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Nils Cordes ist Entomologe an der Universität Bielefeld. Er arbeitet gerade an seiner Promotion zum Verhalten von Wachsmotten. Wenn er nicht gerade in Klimakammern oder am Computer sitzt, zeichnet, fotografiert und dokumentiert er die Welt der Insekten vor seiner Haustür.

Archiv Februar 2011

12. Februar 2011

Lucys Fuß

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 21

Manche Forschungsvorhaben sind so komplex, dass man selbst nach mehreren Erfolgen immer noch nicht genau weiß was man da eigentlich hat. Momentan wird von Wissenschaftlern und Medien viel über das Menschliche Genom gestritten. Hat es jetzt, 10 Jahre später, etwas gebracht, dass wir all unsere Basenpaare in der richtigen Reihenfolge kennen? Können wir deshalb jetzt Krankheiten schon bei der Geburt bekämpfen und GATTACA-Kinder schaffen? Nein - also warum dann der ganze Aufwand?! Wenn man die Tageszeitungen zu diesem Thema liest, meint man, es gäbe nur schwarz und weiß. Erst wenn ein großes Ziel erreicht ist, hat sich die Forschung gelohnt. Wenn man Craig Venter, dem Leiter des privat finanzierten Humangenomprojektes, welches mit dem staatlichen damals konkurrierte, so zuhört, könnte man denken, dass wir am Ende nur "ein paar wissenschaftliche Analysen" mit dem milliardenschweren Datensatz machen können. Tatsächlich war das Genomprojekt jedoch in erster Linie ein technischer Durchbruch, der uns helfen wird, den Weg vom Genotyp (unserem Erbgut) zum Phänotyp (wer wir sind) zu verstehen. Etwa wie ein Puzzleteil auf dem Weg zum besseren Verständnis der lebenden Welt.

Solche Puzzleteile sind es, die uns Wissenschaftler tagtäglich beschäftigen. Das Spannende dabei ist, dass wir weder wissen wie das fertige Bild aussieht, noch wie viele Teile weiterhin fehlen. Wissenschaft ist ein andauernder Prozess - meist mit einem klaren Anfang (der Frage „Häh?") aber häufig ohne definitives Ende. Es kommt darauf an was wir aus den Puzzleteilen lernen.

Und dann kommt ab und zu ein Teil, das wir schon ganz lange gesucht haben. Wir wussten, es musste doch irgendwo sein, dort bei den braun-beigen Stapeln, wo wir schon x-mal geschaut hatten.

So ein Teil ist AL 333-160.

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Autor: Nils· 12.02.11 · 20:42 Uhr· 21 Kommentare

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