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Die Wissenschaft ist von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch weit entfernt.

Hier schreiben Expertinnen und Experten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft.

Archiv Oktober 2008

28. Oktober 2008

Mehr Zeit und mehr Flexibilität

Kategorie: Medizin

Die Preisträgerin Dr. Susanne Schreiber von der Charité Berlin erforscht die Kommunikation von Nervenzellen im Gehirn. Welche Spannung von einem Nervenzellentyp übertragen wird, ist von den unterschiedlichen Ionenkanälen der Zelleund deren räumlicher Verteilung abhängig. Ihre Forschungsergebnisse sollen zur Aufklärung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen beitragen. Als letzter Gastbeitrag der Preisträgerinnen für „For Women in Science" berichtet Susanne Schreiber, weshalb es für deutsche Forscherinnen keine Selbstverständlichkeit ist, auch von zu Hause aus arbeiten zu können.

Schreiber200.jpgAuch ich bin Mutter von zwei Kindern und gleichzeitig engagierte Forscherin und habe mich damit für ein Leben entschieden, dessen Alltag mich mitunter vor größere Herausforderungen stellt. Wie bereits in mehreren Beiträgen geschildert wurde, ist es nicht immer ganz einfach, das Familien- und das Wissenschaftlerinnenleben unter einen Hut zu bekommen. Das Hauptproblem ist und bleibt der Zeitmangel. Auch wenn man dieses Problem wohl nie ganz zufriedenstellend wird lösen können, so gibt es doch aus meiner Sicht einige wesentliche Dinge, die es Frauen erleichtern, gleichzeitig Mutter und Forscherin zu sein. Dies sind (1) eine gute Ganztagskinderbetreuung, mitunter auch über die Schließzeiten der Kita hinaus, (2) die Möglichkeit, sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu konzentrieren und unwichtigere Dinge zu delegieren, (3) die Flexibilität des Arbeitsplatzes und (4) ein engagierter Partner.

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Autor: Jessica Riccò· 28.10.08 · 10:45 Uhr· 0 Kommentare

23. Oktober 2008

Ewiger Kampf gegen Vorurteile: Entwicklungslinien akademischer Bildung von Frauen seit 1945

Kategorie: Kultur  ·  Kommentare: 1

Als Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Anspruch auf gleiche Bildungschancen und ein gleichberechtigtes Studium erhoben, wurde diesem Ansinnen von vielen Männern mit recht abenteuerlichen Argumenten begegnet. Aber auch noch in den 60er Jahren wurden bildungswillige Frauen belächelt oder gar offen diskreditiert: ihre "intellektuellen Fähigkeiten" seien geringer, "abstraktes Denken und Denken überhaupt liege ihnen weniger" und überhaupt fehle es ihnen an "wissenschaftlicher Phantasie".

Eva Matthes skizziert den Geschlechterkampf um Bildungschancen seit Ende des Zweiten Weltkriegs und die ermüdende Auseinandersetzung mit den immergleichen Vorurteilen.

Eva_Matthes.jpg
Bald nach Kriegsende wurden 1945/46 die Universitäten auf dem Gebiet der späteren Bundesrepublik Deutschland unter den drei Besatzungsmächten Frankreich, Großbritannien und USA wieder eröffnet. Vor dem Trümmerhaufen einer Ideologie, von Hunger, Familienzerstörung und Armut gezeichnet, begannen Studierende und Lehrende 1945 mit dem Aufbau der zu 80 % zerstörten Universitätsgebäude. 1946 konnte ein stark eingeschränkter Lehrbetrieb wieder aufgenommen werden.

Aufbau der Nachkriegsuniversitäten

Der Andrang der Studierenden war groß, die finanzielle Ausstattung der Universitäten blieb demgegenüber weit zurück. Bald wurden Zulassungsbeschränkungen nötig. Die Diskussion um eine Beschränkung des Frauenstudiums lebte erneut auf.

Nicht nur in der studentischen Presse entbrannte eine über Jahre hinweg geführte Kontroverse über das Frauenstudium schlechthin, in der den Frauen vielfach das Recht auf ein Studium vollständig abgesprochen wurde. Trotz der im Grundgesetz verankerten Gleichberechtigung der Geschlechter (Art. 3/Abs. 2 GG) wurden in den 50er Jahren traditionelle Rollenbilder propagiert und der Beruf der Frau zur Hausfrau und Mutter betont.

