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Cornelius Courts ist Biologe. Er hat in Köln studiert und promoviert. Zur Zeit arbeitet er am Institut für Rechtsmedizin der Universität Bonn als Forensischer Genetiker. Er befasst sich dort mit dem Plötzlichen Kindstod, DNA-Spuren aus dem Schußwaffenlauf und forensischer Micro-RNA-Analytik.
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12.02.12 · 00:00 Uhr
Alles Gute zum Darwin-Tag!
Kategorie: Kultur · Kommentare: 42
Fröhlichen Darwin-Tag allerseits! :-)
Heute jährt sich der Geburtstag von Charles Darwin zum 203. Mal.
Grund genug, an ihn zu denken und sein Andenken zu feiern :-)
Warum den Darwin-Tag feiern? von American Humanist Association on Vimeo.
Autor: Cornelius Courts· 42 Kommentare· Permalink· Trackback-URL
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Kommentare (42)
Dann hat mein Auto sozusagen heute Namenstag. :) Muss ichs doch glatt ein bisschen spazieren fahren.
Schönen Darwin-Tag allerseits! :)
Gibt's dann heute anti-Kreationismus Kampagnen?
Ebenso! Sehr passend das.
Jaa, gerade im Rheinland sieht man Evolution at Work ... morgen in Berlin, ab nächste Woche dann richtig, also, hellblau ;)
@Theres:
????
Ja, hier!
Ist Fastnacht, Karneval, fünfte Jahreszeit - rote Funken werden zu hellblauen, danach zu ... na, lassen wir das. Eklig. Das auf jeden Fall :)
@Theres:
Ah so. Ich bin ja nicht so der Verkleidungsfan im Fasching, ich feiere lieber nach Wiener Art ;). Aber das hat nun so gar nichts mit dem Darwin Tag zu tun! Darwin-Day Veranstaltungen gibts übrigens hier: http://darwinday.org/events/
@Alice
Verkleidung kann alles mögliche sein. Ballkleid wäre es bei einigen Männer (und Frauen) sicherlich :)
Doch, die fünfte Jahreszeit hat eine Menge mit Darwin zu tun, weil du genau die Wirkung einiger Gene beobachten kannst - wer verträgt Alk, wer nicht ... und was meint das oft gehörte "survival of the fittest" in Extremsituationen ... aber das ist so etwas von ot. Nein, daneben, das ist es ...
P.S.: In D gibt es keine Events ... na ja, bis auf dem Berliner Karneval, würde ich meinen.
@Theres:
Dann wirds ja höchste Zeit dass Scienceblogs eins organisiert!!
Nur Sachen linken is nicht, selbermachen ist gefragt! ;)
Wiener Bälle... mmh... Prinzessin für eine Nacht, ganz legal, und dabei nicht so dämlich aussehen, wie man das als Kind getan hat ;)
Obwohl ich ansonsten sehr gerne Alkohol geniesse, auf einem Ball brauch ich keinen. Vielleicht liegts daran dass Tanzen an sich schon genug Spass macht. Ich glaube, wir sollten die Diskussion aber lieber nebenan im Plauderartikel weiterführen, sonst bekommen wir noch eine Rüge vom Chef!
Von dem Kuchen hätt ich auch gern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Darwin vor mehr als 103 Jahren geboren wurde. Das wären dann wohl eher 203^^
Das ist netto, Julia - 203 abzüglich des schier endlosen Geschwafels der Kreationisten.
Or blame it on an excel-fault ;-)
Auch SPON läßt es sich nicht nehmen, Darwins zu gedenken:
:o)Hm, das mit dem Fisch als Symbol der erzkonservativen Darwin-ablehnenden Christen stimmt aber nicht. Der Fisch war seit den Anfängen des Christentums eine Art Geheimsymbol. Der Fisch und die "Gegenfische", das hat sich vielleicht erst wirklich mit der Bewegung Kreationisten gegen nicht-Kreationisten so herauskristallisiert, aber anfänglich war das glaub ich ganz harmlos.
Diese fundamentalistische Verbindung zwischen Christ = Kreationist gibts ja auch irgendwie hauptsächlich in den USA. Ich kenne sehr viele gläubige Christen (ich war sogar auf einer Klosterschule), aber Darwins Evolutionstheorie würde da niemand auch nur im Geringsten anzweifeln! Ja mei, die Bibel ist halt ein Buch, von dem wir wissen, es muss nicht alles so ernst genommen werden wies drinsteht, die Sachen sind eher mehr als Gleichnisse zu sehen, in hübschen Geschichten verpackt um die Message rüberzubringen. Ja, es gibt schon einen Schöpfer, aber der agiert eher so diskret im Hintergrund, denken die alle.
