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Die Wissenschaft ist von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch weit entfernt.
Hier schreiben Expertinnen und Experten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft.
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Neues in der Kategorie Naturwissenschaften
22. Oktober 2008
Selbstinszenierung und die Konstruktion des "erfolgreichen Chemikers": Warum Männer in der Chemie besser bezahlt werden
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Ines Weller zeigt, dass in der Chemie quasi ein Idealbild des "erfolgreichen Chemikers" dominiert und gepflegt wird - und dieses ist männlich codiert. Pech für die Chemikerinnen...
Die unzureichende Partizipation von Frauen insbesondere in den einflussreichen Positionen der Chemie in Wissenschaft und Unternehmen wirft die Frage auf, worauf dies zurückzuführen ist. Hier bieten z.B. Studien über den Einfluss der jeweiligen Fachkultur und den Habitus ihrer VertreterInnen Ansatzpunkte für Erklärungen.
Für die Chemie hat dies beispielsweise die Sozialwissenschaftlerin Barbara Nägele untersucht (Nägele 1998). An einem konkreten Fachbereich, dem Fachbereich Chemie der Universität Göttingen, hat sie eine Fallstudie zu den Geschlechterverhältnissen durchgeführt.
Wissenschaftliche Disziplinen unterscheiden sich auch durch den Habitus, der in ihnen gepflegt wird...Sie hat dazu weibliche und männliche Mitglieder der verschiedenen Statusgruppen zu ihrer Wahrnehmung der Geschlechterordnung befragt, mit ihnen Gruppendiskussionen durchgeführt und das Geschehen an diesem Fachbereich mit der Methode der teilnehmenden Beobachtung untersucht.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 22.10.08 · 16:00 Uhr· 2 Kommentare
14. Oktober 2008
Frauen in der Chemie: Partizipation von Frauen und Chancengleichheit in der Chemie
Kategorie: Naturwissenschaften·Politik
Ines Weller informiert über den aktuellen Stand und aktuelle Zahlen in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in der Chemie.*
Bis in die 1980er Jahre lagen für das Feld der Chemie kaum nach Geschlecht differenzierte Daten über Studium und Berufsleben vor. Heute ist die Datenlage über die Beteiligung von Frauen in der Chemie dagegen vergleichsweise gut. Neben einer allgemeinen Sensibilisierung für das Thema Frauen in Naturwissenschaft und Technik, ist dies mit zurückzuführen auf das Konzept Gender Mainstreaming. Es zielt auf die de facto Umsetzung der Chancengleichheit der Geschlechter und hat europaweit seit Ende der 1990er Jahre eine hohe Verbindlichkeit entfaltet.
Deutschland ist im europaweiten Vergleich häufig das Schlusslicht bei der Beteiligung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik.
Seitdem finden Analysen über die Beteiligung von Frauen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft immer mehr Beachtung. Ihre hohe politische und auch programmatische Relevanz ergibt sich für Deutschland mit daraus, dass im europaweiten Vergleich Deutschland häufig das Schlusslicht bei der Beteiligung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik bildet (Färber et al. 2003).
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 14.10.08 · 15:00 Uhr· 0 Kommentare
08. Oktober 2008
Dorothy Crowfoot Hodgkin: Mit Beharrlichkeit zum Chemie-Nobelpreis
Kategorie: Naturwissenschaften
Die englische Biochemikerin Dorothy Crowfoot Hodgkin ist geradezu ein Musterbeispiel für eine weibliche Wissenschaftskarriere des 20. Jahrhunderts. Die Voraussetzungen bestehen in einer privilegierten Herkunft und herausragendem Talent. Die weiteren Zutaten sind Beharrlichkeit und eine gewisse Frustrationstoleranz im Umgang mit Benachteiligungen.
In der Summe ergibt sich eine beeindruckende Forscherinnenbiographie, die 1964 mit dem Nobelpreis für Chemie ihren Höhepunkt fand. Dorothy Crowfoot Hodgkin war damit die dritte Frau, der diese Ehrung zuteil wurde. Aber auch die (vorläufig) Letzte. Seit über 40 Jahren hielt das Stockholmer Nobelpreiskomitee keine andere Chemikerin mehr für preiswürdig. Ob sich das mit der Bekanntgabe des Chemie-Nobelpreisträgers 2008 ändert?
