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Forschung ist sexy! Zumindest wenn man verstanden hat, um was es geht. Wissenschaft und Forschung so zu vermitteln, dass es auch begriffen wird, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen, Biologe und Wissenschaftsredakteur.
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20.11.11 · 21:04 Uhr
Schwimmen lernen ohne Wasser
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur · Kommentare: 16
Schwimmen lernen, dass machen wir in Zukunft ohne Wasser.
Wasser ist gefährlich, da ertrinken jährlich viele Menschen drin. Und überhaupt, überall lauern Gefahren, wo man die armen Kinder vor schützen muss.
Fahrradfahren lernen die Kinder im Simulator, nicht auszudenken, wenn die armen kleinen Prinzessinnen auf einem echten Rad umfallen würden!
Basteln, das geht nicht, nur Origami, Kleber ist ja auch so eine gefährliche Sache, voller Chemie!
So, /Ironie. Ich kann mir gerade nur aufregen, von verschiedenen, von einander unabhängigen Stellen sagte man mir, dass in den Kindergärten bzw. Schulen momentan Kerzen strickt und vollkommen verboten sind.
Ein trockener Tannenbaum, der Feuer fängt, das ist ein Erlebnis, dass man nicht so schnell vergißt (Ich habe es zum Glück auf einer Baustelle in einer Lehmkuhle erlebt).
Feuer ist gefährlich, keine Frage. Auch der Vorstoß, dass Kippen alleine ausgehen müssen, finde ich gut.
Aber wann und wie bitte sollen Kinder den Umgang mit Feuer lernen, wenn es überall verboten wird? In meinen Augen wird es dadurch nur interessanter, der bekannte Reiz des Verbotenen. Wann werden diese Kinder den Umgang mit Streichhölzern lernen? Wenn das nicht zu Hause geschieht, dann wird es genau dann passieren, wenn sie endlich mal welche in die Finger kriegen...
Willkommen bei den Schildbürgern!
Autor: Chris· 16 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (16)
Jaja, wo Menschen unteregs sind, bilden sich Extreme.
Wenn es Dich beruhigt, in Kindergärten wird heute (üblicherweise) die Taktik gefahren, dass Kinder nicht mit allen Mitteln vor Gefahren und Verletzungen bewahrt werden sollen. Sie sollen sich schon weh tun dürfen, aber Fallen wie Kordeln oder Hängenbleiben mit dem Kopf müssen nicht unbedingt sein.
So jedenfalls das Konzept. Dass einigen Turboglucken das allerdings nicht reicht, steht auf einem anderen Blatt. Wir sind eben ein freies Land, in dem jeder seine Kinder erziehen kann, (fast) wie er will. Stichwort "Taxi Mama"...
Origami geht auch nicht, die Papierkanten sind so scharf. Ein wenig mehr Nachdenken, bitte, bevor hier leichtfertig Kinderleben aufs Spiel gesetzt werden!!1!
Nein, überhaupt keine Frage, dass Erhängen an der Rutsche etc. unnötig sind. Aber mal ehrlich, Teelichter? Ohne Kerzen in der Winterzeit??
"unabhängigen Stellen sagte man mir, dass in den Kindergärten bzw. Schulen momentan Kerzen strickt und vollkommen verboten sind."
Wer soll so ein allgemeines Verbot ausgesprochen haben? Barty Grouch?
jedesmal wenn ich sowas lese denke ich, uns gehts zu gut. Wenn wir keine "richtigen" Probleme mehr haben, müssen wir uns selbst welche schaffen!
Kleine Beobachtung zum Thema:
Gerade die Kinder, denen man von elterlicher Seite jeden Kontakt zu Feuer in jeder Form verboten hatte, waren im Kindergarten immer besonders interessiert, wenn es Lagerfeuer oder Ähnliches gab(was die paar Angsteltern nicht verhindern konnten), und haben sich auch am Zuverlässigsten verbrannt.
Dem "Siehste, hab ichs dir nicht gesagt!" folgte dann traditionell ein ruhiges Gespräch unter sechs Augen mit den Eltern, bei dem dann der direkte Zusammenhang zwischen nicht gelerntem Umgang und Verletzungsgefahr deutlich gemacht wurde.
Wir sind halt inzwischen gewohnt, dass alles scheinbar hundertprozentig sicher ist. Risiko, und sei es noch so gering, darf es nicht geben.
Dies scheint mir übrigens auch einer der Hauptgründe für die Angst vor Impfungen zu sein. Es könnte ja ein Restrisiko geben, und Krankheiten gibts sowieso, und die kommen eh, oder auch nicht. Diese Art des Denkens ist recht weit verbreitet.