In den 50er Jahren ging der Frauenanteil unter den Studierenden erstmal zurück.

Diese gesellschaftliche Grundeinstellung blieb nicht ohne Wirkung: Der Frauenanteil an den Studierenden ging zurück, zumal auch die Berufschancen für Akademikerinnen als sehr schlecht eingeschätzt wurden. Hatte etwa der Studentinnenanteil an der Universität Erlangen 1946/47 noch 23 % betragen, so sank er in den 50er Jahren auf 16 %. In München und Würzburg lag er noch deutlich niedriger.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 23.10.08 · 15:45 Uhr· 1 Kommentar

22. Oktober 2008

Selbstinszenierung und die Konstruktion des "erfolgreichen Chemikers": Warum Männer in der Chemie besser bezahlt werden

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Die Unterrepräsentanz von Frauen in den Führungsebenen von Wissenschaft und Wirtschaft hat bestimmt viele Gründe. Manche sind offensichtlich, andere Mechanismen wirken eher subtil.

Ines Weller zeigt, dass in der Chemie quasi ein Idealbild des "erfolgreichen Chemikers" dominiert und gepflegt wird - und dieses ist männlich codiert. Pech für die Chemikerinnen...

Ines_Weller.jpgDie unzureichende Partizipation von Frauen insbesondere in den einflussreichen Positionen der Chemie in Wissenschaft und Unternehmen wirft die Frage auf, worauf dies zurückzuführen ist. Hier bieten z.B. Studien über den Einfluss der jeweiligen Fachkultur und den Habitus ihrer VertreterInnen Ansatzpunkte für Erklärungen.

Für die Chemie hat dies beispielsweise die Sozialwissenschaftlerin Barbara Nägele untersucht (Nägele 1998). An einem konkreten Fachbereich, dem Fachbereich Chemie der Universität Göttingen, hat sie eine Fallstudie zu den Geschlechterverhältnissen durchgeführt.

Wissenschaftliche Disziplinen unterscheiden sich auch durch den Habitus, der in ihnen gepflegt wird...
Sie hat dazu weibliche und männliche Mitglieder der verschiedenen Statusgruppen zu ihrer Wahrnehmung der Geschlechterordnung befragt, mit ihnen Gruppendiskussionen durchgeführt und das Geschehen an diesem Fachbereich mit der Methode der teilnehmenden Beobachtung untersucht.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 22.10.08 · 16:00 Uhr· 2 Kommentare

"Ich finde, ich sollte in fünf Jahren Professorin sein!"

Kategorie: Medizin

Die Niederländerin Dr. Corette Wierenga erforscht am Max-Planck-Institut für Neurobiologie das Gehirn. Begonnen hat die junge Mutter ihre akademische Laufbahn dabei in einem ganz anderen Bereich der Forschung: Erst nachdem sie ihr Physikstudium abgeschlossen hatte, wechselte Wierenga in die Neurobiologie. Weshalb sie das Gehirn aber spannender findet als physikalische Details.

wierenga150.JPGIm Grunde halte ich Frauen und Männer nicht per se für grundverschieden. Es gibt viel eher einfach Unterschiede zwischen Leuten, also auch unter Frauen. Aber genau das ist das Schöne an der Forschung: Sie ist ganz individuell. Und jeder Wissenschaftler forscht auf seine eigene, unvergleichliche Art.

Dass ich mal in der Hirnforschung lande, war auch ein recht individueller Weg. Ich konnte in der Schule gut lernen und habe anschließend Physik studiert. Das Fach fand ich interessant. Am Gehirn war ich zwar schon immer interessiert, aber ein Biologiestudium reizte mich so gar nicht - ich dachte, dort geht es nur um Pflanzen und Tiere. Medizin wollte ich nicht studieren, weil ich auf keinen Fall Ärztin werden wollte.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 22.10.08 · 11:00 Uhr· 0 Kommentare

21. Oktober 2008

"Unweiblich" durch Bildung und Studium? - Gegenstimmen zur akademischen Bildung von Frauen

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Heute wird - Ausnahmen bestätigen die Regel - kaum noch angezweifelt, dass Frauen ihren Weg auch in Universitäten und Forschung gehen können.