Autor: Marc Scheloske· 08.10.08 · 11:35 Uhr· 0 Kommentare
07. Oktober 2008
Maria Goeppert-Mayer: Ordnung und Struktur für den Atomkern
Kategorie: Naturwissenschaften
Die Liste der Frauen, die in der über hundertjährigen Geschichte des Nobelpreises vom Stockholmer Komitee ausgezeichnet wurden, ist erschreckend kurz. In den letzten Jahren sind zwar in den Kategorien Literatur und Frieden einige Frauen hinzugekommen, in den Naturwissenschaften sucht man Wissenschaftlerinnen aber fast vergebens.
In der Medizin ist Françoise Barré-Sinoussi, die gestern zusammen mit ihrem Kollegen Luc Montagnier geehrt wurde, gerade einmal die achte Frau. In der Chemie kommt man lediglich auf drei Forscherinnen und in der Physik sind es genau zwei Wissenschaftlerinnen, die seit 1901 einen Nobelpreis zugesprochen bekamen. Dabei war es gleich 1903 Marie Curie, die für ihre Arbeiten zu radioaktiven Strahlungsphänomenen ausgezeichnet wurde.
Danach dauerte es aber ganze 60 Jahre, bis wieder eine Frau an der Reihe war: und - man traut es sich kaum auszusprechen - die theoretische Physikerin Maria Goeppert-Mayer war auch die letzte Frau, die mit Nobelpreiswürden in der Physik ausgestattet wurde. Das war im Jahr 1963.
Eine Familientradition im Zeichen der Wissenschaft
Geboren wurde die außergewöhnlich scharfsinnige Wissenschaftlerin im schlesischen Kattowitz am 28. Juni 1906. Und - das muß auch erwähnt werden - sie war von Geburt an ungemein privilegiert. Nur nur daß sie einen hellwachen Geist in die Wiege gelegt bekam, nein, sie wurde auch in einer Familie hineingeboren, der Bildung und Wissenschaft seit Generationen alles bedeutete.
"Werde nie eine Frau, wenn du groß bist."
Ihr Vater Friedrich Goeppert - der später Professor für Kinderheilkunde in Göttingen war - war sage und schreibe der siebte Hochschullehrer in direkter Folge in der Familie Goeppert. Und ihr Vater - so ist überliefert - schärfte der heranwachsenden Maria auch ein: "Werde nie eine Frau, wenn du groß bist."
Autor: Marc Scheloske· 07.10.08 · 09:15 Uhr· 0 Kommentare
02. Oktober 2008
Selbstzweifel und fehlende Anerkennung: Weshalb so wenige Mathematikerinnen promovieren
Kategorie: Naturwissenschaften
Irene Pieper-Seier nennt Zahlen, Fakten und Erklärungen, weshalb in der Mathematik immer noch relativ wenige Frauen promovieren. Und wenn sie skizziert, welche psychologischen Momente die Karrierewege junger Mathematikerinnen bestimmen, dann wird deutlich: Frauen sind häufig unnötig selbstkritisch, gerade was ihre fachliche Eignung angeht...
Gerade einmal bei 10% lag der Frauenanteil an mathematischen Promotionen in den Jahren 1986-1988. Ab 1992 ist - wie die Angaben des Wissenschaftsrats belegen - ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Im Jahre 1998 wurden erstmals mehr als 20% (genauer 21,9%) erreicht. Allerdings lag der Frauenanteil bei den Promotionen in allen Fächern zu diesem Zeitpunkt bereits bei 33,3%.Interessant ist auch ein Blick ins europäische Ausland: So lag der Frauenanteil bei den Promotionen in der Fächergruppe Mathematik/Statistik im Jahr 2003 nach Angaben der Europäischen Kommission in Italien bei 42,4%, in Portugal bei 58,3% und in Schweden bei 16%.
Welche Faktoren sind für die geringe Promotionsneigung von Frauen in Deutschland verantwortlich?
