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Die Wissenschaft ist von einer Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen noch weit entfernt.

Hier schreiben Expertinnen und Experten über die Situation von Frauen in der Wissenschaft.

Archiv September 2008

30. September 2008

"Gleichstellung sollte auf jeden Fall ein Ziel sein!"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Dr. Dr. Elisabetta Cavalcanti-Adam ist Biologin in der Abteilung für biophysikalische Chemie an der Universität Heidelberg - und gleichzeitig Mutter eines Sohnes und einer Tochter. In ihrem ersten von drei Gastbeiträgen erzählt sie von ihrem persönlichen Werdegang in der Wissenschaft - und weshalb dieser durch und durch unkonventionell war.

cavalcanti100.JPGIn der Wissenschaft sind wir alle gleich: Unsere Gehirne arbeiten daran, Grundkonzepte zu begreifen. Dabei ist es egal, ob man als Mann oder Frau forscht: Was zählt sind nur die Ergebnisse. Dennoch ist es etwas Besonderes, als Frau in der Wissenschaft tätig zu sein. Und da ich einige Jahre auch in den USA gelebt und gearbeitet habe muss ich sagen: In Deutschland umso mehr.

Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Wissenschaft fangen schon in ihrer Herangehensweise an wissenschaftliche Themen an: Frauen fangen eher mit ganz kleinen Details an und fügen sie erst später zu einem größeren Ganzen zusammen. Ihr Ausgangspunkt ist meiner Ansicht nach meist breiter gefächert. Männer funktionieren meiner Beobachtung nach genau andersrum: Sie sehen zuerst das große Ziel und füllen dann nur noch die Lücken mit den benötigten Details aus.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 30.09.08 · 13:00 Uhr· 1 Kommentar

Stefanie Dimmeler: "Frauen sind heute weniger konfliktscheu"

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 1

dimmeler200.jpgAls Biochemikerin hat sie sich durchgekämpft. Prof. Dr. Stefanie Dimmeler ist eine von Deutschlands Vorzeigewissenschaftlerinnen. Seit 2008 ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrates und zugleich Professorin an der Goethe-Universität in Frankfurt. Stefanie Dimmeler habilitierte in experimenteller Medizin - Themenschwerpunkt: Für Arteriosklerose verantwortliche Endozellen und ihr programmierter Zelltod.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 30.09.08 · 12:00 Uhr· 1 Kommentar

Überraschungen bei For Women in Science: Die Preisträgerinnen und mehr

Kategorie: Politik

alle300.jpgBei der gestrigen Preisverleihung For Women in Science waren die Preisträgerinnen bereits im Vorfeld bekannt - dennoch steckte der Tag voller Überraschungen. Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard etwa erzählte in ihrer Dankesrede die wahre Entstehungsgeschichte ihrer Stiftung, die sich für Frauen in der Wissenschaft engagiert: Während sie bereits Direktorin am Max-Planck-Institut war, fiel ihr eine Mitarbeiterin als besonderes Forschungstalent auf - dieselbe Kollegin wurde schwanger und musste schon bald ihren Mann, ihr Kind und sich selbst von einem kargen Postdoc-Gehalt ernähren.

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Autor: Jessica Riccò· 30.09.08 · 07:11 Uhr· 0 Kommentare

29. September 2008

Der Mix macht's: Diversity in den Ingenieurwissenschaften

Kategorie: Technik

Die Berufsaussichten in den Ingenieurwissenschaften sind hervorragend und auch viele Unternehmen haben - wenn man den Verlautbarungen glauben darf - inzwischen den Wert weiblicher Mitarbeiterinnen entdeckt.

Doch der Frauenanteil innerhalb dieser Berufsgruppe stagniert seit Jahren bei ca. 10%. Und auch die Universitäten tun sich schwer, mehr Studentinnen für die einschlägigen Fächer zu begeistern. Möglicherweise findet aber allmählich ein Umdenken statt: das Diversity-Konzept wird immer populärer. Prof. Dr. Susanne Ihsen und Sabrina Gebauer von der TU München erläutern die Hintergründe.

ihsen_susanne1.jpgDerzeit herrscht in Deutschland immer noch ein Mangel an Ingenieurinnen und Ingenieuren, und so werden immer neue Möglichkeiten gesucht um diesen Bedarf gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang hat sich Diversity Management als neuer Trendbegriff etabliert.

Gerade in der Technik- und Produktentwicklung spielt der Diversity-Ansatz eine tragende Rolle. Hier gilt es durch sogenannte „mixed teams" unterschiedlichste Produkte zu entwickeln, um den vielfältigen Bedürfnissen gerecht werden. Diversity Management umfasst aber auch eine Vielzahl an Maßnahmen, deren Schwerpunktsetzung sich je nach Unternehmen unterscheidet. Diversity Managment umfasst die verstärkte Integration ausländischer Mitarbeiter, die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Arbeitsalltag, und den Abbau von Vorurteilen gegenüber Behinderungen.