Als ich noch in der Schule war, waren diese Kreationistenheinis hierzulande noch recht wenig bekannt. Da fand man das sehr lustig, wie "hihi, da gibts so Deppen, die glauben tatsächlich die Erde sei vor 5000 Jahren entstanden, wie dämlich!" und ich glaube mich dunkel zu erinnern, dass sowas auch irgendwo in der Schule aufgetaucht ist (ob in Biologie oder Religion weiss ich nicht mehr), aber eben genau mit dieser Haltung: absoluter Schwachsinn. Also bitte nicht alle Christen in einen Topf werfen!
In den USA ist das wohl alles etwas extremer, so wie vieles dort, deswegen mag ich das Land auch nicht besonders bzw. die Leute dort (wenige Ausnahmen wie immer ausgenommen)
Nebenan hat Ali ja mal neulich was gepostet darüber dass die Religion und Religiösen nur gefühlt einen höheren Stellenwert in der Gesellschaft bekommen hat. Wenn ich mir die USA und die Kreationisten vs. Darwin Debatte, die ja wie gesagt besonders hierzulange relativ neu ist, so ansehe, spricht das eher dagegen. Vielleicht hat das auch nur mit der leichteren Verbreitbarkeit von Meinungen im Internet zu tun gegenüber früher...
@Alice· 12.02.12 · 11:36 Uhr
Da hat dann z.B. Frau Karin Wolff, Jahrgang 1959, ihres Zeichens hessische Kultusministerin zwischen 1999 und 2008, stellvertretende Ministerpräsidentin zwischen 2003 und 2008, Preisträgerin "Dodo des Monats" im Juli 2007 wohl die falsch Klosterschule besucht. (bitte auch die Links auf Wiki / die Vorgeschichte beachten) ;DWenn´s nach Frau Wolff gegangen wäre, wär´s wohl Biologie gewesen. Nienich! Bloß die schwachsinnigen. ;-pJo, hatter ... Mit welcher Intention lasse ich mal offen. Vielleicht hat ja speziell die Schweiz noch keinen Bedarf an "Stärkung der Religion" bei einem Anteil von erst gut 20% Konfessionslosen (gegen z.B. 34,8 % in Deutschland). Aber man arbeitet dran. >;-) Möglicherweise ist ihm auch die dortige Steigerung des Anteils der Muslime um 2.200% (von 0,26% in 1970 auf 5,8% in 2007) einfach noch "zu bisschen"? ;o)@ZetaOri:
Uff! Als ich den Satz von ihr das erste Mal gelesen hab, dachte ich ja auch noch naiv, die Vereinbarkeit von Schöpfung und Evolutionstheorie meint sie halt so wie ich angesprochen hab, die Geschichte in der Bibel ist eine nette Erfindung, aber ohne Wahrheitsgehalt. Dabei glaubt die tatsächlich an diesen Kreationistenmist!
Manchmal denk ich mir, ich muss irgendwie in einer liberalen Ecke des Christentums aufgewachsen sein. Die Schöpfungsgeschichte hat nie, aber auch gar nie irgendjemand ernstgenommen, nicht mal ein Priester oder Pater! An so Schwachsinn glaubten ja nur die Zeugen Jehovas (davon hatten wir welche in der Volkssternwarte, nette Leute übrigens, aber wir anderen haben nie verstanden wie man sich für Astronomie interessieren kann und gleichzeitig an die Erschaffung der Erde vor 5000 Jahren glaubt - erst vor einem Jahr hat mir jemand erzählt dass eben jene relativ kritisch waren in ihrer Gemeinschaft und damit auch mal so richtig Ärger bekamen). Dass dies Grundlage einer immer weiter verbreiteten "Lehre" ist, davon hab ich erst nach 2000 gehört oder so.
Auch so Dinge wie dass Verhütung eine schwere Sünde ist, mei, das war was was der Papst in Rom so erzählt hat, aber der erzählt viel wenn der Tag lang ist. Oder was für das meine Mutter als sie selbst jung war kritisiert wurde, aber doch nicht heutzutage.
