen müssen die Forscherinnen motivieren!"

Kategorie: Politik

Am CEWS, dem Kompetenzzentrum für Frauen in der Wissenschaft und Forschung in Bonn, beschäftigt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Andrea Löther sich mit Gleichstellungspolitik und Chancengleichheit an Hochschulen. Unter anderem veröffentlich das CEWS alle zwei Jahre ein Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten.

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Autor: Jessica Riccò· 09.10.08 · 15:30 Uhr· 0 Kommentare

03. Oktober 2008

Der beschwerliche Weg nach oben: Professorinnen in der Mathematik

Kategorie: Politik

Mathematik - daran besteht kein Zweifel - ist ein männerdominiertes Fach. Und obwohl der Frauenanteil unter Dozentinnen und Professorinnen in den letzten Jahren gestiegen ist, verharrt die Quote in Deutschland auf niedrigstem Niveau.

Vielleicht kein Wunder: Irene Pieper-Seier stellt (nachdem sie die Situation von Studentinnen und Doktorandinnen bereits skizziert hat) die Ergebnisse einer Studie vor, die eindeutig belegen, dass auch habilitierte Mathematikerinnen auf allen Karrierestufen zum Teil manifeste Diskriminierungserfahrungen machen.

Irene_Pieper-Seier.jpgEin anderer Blickwinkel auf die Beteiligung von Frauen in der Wissenschaftsdisziplin Mathematik ergibt sich, wenn man die Berufsverläufe von Frauen, die im universitären Bereich Karriere gemacht haben, im Vergleich mit entsprechenden Männern analysiert.

Die einschlägigen Studien (vgl. Tobies 2008, Abele et al. 2004, Vogel/Hinz 2004) zeigen übereinstimmend, dass - so die Erfahrungen der Betroffenen - NachwuchswissenschaftlerInnen in der Mathematik besser gefördert werden, als in den Sozialwissenschaften, dabei jeweils die Männer noch stärker als die Frauen.

Als Förderung wird hier die Ermunterung zu Publikationen, wie zur Teilnahme an Kongressen und Übernahme von Vorträgen, die Einführung in die jeweilige scientific community und die Einladung als MitautorIn auf einem Paper verstanden.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.08 · 18:00 Uhr· 0 Kommentare

02. Oktober 2008

"Qualifizierte Frauen müssen leider manchmal tiefstapeln."

Kategorie: Politik

Die Ärztin und Biologin Elisabetta Cavalcanti-Adam ist im Laufe ihrer Karriere schon viel rumgekommen: Nach ihrem Studium ging die gebürtige Italienerin für ihre Forschungen vier Jahre in die USA. Nun ist sie seit sechs Jahren in Heidelberg - und vergleicht die Situation von Wissenschaftlerinnen hier mit ihren Erfahrungen im Ausland.

Cavalcanti200.jpgFür meinen Beruf bin ich oft unterwegs und ich bin häufig umgezogen. Zum Wohle meiner Kinder wünsche ich mir, dass unser Standort in Heidelberg stabil bleibt, schließlich sind wir schon seit sechs Jahren hier.

In meiner Zeit im Ausland - ich habe vier Jahre in den USA gelebt und stehe immer noch in engem Kontakt mit dem Labor, bei dem ich tätig war - habe ich jedoch andere Möglichkeiten kennen gelernt, wie man Familie und Arbeit unter einen Hut kriegt.

In den USA hatte ich nie das Gefühl, eine Sonderrolle als Frau einzunehmen. Am Institut in Philadelphia gab es bessere Strukturen, das heisst, die Kinderbetreuungsstätte befand sich im selben Gebäude wie die Labore und das machte es Müttern leichter. Zwar hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine eigenen Kinder, aber ich schätze, dass es sehr geholfen hat, Wissenschaftlerinnen zur Familienplanung zu ermutigen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare

01. Oktober 2008

Frauen in der Mathematik

Kategorie: Politik

Von der Situation von Frauen in der Wissenschaft zu sprechen, ist zugegebenerweise etwas pauschal. Schon allein der Frauenanteil unter den Studentinnen unterscheidet sich von Fach zu Fach teilweise erheblich. In manchen Disziplinen haben Frauen bis heute einen regelrechten Exotenstatus, in manchen Sprach- und Literaturwissenschaften sind dagegen Männer in der Minderheit.

Irene Pieper-Seier hat sich jahrzehntelang in wissenschaftshistorischer, didaktischer und genderzentrierter Perspektive mit der Rolle von Frauen in der Mathematik beschäftigt. In drei Beiträgen schildert sie, wie sich die Situation auf den einzelnen Qualifikationsstufen heute darstellt:

Irene_Pieper-Seier.jpgVor genau 100 Jahren, im Jahr 1908 erschien die Dissertation von Emmy Noether in Crelles „Journal für die Reine und Angewandte Mathematik". Damit war Emmy Noether nicht die erste Frau, die in Deutschland eine mathematische Promotion beendete, aber sie war eine der ersten, die ein reguläres Studium absolvieren konnte.