In Deutschland haben wir nach wie vor nur eine sehr geringe Zahl an Frauen in ingenieurwissenschaftlichen Fächern.

Die Diskussion über den zu erwartenden demografischen Wandel und den Fachkräftemangel in Deutschland ebbt nicht ab. Ingenieure und Ingenieurinnen sind in Deutschland wie in der Welt begehrt, die Berufsaussichten hervorragend. Dem gegenüber steht in Deutschland eine nach wie vor sehr geringe Zahl an Frauen in ingenieurwissenschaftlichen Fächern. Insbesondere in der Elektrotechnik und im Maschinenwesen gibt es bundesweit wenig weibliche Studierende, wodurch sich das Problem des fehlenden ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchses verfestigt.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 29.09.08 · 10:20 Uhr· 0 Kommentare

27. September 2008

Karriere im Schatten: Die Nobelpreisträgerin Gerty Theresa Cori

Kategorie: Medizin

cori.jpgEs war ein heißer Augusttag des Jahres 1896 in Prag, als sich die Eheleute Otto und Martha Radnitz über die Geburt ihrer ersten Tochter freuen durften. Daß das Mädchen, das sie auf den Namen Gerty Theresa tauften, einmal eine brillante Medizinerin werden sollte, ahnten sie freilich nicht.

An der Lebensgeschichte der Gerty Theresa Cori, wie sie nach der Heirat mit dem Biochemiker Carl Cori hieß, lässt sich beispielhaft nachvollziehen, welche unheimliche Leistungs- und Leidensbereitschaft damals notwendig war, um sich als Frau in der Wissenschaftswelt durchzusetzen.

Die Familie des böhmischen Zuckerfabrikanten Otto Radnitz gehörte zum aufgeklärten jüdischen Bürgertum Prags. Man war bildungsbeflissen und so verstand es sich von selbst, daß auch die Mädchen schulisch gefordert wurden. Gerty erhielt in den ersten Jahren Privatunterricht, bevor sie - eine hellwache, neugierige Schülerin - ans Teplitzer Realgymnasium wechselte und dort 1914 ihr Abitur machte.

Der Mann ihres Lebens

Es ist gut möglich, daß der weitere Lebensweg der jungen Gerty auch durch ihren Onkel beeinflusst wurde, der Kinderheilkunde an der Deutschen Universität in Prag lehrte. Jedenfalls entschied sich die rothaarige Gerty für ein Medizinstudium. Bereits im ersten Semester lernte sie den gleichaltrigen Carl Ferdinand Cori kennen. Die beiden teilten dieselben Interessen, waren sozial engagiert, trieben Sport, machten gemeinsame Wandertouren und blieben tatsächlich bis ans Lebensende ein Paar.

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Autor: Marc Scheloske· 27.09.08 · 10:00 Uhr· 0 Kommentare

26. September 2008

Kinder als Risiko für die Hochschulkarriere?: Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Elternschaft II

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Wissenschaftliche Karrieren sind leider fast immer durch ein Höchstmaß an Unsicherheit und Diskontinuität geprägt. Befristete Projektverträge, häufige Wohnortwechsel und andere Unwägbarkeiten erschweren jungen Wissenschaftlern die Entscheidung, ob der Familien- und Kinderwunsch realisiert werden soll.
Dr. Inken Lind hat sich intensiv mit der Lebensplanung und Biographieverläufen von Wissenschaftlern auseinandergesetzt. Im ersten Teil ihres Gastbeitrags hat sie einige Aspekte des Vereinbarkeitsdiskurses skizziert. Heute analysiert sie die Situation in international vergleichender Perspektive und illustriert, wie viel Nachholbedarf gerade in Deutschland in dieser Frage besteht.

Lind01.jpgBislang können Aussagen über die Kinderzahl von Professorinnen und Professoren in Deutschland lediglich aufgrund von Umfrageergebnissen gemacht werden, statistisches Datenmaterial liegt nicht vor. Zimmer et al. (2007) fanden in ihrer Studie einen Anteil von kinderlosen Professorinnen von 51% und von kinderlosen Professoren von 19%. (1)

Die Anteile kinderloser Professorinnen in dieser Erhebung variieren jedoch mit betrachteter Kohorte: Daten zum Anteil der Mütter unter Professorinnen verschiedener Geburtskohorten zeigen mehr Kinder für die sich heute im mittleren Erwachsenenalter befindlichen Professorinnen verglichen mit der ersten Generation von Professorinnen (Zimmer et al., 2007).

Aktuelles Datenmaterial zur Kinderzahl des akademischen Mittelbaus in Nordrhein-Westfalen hat das Team von Prof. Metz-Göckel und Dr. Auferkorte-Michaelis an der Universität Dortmund vorgelegt (Auftertkorte-Michaelis et al., 2006a; 2006b). In einer Totalerfassung des wissenschaftlichen Mittelbaus an Universitäten in Nordrhein Westfalen mittels statistischer Sekundäranalyse konnte ein Anteil kinderloser Nachwuchswissenschaftlerinnen von 78% und ein in den letzten 10 Jahren deutlich gestiegener Anteil kinderloser männlicher Nachwuchswissenschaftler von 71% nachgewiesen werden.

