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Forschung ist sexy! Zumindest wenn man verstanden hat, um was es geht. Wissenschaft und Forschung so zu vermitteln, dass es auch begriffen wird, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen, Biologe und Wissenschaftsredakteur.

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Archiv November 2011

29. November 2011

Nebel in TV-Wohnzimmern

Kategorie: Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 30

Eigentlich habe ich mich daran gewöhnt, leider: In fast jeder CSI, Navy CIS, Criminal Minds,Tatort oder was auch immer für eine Krimi-Serie das selbe Bild:
Die mutigen Ermittler betreten bei Nacht einen vermutlichen Tatort, bei Tag einen dunklen Keller, eine verlassene dunkle Lagerhalle oder einen dunklen Wald, Everglades-Sümpfe oder ähnliches.
Frage 1: Warum sind Ermittler nicht in der Lage, den Lichtschalter zu betätigen? Stattdessen wird mit der kleinen Mag-Lite (und gezückter Dienstwaffe) das unbekannte Terrain untersucht. Ist halt spannender...

Frage 2: Warum ist es in ganz gewöhnlichen Wohnungen immer so nebelig? Im Wald oder den Everglades mag ich das ja noch tolerieren. Aber in Lagerhallen und Wohnungen? Wo kommt da der Nebel her?

Wer jetzt irritiert ist, wie ich denn auf Nebel komme, einfach mal darauf achten, wie das inszeniert wird. Gewöhnlich mit solchen oder vergleichbaren Darstellungen. Die Lichtkegel wandern durch die Wohnung, an dem einen Ende der Protagonist mit Waffe, am anderen Ende wechseln dramatisch die beleuchteten Einrichtungsgegenstände und vielleicht auch mal ne halbe Leiche, ein enorm wichtiger Hinweis oder gar nichts.

Erst der Nebel macht die Taschenlampen sichtbar und steigert (offenbar) die Spannung. Würde mal einer Licht anmachen, würde man sich über den Nebel in der Wohnung wundern. Ohne Nebel wären die beiden Ermittler mit Taschenlampen in der fremden Wohnung einfach Ermittler mit Taschenlampen in einer fremden Wohnung.
Ganz unterbewusst wird hier Unwissen verbreitet, und keiner stört sich dran. Auch diese tollen Brillen, mit denen James Bond & Co. Laserstrahlen sehen können...super Sache.

Das ist übrigens auch der Grund, warum bei (nicht-Klassik) Konzerten neben effektvollen Lampen und Scheinwerfern auch immer Nebelmaschinen im Einsatz sind. Ohne den Nebel würde man von den Effekten fast nichts sehen. Um das mal richtig zu stellen, kann jeder nachmachen. Glasvase mit Wasser, ein wenig Milch, eine Taschenlampe und oder Laserpointer.

Dazu habe isch mal was vorbereitet [kölschen Dialekt bitte vorstellen]:

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Autor: Chris· 29.11.11 · 16:14 Uhr· 30 Kommentare

20. November 2011

Schwimmen lernen ohne Wasser

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur  ·  Kommentare: 16

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Schwimmen lernen, dass machen wir in Zukunft ohne Wasser.
Wasser ist gefährlich, da ertrinken jährlich viele Menschen drin. Und überhaupt, überall lauern Gefahren, wo man die armen Kinder vor schützen muss.

Fahrradfahren lernen die Kinder im Simulator, nicht auszudenken, wenn die armen kleinen Prinzessinnen auf einem echten Rad umfallen würden!

Basteln, das geht nicht, nur Origami, Kleber ist ja auch so eine gefährliche Sache, voller Chemie!

