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Die Wissenschaft ist von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch weit entfernt.

Hier schreiben Expertinnen und Experten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft.

Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften

21. Oktober 2008

"Unweiblich" durch Bildung und Studium? - Gegenstimmen zur akademischen Bildung von Frauen

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Heute wird - Ausnahmen bestätigen die Regel - kaum noch angezweifelt, dass Frauen ihren Weg auch in Universitäten und Forschung gehen können.

Eva Matthes skizziert, mit welchen obskuren, heute nur noch lächerlich erscheinenden Argumenten zu Beginn des 20. Jahrhunderts versucht wurde, den Anspruch von Frauen auf höhere Bildung abzuwehren.

Eva_Matthes.jpgWir haben inzwischen gehört, warum es Initiativen für eine akademische Bildung von Frauen gab - es gab allerdings auch viele Gegenstimmen. Ganz entscheidend war hierbei immer die Konkurrenz, die Männer durch die Frauen fürchteten. Scharfe Gegner einer akademischen Bildung für Frauen waren von daher vorrangig Gymnasiallehrer und Ärzte.

Erstere fürchteten, dass Frauen, die bisher den Volksschullehrerinnenberuf erlernten, in die höhere Laufbahn der Gymnasiallehrerin drängen würden. Ärzte hatten die Konkurrenz bereits durch im Ausland ausgebildete und im Deutschen Reich praktizierende Ärztinnen zu spüren bekommen. Den Gegnern ging es also nie ausschließlich um die Frage, ob Frauen zum Studium berechtigt seien, vielmehr stand die Ausübung eines akademischen Berufs im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Die Männer reagierten auf die Gefährdung ihrer Alleinvertretungsansprüche nach dem Motto: "Wo Gleichheit [und damit Konkurrenz; E. M.] droht, muss Natur her!"

Abwehrkampf der männlichen Besitzstandswahrer: "Ein Studium widerspricht der Natur der Frau..."

Es ging also darum zu "beweisen", dass ein Universitätsstudium der Natur der Frau widerspricht. Theodor von Bischoff (1807-1882), ein im In- und Ausland anerkannter Anatom und Physiologe, der an der Universität München lehrte, war einer der ersten, der aus Ergebnissen der vergleichenden Gehirn- und Schädelanatomie die intellektuelle Unzulänglichkeit von Frauen für ein Studium und die Ausübung eines akademischen Berufes folgerte.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 21.10.08 · 15:35 Uhr· 3 Kommentare

17. Oktober 2008

Es fehlten die Vorbilder - Der steinige Weg der Frauen zur universitären Gleichberechtigung

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Wenn wir heute über die Situation von Frauen in der Wissenschaft reden, dann wird häufig auf den bedauernswert niedrigen Frauenanteil von gerade einmal 15% unter den Professuren verwiesen. Und auch andere Zahlen und Daten belegen, dass wir von einer wirklichen akademischen Gleichberechtigung noch weit entfernt sind.

Dabei vergessen wir manchmal, dass sich Frauen die Beteiligung in der Wissenschaft erst mühsam erkämpfen mussten. Noch vor wenigen Generationen war die Immatrikulation an Universitäten Männern vorbehalten. Eva Matthes rekonstruiert die ersten Schritte der Frauen auf dem Weg zu akademischer Anerkennung und Gleichberechtigung.

Eva_Matthes.jpgIn Gesprächen mit Frauen werden als ein Haupthindernis für die akademische Laufbahn von Frauen häufig die fehlenden Vorbilder und damit die fehlende Orientierung an weiblichen Biographieverläufen an der Universität genannt.

Inzwischen nehmen zwar mehr Frauen als Männer ein Studium auf - in dieser Hinsicht fehlt es also nicht mehr an Vorbildern - aber schon auf Lehrstuhlebene und erst recht aber in Leitungs- und hochschulpolitischen Entscheidungsgremien sind die Frauen in der Unterzahl. Der Weg bis zur gleichberechtigten Präsenz von Frauen in allen universitären Bereichen wird wohl steinig bleiben.