Nachwuchswissenschaftler werden seltener und immer später Eltern
Diese Werte verdeutlichen einen Querschnitt über alle Altersgruppen hinweg. Damit sind drei Viertel des Mittelbaus an den Universitäten von Nordrhein-Westfalen kinderlos bzw. noch kinderlos. Während der Anteil kinderloser Wissenschaftlerinnen in der letzten Dekade konstant hoch geblieben ist, lässt sich unter den männlichen Nachwuchswissenschaftlern ein deutlicher Zuwachs an Kinderlosigkeit verzeichnen. (2) Auch ein Altersvergleich zeigt, dass die Geburt eines ersten Kindes bei Wissenschaftlerinnen immer mehr auf die Lebensphase nach 35 Jahren hinausgeschoben wird (Auftertkorte-Michaelis et al., 2006b).

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 26.09.08 · 10:00 Uhr· 2 Kommentare

25. September 2008

Erkundungen in vermintem Gelände: Vereinbarkeit von Hochschulkarriere und Elternschaft I

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Es gibt wohl keine Diskussion über den geringen Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen, in der nicht früher oder später das Gespräch auf die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Karriere und Kinderwunsch kommt. Und natürlich sind die oftmals familienfeindlichen Randbedingungen ein Faktor, der es Frauen noch schwerer macht, sich in der Wissenschaft durchzusetzen.
Dr. Inken Lind, die seit vielen Jahren zu diesen Fragen forscht, plädiert allerdings dafür, zwischen dem geringen Frauenanteil in der Wissenschaft und dem Vereinbarkeitsdiskurs zu unterscheiden. Weshalb es sich lohnt, diese Aspekte auseinanderzuhalten, erläutert sie in zwei spannenden Artikeln:

Lind01.jpgFür die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in der Wissenschaft existieren in Deutschland eingeschränkte Gestaltungsspielräume, darüber herrscht weitgehend Einigkeit. Dies wird vor allem an dem geringen Anteil von Professorinnen mit Kindern festgemacht. In jüngster wird zunehmend auch die Situation von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern hinsichtlich vorhandener Kinder und der Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie betrachtet (Auferkorte-Michaelis et al. 2006a; 2006b).

Gleichzeitig verdeutlicht der Blick über die Grenzen, dass sich die Situation für die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Familie bei unseren europäischen Nachbarn anders darstellt, wie der höhere Anteil an Wissenschaftlerinnen mit Kindern in anderen europäischen Ländern zeigt (vgl. European Commission, 2006; Zimmer, et al. 2007).

In anderen europäischen Ländern gibt es mehr Wissenschaftler- innen mit Kindern.
Die bisherigen Ergebnisse zum Thema beziehen sich überwiegend auf die Lebens- und Arbeitssituation von Wissenschaftlerinnen mit Kindern (z.B. Strehmel, 1999) oder erfassen die Anzahl von Wissenschaftlerinnen, die mit oder ohne Kindern ihre Karriere verfolgen (Zimmer et al., 2007; Auftertkorte-Michaels et al., 2006b). Wenige Erkenntnisse gibt es dagegen zu den Bedingungsfaktoren der Wissenschaftsinstitutionen, die die Ausbildung eines Lebensstils ohne Kinder begünstigen. (1)

Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick zur Kinderzahl von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen in Deutschland sowie im internationalen Vergleich. Das Zahlenmaterial wird ergänzt durch Befunde zur Vereinbarkeit in der Wissenschaft. Doch zunächst soll der deutsche Diskurs zur Vereinbarkeit in der Wissenschaft kritisch hinterfragt werden. (2)

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 25.09.08 · 15:30 Uhr· 0 Kommentare

Der beschwerliche Weg zur Gleichstellung: Die Zeit der Lippenbekenntnisse ist vorbei!

Kategorie: Politik

Acht Jahre lang war der Münchner Biochemiker Ernst-Ludwig Winnacker Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). In dieser Zeit wurde "Gender Mainstreaming" auch an den Hochschulen zum Schlagwort. Doch die Fortschritte sind bescheiden.
Heute ist Ernst-Ludwig Winnacker Geschäftsführer des Europäischen Forschungsrates und fordert mehr Mut, Engagement und Ideen, um die Rahmenbedingungen für Frauen in der Wissenschaft attraktiver zu gestalten. Sollte dies nicht gelingen, hält er die Quote für eine sinnvolle Maßnahme.

Ernst-Ludwig_Winnacker.jpgAls Lise Meitner nach ihrer Habilitation im Jahr 1922 eine erste Vorlesung mit dem Titel „Kosmische Physik" ankündigte, konnte sich der berichtende Reporter nicht vorstellen, dass eine Frau ernsthafte Wissenschaft betreibt. Frau Meitner werde über „Kosmetische Physik" sprechen, schrieb er. Das liegt lange zurück, und doch: Ausgerechnet in einem Lande voller Gleichstellungsbeauftragten, Frauenministerinnen, Mutterschutz und Kinderfreibeträgen sind Geburtenrate und Professorinnen so gering wie fast nirgendwo sonst. Was also machen wir falsch?