Eva Matthes skizziert, mit welchen obskuren, heute nur noch lächerlich erscheinenden Argumenten zu Beginn des 20. Jahrhunderts versucht wurde, den Anspruch von Frauen auf höhere Bildung abzuwehren.

Eva_Matthes.jpgWir haben inzwischen gehört, warum es Initiativen für eine akademische Bildung von Frauen gab - es gab allerdings auch viele Gegenstimmen. Ganz entscheidend war hierbei immer die Konkurrenz, die Männer durch die Frauen fürchteten. Scharfe Gegner einer akademischen Bildung für Frauen waren von daher vorrangig Gymnasiallehrer und Ärzte.

Erstere fürchteten, dass Frauen, die bisher den Volksschullehrerinnenberuf erlernten, in die höhere Laufbahn der Gymnasiallehrerin drängen würden. Ärzte hatten die Konkurrenz bereits durch im Ausland ausgebildete und im Deutschen Reich praktizierende Ärztinnen zu spüren bekommen. Den Gegnern ging es also nie ausschließlich um die Frage, ob Frauen zum Studium berechtigt seien, vielmehr stand die Ausübung eines akademischen Berufs im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen. Die Männer reagierten auf die Gefährdung ihrer Alleinvertretungsansprüche nach dem Motto: "Wo Gleichheit [und damit Konkurrenz; E. M.] droht, muss Natur her!"

Abwehrkampf der männlichen Besitzstandswahrer: "Ein Studium widerspricht der Natur der Frau..."

Es ging also darum zu "beweisen", dass ein Universitätsstudium der Natur der Frau widerspricht. Theodor von Bischoff (1807-1882), ein im In- und Ausland anerkannter Anatom und Physiologe, der an der Universität München lehrte, war einer der ersten, der aus Ergebnissen der vergleichenden Gehirn- und Schädelanatomie die intellektuelle Unzulänglichkeit von Frauen für ein Studium und die Ausübung eines akademischen Berufes folgerte.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 21.10.08 · 15:35 Uhr· 2 Kommentare

17. Oktober 2008

Es fehlten die Vorbilder - Der steinige Weg der Frauen zur universitären Gleichberechtigung

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Wenn wir heute über die Situation von Frauen in der Wissenschaft reden, dann wird häufig auf den bedauernswert niedrigen Frauenanteil von gerade einmal 15% unter den Professuren verwiesen. Und auch andere Zahlen und Daten belegen, dass wir von einer wirklichen akademischen Gleichberechtigung noch weit entfernt sind.

Dabei vergessen wir manchmal, dass sich Frauen die Beteiligung in der Wissenschaft erst mühsam erkämpfen mussten. Noch vor wenigen Generationen war die Immatrikulation an Universitäten Männern vorbehalten. Eva Matthes rekonstruiert die ersten Schritte der Frauen auf dem Weg zu akademischer Anerkennung und Gleichberechtigung.

Eva_Matthes.jpgIn Gesprächen mit Frauen werden als ein Haupthindernis für die akademische Laufbahn von Frauen häufig die fehlenden Vorbilder und damit die fehlende Orientierung an weiblichen Biographieverläufen an der Universität genannt.

Inzwischen nehmen zwar mehr Frauen als Männer ein Studium auf - in dieser Hinsicht fehlt es also nicht mehr an Vorbildern - aber schon auf Lehrstuhlebene und erst recht aber in Leitungs- und hochschulpolitischen Entscheidungsgremien sind die Frauen in der Unterzahl. Der Weg bis zur gleichberechtigten Präsenz von Frauen in allen universitären Bereichen wird wohl steinig bleiben.

Blick zurück auf die ersten Schritte der Frauen an der Universität.

Allerdings wurde in den vergangenen 100 Jahren doch sehr vieles für die Frauen an den Universitäten erreicht. Zwar nicht alles, aber immerhin - blicken wir nun zurück zu den ersten Schritten der Frauen an der Universität.