Blick zurück auf die ersten Schritte der Frauen an der Universität.

Allerdings wurde in den vergangenen 100 Jahren doch sehr vieles für die Frauen an den Universitäten erreicht. Zwar nicht alles, aber immerhin - blicken wir nun zurück zu den ersten Schritten der Frauen an der Universität.

„Der geistige Fortschritt geht vom Süden aus"

Am 21. September 1903 unterzeichnete Prinzregent Luitpold mit einem knappen "Genehmigt" eine Vorlage des Bayerischen Kultusministeriums, nach der "vom Wintersemester 1903/04 an Damen, welche das Reifezeugnis eines deutschen humanistischen Gymnasiums oder eines deutschen Realgymnasiums besitzen, zur Immatrikulation an den bayerischen Universitäten zugelassen werden".

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 17.10.08 · 13:40 Uhr· 0 Kommentare

15. Oktober 2008

Wissenschaft & Kind und Kegel: Aus dem Leben einer Wissenschaftlerin und Mutter

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 1

Der wissenschaftliche Arbeitsalltag hält im Grunde genug Herausforderungen bereit; wenn dann noch ein Familienleben organisiert werden soll oder gar Kinder ins Spiel kommen, wird aus der Doppel- schnell eine Dreifachbelastung. Zwar sind Mentoringprogramme, Stipendien und andere Maßnahmen zur Frauenförderung in der Wissenschaft sehr wertvoll, aber der Tag einer Wissenschaftlerin, die gleichzeitig Mutter ist, hat dennoch nicht mehr als 24 Stunden.

Die Soziologin Dr. Kerstin Dressel gibt einen Einblick in diesen ganz normalen Wahnsinn. Sie schildert, was es konkret bedeutet, Wissenschaft und Familie miteinander in Einklang zu bringen und weshalb sie trotz der Mehrfachbelastung nicht tauschen möchte.

Kerstin_Dressel.jpgNein, früher ging es einfach nicht! Ich musste vergangene Woche einen Zwischenbericht für ein Projekt abgeben und dann hatte ich gleich anschließend zwei wichtige Vorträge auf internationalen Konferenzen. Es war einfach nicht möglich diesen Beitrag früher zu schreiben - obwohl ich Lust dazu hatte und es mich wirklich drängte, diesen Artikel für Scienceblogs zu schreiben.

Aber vielleicht ist ja das genau Ausdruck davon, einerseits meinen beiden Kindern eine gute Mutter, aber gleichzeitig eine gute Wissenschaftlerin sein zu wollen. Zeit habe ich eigentlich keine mehr seitdem ich Mutter bin - weder für Sachen die drängen (Steuerberaterin!), noch für Dinge, zu denen ich Lust habe (z.B. regelmäßig Freundinnen zu treffen). Die Abgabetermine für Abstracts, für Artikel, für Anträge, Zwischen- und Abschlußberichte koste ich praktisch immer bis zum Schluss aus (23.58 Uhr ist schließlich immer noch im Rahmen der Deadline!).

Ständig unterwegs, immer just in time

Freie Zeit habe ich eigentlich keine mehr seitdem ich Mutter bin.

Obwohl ich Pünktlichkeit sehr schätze, schaffe ich es trotzdem immer nur gerade noch in allerletzter Minute zu einem Termin einzutreffen. Im Grunde genommen bin ich ein umweltbewußter Mensch, aber trotzdem fliege ich praktisch zu allen beruflichen Terminen, auch wenn ich das Zugfahren bevorzugen würde. Es geht einfach schneller. Dass ich dabei den letztmöglichen Flieger benutze, und den erstmöglichen wieder nach Hause, versteht sich ohnehin von selbst als Mutter. Ich fühle mich eigentlich ständig gehetzt.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 15.10.08 · 16:15 Uhr· 1 Kommentar