So, /Ironie. Ich kann mir gerade nur aufregen, von verschiedenen, von einander unabhängigen Stellen sagte man mir, dass in den Kindergärten bzw. Schulen momentan Kerzen strickt und vollkommen verboten sind.
Ein trockener Tannenbaum, der Feuer fängt, das ist ein Erlebnis, dass man nicht so schnell vergißt (Ich habe es zum Glück auf einer Baustelle in einer Lehmkuhle erlebt).
Feuer ist gefährlich, keine Frage. Auch der Vorstoß, dass Kippen alleine ausgehen müssen, finde ich gut.
Aber wann und wie bitte sollen Kinder den Umgang mit Feuer lernen, wenn es überall verboten wird? In meinen Augen wird es dadurch nur interessanter, der bekannte Reiz des Verbotenen. Wann werden diese Kinder den Umgang mit Streichhölzern lernen? Wenn das nicht zu Hause geschieht, dann wird es genau dann passieren, wenn sie endlich mal welche in die Finger kriegen...
Willkommen bei den Schildbürgern!


Autor: Chris· 20.11.11 · 21:04 Uhr· 16 Kommentare

16. November 2011

Wie funktioniert ein 3D-Drucker?

Kategorie: Technik  ·  Kommentare: 4

Hier ein nettes Video, in dem das recht ausführlich gezeigt wird. Schicht für Schicht wird Kunststoffgranulat zu einem dreidimensionalen Objekt zusammen geschmolzen.

Die in den ersten Sekunden gezeigten Objekte würde ich mir gerne mal real anschauen. Und wie der gute Prof am Ende sagt: Die Grenzen dieser Technik liegen in der Vorstellungskraft des Anwenders...


Autor: Chris· 16.11.11 · 13:22 Uhr· 4 Kommentare

15. November 2011

Mal wieder ein Quantensprung

Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften·Kultur·Naturwissenschaften  ·  Kommentare: 29

Ich hatte hier schon einmal vor Ewigkeiten über den Klassiker der Wissenschaftskommunikation geschrieben. Die kleinste in den Naturwissenschaften bekannte Veränderung ->
Der Quantensprung.

Drüben hat sich Beatrice (daher auch ganz bewusst?) diesen Titel ausgesucht für ihren Blog. Und auch ihr erstes Posting befasste sich mit dem Quantensprung. Ja, wir haben wieder gelernt, dass Sprache lebendig ist und sich verändert.

Dennoch, diese Diskrepanz zwischen dem gemeinten und dem tatsächlichen Sachverhalt, sie könnte nicht größer sein. Jedes Mal, wenn ein Politiker oder Trainer von seinen Fortschritten und Erfolgen spricht, dabei den Quantensprung als "anschauliche" Metapher wählt, dann muss ich schmunzeln, meist haben diejenigen damit genau den Kern getroffen, ohne es zu wissen.
Wo habe ich heute den Quantensprung wieder einmal gefunden? In der aktuellen Pressemitteilung der Uni Bochum. Gerade hier hätte ich eigentlich was anderes erwartet.
Aber die Sprache ist ja lebendig, von daher werde ich mich damit abfinden müssen, dass es Quantensprünge und genfreies Essen gibt....



Autor: Chris· 15.11.11 · 11:35 Uhr· 29 Kommentare

02. November 2011

Wissenschaft im Einkaufszentrum

Kategorie: Naturwissenschaften·Technik·Umwelt  ·  Kommentare: 7

Neulich bin ich im Einkaufszentrum beim Vorbeigehen auf eine sehr empfehlenswerte Ausstellung gestoßen:


Marum
Wie die alte Weisheit schon sagt, wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, kommt die Wissenschaft zum Bürger. Sehr viele Angebote, bei denen Wissenschaft verständlich erklärt und dem nicht-Experten schmackhaft gemacht werden soll, leiden unter einem ganz wesentlichen Problem: Die interessierte Zielgruppe - die Bürger, die Schüler, die Patienten, die Kunden, wer auch immer sich eigentlich nicht freiwillig mit den komplexen, ihm eigentlich fremden Themen beschäftigen soll - muss erstmal das Angebot wahrnehmen. Er muss irgendwie davon erfahren UND dann auch noch in die Uni, das Unternehmen, das Museum, das Science Center oder welche Lokalität auch immer kommen.