„Der geistige Fortschritt geht vom Süden aus"

Am 21. September 1903 unterzeichnete Prinzregent Luitpold mit einem knappen "Genehmigt" eine Vorlage des Bayerischen Kultusministeriums, nach der "vom Wintersemester 1903/04 an Damen, welche das Reifezeugnis eines deutschen humanistischen Gymnasiums oder eines deutschen Realgymnasiums besitzen, zur Immatrikulation an den bayerischen Universitäten zugelassen werden".

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 17.10.08 · 13:40 Uhr· 0 Kommentare

16. Oktober 2008

"Institute müssen die Forscherinnen unterstützen!" Maria Furtwängler im Interview

Kategorie: Kultur

MariaFurtwängler200.jpgBekannt ist Maria Furtwängler vor allem für ihre schauspielerische Leistung - als niedersächsische Tatort-Kommisarin Charlotte Lindholm etwa oder ganz aktuell in der Filmbiographie "Räuber Kneissl". Vor ihrer Karriere vor der Kamera arbeitete Dr. Maria Furtwängler als Ärztin in München - und kennt daher die Situation junger Forscherinnen in Deutschland.

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Autor: Jessica Riccò· 16.10.08 · 14:00 Uhr· 0 Kommentare

15. Oktober 2008

Wissenschaft & Kind und Kegel: Aus dem Leben einer Wissenschaftlerin und Mutter

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 1

Der wissenschaftliche Arbeitsalltag hält im Grunde genug Herausforderungen bereit; wenn dann noch ein Familienleben organisiert werden soll oder gar Kinder ins Spiel kommen, wird aus der Doppel- schnell eine Dreifachbelastung. Zwar sind Mentoringprogramme, Stipendien und andere Maßnahmen zur Frauenförderung in der Wissenschaft sehr wertvoll, aber der Tag einer Wissenschaftlerin, die gleichzeitig Mutter ist, hat dennoch nicht mehr als 24 Stunden.

Die Soziologin Dr. Kerstin Dressel gibt einen Einblick in diesen ganz normalen Wahnsinn. Sie schildert, was es konkret bedeutet, Wissenschaft und Familie miteinander in Einklang zu bringen und weshalb sie trotz der Mehrfachbelastung nicht tauschen möchte.

Kerstin_Dressel.jpgNein, früher ging es einfach nicht! Ich musste vergangene Woche einen Zwischenbericht für ein Projekt abgeben und dann hatte ich gleich anschließend zwei wichtige Vorträge auf internationalen Konferenzen. Es war einfach nicht möglich diesen Beitrag früher zu schreiben - obwohl ich Lust dazu hatte und es mich wirklich drängte, diesen Artikel für Scienceblogs zu schreiben.

Aber vielleicht ist ja das genau Ausdruck davon, einerseits meinen beiden Kindern eine gute Mutter, aber gleichzeitig eine gute Wissenschaftlerin sein zu wollen. Zeit habe ich eigentlich keine mehr seitdem ich Mutter bin - weder für Sachen die drängen (Steuerberaterin!), noch für Dinge, zu denen ich Lust habe (z.B. regelmäßig Freundinnen zu treffen). Die Abgabetermine für Abstracts, für Artikel, für Anträge, Zwischen- und Abschlußberichte koste ich praktisch immer bis zum Schluss aus (23.58 Uhr ist schließlich immer noch im Rahmen der Deadline!).

Ständig unterwegs, immer just in time

Freie Zeit habe ich eigentlich keine mehr seitdem ich Mutter bin.

Obwohl ich Pünktlichkeit sehr schätze, schaffe ich es trotzdem immer nur gerade noch in allerletzter Minute zu einem Termin einzutreffen. Im Grunde genommen bin ich ein umweltbewußter Mensch, aber trotzdem fliege ich praktisch zu allen beruflichen Terminen, auch wenn ich das Zugfahren bevorzugen würde. Es geht einfach schneller. Dass ich dabei den letztmöglichen Flieger benutze, und den erstmöglichen wieder nach Hause, versteht sich ohnehin von selbst als Mutter. Ich fühle mich eigentlich ständig gehetzt.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 15.10.08 · 16:15 Uhr· 1 Kommentar

14. Oktober 2008

Frauen in der Chemie: Partizipation von Frauen und Chancengleichheit in der Chemie

Kategorie: Naturwissenschaften·Politik

In manchen Sprach- oder kulturwissenschaftlichen Fächern findet man heute auch in den höheren Positionen erfreulich viele Frauen - in den Naturwissenschaften sieht die Situation meist deutlich schlechter aus. Auch die Chemie ist hier keine Ausnahme, obwohl das Fach (zumindest für Schülerinnen und Studentinnen sehr attraktiv) ist.