Daher ist die Frage von Interesse, welche Faktoren die geringere Neigung von Frauen in Deutschland zur Promotion in Mathematik beeinflussen, denn die allgemein genannten Aspekte wie Familiengründung, Vereinbarkeitsfrage und (zumindest an der Universität) unsichere Beschäftigungsverhältnisse erklären die spezifische Situation in der Mathematik nicht ausreichend.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.08 · 13:15 Uhr· 0 Kommentare
30. September 2008
"Gleichstellung sollte auf jeden Fall ein Ziel sein!"
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
In der Wissenschaft sind wir alle gleich: Unsere Gehirne arbeiten daran, Grundkonzepte zu begreifen. Dabei ist es egal, ob man als Mann oder Frau forscht: Was zählt sind nur die Ergebnisse. Dennoch ist es etwas Besonderes, als Frau in der Wissenschaft tätig zu sein. Und da ich einige Jahre auch in den USA gelebt und gearbeitet habe muss ich sagen: In Deutschland umso mehr.
Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Wissenschaft fangen schon in ihrer Herangehensweise an wissenschaftliche Themen an: Frauen fangen eher mit ganz kleinen Details an und fügen sie erst später zu einem größeren Ganzen zusammen. Ihr Ausgangspunkt ist meiner Ansicht nach meist breiter gefächert. Männer funktionieren meiner Beobachtung nach genau andersrum: Sie sehen zuerst das große Ziel und füllen dann nur noch die Lücken mit den benötigten Details aus.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 30.09.08 · 13:00 Uhr· 1 Kommentar
Stefanie Dimmeler: "Frauen sind heute weniger konfliktscheu"
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 1
Als Biochemikerin hat sie sich durchgekämpft. Prof. Dr. Stefanie Dimmeler ist eine von Deutschlands Vorzeigewissenschaftlerinnen. Seit 2008 ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrates und zugleich Professorin an der Goethe-Universität in Frankfurt. Stefanie Dimmeler habilitierte in experimenteller Medizin - Themenschwerpunkt: Für Arteriosklerose verantwortliche Endozellen und ihr programmierter Zelltod.
Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 30.09.08 · 12:00 Uhr· 1 Kommentar
24. September 2008
Karin Lochte: Meeresforscherin, Individualistin und Wissenschaftspionierin
Kategorie: Naturwissenschaften
Es ist schon auffällig, wie fortschrittlich die Helmholtz-Gemeinschaft handelt. Als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte, wurden an den 15 Instituten mit insgesamt 26.500 MitarbeiterInnen im letzten Jahr gleich drei Frauen in Führungspositionen neu eingestellt. Sicher, das lässt noch jede Menge leitende Jobs, die von Männern besetzt sind - aber es ist ein Anfang.
Die Helgoländer Station des Alfred-Wegener-Instituts etwa und auch die Verwaltung im Haupthaus in Bremerhaven unterstehen Frauen - und im November 2007 wurde Prof. Dr. Karin Lochte Direktorin des AWI.
Damit ist Lochte die erste Frau in Deutschland, die ein so großes Forschungszentrum (780 Mitarbeiter) leitet. „Ich freue mich auf die große Aufgabe, dieses hervorragende Institut zu leiten", erklärte die Professorin für Biologische Ozeanografie damals im Interview. "Das Alfred-Wegener-Institut bearbeitet wichtige Fragen des Klimawandels in den Polarregionen und der Veränderungen in den Lebensräumen, die uns auch in Europa direkt betreffen werden."
Autor: Jessica Riccò· 24.09.08 · 14:30 Uhr· 0 Kommentare
17. September 2008
Ruth Moufang: Kränkungen, Leidenschaft und Beharrlichkeit. Die erste deutsche Mathematikprofessorin
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften · Kommentare: 2
Als Ruth Moufang 1925 ihr Studium an der Universität Frankfurt begann, so war das für diese Zeit keineswegs außergewöhnlich. Rund 20 Prozent aller Mathematikstudierenden waren weiblich. Doch im weiteren Verlauf ihrer Karriere musste Ruth Moufang erfahren, dass für Frauen in der Wissenschaft doch andere Regeln gelten.
Und obwohl sie später eine bemerkenswerte Karriere machte und schließlich 1951 zur ersten deutschen Mathematikprofessorin berufen wurde, fühlte sie sich als Mathematikerin doch niemals vollkommen akzeptiert.
Autor: Marc Scheloske· 17.09.08 · 12:00 Uhr· 2 Kommentare
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