IMAG0557 kl.jpg
Hier macht der Absender das anders, er kommt dahin, wo der normale Bürger, der nicht-Experte sich mit recht hoher Wahrscheinlichkeit aufhält, in ein Einkaufszentrum. Die Fußgängerzone würde ähnlich praktisch sein, hier wird nachts aber nicht abgeschlossen und auch das Wetter wird u.U. wenig hilfreich sein. Mehrere Stände wurden aufwendig konzipiert und attraktiv umgesetzt. Zu verschiedenen Themen kann sich der Gast im Vorbeigehen mal eben informieren. Findet das Angebot sein Interesse, verweilt er vielleicht auch noch an den anderen Ständen und informiert sich. Mich hat der erste Stand direkt überzeugt, sodass ich mir ganz bewusst auch den Rest der Wander-Ausstellung angeguckt habe.

In mehreren großen runden Becken tummelten sich ein paar Krebse, Miesmuscheln, Algen und Seesterne. Für Norddeutsche und erfahrene Küstenurlauber vermutlich kalter Kaffee. Dennoch haben sicherlich nicht wenige Kinder noch nie aus einer solchen Nähe einen gemeinen Krebs in Ruhe beobachten können. Bei den Erwachsenen traue ich mir keine Vermutung zu, die Erfolgsquoten von diversen TV-Formaten lassen jedoch ähnliches erahnen.

IMAG0562 kl.jpgEs sind Spekulationen und Vorurteile, wie groß der Anteil der angeblich „bildungsfernen" Bürgerpopulationen wirklich ist. Der Erfolg von Galileo & Co. zeigt aber, das „Wissenschaft" (oder das, was als solches deklariert wird) scheinbar doch wieder attraktiv geworden ist und beim gemeinen Publikum auf Interesse stößt. Eine solche Ausstellung ist meines Erachtens DIE Chance, direkt mit dem Publikum in Kontakt zu treten und seine Themen zu übermitteln, ohne es durch Redaktionen weich kochen zu lassen. Es ist eine Sache, im Fernsehen eine künstlich aufgebauschte Einspielung über Tiefsee-Roboter zu sehen, oder beim Einkaufen nebenbei mal einen kleinen Tauchroboter selbst gelenkt zu haben. Hier kann ich mir direkt einen Eindruck davon machen und es wortwörtlich be-greifen.

IMAG0563 kl.jpgDiesem Beispiel sollten viel mehr Wissenschaftsorganisationen folgen. Auch wenn es den Science-Zug und das Science-Boot gibt, hier muss das Publikum erstmal zu dem Gleis oder zu dem Hafen gehen, um sich die Wissenschaft anzugucken. Ich betitel das gerne als die „Bekehrung der Katholiken", denn wer sich erstmal freiwillig die Mühe macht, zum ausrangierten Nebengleis zu gehen, um sich einen ganzen Zug voll Wissenschaft anzugucken, der ist schon interessiert und würde auch ins Museum oder ins Institut kommen - der hat schon Interesse. (Was anderes sind die Schulklassen, die da hingekarrt werden und gezwungenermaßen alles über sich ergehen lassen. Die Lehrer hätten sehr viel mehr Aufwand, zu einem Institut etc. zu kommen).
Ich kann das Projekt nur empfehlen. Hier geht es zu den Tourdaten. Den Vulkan mit Schaum fand ich nicht ganz so prickelnd, aber Geschmack ist Bandbreite.



Nein, ich habe dieses Projekt nicht konzipiert und bekomme hierfür kein Geld. (Ich habe zwar ein vergleichbares Konzept erstellt, das aber leider nie realisiert wurde)


Autor: Chris· 02.11.11 · 21:10 Uhr· 7 Kommentare

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