26. September 2008

Kinder als Risiko für die Hochschulkarriere?: Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Elternschaft II

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Wissenschaftliche Karrieren sind leider fast immer durch ein Höchstmaß an Unsicherheit und Diskontinuität geprägt. Befristete Projektverträge, häufige Wohnortwechsel und andere Unwägbarkeiten erschweren jungen Wissenschaftlern die Entscheidung, ob der Familien- und Kinderwunsch realisiert werden soll.
Dr. Inken Lind hat sich intensiv mit der Lebensplanung und Biographieverläufen von Wissenschaftlern auseinandergesetzt. Im ersten Teil ihres Gastbeitrags hat sie einige Aspekte des Vereinbarkeitsdiskurses skizziert. Heute analysiert sie die Situation in international vergleichender Perspektive und illustriert, wie viel Nachholbedarf gerade in Deutschland in dieser Frage besteht.

Lind01.jpgBislang können Aussagen über die Kinderzahl von Professorinnen und Professoren in Deutschland lediglich aufgrund von Umfrageergebnissen gemacht werden, statistisches Datenmaterial liegt nicht vor. Zimmer et al. (2007) fanden in ihrer Studie einen Anteil von kinderlosen Professorinnen von 51% und von kinderlosen Professoren von 19%. (1)

Die Anteile kinderloser Professorinnen in dieser Erhebung variieren jedoch mit betrachteter Kohorte: Daten zum Anteil der Mütter unter Professorinnen verschiedener Geburtskohorten zeigen mehr Kinder für die sich heute im mittleren Erwachsenenalter befindlichen Professorinnen verglichen mit der ersten Generation von Professorinnen (Zimmer et al., 2007).

Aktuelles Datenmaterial zur Kinderzahl des akademischen Mittelbaus in Nordrhein-Westfalen hat das Team von Prof. Metz-Göckel und Dr. Auferkorte-Michaelis an der Universität Dortmund vorgelegt (Auftertkorte-Michaelis et al., 2006a; 2006b). In einer Totalerfassung des wissenschaftlichen Mittelbaus an Universitäten in Nordrhein Westfalen mittels statistischer Sekundäranalyse konnte ein Anteil kinderloser Nachwuchswissenschaftlerinnen von 78% und ein in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegener Anteil kinderloser männlicher Nachwuchswissenschaftler von 71% nachgewiesen werden.

Nachwuchswissenschaftler werden seltener und immer später Eltern
Diese Werte verdeutlichen einen Querschnitt über alle Altersgruppen hinweg. Damit sind drei Viertel des Mittelbaus an den Universitäten von Nordrhein-Westfalen kinderlos bzw. noch kinderlos. Während der Anteil kinderloser Wissenschaftlerinnen in der letzten Dekade konstant hoch geblieben ist, lässt sich unter den männlichen Nachwuchswissenschaftlern ein deutlicher Zuwachs an Kinderlosigkeit verzeichnen. (2) Auch ein Altersvergleich zeigt, dass die Geburt eines ersten Kindes bei Wissenschaftlerinnen immer mehr auf die Lebensphase nach 35 Jahren hinausgeschoben wird (Auftertkorte-Michaelis et al., 2006b).

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 26.09.08 · 10:00 Uhr· 2 Kommentare

25. September 2008

Erkundungen in vermintem Gelände: Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Elternschaft I

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Es gibt wohl keine Diskussion über den geringen Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen, in der nicht früher oder später das Gespräch auf die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Kinderwunsch kommt. Und natürlich sind die oftmals familienfeindlichen Randbedingungen ein Faktor, der es Frauen noch schwerer macht, sich in der Wissenschaft durchzusetzen.
Dr. Inken Lind, die seit vielen Jahren zu diesen Fragen forscht, plädiert allerdings dafür, zwischen dem geringen Frauenanteil in der Wissenschaft und dem Vereinbarkeitsdiskurs zu unterscheiden. Weshalb es sich lohnt, diese Aspekte auseinanderzuhalten, erläutert sie in zwei spannenden Artikeln:

Lind01.jpgFür die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft existieren in Deutschland eingeschränkte Gestaltungsspielräume, darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Dies wird vor allem an dem geringen Anteil von Professorinnen mit Kindern festgemacht. In jüngster wird zunehmend auch die Situation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern hinsichtlich vorhandener Kinder und der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie betrachtet (Auferkorte-Michaelis et al. 2006a; 2006b).