Ines Weller informiert über den aktuellen Stand und aktuelle Zahlen in Sachen Geschlechtergerechtigkeit in der Chemie.*

Ines_Weller.jpgBis in die 1980er Jahre lagen für das Feld der Chemie kaum nach Geschlecht differenzierte Daten über Studium und Berufsleben vor. Heute ist die Datenlage über die Beteiligung von Frauen in der Chemie dagegen vergleichsweise gut. Neben einer allgemeinen Sensibilisierung für das Thema Frauen in Naturwissenschaft und Technik, ist dies mit zurückzuführen auf das Konzept Gender Mainstreaming. Es zielt auf die de facto Umsetzung der Chancengleichheit der Geschlechter und hat europaweit seit Ende der 1990er Jahre eine hohe Verbindlichkeit entfaltet.

Deutschland ist im europaweiten Vergleich häufig das Schlusslicht bei der Beteiligung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik.

Seitdem finden Analysen über die Beteiligung von Frauen in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft immer mehr Beachtung. Ihre hohe politische und auch programmatische Relevanz ergibt sich für Deutschland mit daraus, dass im europaweiten Vergleich Deutschland häufig das Schlusslicht bei der Beteiligung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik bildet (Färber et al. 2003).

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 14.10.08 · 15:00 Uhr· 0 Kommentare

13. Oktober 2008

Warum Hunger im Gehirn anfängt - die Preisträgerin Dr. Eva Rother im Interview

Kategorie: Medizin

Eva Rother ist Medizinerin und erforscht am Institut für Genetik der Universität zu Köln die Ursachen für Übergewicht und Typ-2-Diabetes: In Versuchen mit Mäusen identifizierte sie das Areal im Gehirn, das den Tieren signalisiert, ob sie satt oder noch hungrig sind. Mit ihren Forschungen hofft Eva Rother neue Ansätze für Therapien gegen die Stoffwechselerkrankung zu finden. Neben ihrem Beruf ist sie Mutter von zwei Kindern - und erzählt hier im Interview, wie sie das Stipendium von "For Women in Science" für ihre Arbeit und ihre Kinder nutzt.

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Autor: Jessica Riccò· 13.10.08 · 12:30 Uhr· 0 Kommentare

10. Oktober 2008

„Lasst uns geduldig sein" - die Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi

Kategorie: Politik

Ebadi200.jpgIn dieser Woche wollen wir an dieser Stelle Nobelpreisträgerinnen vorstellen. Für ihren Einsatz für den Frieden wurden diverse Frauen ausgezeichnet - Rigoberta Menchu Túm, Wangari Maathai und Jody Williams etwa. Die Iranerin Shirin Ebadi jedoch unterscheidet sich von ihnen, weil sie den Preis nicht alleine erhielt: Ihre Auszeichnung ging stellvertretend auch an alle Iranerinnen und Iraner, die in ihrem Land für Demokratie kämpfen.

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Autor: Jessica Riccò· 10.10.08 · 07:00 Uhr· 0 Kommentare

09. Oktober 2008

Interview mit Andrea Löther vom CEWS: "Hochschulen müssen die Forscherinnen motivieren!"

Kategorie: Politik

Am CEWS, dem Kompetenzzentrum für Frauen in der Wissenschaft und Forschung in Bonn, beschäftigt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Dr. Andrea Löther sich mit Gleichstellungspolitik und Chancengleichheit an Hochschulen. Unter anderem veröffentlich das CEWS alle zwei Jahre ein Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten.