In Preußen, dem deutschen Teilstaat mit den meisten Universitäten, wurden Frauen erst 1908 zum Studium der meisten Fächer ohne besondere Auflagen wie Genehmigung der Dozenten zugelassen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare

30. September 2008

Überraschungen bei For Women in Science: Die Preisträgerinnen und mehr

Kategorie: Politik

alle300.jpgBei der gestrigen Preisverleihung For Women in Science waren die Preisträgerinnen bereits im Vorfeld bekannt - dennoch steckte der Tag voller Überraschungen. Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard etwa erzählte in ihrer Dankesrede die wahre Entstehungsgeschichte ihrer Stiftung, die sich für Frauen in der Wissenschaft engagiert: Während sie bereits Direktorin am Max-Planck-Institut war, fiel ihr eine Mitarbeiterin als besonderes Forschungstalent auf - dieselbe Kollegin wurde schwanger und musste schon bald ihren Mann, ihr Kind und sich selbst von einem kargen Postdoc-Gehalt ernähren.

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Autor: Jessica Riccò· 30.09.08 · 07:11 Uhr· 0 Kommentare

25. September 2008

Der beschwerliche Weg zur Gleichstellung: Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei!

Kategorie: Politik

Acht Jahre lang war der Münchner Biochemiker Ernst-Ludwig Winnacker Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In dieser Zeit wurde "Gender Mainstreaming" auch an den Hochschulen zum Schlagwort. Doch die Fortschritte sind bescheiden.
Heute ist Ernst-Ludwig Winnacker Geschäftsführer des Europäischen Forschungsrates und fordert mehr Mut, Engagement und Ideen, um die Rahmenbedingungen für Frauen in der Wissenschaft attraktiver zu gestalten. Sollte dies nicht gelingen, hält er die Quote für eine sinnvolle Maßnahme.

Ernst-Ludwig_Winnacker.jpgAls Lise Meitner nach ihrer Habilitation im Jahr 1922 eine erste Vorlesung mit dem Titel „Kosmische Physik" ankündigte, konnte sich der berichtende Reporter nicht vorstellen, dass eine Frau ernsthafte Wissenschaft betreibt. Frau Meitner werde über „Kosmetische Physik" sprechen, schrieb er. Das liegt lange zurück, und doch: Ausgerechnet in einem Lande voller Gleichstellungsbeauftragten, Frauenministerinnen, Mutterschutz und Kinderfreibeträgen sind Geburtenrate und Professorinnen so gering wie fast nirgendwo sonst. Was also machen wir falsch?

Vielerorts übt die Gleichstellungsbeauftragte eine bloße Alibifunktion aus. Man informiert sie, hört sie an; Dekan, Unipräsident und das Ministerium sind zufrieden. Man hat alles getan, was man konnte. Am Ende wird gleichwohl ein Mann berufen.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen an der Uni ist in zehn Jahren nur um etwa ein Prozent gestiegen.
Nur 19 von 266 Direktoren der Max-Planck-Gesellschaft sind Frauen - knapp sieben Prozent. An den Universitäten liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen ein wenig höher, bei neun Prozent. Beunruhigend ist auch die Dynamik dieser Entwicklung. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen an der Uni ist in zehn Jahren nur um etwa ein Prozent gestiegen. Wenn das so weiter geht, wird Deutschland erst Mitte des 22. Jahrhunderts mit Frankreich oder Schweden gleichziehen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 25.09.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare

24. September 2008

„Versucht nicht, Frauen an die männliche Logik der Technik anzupassen"

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 12

Prof. Dr. Marion Schick, Präsidentin der Hochschule München, verzichtet im Interview gerne auf ihren Titel. Ihr ist mehr am Inhalt gelegen. Teil III - Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Frauen fördern?
Marion_Schick.jpgScienceBlogs: Frau Schick, aktuelle Zahlen zeigen einen erfreulichen Trend. Immerhin jede vierte Habilitation in Deutschland stammt von einer Frau. Allerdings ist die Wahl der Fächer sehr spezifisch. Nur 16 Prozent in den Ingenieurswissenschaften aber 46 Prozent in der Veterinärmedizin. 
Schick: Wir haben nicht den Run der Frauen auf die Ingenieurswissenschaften und das trotz gut 20 Jahren mit allen möglichen Programmen. Diese Programme zeigen also relativ wenig Ergebnisse. Und so denke ich mittlerweile, wir haben den falschen Ansatz. Wir zwingen Frauen in eine männliche technische Logik hinein. Technische Entwicklungen, bei denen sie nicht sehen, dass diese die Welt wirklich voranbringen, sind für sie nicht interessant.

Frauen haben aber meist keine Lust an irgendwelchen Gimmicks mitzuarbeiten. Frauen wollen mehrheitlich an Dingen mitzuwirken, die Sinn machen und die letztendlich heilend für Mensch, Umwelt und Gesellschaft sind. Deshalb finden Sie die Frauen in der Medizin und Tiermedizin.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 24.09.08 · 12:15 Uhr· 12 Kommentare

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