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17.01.12 · 20:45 Uhr
Rape Culture
Kategorie: Kultur · Kommentare: 14
Falls noch jemand einen kleinen Einstieg braucht, was "rape culture" (Vergewaltigungskultur) bedeutet und ausmacht:
"Shit Everybody says to Rape Victims".
Autor: Jörg· 14 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (14)
Interessante Frage: Wie viele Leute müssen einer Meinung sein, bevor sie eine Kultur bilden und zu der alle Umstehenden - auch mit anderer Meinung - plötzlich gehören sollen? Bin ich Mitglied einer HipHop Kultur, nur weil ich neulich im gleichen Bus mit 3 HipHopern saß? Bin ich Mitglied einer Nazi-Kultur, weil es in Deutschland auch Nazis gibt? Bin ich Mitglied der menschlichen Kannibalen-Kultur, nur weils sicher irgendwo noch 10 Kanbibalen gibt?
Anders gesagt: Es gibt sicherlich haufenweise Idioten da draußen, keine Frage. Aber aus dieser simplen Tatsache schließen zu wollen, dass ich in einer Idioten-Kultur lebe, erscheint mir leicht abwegig. Selbst der Titel des Videos ist völlig bescheuert. "Everybody"? Ja, klar.
Einen im Kern eigentlich sinnvollen Thema kann man durchaus schaden, wenn man es übertreibt. Zu sagen, dass es zu viele Leute gibt, die so nen Unsinn reden? Gute Sache. Jemandem, der so nen Blödsinn sagt, die Meinung geigen? Auch gute Sache. Alle anderen Menschen mit solchen Leuten in einen Sack zu stecken? Völlige Idiotie.
Flo: It's not about you, get over it.
*ächz*
*grübel*
Fällt in diesem Video EIN vernünftiger Satz? Ich muß wohl mal kurz wikipedieren, bevor die Wikipedia für 24 Stunden ausfällt.
Schöne Zusammenstellung! Und jetzt warte ich auf möglichst aufgebrachte Reaktionen.
Das Popcorn steht bereit.
hier gibts übrigens ein schönes 101 zu rape culture, was insbesondere auf flos argumente eingeht.
http://shakespearessister.blogspot.com/2009/10/rape-culture-101.html
und einen artikel aus dem sz-magazin, in dem die bedeutung von rape culture meines erachtens nach sehr gut rausgearbeitet ist.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36394/
an beiden artikel wird deutlich, warum auch flo in einer rape culture lebt und wie diese sich äußert.
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/36394/
@Marc ja leider. Jeder Frau kann in vielen Situationen der Gefahr einer Vergewaltigung ausgesetzt sein - aber leben wir deshalb in einer Vergewaltigungs-Kultur? Viele wurden schon einmal bestohlen, leben wir deshalb in einer Diebstahl-Kultur? Die Mehrzahl der Deutschen ist christlich getauft, leben wir deshalb in einer Christlichen Kultur? Ich weiß nicht, ob es gut ist eine Kultur auf einen einzigen Aspekt zu reduzieren.
@ roel. Es geht nicht darum, ob Vergewaltigungen ein signifikanter Aspekt unserer Kultur darstellt (man(n) verzeihe mir meine Verallgemeinerung hinsichtlich unserer Kultur). Es geht viel mehr darum, dass Vergewaltigungen EINEN Teil einer immer noch patriachalen Kultur darstellen. Der SZ Artikel hat dies sehr schön herausgearbeitet, indem er das Beispiel der Töchter brachte, die Nachts ausgehen und von ihren Eltern ermahnt wurden vorsichtig zu sein. Ich als Sohn wurde nie von meinen Eltern in dieser Hinsicht ermahnt (ausser ich war mit meinem Mountainbike unterwegs, aber das hatte wohl andere Beweggründe) Vergewaltigungen stellen leider einen Teil der menschlichen Kultur dar, in dem die eine Hälfte der Menschheit zum Opfer des anderen Teils werden kann.
Und natürlich stellt Diebstahl ebenfalls einen wichtigen Teil unserer Kultur dar, oder wie möchtest du die Ausbeutung natürlicher Ressourcen nennen. Das wir es nicht als Diesbstahl ansehen, liegt darin begründet, dass wir auf der Gewinnerseite des Kapitalismus stehen.
@G.J. Ja, die Beispiele sind schon richtig, aber die können auch problemlos ergänzt werden. Meine Eltern mahnten, wenn es zu einer öffentlichen Veranstaltung ging, auf meine Sachen aufzupassen. Leider gibt es Vergewaltigungen und leider gibt es Diebstahl, wo mit ich beides nicht vergleichen will. Wenn überhaupt würde ich die Vergewaltigungen als negativen Bestandteil unserer Sexualkultur ansehen, aber nicht als eigenständige Kultur.
@ roel: Ok, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, die Frage ob es eine ausdifferenzierte "Rape-Culture" gibt würde ich auch verneinen. Auf der anderen Seite sehe ich jedoch sexuelle Gewalt als ein Aspekt, einer in bestimmten Teilen immer noch patriachalen Kultur an. In dieser Kultur können natürlich auch Männer Opfer sexueller Gewalt werden.
xxx
@roel: das, was eine kultur als eine rape culture ausmacht (zumindest so, wie ich diese konzepte bisher verstanden habe) ist eben die art und weise des umgangs mit sexuellen übergriffen. vor allem auch mit alltäglichen. bereits ein anzügliches augenzwinkern kann dabei einen solchen übergriff darstellen. die definition, ob es ein übergriff war oder nicht, liegt dabei bei dem menschen, der dies für sich festgestellt hat. also beim opfer.
und aus dieser perspektive ist ein gesellschaftlicher umgang mit diesen vorwürfen, der sich eben auf die seite der gesellschaftlich mächtigen stellt, ein umgang der eine rape culture ausmacht. es ist eben mehr, als dass es vergewaltigungen gibt.
der vergleich mit dem diebstahl finde ich nicht unbedingt geschickt. diebstahl ist in den meisten fällen ja eher ein subversives delikt. es sind ja meist nicht die gesellschaftlich mächtigen, die fahrräder oder autos klauen, sondern menschen, die auf eine andere art und weise nicht an bestimmten gütern teilhaben können. das war zumindest bei den riots in london ja eine der interpretationen.
Versuch, die Diskussion entgleisen zu lassen. Nicht mit mir.
Hat eigentlich kaum Sinn, die Diskussion weiter offen zu lassen. Ich versuche es trotzdem nochmal. Wenn noch jemand versucht, die Diskussion auf irgendetwas anderes als das Thema umzulenken schließe ich sofort.
Mimimimimi.....Jörg at it's best!