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Autor: Jessica Riccò· 09.10.08 · 15:30 Uhr· 0 Kommentare

Pearl S. Buck: Eine Amerikanerin für die Völkerverständigung

Kategorie: Kultur

pearlbuck200.jpgNachdem der ständige Sektretär des schwedischen Literaturnobelpreiskomitees Horace Engdahl letzte Woche damit provozierte, dass US-amerikanische Autoren "zu isoliert und unwissend, um große Literatur zu schreiben" seien, möchte ScienceBlogs gerne eines von zahlreichen Gegenbeispielen vorstellen: Pearl S. Buck erhielt 1938 den Literaturnobelpreis und war damit neben Ernest Hemingway, John Steinbeck und Toni Morrison eine von zehn PreisträgerInnen in ihrer Heimat.

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Autor: Jessica Riccò· 09.10.08 · 07:00 Uhr· 0 Kommentare

08. Oktober 2008

Dorothy Crowfoot Hodgkin: Mit Beharrlichkeit zum Chemie-Nobelpreis

Kategorie: Naturwissenschaften

Die englische Biochemikerin Dorothy Crowfoot Hodgkin ist geradezu ein Musterbeispiel für eine weibliche Wissenschaftskarriere des 20. Jahrhunderts. Die Voraussetzungen bestehen in einer privilegierten Herkunft und herausragendem Talent. Die weiteren Zutaten sind Beharrlichkeit und eine gewisse Frustrationstoleranz im Umgang mit Benachteiligungen.

Dorothy_Crowfoot_Hodgkin01a.jpgIn der Summe ergibt sich eine beeindruckende Forscherinnenbiographie, die 1964 mit dem Nobelpreis für Chemie ihren Höhepunkt fand. Dorothy Crowfoot Hodgkin war damit die dritte Frau, der diese Ehrung zuteil wurde. Aber auch die (vorläufig) Letzte. Seit über 40 Jahren hielt das Stockholmer Nobelpreiskomitee keine andere Chemikerin mehr für preiswürdig. Ob sich das mit der Bekanntgabe des Chemie-Nobelpreisträgers 2008 ändert?

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Autor: Marc · 08.10.08 · 11:35 Uhr· 0 Kommentare

07. Oktober 2008

Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard - eine deutsche Nobelpreisträgerin im Interview

Kategorie: Medizin

"Diskriminierung fängt dort an, wo Männer erklären: Das kann nicht funktionieren," erklärte die Biologin anlässlich ihrer Rede bei der For-Women-in-Science-Preisverleihung. Damit fasste sie zusammen, woran viele Wissenschaftlerinnen scheitern: Am Beweis, dass es eben doch funktioniert, Forscherin aus Leidenschaft und zugleich Mutter (und obendrein eine gute!) zu sein.

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Autor: Jessica Riccò· 07.10.08 · 17:00 Uhr· 0 Kommentare

Maria Goeppert-Mayer: Ordnung und Struktur für den Atomkern

Kategorie: Naturwissenschaften

Die Liste der Frauen, die in der über hundertjährigen Geschichte des Nobelpreises vom Stockholmer Komitee ausgezeichnet wurden, ist erschreckend kurz. In den letzten Jahren sind zwar in den Kategorien Literatur und Frieden einige Frauen hinzugekommen, in den Naturwissenschaften sucht man Wissenschaftlerinnen aber fast vergebens.

In der Medizin ist Françoise Barré-Sinoussi, die gestern zusammen mit ihrem Kollegen Luc Montagnier geehrt wurde, gerade einmal die achte Frau. In der Chemie kommt man lediglich auf drei Forscherinnen und in der Physik sind es genau zwei Wissenschaftlerinnen, die seit 1901 einen Nobelpreis zugesprochen bekamen. Dabei war es gleich 1903 Marie Curie, die für ihre Arbeiten zu radioaktiven Strahlungsphänomenen ausgezeichnet wurde.

Maria_Goeppert-Mayer01.jpgDanach dauerte es aber ganze 60 Jahre, bis wieder eine Frau an der Reihe war: und - man traut es sich kaum auszusprechen - die theoretische Physikerin Maria Goeppert-Mayer war auch die letzte Frau, die mit Nobelpreiswürden in der Physik ausgestattet wurde. Das war im Jahr 1963.

Eine Familientradition im Zeichen der Wissenschaft

Geboren wurde die außergewöhnlich scharfsinnige Wissenschaftlerin im schlesischen Kattowitz am 28. Juni 1906. Und - das muß auch erwähnt werden - sie war von Geburt an ungemein privilegiert. Nur nur daß sie einen hellwachen Geist in die Wiege gelegt bekam, nein, sie wurde auch in einer Familie hineingeboren, der Bildung und Wissenschaft seit Generationen alles bedeutete.