Vielerorts übt die Gleichstellungsbeauftragte eine bloße Alibifunktion aus. Man informiert sie, hört sie an; Dekan, Unipräsident und das Ministerium sind zufrieden. Man hat alles getan, was man konnte. Am Ende wird gleichwohl ein Mann berufen.

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen an der Uni ist in zehn Jahren nur um etwa ein Prozent gestiegen.
Nur 19 von 266 Direktoren der Max-Planck-Gesellschaft sind Frauen - knapp sieben Prozent. An den Universitäten liegt der Anteil von Frauen in Führungspositionen ein wenig höher, bei neun Prozent. Beunruhigend ist auch die Dynamik dieser Entwicklung. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen an der Uni ist in zehn Jahren nur um etwa ein Prozent gestiegen. Wenn das so weiter geht, wird Deutschland erst Mitte des 22. Jahrhunderts mit Frankreich oder Schweden gleichziehen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 25.09.08 · 09:00 Uhr· 0 Kommentare

24. September 2008

Karin Lochte: Meeresforscherin, Individualistin und Wissenschaftspionierin

Kategorie: Naturwissenschaften

karin lochte.jpgEs ist schon auffällig, wie fortschrittlich die Helmholtz-Gemeinschaft handelt. Als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte, wurden an den 15 Instituten mit insgesamt 26.500 MitarbeiterInnen im letzten Jahr gleich drei Frauen in Führungspositionen neu eingestellt. Sicher, das lässt noch jede Menge leitende Jobs, die von Männern besetzt sind - aber es ist ein Anfang.

Die Helgoländer Station des Alfred-Wegener-Instituts etwa und auch die Verwaltung im Haupthaus in Bremerhaven unterstehen Frauen - und im November 2007 wurde Prof. Dr. Karin Lochte Direktorin des AWI.

Damit ist Lochte die erste Frau in Deutschland, die ein so großes Forschungszentrum (780 Mitarbeiter) leitet. „Ich freue mich auf die große Aufgabe, dieses hervorragende Institut zu leiten", erklärte die Professorin für Biologische Ozeanografie damals im Interview. "Das Alfred-Wegener-Institut bearbeitet wichtige Fragen des Klimawandels in den Polarregionen und der Veränderungen in den Lebensräumen, die uns auch in Europa direkt betreffen werden."

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Autor: Jessica Riccò· 24.09.08 · 14:30 Uhr· 0 Kommentare

„Versucht nicht, Frauen an die männliche Logik der Technik anzupassen"

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 12

Prof. Dr. Marion Schick, Präsidentin der Hochschule München, verzichtet im Interview gerne auf ihren Titel. Ihr ist mehr am Inhalt gelegen. Teil III - Wie können Hochschulen und Forschungseinrichtungen zur Frauen fördern?
Marion_Schick.jpgScienceBlogs: Frau Schick, aktuelle Zahlen zeigen einen erfreulichen Trend. Immerhin jede vierte Habilitation in Deutschland stammt von einer Frau. Allerdings ist die Wahl der Fächer sehr spezifisch. Nur 16 Prozent in den Ingenieurswissenschaften aber 46 Prozent in der Veterinärmedizin. 
Schick: Wir haben nicht den Run der Frauen auf die Ingenieurswissenschaften und das trotz gut 20 Jahren mit allen möglichen Programmen. Diese Programme zeigen also relativ wenig Ergebnisse. Und so denke ich mittlerweile, wir haben den falschen Ansatz. Wir zwingen Frauen in eine männliche technische Logik hinein. Technische Entwicklungen, bei denen sie nicht sehen, dass diese die Welt wirklich voranbringen, sind für sie nicht interessant.

Frauen haben aber meist keine Lust an irgendwelchen Gimmicks mitzuarbeiten. Frauen wollen mehrheitlich an Dingen mitzuwirken, die Sinn machen und die letztendlich heilend für Mensch, Umwelt und Gesellschaft sind. Deshalb finden Sie die Frauen in der Medizin und Tiermedizin.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 24.09.08 · 12:15 Uhr· 12 Kommentare

„Stolz sein und sich nicht zerfleischen"

Kategorie: Politik

Prof. Dr. Marion Schick, Präsidentin der Hochschule München, verzichtet im Interview gerne auf ihren Titel. Ihr ist mehr am Inhalt gelegen. Teil II - Wie vereint man Beruf und Familie?