Gleichzeitig verdeutlicht der Blick über die Grenzen, dass sich die Situation für die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie bei unseren europäischen Nachbarn anders darstellt, wie der höhere Anteil an Wissenschaftlerinnen mit Kindern in anderen europäischen Ländern zeigt (vgl. European Commission, 2006; Zimmer, et al. 2007).

In anderen europäischen Ländern gibt es mehr Wissenschaftler- innen mit Kindern.
Die bisherigen Ergebnisse zum Thema beziehen sich überwiegend auf die Lebens- und Arbeitssituation von Wissenschaftlerinnen mit Kindern (z.B. Strehmel, 1999) oder erfassen die Anzahl von Wissenschaftlerinnen, die mit oder ohne Kindern ihre Karriere verfolgen (Zimmer et al., 2007; Auftertkorte-Michaels et al., 2006b). Wenige Erkenntnisse gibt es dagegen zu den Bedingungsfaktoren der Wissenschaftsinstitutionen, die die Ausbildung eines Lebensstils ohne Kinder begünstigen. (1)

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick zur Kinderzahl von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in Deutschland sowie im internationalen Vergleich. Das Zahlenmaterial wird ergänzt durch Befunde zur Vereinbarkeit in der Wissenschaft. Doch zunächst soll der deutsche Diskurs zur Vereinbarkeit in der Wissenschaft kritisch hinterfragt werden. (2)

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 25.09.08 · 15:30 Uhr· 0 Kommentare

23. September 2008

"Zu Hause hätte ich Zeit für andere Sachen. Aber nicht für das, was mich wirklich begeistert."

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Maiwen Caudron-Herger ist Physikerin am Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Mutter zweier Kinder. Heute berichtet sie vom ersten Tag ihres Sohnes in der KiTa - und wieso die Doppelbelastung als Wissenschaftlerin und Mutter ihr Familienleben sogar bereichert.
Caudron-Herger_01.jpg Am 11. August dieses Jahres fahre ich früh morgens Richtung Kinderhaus und bringe meine zwei Kinder zu ihrer Betreuung. Für die Große nichts Neues, sie freut sich darauf, ihre Freundin Ariana wiederzusehen und auch, dass ihr Brüderchen ab jetzt mit ihr „arbeiten" geht. Für ihn wird alles neu: Neue Bezugspersonen, neue Räume, neues Bett und neue Spielzeuge. Er muss nun aus der Flasche trinken lernen. Wenn es funktioniert, bekommt er weiter Muttermilch.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 23.09.08 · 12:15 Uhr· 0 Kommentare

19. September 2008

Auftrieb im Netz? Sociae. Das Netzwerk der Soziologinnen an der LMU

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Die Soziologin Christine Kestel hat aktiv am Aufbau eines "Netzwerks für Soziologinnen" mitgewirkt. Dabei hat sie gelernt, dass der Schatten des Feminismus länger ist, als man denkt. Die Frage "Warum tun wir das? Sind wir benachteiligt?" begleitete die Arbeit an "Sociae" - aber auch wenn die Einsicht, dass Frauen benachteiligt sind, manchmal schmerzhaft ist, so ist Christine Kestel überzeugt: Netzwerken lohnt sich!

