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14.03.10 · 16:35 Uhr
Warum Apfelkuchen eine tödliche Gefahr ist
Kategorie: Naturwissenschaften · Kommentare: 10
In meinem Artikel zu den Strangelets sind in den Kommentaren auch die Panikmacher aufgeschlagen, die mit fast beängstigender Verdrehung zwangshaft aus jeder Meldung eine Gefahr für die Erde machen. Ich werde nicht weiter mit denen diskutieren, dazu hat Brian Cox ja alles gesagt ("Whoever thinks that the LHC will destroy the Earth is a twat"), aber deren Ersatzlogik-Ersatz ist einfach so berauschend schlecht, dass ich den nochmal extra hervoheben muss:
Die nehmen also einen Bericht darüber, wie man Gravitonen messen könnte, also die hypothetischen Überträger der Gravitationskraft. Dann sagen Sie, zu diesen hypothetischen Messungen, wenn es keine Gravitonen gäbe dann könnte diese hypothetische Signatur von Strangelets sein, die die Erde auffressen (täten sie nicht, selbst wenn es sie gäbe), und deswegen ist der RHIC oder LHC gefährlich.
Ich übersetze diese Logik mal in den Alltag:
Der Beweis warum Apfelkuchen eine tödliche Gefahr ist
1) Man nehme ein Rezept für Apfelkuchen
2) Man lasse die Äpfel weg
3) Weil man stattdessen Zyankali hineintun könnte, ist Apfelkuchen backen eine tödliche Gefahr.
Köstlich :)
Autor: Jörg· 10 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (10)
Und selbst Personen, die ein naturwissenschaftliches Studium bestanden haben, verbreiten solch bekloppte Argumente. Es ist zum Mäusemelken.
Vor, inzwischen vielen Jahren, gab es in einer April-Ausgabe der Blauen Blätter eine nette Satire über Versuche chemische Feuerlöschmittel durch WATER (Dihydrogenmonoxid war damals noch nicht geprägt) zu ersetzen, was natürlich wegen der immensen Gefahren von WATER nicht möglich ist. U.v.a.m.:
- Man braucht dafür riesige Reservoire, aber bereits ein 10 l Eimer voll damit reicht, um 100 Leute zu ertränken.
- Schon Baumwolle schrumpft beim Kontakt mit WATER. Was wird also WATER auf der menschlichen Haut anrichten?
usw.
Nicht zu vergessen der Skandal, als Natriumchlorid im Kochsalz entdeckt wurde!
Wie immer hatten die Industrievertreter im Gleichschritt behauptet, das sei da schon immer drin gewesen...
Übrigens ist WATER tatsächlich für die branchenweit zweithäufigste Berufserkrankung (nach Lärmschwerhörigkeit) verantwortlich.
Laut TRGS 401 muss schon nach 2 Stunen pro Arbeitsschicht Hautkontakt zu WATER eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (G 24) angeboten werden.
Wenn ich Deinen Artikel richtig verstanden habe, müssen "Erd-fressende" Strangelets doch stabil und damit groß sein. Sind sie damit nicht um ein vielfaches hypothetischer (falls dieser Begriff Sinn ergibt) als ein Graviton?
Hey, man braucht die Äpfel gar nicht wegzulassen: Die Kerne enthalten nämlich Blausäure (bzw. eine Vorstufe davon) ...
- allerdings müßte man schon etliche Kilo Äpfel verdrücken - und dabei sämtliche Kerne zerkauen -, um sich damit zu vergiften.
Ich muß ja sagen, ich fand es etwas schade, als ich eben sah, daß Jörg den Strangelet-Artikel zugemacht hat.
@Jörg: nimms locker. Hier sind immer wieder Leute zu finden, die dir die Arbeit abnehmen, mit den Spinnern zu spielen. Und das macht echt Spaß. Naja. Meistens. Aber gerade die Cranks sind es, die einen nicht unerheblichen Anteil daran haben, daß ich im Astrodicticum schon eine Hängematte hab. Und ich bin ja hier auch nicht unter Fremden - alle meine Vorposter hab ich drüben auch schon gesehen. :)
Tödlicher Apfelkuchen... ei ei ei. Na, ich bevorzuge ja eher nicht-tödliche uva. schmackhaftere Modifikationen der Rezepte. Nehmen wir etwa Salat. Der schmeckt am Besten, wenn man ihn kurz vor dem Verzehr durch ein saftiges Steak ersetzt.
Voila! Ich habe eben Kraft meiner Logik aus der faden Ballaststoffansammlung einen sehr nahrhaften Haufen Protein gemacht - ganz ohne Verluste :)
@Bullet: Zahlst du Florian eigentlich Miete für die Hängematte?
@CW: nö. Da ich wie immer eine Bereicherung für jede Gesellschaft bin, hab ich meine Provision mit der Miete verrechnet. Janz schön teuer, so ein bequemes Mattchen. :(
Mir scheint ein zumindest bedenkenswerter Punkt jener physikalisch vielleicht nicht sonderlich informierten Kritiker darin zu bestehen, daß die Risikoeinschätzung eines Experimentes nicht von Leuten durchgeführt werden sollte, die ein existenzielles Interesse (akademisches Fortkommen, etc.) daran haben, daß das Experiment stattfindet. Das ist ja jetzt an und für sich nicht vollkommen bescheuert...
@Sebastian
Na, dann passt ja alles. Denn Steve Giddings von der Universität Santa Barbara, oder Roberto Casadio vom Istituto Nazionale de Fisica Nucleare in Bologna usw. sind ja vom CERN unabhängige Gutachter.