ScienceBlogs: Im ersten Teil unseres Gesprächs raten Sie Frauen ihren Traum zu träumen, Familie und Beruf gleichzeitig zu leben. Hatten Sie im Laufe Ihrer Karriere denn nie ein schlechtes Gewissen, etwa ihren zwei Kindern gegenüber?
Schick: Wir kennen das doch alle. Mit dem schlechten Gewissen muss man leben. Wer Beruf und Familie zu vereinbaren sucht, kennt das zweischneidige Gefühl: Ich bin zu wenig bei meinen Kindern und ich bin zu wenig im Job. Frauen haben einen sehr hohen Anspruch an ihre eigene Leistung. Das erlebe ich bei allen Karrierefrauen. Aber von der Selbstkritik muss man sich lösen. Irgendwann habe ich gemerkt, dass das, was ich im Job mache, trotz zwei Kindern, doch ziemlich ordentlich ist.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 24.09.08 · 10:30 Uhr· 0 Kommentare

"Wenn die Tumorstammzellen besser erforscht wären, könnte man die Leistungsfähigkeit der Krebsbehandlung deutlich verbessern!"

Kategorie: Medizin

Gestern berichtete Dr. Maiwen Caudron Herger weshalb es ihr wichtig ist, neben ihren Kindern auch etwas für sich und die Gesellschaft zu leisten. Heute führt sie näher aus, woran sie im Krebsforschungszentrum Heidelberg forscht.

Caudron-Herger_02.jpgIch arbeite in der Gruppe von Karsten Rippe seit Januar 2007. Chromatinorganisation und Zelldifferenzierung ist das Thema.

Zellen sind die Bausteine aller Lebewesen. Alle Zellen des menschlichen Körpers enthalten grundsätzlich die gleiche DNA-Sequenz. Sie trägt sämtliche genetischen Informationen und hat die Form einer langen Kette mit vier Bausteinen: A, T, C, und G. Je nach ihrer Reihenfolge in der DNA-Sequenz bilden diese den einzigartigen Bauplan eines Menschen. Zellen können durch Verwendung verschiedener DNA-Teilsequenzen zahlreiche Sonderaufgaben erfüllen - sie werden beispielsweise zu Muskelzellen, Leberzellen oder Hautzellen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 24.09.08 · 08:45 Uhr· 0 Kommentare

23. September 2008

"Zu Hause hätte ich Zeit für andere Sachen. Aber nicht für das, was mich wirklich begeistert."

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften

Maiwen Caudron-Herger ist Physikerin am Krebsforschungszentrum in Heidelberg und Mutter zweier Kinder. Heute berichtet sie vom ersten Tag ihres Sohnes in der KiTa - und wieso die Doppelbelastung als Wissenschaftlerin und Mutter ihr Familienleben sogar bereichert.
Caudron-Herger_01.jpg Am 11. August dieses Jahres fahre ich früh morgens Richtung Kinderhaus und bringe meine zwei Kinder zu ihrer Betreuung. Für die Große nichts Neues, sie freut sich darauf, ihre Freundin Ariana wiederzusehen und auch, dass ihr Brüderchen ab jetzt mit ihr „arbeiten" geht. Für ihn wird alles neu: Neue Bezugspersonen, neue Räume, neues Bett und neue Spielzeuge. Er muss nun aus der Flasche trinken lernen. Wenn es funktioniert, bekommt er weiter Muttermilch.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 23.09.08 · 12:15 Uhr· 0 Kommentare

„Träume Deinen Traum und: Trau Dich!"

Kategorie: Politik

Prof. Dr. Marion Schick, Präsidentin der Hochschule München, verzichtet im Interview gerne auf ihren Titel. Ihr ist mehr am Inhalt gelegen. Teil I - Wie wird man eine erfolgreiche Wissenschaftlerin?

Marion_Schick.jpgScienceBlogs: Frau Schick, sie zählen als Hochschul-Präsidentin zu den erfolgreichsten Frauen in der Wissenschaft in Deutschland. Wie kamen Sie zur Wissenschaft, wurden Sie bereits in der Schulzeit positiv unterstützt?

Schick: Ich habe einen sehr freien Geist, würde mich als Querdenkerin bezeichnen. Viele gute Lehrer haben das gefördert und meinen ganz starken Willen zugelassen. Dazu zählt auch, bestimmte Dinge einfach nicht zu akzeptieren. So habe ich mich etwa engagiert, wenn Mitschüler von mir ungerecht behandelt wurden. Mein Motto war und ist noch immer: Akzeptiere nicht einfach alles, was um Dich herum ist, sondern geh Deinen Weg.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 23.09.08 · 08:45 Uhr· 0 Kommentare

22. September 2008

Emilie Kempin-Spyri: Vorreiterin als Wissenschaftlerin und Mutter

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

kempin-spyri130.jpgOhne an anderen Ecken Kritik ausüben zu wollen, aber in puncto Gleichberechtigung hinkt die Schweiz doch öfters Rest-Europa hinterher. Das Wahlrecht erhielten die Eidgenössinnen erst 1971, die gesetzliche Gleichberechtigung gibt es erst seit 1981 und der Schwangerschaftsabbruch bis zur 12. Woche ist erst seit sechs Jahren straffrei.

