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Forschung ist sexy! Zumindest wenn man verstanden hat, um was es geht. Wissenschaft und Forschung so zu vermitteln, dass es auch begriffen wird, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen, Biologe und Wissenschaftsredakteur.
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02.11.10 · 13:07 Uhr
Gestrickte hyperbolische Korallen - Mathe im Museum
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 7
Vor ein paar Wochen war in der Zeit ein sehr guter Artikel über eine Wissenschaftlerin, die Korallen strickt, um damit unter anderem hyperbolische Räume zu erklären und auf die Verschmutzung der Weltmeere hinzuweisen.
Das klingt merkwürdig? Ist es auch, aber nur auf den ersten Blick. Fangen wir mal bei dem hyperbolischen Raum an. *räusper* Äh, also der Thilo kann das sicher besser erklären, ich vereinfache das mal auf gebogene Ebenen, die mathematisch sehr schwer zu berechnen sind. Einfaches Beispiel: Lollo-Rosso-Salat. Und diese (mathematisch schwierigen) hyperbolischen Räume gibt es in der Natur recht häufig. Unter anderem bei Korallen. Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, ob sie eine Koralle stricken häkeln wollte und dann dachte, Hoppla, ein hyperbolischer Raum, oder ob es umgekehrt war. Jedenfalls strickt häkelt Margaret Werheim seitdem, und strickt häkelt und strickt häkelt... und mit ihr stricken häkeln inzwischen weltweit (99%) Frauen, um das vermutlich zweitgrößte Korallenriff zu erschaffen. Klickt Euch mal durch die Gallerien der Website vom "The Institute for figuring". Vieles macht zwar den Eindruck eines VHS-Strick-Weihnachtsbasar, aber wenn selbst das Andy Warhol Museum die gehäkelten Korallen einlädt, soll das schon was heißen.
Natürlich gibt es auch einen Blog und selbstredent war die gute Frau auch schon bei TED eingeladen und hat hier ihr Projekt vorgestellt, inklusive den hyperbolischen Räumen:
Nachtrag: Ulrike hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Dinger gehäkelt und nicht gestrickt sind (ist ein Unterschied, wieder was gelernt). Den Titel habe ich jetzt aber nicht geändert, weil das CMS dann uU. Probleme macht.
Und noch ein Interview mit ihr:
Autor: Chris· 7 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (7)
Ich war erst etwas irritiert, denn ein Satz von Hilbert besagt eigentlich, daß man die hyperbolische Ebene nicht in unseren euklidischen 3-dimensionalen Raum einbetten kann.
Wie ich diesern Artikel http://www.math.cornell.edu/~dwh/papers/crochet/crochet.html entnehme, geht es beim Satz von Hilbert aber nur um die Unmöglichkeit glatter (d.h. differenzierbarer) Einbettungen - die gestrickten Modelle haben offenbar Kanten, sind also nicht glatt.
... und endlich sind sie obendrein.
Die gestrickten, ja, aber sie lassen sich im Prinzip schon unendlich fortsetzen.
Aber wenn man das nicht vorhat, kommt man doch auch ohne Kanten aus. Oder nicht?
Ja, es geht wohl darum, daß man Strickmuster haben will, die sich im Prinzip schon ins Unendliche als hyperbolische Ebene fortsetzen ließen.
Ich finde das Projekt ganz spannend, habe hier auch schon ein Buch dazu liegen, weil ich mich gerne selber mal daran versuchen würde - aber es wäre doch wichtig, die Technik korrekt zu bezeichnen: Diese Objekte sind gehäkelt, nicht gestrickt. Wichtig ist das, weil sich solche Muster/Formen nur mit unglaublichem Aufwand (wenn überhaupt) stricken ließen. Häkeln ist da wesentlich flexibler (und 'to crochet' heißt auch häkeln :-)).
@Ulrike
Uh, danke für den Hinweis. Ich könnte die Schuld jetzt auf die Zeit schieben, bin mir recht sicher, dass es dort so beschrieben wurde. ABER ich habe es nicht überprüft, du hast natürlich Recht, wird korrigiert.