"Werde nie eine Frau, wenn du groß bist."

Ihr Vater Friedrich Goeppert - der später Professor für Kinderheilkunde in Göttingen war - war sage und schreibe der siebte Hochschullehrer in direkter Folge in der Familie Goeppert. Und ihr Vater - so ist überliefert - schärfte der heranwachsenden Maria auch ein: "Werde nie eine Frau, wenn du groß bist."

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Autor: Marc · 07.10.08 · 09:15 Uhr· 0 Kommentare

06. Oktober 2008

Rita Levi-Montalcini - die Eiserne Lady der Wissenschaft

Kategorie: Medizin

levimontalcini200.jpgHeute wird der erste der insgesamt sechs Nobelpreise verliehen - und da ScienceBlogs nach wie vor ein besonderes Augenmerk auf Wissenschaftlerinnen im Rahmen des For Women in Science Blogs legt, heißt es ab sofort: Damenwahl! Zu jedem Nobelpreis werden wir daher eine prominente Preisträgerin vorstellen. Den Anfang macht Rita Levi-Montalcini, die 1986 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt.

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Autor: Jessica Riccò· 06.10.08 · 07:00 Uhr· 0 Kommentare

03. Oktober 2008

Der beschwerliche Weg nach oben: Professorinnen in der Mathematik

Kategorie: Politik

Mathematik - daran besteht kein Zweifel - ist ein männerdominiertes Fach. Und obwohl der Frauenanteil unter Dozentinnen und Professorinnen in den letzten Jahren gestiegen ist, verharrt die Quote in Deutschland auf niedrigstem Niveau.

Vielleicht kein Wunder: Irene Pieper-Seier stellt (nachdem sie die Situation von Studentinnen und Doktorandinnen bereits skizziert hat) die Ergebnisse einer Studie vor, die eindeutig belegen, dass auch habilitierte Mathematikerinnen auf allen Karrierestufen zum Teil manifeste Diskriminierungserfahrungen machen.

Irene_Pieper-Seier.jpgEin anderer Blickwinkel auf die Beteiligung von Frauen in der Wissenschaftsdisziplin Mathematik ergibt sich, wenn man die Berufsverläufe von Frauen, die im universitären Bereich Karriere gemacht haben, im Vergleich mit entsprechenden Männern analysiert.

Die einschlägigen Studien (vgl. Tobies 2008, Abele et al. 2004, Vogel/Hinz 2004) zeigen übereinstimmend, dass - so die Erfahrungen der Betroffenen - NachwuchswissenschaftlerInnen in der Mathematik besser gefördert werden, als in den Sozialwissenschaften, dabei jeweils die Männer noch stärker als die Frauen.

Als Förderung wird hier die Ermunterung zu Publikationen, wie zur Teilnahme an Kongressen und Übernahme von Vorträgen, die Einführung in die jeweilige scientific community und die Einladung als MitautorIn auf einem Paper verstanden.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 03.10.08 · 18:00 Uhr· 0 Kommentare

02. Oktober 2008

Selbstzweifel und fehlende Anerkennung: Weshalb so wenige Mathematikerinnen promovieren

Kategorie: Naturwissenschaften

Obwohl sich die Situation für Frauen zwischen einzelnen Fächern zum Teil beträchtlich unterscheidet, ein Phänomen zeigt sich über alle Fächergrenzen in gleicher Weise: je höher die Qualifikationsstufen, desto geringer der Frauenanteil.

Irene Pieper-Seier nennt Zahlen, Fakten und Erklärungen, weshalb in der Mathematik immer noch relativ wenige Frauen promovieren. Und wenn sie skizziert, welche psychologischen Momente die Karrierewege junger Mathematikerinnen bestimmen, dann wird deutlich: Frauen sind häufig unnötig selbstkritisch, gerade was ihre fachliche Eignung angeht...