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Autor: Jessica Riccò· 22.09.08 · 12:00 Uhr· 1 Kommentar

Exotinnen und Jäger - Ein humorvoller Erklärungsansatz

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

Frauen in Führungspositionen scheinen in Deutschland immer noch zu einer exotischen Art zu gehören, die durchaus das Prädikat „schützenswert" verdient. Vielleicht geschieht es ihnen auch ganz recht, dass sie so wenige sind, im internationalen Vergleich geradezu lächerlich wenige, die in Deutschland an die Spitze vordringen. Denn, bei Lichte betrachtet, sind Frauen in Führungspositionen vor allem eines: Spielverderberinnen. Ein Beitrag von Prof. Dr. Marion Schick.

Marion_Schick.jpgWie sollte man es auch sonst bezeichnen, was da vor vielen Jahren passiert ist? Die Frauen hatten gerade Ackerbau und Viehzucht erfunden und sich damit ziemlich radikal von der Abhängigkeit vom Jagdglück ihrer Männer emanzipiert. Überhaupt reduzierte sich die absolut notwendige Beteiligung der Männer an Fortpflanzung und Erhalt der eigenen Sippe auf eine zeitlich überschaubare kurze Spanne. Was tun, um der eigenen männlichen Bedeutung wieder auf die Sprünge zu helfen?

Ganz einfach und ziemlich clever. Mann gründet eigene Organisationen, in denen Frauen nicht zugelassen werden und die vor allem den Hauptzweck haben, sich gegenseitig die eigene Wichtigkeit - trotz allem - zu beweisen. Damit alles möglichst wichtig und geheimnisvoll gestaltet werden kann, entfernt man sich am besten weit vom heimischen Herd, zieht als „marodierende Jagdbanden" durch die Gegend, gibt sich eigene Regeln und Gesetze und kehrt erst abends zur Vieh züchtenden Frau nach Hause, bereit über die Unbill des Tages und die heldenhaft erledigten schwierigen Aufgaben zu berichten.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 22.09.08 · 08:45 Uhr· 1 Kommentar

20. September 2008

Dorotea Bucca: Die Medizinerin aus dem Spätmittelalter

Kategorie: Medizin  ·  Kommentare: 1

anatomie130#.jpgDas Geschlechterverhältnis unter Medizinstudenten ist heute annähernd ausgewogen. Der Anteil weiblicher Studentinnen überwiegt sogar ein wenig. Wie wir wissen, was das aber nicht immer so. In sämtlichen Naturwissenschaften waren Frauen über Jahrhunderte unterrepräsentiert, in der Medizin war dies nicht anders. Außer bei der Geburtshilfe und in der Krankenpflege hatten Frauen nichts zu suchen.

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Autor: Jessica Riccò· 20.09.08 · 09:00 Uhr· 1 Kommentar

19. September 2008

Auftrieb im Netz? Sociae. Das Netzwerk der Soziologinnen an der LMU

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 1

Die Soziologin Christine Kestel hat aktiv am Aufbau eines "Netzwerks für Soziologinnen" mitgewirkt. Dabei hat sie gelernt, dass der Schatten des Feminismus länger ist, als man denkt. Die Frage "Warum tun wir das? Sind wir benachteiligt?" begleitete die Arbeit an "Sociae" - aber auch wenn die Einsicht, dass Frauen benachteiligt sind, manchmal schmerzhaft ist, so ist Christine Kestel überzeugt: Netzwerken lohnt sich!

Christine_Kestel_02.jpg"48. Waiting to be noticed" - Nummer 48 ist einer der 101 Fehler, die Lois P. Frankel in ihrem Buch "Nice girls don't get the corner office. 101 Unconscious Mistakes Woman Make That Sabotage Their Careers" vorstellt. Sie benennt 101 Fehler, die Frauen im Berufsleben tendenziell und sozialisationsbedingt eher machen als Männer und die sich allesamt als Karrierebremsen erweisen.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 19.09.08 · 09:00 Uhr· 1 Kommentar

18. September 2008

Marthe Vogt: Hundert Jahre und ein Tag für die Wissenschaft

Kategorie: Medizin

marthevogt200.jpgAuf den ersten Blick lassen die Eckdaten Marthe Vogts Biographie auf eine sehr nüchterne Wissenschaftsbiographie schließen: Die Eltern beide Wissenschaftler, die jüngere Schwester ebenfalls, nie verheiratet, keine Affären, dafür eine lange Liste an Publikationen und Ehrungen. Liebstes Hobby: Gartenarbeit.

Erst beim zweiten, genaueren Blick fallen die Details auf. Zum Beispiel, dass Marthe Louise Vogt haargenau hundert Jahre und einen Tag alt wurde. Und dass zwischen ihrer ersten und letzten Publikation genau fünfzig Jahre lagen - da war sie 85 Jahre alt. Und man merkt: Wer im Alter noch so ein reger Geist war, kann kein langweiliger Mensch gewesen sein.