Richtig fundamentale Christen und deren Ansichten sind mir erst später begegnet, ich dachte mir ja schon damals, so manche (liberalen) Meinungen, die unsere Patres oder die Religionslehrer vertraten, das sollte man in Rom besser nicht spitz kriegen ;).
@Julia/rolak: ist korrigiert....
ich äh... ich äh.... wollte nur gucken, ob Ihr aufgepasst habt ;-)
@Alice· 12.02.12 · 14:50 Uhr
Na klar, und sie ist sicher nicht die einzige, nur die prominenteste von den bekanntgewordenen Exponenten unseres Staates. Nun könnte man sagen: Na gut, tumbe Religionslehrerin, die irgendwie in `ner christlichen Partei in die Politik geraten ist (die Esotanten gehen dafür zu den Grünen >;-). Dummerweise tummeln diese Typen sich auch zunehmend in akademischen Kreisen, was man vielleicht ... im naturwissenschaftlichen Elfenbeinturm ;-P nicht so mitbekommt. Der "Think Tank" der Kreationisten in Deutschland wird seit ca. 50(!) Jahren von der Konferenz bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA) e.V. gebildet, ... ... seit über 30(!) Jahren unterstützt von der Studiengemeinschaft Wort und Wissen e.V., dessen ehemaliger Vorsitzender (bis 2006) Siegfried Scherer, Biologe, seit 1991 Prof. an der TU München und seit 2003 Geschäftsführender Direktor des Z I E L (Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung) ist. Der hat sich erst vor ein paar Jahren von den ganz dicken Klopfern des US-Kreationismus halbwegs distanziert.Eines der Mitglieder der KBA, die "Bibelschule Brake" war übrigens 2009 groß in den Schlagzeilen, als zwei ihrer Studentinnen, die zum Missionieren in den Jemen gegangen waren, dort bei einer Entführung ermordet wurden. Vielleicht erinnerst Du Dich?Ja, ja, der machtlose alte Mann in Rom: Sogar die STAATLICHEN Gesetze z.B. in Irland haben bis in die 1990er Jahre hinein den Verkauf von Kondomen zur Empfängnisverhütung verboten (die haben noch Mitte 2009 ein STRAFgesetz erlassen, welches Blasphemie mit bis zu 25.000 € bedroht).
Vielleicht wollten die auch nur die Mechanik entdecken, mit denen die Lampen da oben aufgehängt sind, oder die Apparate, die die Rotverschiebung generieren? >;->
@Alice+ZetaOri: genau so gings mir auch. Ich konnte mir bis vor einigen Jahren auch nicht vorstellen, dass ausgerechnet in den hochindustrialisierten USA so viele Kreationisten auftreten. Und sogar in der Regierung die Bibel so wörtlich genommen wird. Oder glaubte DabblBusch das gar nicht wirklich und verarschte nur die Leute?
@ZetaOri:
im naturwissenschaftlichen Elfenbeinturm ;-P nicht so mitbekommt.
Na! Da war ich noch Schülerin, da war also bestimmt nix mit naturwissenschaftlichem Elfenbeinturm. Höchstens mit dörflichem "not to be where the action is" Elfenbeinturm :P
Der "Think Tank" der Kreationisten in Deutschland wird seit ca. 50(!) Jahren von der Konferenz bibeltreuer Ausbildungsstätten (KBA) e.V. gebildet, ...
Den "normale" Christen ungefähr so ernst genommen haben wie die Partei Bibeltreuer Christen, die war ja auch nur immer als Erheiterung bei der Wahlwerbung geeignet.
Ich wollte nur sagen, dass ich mind. 9 Jahre (und Religionsunterricht hatt ich ja insgesamt 13 Jahre) sozusagen direkt an der Quelle sass und mir ist da nichts kreationistisches o.ä. Blödsinn untergekommen. Wie gesagt, ich mag da Glück gehabt haben, uns wurde weder Religion irgendwie eindoktriniert noch irgendwelcher unwissenschaftlicher Blödsinn verzapft. Sowas ist mir erst viel später begegnet. Vielleicht gibt es ja auch die eher liberaleren Klöster und die eher strengen (und damit auch deren Schulen), da kenn ich mich aber nicht aus.
Vielleicht wollten die auch nur die Mechanik entdecken, mit denen die Lampen da oben aufgehängt sind, oder die Apparate, die die Rotverschiebung generieren?
Nein, soweit ich weiss, wollten die irgendwelche Schriften kritisch untersuchen. Und haben dabei gewaltig eine auf den Deckel bekommen, das ist dort ja wie in einer Diktatur.
