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Nils Cordes ist Entomologe an der Universität Bielefeld. Er arbeitet gerade an seiner Promotion zum Verhalten von Wachsmotten. Wenn er nicht gerade in Klimakammern oder am Computer sitzt, zeichnet, fotografiert und dokumentiert er die Welt der Insekten vor seiner Haustür.
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Archiv Dezember 2011
23. Dezember 2011
Christmas Picks: What a Wonderful World
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften·Politik·Umwelt · Kommentare: 1
Weihnachten steht vor der Tür, und für all die Leute die so etwas gerne feiern (und da zähle ich fraglos dazu) bedeutet das den Stress abschalten, Kekse und Schokolade essen und mit der Familie Weißwein trinken. Da es aber nun mal ein christliches Fest und dank der zunehmenden Kommerzialisierung mittlerweile in der Kritik von Nicht-Christen und Christen steht, versuche ich mal mit ein paar positiven Eindrücken eine Art Weihnachtsstimmung von Optimismus, Schönheit und Toleranz zu verbreiten.
Mal sehen ab wann ich scheitere ...
- Hier sind 50 erstklassige Naturfotos, ausgewählt vom Blog The Big Picture. Fast alle Tierfotos sind in Zoos aufgenommen worden dabei, aber das ändert nichts daran, dass man einen tollen Einblick in das Leben von Lemuren, Löwen und Faultieren bekommt.
- Ein Gerichtsgebäude in Tennessee, USA, ruft zur Toleranz auf, indem es dort jedem erlaubt ist, Kunst auf der Wiese vor dem Eingang zu präsentieren. Das reicht von Jesus bis hin zum Fliegenden Spaghetti-Monster.
- Apropos Toleranz, in Australien läuft gerade ein Werbespot im Fernsehen, der zu Gleichberechtigung aufruft. Wofür genau? Das seht ihr hier:
- Apropos Australien, da ich erst dieses Jahr den genialen Komiker Tim Minchin entdeckt habe, gehört es sich zum Jahresende auch, dass ich eines seiner Lieder hier berücksichtige - auch wenn Florian das bei Astrodicticum simplex schon mehrfach getan hat. "White Wine in the Sun," oder: "Wie und warum man in Australien Weihnachten feiert" ...
- Wie würde eine Welt aussehen, in der es keine Werbung mehr in der Öffentlichkeit gibt? Auf jeden Fall besser, und es geht tatsächlich, wie São Paulo bewiesen hat. Vor 5 Jahren verboten sie Werbung in der Öffentlichkeit. Hier ein paar Eindrücke davon, wie so etwas aussieht.
- The Beauty of a Second - Wieviel Schönheit kann man in einem 1-Sekündigen Video einfangen? Ich denke, sehr viel.
- Und da ich es mit den Videos hier gerade eh übertreibe, noch einen Klassiker - in neuem Gewandt: What a Wonderful World, gelesen von Sir David Attenborough:
- Doch alles zu sentimental? Na, dann kann man ja immer noch ein paar Schneemänner bauen gehen. Einen großen Dank an Bill Watterson ...
... und allen ein schönes Weihnachtsfest, oder zumindest ein paar entspannte Feiertage, und auf jeden Fall einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bis 2012!
Autor: Nils· 23.12.11 · 07:42 Uhr· 1 Kommentar
20. Dezember 2011
Last-Minute Weihnachtsgeschenke für Evolutionsbiologen
Kategorie: Kultur·Naturwissenschaften · Kommentare: 2
There is grandeur in this view of life
Where one becomes many through struggle and strife
But the mother of mysteries is another man's call
Why is there something instead of nothing at all.
Diplomatisches Zitat aus Mother of Mysteries, Darwin Song Project
Ich weiß es wird langsam etwas spät, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, aber ich denke eh: Die besten Geschenke macht man selbst, sei es mit Mehl und Nüssen, Schere und Kleber oder Videokamera und Haustier. Für all diejenigen, die aber lieber doch etwas kaufen wollen, oder sich selbst einfach auch nach Weihnachten noch etwas gönnen möchten, habe ich hier ein paar Ideen rund um die Themen Naturwissenschaften, Evolutionsbiologie und, ohne besonderen Grund, Charles Darwin.