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Autor: Jessica Riccò· 18.09.08 · 17:00 Uhr· 0 Kommentare

Mehr Mut zur Gleichstellung: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen IV

Kategorie: Politik  ·  Kommentare: 1

Christine Färber hat gemeinsam mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay.

Gestern illustrierte sie, wie Fragen nach Familie und Privatleben das Bewerbungsverfahren beeinflussen. Heute gibt sie abschließende Empfehlungen, wie das Rennen um die Professuren fairer und transparenter gestaltet werden kann.

Christine_Faerber.jpgGezielte Ansprache von Bewerberinnen und Quoten bei Headhunting

Künftig sollen nach Empfehlung des Wissenschaftsrats (2005) außerordentliche Berufungen ohne Ausschreibung erfolgen. Insbesondere in diesem Fall, aber auch insgesamt bei allen Arten von Berufungen - den öffentlich Ausgeschriebenen, den Hausberufungen und dem Tenure Track - wird in den Augen der Befragten deutlich, dass die Hochschulen Frauen nicht genug fördern und ansprechen. 

Wissenschaftlerinnen werden, weil sie Frauen sind, von den Ausschreibenden meist gar nicht wahrgenommen.

Wissenschaftlerinnen werden, weil sie Frauen sind, von den Ausschreibenden meist gar nicht wahrgenommen. Das wird sowohl von vielen Bewerberinnen als auch von den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten beschrieben. Die Ansprache läuft über informelle Netzwerke, die entlang akademischer Schulen, gemeinsamer Studien- und Arbeitserfahrungen und des Faktors Geschlecht strukturiert sind.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 18.09.08 · 15:45 Uhr· 1 Kommentar

Wissenschaftliche Karriere und Familie - ein Widerspruch!?

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 6

Wissenschaftliche Spitzenpositionen werden immer noch von Männern dominiert. Bei den Professuren haben wir - trotz Fortschritten in den letzten Jahren - derzeit einen Frauenanteil von gerade einmal 15%. Welche sozialisatorischen und biographischen Faktoren sind dafür verantwortlich, dass weibliche Karrieren so häufig ins Stocken geraten? Hildegard Macha und Quirin Bauer vom GenderZentrumAugsburg (GZA) haben Antworten auf diese Fragen und erläutern, weshalb wir eine "Kultur der Ermutigung" so dringend brauchen.
Prof__Macha_2.jpg

In der bundesdeutschen Wissenschaft herrscht aktuell - trotz einer Frauengeneration, die hoch qualifiziert und hoch motiviert ist - eine geschlechterspezifische Asymmetrie in den Bereichen der Macht- und Führungspositionen. Der Anteil der Frauen auf jeder Stufe der Karriereleiter sinkt kontinuierlich, obwohl rund 50 Prozent aller Studienanfänger/innen und Hochschulabsolventen/innen weiblich sind.

Die wissenschaftliche Elite in Deutschland ist fast ausschließlich männlich, auch wenn die Erziehungs- und Bildungsinstitutionen heute mehr denn je auf gleiche Chancen, Zugänge und die Förderung für Mädchen und Frauen achten.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 18.09.08 · 10:00 Uhr· 6 Kommentare

17. September 2008

Fragen nach Privatleben und Familie: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen III

Kategorie: Politik

Christine Färber hat gemeinsam mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay.

Gestern konnte man lesen, welche "Regeln" der Besetzungsverfahren zu Benachteiligungen von Frauen führen. Heute skizziert Christine Färber die diskriminierenden Aspekte der Faktoren Geschlecht, Familie und Privatleben.

Christine_Faerber.jpgDas Privatleben ist berufungsrelevant - und wissenschaftspolitisch

Persönliche Merkmale und Privatleben der Bewerberinnen und Bewerber spielen bei Berufungsentscheidungen trotz gesetzlicher, teilweise auch hochschulinterner Benachteiligungsverbote eine erhebliche Rolle.

Auswahlkriterium Geschlecht

Geschlecht ist ein Auswahlkriterium in Berufungsverfahren. Wissenschaftlerinnen machen im Ausland positivere Erfahrungen mit ihrer Akzeptanz als Frauen. Abhängig vom Fach berichten sie über deutsche Verfahren von direkten Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts, aber mehr von dem Eindruck, ihre Leistungen würden nicht adäquat gewürdigt bzw. unsachlich oder gar nicht behandelt, man begegne ihnen tendenziell als Frau und nicht als Wissenschaftlerin.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 17.09.08 · 14:15 Uhr· 0 Kommentare

Ruth Moufang: Kränkungen, Leidenschaft und Beharrlichkeit. Die erste deutsche Mathematikprofessorin

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 2

Moufang1.jpgAls Ruth Moufang 1925 ihr Studium an der Universität Frankfurt begann, so war das für diese Zeit keineswegs außergewöhnlich. Rund 20 Prozent aller Mathematikstudierenden waren weiblich. Doch im weiteren Verlauf ihrer Karriere musste Ruth Moufang erfahren, dass für Frauen in der Wissenschaft doch andere Regeln gelten.