Ja, ja, der machtlose alte Mann in Rom: Sogar die STAATLICHEN Gesetze z.B. in Irland haben bis in die 1990er Jahre hinein den Verkauf von Kondomen zur Empfängnisverhütung verboten (die haben noch Mitte 2009 ein STRAFgesetz erlassen, welches Blasphemie mit bis zu 25.000 € bedroht).
Ich sage ja nicht, dass es keine Negativbeispiele gibt, ich hab nur die Haltung meiner (häufig) christlichen Freunde und Bekannten (in Deutschland) wiedergegeben. Kein Sex vor der Ehe und so Mist, das ist was das vielleicht in den 60ern (auch aus praktischen Gründen) noch aktuell war, aber heute?! Die norwegischen Christen z.B. sind da extrem antiquiert, die gehen da eher in die amerikanische Richtung. Viele sind komplett atheistisch, aber die, die religiös sind, sind dann eher hardcore (allerdings sind mir auch da noch keine Kreationisten begegnet)
@ZetaOri:
Die Wolff ist ja auch lesbisch! Ja damit reist sie mal lieber nicht in das Land ihrer weltanschaulichen Vorbilder, da sieht man nämlich homosexuelle Christen nicht so gerne.
Ausserdem ist die Dame auch noch mit einer Heilpraktikerin zusammen, doppelt disqualifiziert!
Nicht dass sich hier wieder jemand unnütz aufregt, gegen Homosexuelle hab ich absolut überhaupt gar nichts, die Frau kann sein was sie will, das hat nichts mit dem Rest ihrer Ansichten zu tun. Aber Homöo-Schwurbel-Affinität UND kreationistische Ansichten das geht gar nicht.
@BreitSide· 12.02.12 · 19:04 Uhr
Hmmm, ... schwierig. Vielleicht können wir uns der Frage von einer anderen Seite nähern: Um jemanden verarschen zu können sollte man intelligenter sein als der zu Verarschende. Hilft das? ;o)@ZetaOri: Äh, was du sage wolle? Inti wieviel?
Also ich komme aus einer ländlichen Gegend die aus etwa 70% CDU Wähler und 80% Katholiken besteht. Aber selbst der aktuelle Pastor würde wohl kaum auf die Idee kommen die Schöpfungsgeschichte Wörtlich zu nehmen (sein Vorgänger vll noch, aber der alte Kerl war geistig eh sehr verwirrt ums Nett zu formulieren)
Btw. mir fällt gerade mal auf, dass Google seine Startseite nicht geändert hat, wie sie es ja sonst des öfteren bei Geburtstagen von Wissenschaftlern gerne macht.
Weiß jemand wonach die das aussuchen? Kann man da irgendwo für abstimmen(Fürs nächste Jahr)?
@Spoing:
Aber selbst der aktuelle Pastor würde wohl kaum auf die Idee kommen die Schöpfungsgeschichte Wörtlich zu nehmen
Was ja meine eigene Erfahrung bestätigt. Siehste, sind ja doch (noch) nicht alle Christen mit diesem Mist infiltriert ;)
Btw. mir fällt gerade mal auf, dass Google seine Startseite nicht geändert hat, wie sie es ja sonst des öfteren bei Geburtstagen von Wissenschaftlern gerne macht.
Hm... Vielleicht war ihnen das zu "provokativ"??
Der arme Mann, wenn der wüsste welche Kämpfe in seinem Namen oder eher gegen seinen Namen ausgetragen werden, dann würd er sich im Grab umdrehen (wo ist das eigentlich??).
Ich hab mein Auto übrigens nicht nach ihm benannt um irgendeine Weltanschauung zu proklamieren, dass der Name etwas provokativ aufgefasst werden könnte ist mir erst später aufgefallen (alle meine bisher 3 Autos hatten Namen von Wissenschaftlern :) ). Eigentlich wollten wirs erst nach dem Schiff von Darwin benennen, aber Beagle ist ein sehr doofer Name, also wurde es gleich Darwin. Eigentlich aber weniger wegen der Evolutionstheorie, sondern weil ich mit meinem Auto gern auf "Expedition" gehe. ;) Es musste auch gleich am Tag an dem ich es gekauft habe 1500km zurücklegen und am Tag drauf nochmal 900. Das muss sich gedacht haben, oh weia, was da alles noch kommt... Kam dann auch. Es war inzwischen schon in Norwegen :D. Wenn ich noch Geld finde will ichs an Ostern auf Expedition nach Afrika (Marokko) nehmen, Afrika ist von hier aus ja quasi fast in Spuckweite.