Christine_Kestel_02.jpg"48. Waiting to be noticed" - Nummer 48 ist einer der 101 Fehler, die Lois P. Frankel in ihrem Buch "Nice girls don't get the corner office. 101 Unconscious Mistakes Woman Make That Sabotage Their Careers" vorstellt. Sie benennt 101 Fehler, die Frauen im Berufsleben tendenziell und sozialisationsbedingt eher machen als Männer und die sich allesamt als Karrierebremsen erweisen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 19.09.08 · 09:00 Uhr· 1 Kommentar

18. September 2008

Wissenschaftliche Karriere und Familie - ein Widerspruch!?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Wissenschaftliche Spitzenpositionen werden immer noch von Männern dominiert. Bei den Professuren haben wir - trotz Fortschritten in den letzten Jahren - derzeit einen Frauenanteil von gerade einmal 15%. Welche sozialisatorischen und biographischen Faktoren sind dafür verantwortlich, dass weibliche Karrieren so häufig ins Stocken geraten? Hildegard Macha und Quirin Bauer vom GenderZentrumAugsburg (GZA) haben Antworten auf diese Fragen und erläutern, weshalb wir eine "Kultur der Ermutigung" so dringend brauchen.
Prof__Macha_2.jpg

In der bundesdeutschen Wissenschaft herrscht aktuell - trotz einer Frauengeneration, die hoch qualifiziert und hoch motiviert ist - eine geschlechterspezifische Asymmetrie in den Bereichen der Macht- und Führungspositionen. Der Anteil der Frauen auf jeder Stufe der Karriereleiter sinkt kontinuierlich, obwohl rund 50 Prozent aller Studienanfänger/innen und Hochschulabsolventen/innen weiblich sind.

Die wissenschaftliche Elite in Deutschland ist fast ausschließlich männlich, auch wenn die Erziehungs- und Bildungsinstitutionen heute mehr denn je auf gleiche Chancen, Zugänge und die Förderung für Mädchen und Frauen achten.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 18.09.08 · 10:00 Uhr· 6 Kommentare

17. September 2008

Ruth Moufang: Kränkungen, Leidenschaft und Beharrlichkeit. Die erste deutsche Mathematikprofessorin

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Moufang1.jpgAls Ruth Moufang 1925 ihr Studium an der Universität Frankfurt begann, so war das für diese Zeit keineswegs außergewöhnlich. Rund 20 Prozent aller Mathematikstudierenden waren weiblich. Doch im weiteren Verlauf ihrer Karriere musste Ruth Moufang erfahren, dass für Frauen in der Wissenschaft doch andere Regeln gelten.

Und obwohl sie später eine bemerkenswerte Karriere machte und schließlich 1951 zur ersten deutschen Mathematikprofessorin berufen wurde, fühlte sie sich als Mathematikerin doch niemals vollkommen akzeptiert.

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Autor: Marc Scheloske· 17.09.08 · 12:00 Uhr· 2 Kommentare

16. September 2008

Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen II

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 3

Christine Färber ist Expertin für Gleichstellungsfragen im Hochschulsystem. Und sie hat zusammen mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay.

Im 1. Teil konnte man lesen, wie die Intransparenz der Verfahren die meisten Frauen benachteiligt. Heute schreibt sie, welche Maßnahmen für mehr Chancengleichheit sorgen könnten.

Christine_Faerber.jpgDie Regelungen für Gleichstellung in Berufungsverfahren sind suboptimal

Berufungsverfahren sind langwierige und unübersichtliche Prozeduren, nicht nur für die Bewerberinnen und Bewerber, sondern auch für die Hochschulen. Nur ein Bruchteil aller Hochschulen hat übersichtliche und vollständige Verfahrensregelungen zum Ablauf von Berufungsverfahren erstellt. Dadurch entsteht Verhaltensunsicherheit bei allen Akteurinnen und Akteuren. In solch komplexen „Strukturen" bieten informelle Netzwerke und Traditionen Sicherheit, die aber an Männern als zentralen Akteuren ausgerichtet sind.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 16.09.08 · 09:00 Uhr· 3 Kommentare

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