Wieso fällt mir dazu als erstes Stoppok ein? http://www.youtube.com/watch?v=3oCeBdVu1gE
Dr. Webbaer·
21.11.11 · 08:12 Uhr
Das versaut das Rauchvergnügen, zudem muss man stark am Rauchgegenstand saugen, nicht cool. - Es gibt heute schon solche Zigaretten, die heißen 'Manitou' oder so ähnlich, angeblich "bio", also weitgehend chemiefrei, Moment, voila: http://www.cigarre24.de/zigaretten/zigaretten7/manitou/index.phpAlso, die Ironie in allen Ehren (mich hat auch immer genervt, das man in der Schule nicht mit Mehl arbeiten darf - weil, Mehl ist im Industriemaßstab ein explosionsgefährlicher Gefahrstoff), aber wenn man Origami wirklich ernsthaft betreiben möchte und nicht bloß Kleinkram basteln, braucht man Klebstoff.
Nicht, um das Modell zu falten und in Form zu bewahren, aber um das Papier herzustellen. Komplexere Modelle lassen sich mit normalem Papier nur mit Mühe falten.
Siehe z.B. hier:
http://langorigami.com/paper/metallic_papers.php
http://langorigami.com/paper/wetfolding_papers.php
Ein Ausnahme ist Elefantenhautpapier (auf englisch Wyndstone Marble), aber das ist stark gesized. (Das dürfte wohl auf die meisten Papiere zutreffen ...)
Also, auch Origami ist zu gefährlich und chemikalienbelastet für Kinder.
Stichwort Laterne laufen.
vor 20 Jahren (gefühlt) begann die Unsitte statt Kerzen Stäbe mit kleiner batteriebetriebener Funzel zu benutzen. Das fand ich als Kind schon albern. Aber heutzutage sind haben 80-90% der Kinder keine richtigen Kerzen in ihren Laternen mehr.
Ich finde das sehr schade. Meine Tochter läuft mit einer Laterne mit Kerze seit sie 17 Monate alt ist und das ist auch gut so.
Zum Thema Feuer und Tannenbaum. Das war für mich immer ein Highlight zum Abschluss der Festtage. Den knochentrocken Baum im Garten abfackeln... Ach das waren Zeiten.
@Eisentor: Das gemütliche Laternen abfackeln am Ende des Umzugs war doch immer das Beste :-)
Her was passendes:
http://www.nytimes.com/2011/07/19/science/19tierney.html
hier mal (grob) auf deutsch:
http://www.welt.de/vermischtes/article13496149/Hochsicherheits-Spielplaetze-verunsichern-Kinder.html
ISt wie mit irgendwelchen Desinfektionsmitteln: kann manchmal Sinn machen, zuviel ist aber eher schädlich.
Schöner Artikel, aber - ähem - die Schildbürger kommen aus Schilda und nicht aus Schilta. ;)
@nele
Danke, ist korrigiert
"Schwimmen lernen ohne Wasser"
Ja und?? Wir bringen unseren lieben kleinen ja auch bald bei "Kaufen ohne Geld" und
"Sex ohne Liebe". Was macht da noch so ein Trockenkurs?
Nachdem sich hier alle einig sind, ist es Zeit für einen kleinen Brandsatz.
Natürlich müssen Kinder sich in ihrer Umwelt irgendwie bewähren und zurechtfinden lernen. Dazu gehört auch der Umgang mit grenzwertigen Gefahrenmomenten. Wer die bewältigt, wird fit.
Aber. Es gibt eben auch die, die sich in der Gefahr nicht bewähren.
Es ist immer schön, wenn meine Eltern- und Großelterngenertion von den tollen Geländespielen damals schwärmt. Schwimmenlernen im nahen Fluss, auf Kähne und Flöße aufsteigen, Bäume beklettern, in selbstgebaute Erdhöhlen kriechen, Lagerfeuer zünden, selbstgebautes Feuerwerk abbrennen...Nur hört man dazwischen auch immer die etwas verstörenden Nachrichten. Kaum eine Familie gab es, die von ihren vier, fünf oder mehr Kindern nicht eines durch Unglücksfälle verloren oder schwer verletzt vorgefunden hätte. Da ertrank einer und wurde erst in der nächsten Schleuse wieder gefunden; einer erstickte unter eingestürzten Höhlenbauten; ein anderer verlor nach Stürzen einen Arm, ein Bein; ein anderer ließ ein Auge im Gefecht...
Bei allen solchen Diskussionen wird leicht vergessen, dass die Folklore eine bittere Kehrseite hat. Die Fitness der vielen wird durch Tod und Leid einiger anderer erkauft. Wir können gerne unsere Kinder wild und gefährlich aufwachsen lassen; nur sollten wir dabei nicht vergessen, dass ein Preis dafür gezahlt wird: einige Dutzend schwer oder tödlich verletzte Kinder jährlich. Das ist kein Plädoyer für Schwimmenlernen auf dem Trockenen; es ist nur ein Aufruf, sich die Sache nicht schöner zu reden, als sie ist.
@klaus
Ich glaube, das war kein Brandsatz. Ich habe bewusst diese Kettenmail mit dem "wer vor 1980 geboren wurde..." nicht zitiert. Du hast vollkommen Recht, es war "damals" nicht alles besser.
Dennoch sind da Grenzen, wann man es übertreibt und die Kinder zu sehr in Watte packt. Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen (dürfen). Gewisse Basics gehören da m.E. zu, etwa Umgang mit Feuer.