Auch wenn ihr euch gerade zurecht auf den Junge-Erde-Kreationismus eingeschossen habt, möchte ich daran erinnern, dass Intelligent Design genau so ein Dummfug ist. Und da ist es halt interessant zu wissen, dass zwar die Katholische Kirche offiziell die Theorie der gemeinsamen Abstammung anerkennt, anscheinend aber nicht die der natürlichen Auslese. Das ist immer etwas schwer auseinanderzuhalten, weil verallgemeinernd von "Evolution" gesprochen wird. "Evolution" im Sinne von gemeinsamer Abstammung und allmählicher Veränderung von Arten ist aber auch ein Kernelement des ID. Doch wie die IDler scheint die Katholische Kirche offiziell darauf zu beharren, dass "Gott" rsp. eine "höhere Intelligenz" in irgendeiner Weise den Verlauf der Evolution bestimmt und beeinflusst. Und das ist halt nicht vereinbar mit der zweiten, grossen Komponente von Darwins Theorie, der natürlichen Auslese.
Weil immer nur verallgemeinernd von "Evolutionstheorie" gesprochen wird, habe ich ernsthafte Zweifel, ob das Theorie in ihrer Gesamtheit wirklich so breite Akzeptanz in der deutschen Gesellschaft hat, wie oft angenommen.
"dann würd er sich im Grab umdrehen (wo ist das eigentlich??)."
Er liegt in Westminster Abbey, gemeinsam mit Maria Stuart, Queen Elizabeth I., Isaac Newton, Ernest Rutherford, Charles Dickens, Georg Friedrich Händel, Lord Kelvin, David Livingstone und vielen anderen (hab mir nur grad die Prominentesten rausgezogen).
Einen würdigeren Platz kann es kaum geben!
@Rainer:
Na, dann is er wenigsten nicht alleine ;))
Zum Rest komm ich später, muss grad noch was vorbereiten (und es ist vieeel zu früh am Morgen...)
@Rainer:
So, meetings vorbei.
Mit dem ID hast du natürlich recht. Wer an einen Schöpfer glaubt, dem ists ja nicht zu verdenken, dass er meint, jener hätte auch irgendwie lenkend in die Evolution oder sogar der Entwicklung des Universums eingegriffen, innerhalb dieser Philosophie ist das ja wohl logisch und in sich konsistent. Wie gross der Einfluss angesehen wird ist wohl individuell verschieden.
Meine persönliche Erfahrung mit Christen in D ist, dass da die Einflussnahme seeehr vage ist. Da herrscht vorwiegend die Einstellung, ja, Gott hat das Universum geschaffen mit seinen Naturgesetzen (die auch die Entstehung von intelligentem Leben erlauben) und dann sah er mal was so rauskam. Und jetzt sitzen wir hier und rätseln warum, wieso, weshalb was funktionert, das Universum als Ratespiel für den Menschen sozusagen. :) Und vielleicht hat er uns ja auch noch Kameraden zum Spielen gegeben, die verstecken sich aber noch (die Aliens) ;).
Ich denke mal, so oder so ähnlich muss zumindest jeder gläubige Wissenschaftler oder wissenschaftsaffine Mensch denken. Dann gibts natürlich die etwas radikaleren, die meinen, Gott habe da viel mehr gesteuert (ist mir z.B. in Skandinavien begegnet), das geht dann schon eher in Richtung ID. Nicht wirklich vorstellen kann ich mir allerdings einen Biologen, der an ID glaubt (genausowenig wie ein Astronom ernsthaft and Kreationismus glauben kann). Wie die Leute von ID allerdings die Dinosaurier und andere ausgestorbene Spezies erklären ist mir auch nicht so ganz klar. Hat das Gott nur gemacht, damit wir Knochen zum Ausbuddeln und drüber rätseln haben?? Dem muss ja ganz schön langweilig sein, wenn er den Menschen den ganzen Tag beim Rätseln zusieht, aber das kann ja auch ganz lustig sein... ;)
http://www.siegfriedscherer.de/
@ZetaOri:
:(
Tja, wer als gläubiger Mensch damit leben kann, dass sich sein Gott seit 14,7 Milliarden Jahren aus der Welt raushält - mir solls recht sein. Der wird dann immer noch mit den Kosmologen über den Urknall diskutieren können. Zumindest mit den Biologen gibts aber keine Konflikte mehr.