Irene_Pieper-Seier.jpgGerade einmal bei 10% lag der Frauenanteil an mathematischen Promotionen in den Jahren 1986-1988. Ab 1992 ist - wie die Angaben des Wissenschaftsrats belegen - ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Im Jahre 1998 wurden erstmals mehr als 20% (genauer 21,9%) erreicht. Allerdings lag der Frauenanteil bei den Promotionen in allen Fächern zu diesem Zeitpunkt bereits bei 33,3%.

Interessant ist auch ein Blick ins europäische Ausland: So lag der Frauenanteil bei den Promotionen in der Fächergruppe Mathematik/Statistik im Jahr 2003 nach Angaben der Europäischen Kommission in Italien bei 42,4%, in Portugal bei 58,3% und in Schweden bei 16%.

Welche Faktoren sind für die geringe Promotionsneigung von Frauen in Deutschland verantwortlich?

Daher ist die Frage von Interesse, welche Faktoren die geringere Neigung von Frauen in Deutschland zur Promotion in Mathematik beeinflussen, denn die allgemein genannten Aspekte wie Familiengründung, Vereinbarkeitsfrage und (zumindest an der Universität) unsichere Beschäftigungsverhältnisse erklären die spezifische Situation in der Mathematik nicht ausreichend.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.08 · 13:15 Uhr· 0 Kommentare

"Qualifizierte Frauen müssen leider manchmal tiefstapeln."

Kategorie: Politik

Die Ärztin und Biologin Elisabetta Cavalcanti-Adam ist im Laufe ihrer Karriere schon viel rumgekommen: Nach ihrem Studium ging die gebürtige Italienerin für ihre Forschungen vier Jahre in die USA. Nun ist sie seit sechs Jahren in Heidelberg - und vergleicht die Situation von Wissenschaftlerinnen hier mit ihren Erfahrungen im Ausland.

Cavalcanti200.jpgFür meinen Beruf bin ich oft unterwegs und ich bin häufig umgezogen. Zum Wohle meiner Kinder wünsche ich mir, dass unser Standort in Heidelberg stabil bleibt, schließlich sind wir schon seit sechs Jahren hier.

In meiner Zeit im Ausland - ich habe vier Jahre in den USA gelebt und stehe immer noch in engem Kontakt mit dem Labor, bei dem ich tätig war - habe ich jedoch andere Möglichkeiten kennen gelernt, wie man Familie und Arbeit unter einen Hut kriegt.

In den USA hatte ich nie das Gefühl, eine Sonderrolle als Frau einzunehmen. Am Institut in Philadelphia gab es bessere Strukturen, das heisst, die Kinderbetreuungsstätte befand sich im selben Gebäude wie die Labore und das machte es Müttern leichter. Zwar hatte ich zu dem Zeitpunkt noch keine eigenen Kinder, aber ich schätze, dass es sehr geholfen hat, Wissenschaftlerinnen zur Familienplanung zu ermutigen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 02.10.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare

01. Oktober 2008

Frauen in der Mathematik

Kategorie: Politik

Von der Situation von Frauen in der Wissenschaft zu sprechen, ist zugegebenerweise etwas pauschal. Schon allein der Frauenanteil unter den Studentinnen unterscheidet sich von Fach zu Fach teilweise erheblich. In manchen Disziplinen haben Frauen bis heute einen regelrechten Exotenstatus, in manchen Sprach- und Literaturwissenschaften sind dagegen Männer in der Minderheit.

Irene Pieper-Seier hat sich jahrzehntelang in wissenschaftshistorischer, didaktischer und genderzentrierter Perspektive mit der Rolle von Frauen in der Mathematik beschäftigt. In drei Beiträgen schildert sie, wie sich die Situation auf den einzelnen Qualifikationsstufen heute darstellt:

Irene_Pieper-Seier.jpgVor genau 100 Jahren, im Jahr 1908 erschien die Dissertation von Emmy Noether in Crelles „Journal für die Reine und Angewandte Mathematik". Damit war Emmy Noether nicht die erste Frau, die in Deutschland eine mathematische Promotion beendete, aber sie war eine der ersten, die ein reguläres Studium absolvieren konnte.

In Preußen, dem deutschen Teilstaat mit den meisten Universitäten, wurden Frauen erst 1908 zum Studium der meisten Fächer ohne besondere Auflagen wie Genehmigung der Dozenten zugelassen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 01.10.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare

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