Und obwohl sie später eine bemerkenswerte Karriere machte und schließlich 1951 zur ersten deutschen Mathematikprofessorin berufen wurde, fühlte sie sich als Mathematikerin doch niemals vollkommen akzeptiert.

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Autor: Marc Scheloske· 17.09.08 · 12:00 Uhr· 2 Kommentare

16. September 2008

Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen II

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Politik  ·  Kommentare: 3

Christine Färber ist Expertin für Gleichstellungsfragen im Hochschulsystem. Und sie hat zusammen mit Ulrike Spangenberg untersucht, wie Professuren besetzt werden. Die Ergebnisse ihrer Studie, präsentiert sie in einem mehrteiligen Essay.

Im 1. Teil konnte man lesen, wie die Intransparenz der Verfahren die meisten Frauen benachteiligt. Heute schreibt sie, welche Maßnahmen für mehr Chancengleichheit sorgen könnten.

Christine_Faerber.jpgDie Regelungen für Gleichstellung in Berufungsverfahren sind suboptimal

Berufungsverfahren sind langwierige und unübersichtliche Prozeduren, nicht nur für die Bewerberinnen und Bewerber, sondern auch für die Hochschulen. Nur ein Bruchteil aller Hochschulen hat übersichtliche und vollständige Verfahrensregelungen zum Ablauf von Berufungsverfahren erstellt. Dadurch entsteht Verhaltensunsicherheit bei allen Akteurinnen und Akteuren. In solch komplexen „Strukturen" bieten informelle Netzwerke und Traditionen Sicherheit, die aber an Männern als zentralen Akteuren ausgerichtet sind.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 16.09.08 · 09:00 Uhr· 3 Kommentare

15. September 2008

Intransparenz und Männernetzwerke: Berufungsverfahren an deutschen Hochschulen I

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften  ·  Kommentare: 3

Prof. Dr. Christine Färber forscht in den Bereichen Gender Mainstreaming und Gender Budgeting - besonders engagiert ist sie dabei in Gleichstellungsfragen und der Hochschulforschung. Gemeinsam mit Ulrike Spangenberg veröffentlichte sie letztes Jahr die Studie "Wie werden Professuren besetzt? Chancengleichheit in Berufungsverfahren". Exklusiv für ScienceBlogs fasst Christine Färber - selbst Mutter zweier Kinder - die wichtigsten Erkenntnisse ihrer Untersuchung zusammen.

Christine_Faerber.jpgFrauenförderung und Gleichstellung sind gesetzliche Aufgaben der Hochschulen, doch bei den Professuren hat der Frauenanteil erst vor kurzem die 10%-Marke überwunden. Deutschland ist hier im Vergleich zum europäischen Ausland und Nordamerika besonders rückständig.

Ein Grund für die Unterrepräsentanz liegt in der verfahrensmäßigen Gestaltung von Berufungen, wie die hier zusammenfassend vorgestellte Studie zur Berufungspraxis an deutschen Hochschulen zeigt.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 15.09.08 · 15:45 Uhr· 3 Kommentare

Das Potenzial von Frauen in der Wissenschaft nutzen: Die akademische Chancengleichheit ist eine Zukunftsfrage

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur  ·  Kommentare: 1

Sind solche Statements heute undenkbar?:

"Je mehr Frauenzimmer höhere Schulen besuchen, um so mehr steht die Männlichkeit der Studenten in Gefahr, insoferne als sie vor lauter Rücksichten gegen das weibliche Geschlecht zu duldenden Eunuchen werden. Derjenige Staat, in dem die Weiber professions- oder sportmäßig in die politischen und wissenschaftlichen Berufe hineinpfuschen, ist dem Untergange geweiht, dafür liefert die Geschichte Beispiele.

Die Männer haben ohnehin unter sich genug oder schon zu viel Konkurrenz, also können sie die weibliche Konkurrenz nicht mehr brauchen ... Die Ausbreitung des Frauenstudiums ist ein gemeingefährlicher Unfug, die Frau hat vermöge ihrer natürlichen Veranlagung und Bestimmung nicht den Beruf des Mannes, ... Die Frauen gehören nicht in die Hörsäle der Hochschulen und ins Gymnasium."

Graduation01c.jpgSo war am 18. Januar 1900 in der "Neuen Bayerischen Landeszeitung" zu lesen. Heute, über 100 Jahre später, nehmen wir solche Einlassungen irritiert oder schmunzelnd zur Kenntnis. Wenn heute über Hochschulen geredet wird, dann geht es um Internationalisierung, Exzellenzinitiativen und die Sicherstellung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der Universitäten.

Dabei gerät häufig in Vergessenheit, dass Frauen innerhalb des Wissenschaftssystems noch immer deutlich benachteiligt sind.

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Autor: ScienceBlogs-Redaktion· 15.09.08 · 14:30 Uhr· 1 Kommentar

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