Ich persönlich habe allerdings noch nie von so jemandem gehört. Konkret drauf angesprochen wollen die Leute das dann doch nicht sooo verstanden wissen.
(Im übrigen bin ich geneigt, den Kosmologen zu glauben, dass auch beim Urknall kein Gott vonnöten ist. Aber die Diskussion kann ich als Biologe nicht führen, weil keine Ahnung vom Thema.)
@Rainer:
Tja, wer als gläubiger Mensch damit leben kann, dass sich sein Gott seit 14,7 Milliarden Jahren aus der Welt raushält - mir solls recht sein.
Naja, vielleicht schubst er gelegentlich einen Kometen weg von der Erde, oder ein paar Gene in die richtige Richtung oder wer weiss ;). So unauffällig, dass es niemand merkt. Das Universum und die Biologie sind ja "ungenau" genug dass man da dazwischen noch irgendeinen Einfluss "verstecken" kann (wenn man meint, man braucht ihn).
Im übrigen bin ich geneigt, den Kosmologen zu glauben, dass auch beim Urknall kein Gott vonnöten ist.
Ja, natürlich braucht man keinen, Theorien gibts genügend! Wenn jemand meint, er bräuchte ein höheres Wesen um sich nicht so einsam zu fühlen im Universum, kann er das gerne glauben. Solang mir niemand vorschreibt daran nicht forschen zu dürfen oder am Karfreitag kein Fleisch zu essen kann ja jeder privat glauben was er will.
"Naja, vielleicht schubst er gelegentlich einen Kometen weg von der Erde, oder ein paar Gene in die richtige Richtung oder wer weiss ;). "
Nee, eben nicht. Wenn man nicht mehr sicher sein kann, was in der Natur die Folge natürlicher Prozesse und was die Folge des Eingreifens eines Gottes ist, dann weiss man garnichts mehr, dann kann man, konsequent zuende gedacht, die Wissenschaft gleich abschaffen.
Wenn die Russsen ein Raumschiff zur ISS schicken, und es erreicht sein Ziel, liegt das daran, dass alle Berechnungen richtig waren, oder daran, dass "Gott seine schützende Hand über die Besatzung gehalten hat"? In letzterem Fall hätte das Raumschiff sein Ziel nicht wegen der präzisen Berechnungen der Ingenieure erreicht, sondern trotz ungenauer Berechnungen.
Vielleicht haben auch die Techniker der Columbia-Mission alles richtig gemacht, und Gott hatte irgendwelche, sich uns nicht erschliessende Gründe, das Gerät abstürzen zu lassen. Wie sollen wir das je wissen? Wie sollen wir je irgendetwas wissen, wenn bei buchstäblich allem, was existiert, die Alternative Gott/Naturgesetz besteht und wir nicht objektiv zwischen diesen Alternativen unterscheiden können.
Es läuft tatsächlich auf die grundsätzliche Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Glaube hinaus, auch wenn sogar manche Naturwissenschaftler behaupten, dass beides vereinbar sei. Die bisher beste Darstellung dazu habe ich bei Martin Neukamm gefunden, besonders Abschnitt 1.3. Anspruchsvoll aber lesenswert!
@Rainer: Zustimmung allenthalben, aber ich glaube, Du hast oben ein wichtiges "Un-" vergessen ;-)
(Meinen Senf dazu hatte ich hier schon abgegeben: http://www.scienceblogs.de/bloodnacid/2011/03/evolution-vs-kreationismus.php )
@Cornelius: Gib mir'n Tipp, ich sehs nicht!
@Rainer: "Es läuft tatsächlich auf die grundsätzliche Vereinbarkeit von Naturwissenschaft und Glaube hinaus, auch wenn sogar manche Naturwissenschaftler behaupten, dass beides vereinbar sei."
Meintest Du nicht Unvereinbarkeit?
O.k., jetzt wo du's sagst. Gemeint war: Es läuft auf die Frage hinaus, ob die Vereinbarkeit von beidem möglich ist. Hab mich blöd ausgedrückt. Danke für den Hinweis!
Kind:Onkel Darwin, Onkel Darwin... die Creationisten behaupten die Menschen wurden vor 6000 Jahren erschaffen..
