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Forschung ist sexy! Zumindest wenn man verstanden hat, um was es geht. Wissenschaft und Forschung so zu vermitteln, dass es auch begriffen wird, ist Beruf(ung) von Christoph Larssen, Biologe und Wissenschaftsredakteur.
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15.11.10 · 10:21 Uhr
Bäume beleuchten die Straßen und filtern CO2 aus der Luft
Kategorie: Technik · Kommentare: 5
... so in etwa der Plan, den taiwanesische Forscher gerade zufällig entwickelt haben. Eigentlich wollten sie nur eine Lumineszenz entwickeln, die nicht so toxisch ist. Dazu haben sie Gold-Nanopartikel in Blätter injiziert. Tada, der Baum fing an zu leuchten.
Ganz nebenbei wurden aber auch die Chloroplasten angeregt, welche wiederum mehr CO2 "verbrauchten".
Mehr dazu hier.
Nachtrag Das ist eine sehr kurz zusammengefasste Version, wie die Ergebnisse mal in einer praktischen Umsetzung aussehen könnten. Man beachte den Konjunktiv! Derzeit ist es nicht praktikabel oder gar realistisch umsetzbar. ABER es ist ein Ansatz. WENN das Prinzip erst einmal etabliert ist, KÖNNTEN andere Partikel verwendet werden etc. Bevor also jetzt jemand in Taiwan Laub sammeln geht, um daraus das Gold zu sammeln - warten!
Nachtrag 2 Also, das ganze noch mal im Detail: Der Post-Doc Yen-Hsun Su hat Gold-Nanopartikel in die Blätter von Bacopa caroliniana(Großes Fettblatt, ne beliebte Aquarienpflanze) injiziert. Unter einer Bestrahlung mit UV-Licht erzeugten die Partikel dann eine Fluoreszenz im blau-violetten Bereich . UV rein, Blaulicht raus. Dieses blaue Licht wieder regte die Chloroplasten in den Blättern an, welches in einem "Rotlicht" resultiert. UV rein, Blaulicht zu Chloroplasten, Rotlicht raus. Das eigentliche Ziel war eine ungiftige "Öko"-LED zu entwickeln, die nicht auf dem teuren und giften Phosphor basiert. Und um den schwarzen Peter des ach so reisserischen Vergleichs mal dann direkt weiter zu geben:
"In the future, bio-LED could be used to make roadside trees luminescent at night. This will save energy and absorb CO2 as the bio-LED luminescence will cause the chloroplast to conduct photosynthesis," said Dr. Yen-Hsun Su in an interview with Chemistry World.Die Vision der leuchtenden Bäume am Straßenrand kam vom Forscher selbst. Also, weitere Beschwerden bitte nach Taiwan.
Autor: Chris· 5 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (5)
Ja, wenn man Forschung entstellt, nicht hinterfragt und auch noch übermäßig selektiv aus einer Tertiärquelle zusammenrafft, die selbst schon übermäßig selektiv (und auch noch falsch) von einer Sekundärquelle abschreibt, ohne ansatzweise an die Primärquelle ranzugehen und sich in einer stillen Minute noch ein, zwei Fragen zu stellen - etwa: Wie viel Kilogramm Gold müssen wir denn in so eine straßenübliche Platane einschleusen? Glimmt die dann nur ein bisschen oder macht sie wirklich hell? Auch im nächsten Frühjahr noch? Ist die rote Fluoreszenz gut für die Verkehrssicherheit? Und: Müssen alle Leute auf der nächtlichen Straße dann Schutzbrillen tragen, damit sie von dem UV-Anregungslicht nicht Augenschäden davontragen? - ja, dann lässt sich natürlich jedes gehypte Thema irgendwie mit Gewalt auf sexy trimmen. Sorry für die wutschnaubende Nörgelei, aber in diesem Fall ... versteh' mich bitte, es ist einfach so unglaublich typisch für die Arbeitsweise der Blödzeitung.
Hm, jein.
Ja, ich habe recht vorschnell aus einer Drittquelle eine Zusammenfassung hingetippt. Ich werde das noch mal sauber recherchieren.
Und nein. Es ist eine interessanter Ansatz, der eine Meldung rechtfertigt. Sicherlich wird DIESES Prinzip nicht 100%ig umgesetzt werden. Aber wenn man jede Forschung aufs Detail genau wörtlich und detailiert erklärt - dann wird es unverständlich und langweilig.
Wissenschaftskommunikation lebt von der Grauzone zwischen Blöd-zeitung und Nature (um das jetzt wieder mal durch Übertreibung darzustellen). Daher halte ich das Bild, die Vision der leuchtenden Bäume neben der Straße durchaus als akzeptabel, um das Prinzip zu illustrieren und die Vision darzustellen.
Hm, ich dachte ja erst an die Pflanzen-Transformationsmethode, wo man DNA an Goldpartikel bindet und damit dann die Pflanze beschießt. Ein paar Partikel bleiben in den Zellen und schon hat man seine DNA da, wo man sie haben möchte :-)
http://en.wikipedia.org/wiki/Gene_gun
Ist hier aber wohl nicht so. Scheint mir eher wie ein Fall von "nett, aber was soll das bringen?" zu sein. Ein paar mehr Details wären nett gewesen.
Hallo Chris,
--xx--
Man muss natürlich nicht alles wörtlich und bis ins kleinste Detail erklären. Ich meine aber, sobald Wissenschaftskommunikation Details, Zusammenhänge oder Prinzipien nicht nur geglättet darstellt, sondern um der Story willen schlicht verzerrt, ist sie keinen müden Pfennig wert und verdient maximal den von-Däniken-Gedächtnispokal. Meine Überzeugung ist, dass es auch ohne Verzerrung geht, wenn man sich hinsetzt, bis man das Thema verstanden hat und geschmeidig aufbereiten kann - oder aber zu der (seufzerschweren) Einsicht gelangt, dass das Thema vielleicht doch keines ist. Man unterschätzt, glaube ich, die Leser ganz gewaltig. Auch Laien merken es ganz gut, wenn der Redakteur selbst nicht so recht weiß, was er da eigentlich von sich gibt. Siehe zum Biespiel die Leserkommentare zu den typischen Immer-Größer-Doller-Schlimmer-Dramatischer-Artikeln etwa bei Welt Online. Da sind sogar Focus und Spiegel noch eine Wohltat gegen. Nix für ungut!
@CCS: Nein, es geht um Nanopartikel, die man durch die Stomata ins Blattgewebe transfundieren lässt und die dort kurzwellige Strahlungsenergie aufnehmen und an das Chlorophyll weiterleiten, das dann wiederum schön rot fluoresziert. Und zumindest einen Teil der ansonsten nicht nutzbaren Energie (s. Absorptionsspektrum von Chlorophyll) auch für die Lichtreaktion der Photosynthese nutzbar machten kann. Aber zu welchem Preis? Dann doch lieber eine ordinäre Straßenlampe, die nach oben nicht abgeschirmt ist. Dann meckern allerdings wieder die Kollegen von Dark Sky. Völlig zu Recht. :-)
Norbert:
Ah, das erscheint zumindest logisch, dass das klappen könnte. Wie kommen die Metallatome (sind die ionisch?) denn durch die Membranen durch? Ist ja ohne Carrier/Kanal immer nicht ganz einfach.