The reluctant Mr. Darwin: An intimate portrait of Charles Darwin and the making of his Theory of Evolution von David Quammen
Auf deutsch: Charles Darwin: Der große Naturforscher und seine Theorie der Evolution
Ich weiß ja nicht wie Andere das sehen, aber für mich gehört dieser Mann einfach zu den ganz Großen in seinem Feld. Die wenigsten kennen seinen Namen, aber fast jeder hatte schon einmal seine Worte gelesen. Ich rede natürlich nicht von Mr. Darwin selbst, sondern von David Quammen. Ein großartiger Autor, der anfing Kolumnen über die Biologie zu schreiben, weil es ihn einfach interessierte und das Journal, für das er arbeitete, gerade Platz für einen Naturkolumnisten hatte. Seine Begeisterung für das Fach ist ansteckend, und seit er sich intensiver mit Naturhistorie auseinander setzt, sind seine Artikel (vielen aus National Geographic bekannt) ein Muss für jeden, der an Evolution und Zoologie seinen Spaß hat.
Das Buch hier ist eine Auftragsarbeit für eine Reihe von Biographien naturwissenschaftlicher Größen, bei der ein ganzes Leben in bitte nicht viel mehr als 300 Seiten gepackt werden sollte. Da es von Charles Darwin schon mehrbändige Erzählungen über sein Leben gab, war das schon eine gewisse Herausforderung, die Mr. Quammen allerdings mit Bravour erledigte. Man sollte wirklich keine detaillierte Biographie erwarten, sondern eine Art Abenteuerbuch eines Wissenschaftlers.
Autor: Nils· 20.12.11 · 09:42 Uhr· 2 Kommentare
11. Dezember 2011
Ein Genom wie kein anderes
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 11
Das "Human Genome Project" war einst ein ambitioniertes Project mit dem Ziel, das menschliche Genom zu sequenzieren. Es dauerte zwar einige Jahre, genügend Genetiker dafür zu begeistern, aber als es 1990 begann fragte kaum jemand "warum?" Die Herausforderung alleine war schon faszinierend, ganz zu schweigen von den zu gewinnenden Erkenntnissen. Es dauerte über 10 Jahre, alle Chromosomen des Menschen zu sequenzieren. Während die Wissenschaftler langsam und mühsam nach und nach die einzelnen Chromosomen sequenzierten, wurden sie aber vom technologischen Fortschritt eingeholt. Gibt es da nicht eine Arthur C. Clarke-Geschichte, in der Astronauten 30 Jahre nach dem Aufbruch zu einem fremden Planeten von ihren Söhnen und Töchtern eingeholt wurden? So war es auf jeden Fall hier: eines Tages im Jahre 1998 hatte Craig Venter mit seiner Firma Celera die privat investierte Konkurrenz zum öffentlich finanzierten Humangenomprojekt ausgerufen. 2001 waren dann beide (mehr oder weniger) fertig und publizierten ihre Daten nebeneinander - einer in Science, die anderen in Nature.
Jetzt, 10 Jahre später, hört man ab und zu immer wieder Kritik an dem Mammutprojekt, denn die Ergebnisse fielen bescheidender aus, als man sich erhofft hatte. Die Entdeckungen lassen sich bei Wikipedia in 4 Sätzen zusammenfassen. Es ist zwar interessant zu sehen, dass nur knapp 2 Prozent des menschlichen Genoms für die Herstellung von Proteinen ist und dass die Hälfte all unserer DNA nichts weiter ist als Wiederholungen von Sequenzen sind, für die wir bislang keine wirkliche Funktion kennen. Aber abgesehen von diesen beschreibenden Datensätzen können wir mit Hilfe des Genoms immer noch keinen Krebs heilen, keine Trisomie 21 verhindern, und sowieso sind wir noch weit weg vom Szenario aus "Gattaca."
Zum Glück?
Autor: Nils· 11.12.11 · 17:42 Uhr· 11 Kommentare
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