Darwin: Das gilt nur für sie.... Es hat einige Milliarden Jahre gedauert bis sich intelligentes Leben entwickelt hat...die brauche also noch ein bischen.
Gruß
Oli
@alice und all die anderen, die so erstaunt über systemische christliche antiwissenschaftliche Tendenzen sind
Tjaaaa. Natürlich habt ihr hierzulande nur selten von rabiatem christlichen Fundamentalismus gehört - und wenn man kein Gespür für sowas hat, bekommt man das auch nicht wirklich mit; die Zahlen sprechen allerdings eine andere Sprache - nach neueren Studien (http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/572108/) sind 10-20% der Biologiestudenten Kreationisten.
Man ist hierzulande ganz gewiss quasi auf einer Insel der Glückseligen aufgewachsen. Dank der Aufklärung und der zunehmenden Säkularisierung der Gesellschaften in Westeuropa mussten die Kirchen ganz offensichtlich über Jahrzehnte immer kleinere Brötchen backen - der naive Glaube an eine wortwörtlich zu nehmende Wahrheit bronzezeitlicher Mythologien passt da sicherlich nicht ins Bild, wie sieht das denn aus?
Deswegen gibt es ja auch seit den späten 70ern den 80ern dieses Klischee des klampfeschwingenden Pfarrers, in dessen Jugendgruppe so eine tolle Stimmung herrscht. Und das Klischeebild des für alle Seiten offenen und ganz ganz kritischen Religionslehrers. Man muss ja schließlich naive, junge Menschen für die Kirchen angeln. Selbstverständlich halten die christlichen Institutionen fein den Mund über die absurd-dunklen Seiten ihrer Ideologie; wer will schon daran erinnern, dass Höllenglauben und Exorzismus noch keinesfalls aus der Dogmatik verschwunden ist. Wer will schon die lieben Jugendlichen darüber aufklären, wie das Christentum außerhalb Europas aussieht? Z.B. in Afrika, wo Pastoren zur Hexenverbrennung hetzen. Oder in Russland, wo die orthodoxe Kirche wie zu Zarenzeiten Schulter an Schulter bei der gesellschaftlichen Kontrolle steht und zunehmend Blasphemie-Vergehen in Kunst und kritischem Denken verfolgt?
Da, wo eine Gesellschaft christlich in fester Hand ist und die Kirchen um ihre gesellschaftliche Diskurshoheit nicht fürchten müssen, bricht ihre brachiale Antirationalität sich sofort die Bahn. Die US-Gesellschaft ist durchchristianisiert, dort sind 40% der Amerikaner Kreationisten - die Politik ist zutiefst durch christliche Lobbygruppen beeinflusst, was schwerste Auswirkungen auf die Finanzierung wissenschaftlicher Lehrstühle, die Gesundheitsversorgung von Frauen (Verdrängung der Abtreibung in verbrecherische Hand in dunklen Seitengassen), Sexualerziehung (eine für Industriestaaten dramatisch überhöhte Zahl von Teenagerschwangerschaften), Sexualaufklärung (christlich sein und Schwulenhass ist für die Mehrheit der US-Christen eins).
Sorry, aber das Christentum in Europa trägt nur eine freundliche Maske. Das wahre Christentum - genauso wie das wahre Sicht aller Religionen - sieht man immer da, wo es die Macht in der Hand hat.
@Alice:
Da gibts einen Cartoon, auf dem Gott eine - bekanntlich krumme - Banane macht und vor sich hin grinst:"Das wird ihnen eine ganze Weile zu denken geben!"
"Da gibts einen Cartoon, auf dem Gott eine - bekanntlich krumme - Banane macht und vor sich hin grinst:"Das wird ihnen eine ganze Weile zu denken geben!"
und es sind ziemlich kluge Gedanken dabei rausgekommen: http://youtu.be/YfucpGCm5hY
:-D
@nele:
Ich möchte ja nicht unken, aber ich halte die dauernde Verharmlosung - auch immer wieder durch Beiträge von Kommentatoren hier - ebenfalls für sehr bedenklich.
siehe auch:
http://www.scienceblogs.de/gesundheits-check/2012/02/krankenkasse-mit-weltanschauung.php
Was mich noch beschäftigt ist der Zweck des Ganzen. Jugend ideologisch zu infiltrieren oder den Unsinn selbst glauben sind ja zwei verschiedene Dinge. Also geht es ganz christlich nächstenliebend um Geld und Macht?