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"Was ist schön?" In diesem Blog machen wir uns auf die Suche nach einer Antwort auf diese Frage, die so alt ist wie die Menschheit.
Welche Schönheitsideale prägten die Antike? Wie verändern sich die Vorstellungen von dem, was als schön gilt? Gibt es Konstanten, die unser ästhetisches Urteil bestimmen? Und wie erklärt die moderne Wissenschaft, weshalb es so menschlich ist, nach Schönheit zu streben?
Am Ende werden wir vermutlich nicht eine, sondern viele Antworten haben...
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Neues in der Kategorie Geistes- & Sozialwissenschaften
09. Februar 2011
Schön, dass wir drüber geredet haben
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 6
In diesem Blog haben wir versucht, "100.000 Jahre Schönheit" (so der Untertitel) von all den Seiten zu beleuchten, in denen sie sich zeigt. Dass selbst Neandertaler offenbar ästhetische Ideale und Bedürfnisse hatten, dass Schönheit nicht nur ein Signal im Balzverhalten von Mensch und Tier ist, sondern auch ganz sexlos dazu dient, den sozialen Umgang zu informieren. Dass die "Schönheit" der Objekte auch objektiv etwas über deren Qualität aussagen kann, und dass objektiv gesehen das Schönheitsideal auch nützliches Steuerungsinstrument der Hygiene und Gesundheit sein kann (und das ist nur ein kleiner Anriss der Themen dieses Blogs).
Wie so oft bei komplexen Themen, warf jede versuchte Antwort nur neue Fragen auf, die einer weiteren Erforschung wert wären. Aber diesem Blog, das von der Firma L'Oreal gesponsort wurde, war von Anfang an ein begrenztes Leben beschieden - es ist nun an der Zeit, das Buch zu schließen. Doch das heißt nicht, dass keine Fragen und Kommentare mehr erwünscht sind. Auch wenn es keine neuen Einträge her mehr geben wird, bleiben die Kommentarspalten offen und werden redaktionell gepflegt.
Autor: Jürgen Schönstein· 09.02.11 · 19:57 Uhr· 6 Kommentare
21. Januar 2011
Die Schattenseite der Schönheit
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 4
Das Schöne und das Gute gehören in unserer Sprache und Vorstellung meist zusammen, nicht nur in der ubiquitären Redewendung, etwas sei ja "gut und schön", sondern auch in unserem humanistisch geprägten Kunst- und Kulturverständnis, in dem Wahrheit, Schönheit und Güte scheinbar untrennbar verbunden sind. Und in einer idealen Welt könnten wir's auch dabei belassen - aber die Realität ist weitaus unattraktiver. Denn die Schönheit hat auch ihre dunkle Seite: Attraktive Menschen sind zu den gleichen Straftaten fähig wie unattraktive. Selbst das wäre noch eher banal - nicht aber ihre wissenschaftlich nachweisbar höheren Chancen, milde Richter zu finden. Zwei prominente Beispiele aus den USA für Mörder, die dank ihres guten Aussehens letztlich mit einer geringeren Strafe davon gekommen waren, sind etwa der "Preppie-Killer" Robert Emmet Chambers und die "Fatal-Attraction-Mörderin" Carolyn Warmus.
Autor: Jürgen Schönstein· 21.01.11 · 18:05 Uhr· 4 Kommentare
10. Januar 2011
Schönheit schärft den Blick des Betrachters
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
"To me, Beauty is the wonder of wonders. It is only shallow people who do not judge by appearances." Für mich ist Schönheit das Wunder aller Wunder. Nur hohle Menschen urteilen nicht nach dem Schein.Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray
Das Urteil des Paris, Peter Paul Rubens (ca. 1638), Museo del Prado, Madrid
Zugegeben: Kaum jemand wird öfter falsch aus dem Zusammenhang heraus zitiert als Wilde (auch obiges Zitat stammt von einer negativ besetzten Figur des Romans, dem dekadenten Lebemann Lord Henry Wotton). Aber wenn man einem neuen Paper glauben darf, das im aktuellen Journal Psychological Science erschienen ist, dann wäre zumindest ein Teil dieser Aussage richtig: dass es nicht zwingend oberflächlich sein muss, nach dem Äußeren zu urteilen. Das Paper, verfasst von Genevieve Lorenzo, Jeremy Biesanz und Lauren Human (alle drei vom Social Accuracy Lab der University of British Columbia in Vancouver), kommt zwar zu dem Schluss, dass attraktive Menschen vorteilhafter beurteilt werden - aber dass dieses Urteil eben nicht oberflächlich gefällt wird, sondern im Gegenteil das Resultat einer im Vergleich zu nicht besonders attraktiven Personen deutlich eingehenderen Betrachtung ist.
Autor: Jürgen Schönstein· 10.01.11 · 06:24 Uhr· 1 Kommentar
06. Januar 2011
Jugendlichkeit kommt von nebenan
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Ob blasse, glatte Haut oder bunt bemalte Schmucknarben, ob knabenhafte Schlankheit oder füllige Üppigkeit, ob blond, ob braun - Schönheit manifestiert sich in vielen Formen und Farben. Doch ein Element gehört fast immer dazu: die Jugendlichkeit, die wir hier bewusst nicht alleine der Jugend vorbehalten wollen, da sich letztere ja primär nur durch ihr Alter und nicht durch ihr Aussehen definiert. Doch während die sprichwörtliche Schönheit von innen kommen soll (und manchmal genügt dafür schon eine vom Schlaf gesegnete Nacht), kann man sich Jugendlichkeit aus dem sozialen Umfeld, also quasi von nebenan holen.
Autor: Jürgen Schönstein· 06.01.11 · 05:55 Uhr· 1 Kommentar
15. Dezember 2010
Hören mit den Augen: Was die Optik mit guter Musik zu tun hat
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 6
Er spielt wahnsinnig gut Violine und sieht wahnsinnig gut dabei aus. Geiger David Garrett hat in den in den letzten Jahren beiden Jahren eine beachtliche Karriere hingelegt. Seine Konzerte sind ausverkauft, die CDs stehen in den Charts ganz oben. Doch liegt das wirklich an der Musik? Studien zeigen, dass es auch in der Musik keineswegs nur um das geht, was wir hören.
Zuletzt hatten wir schon festgestellt, dass es ganz natürlich ist (und eben keinesfalls „erlernt") Schönheit schön zu finden. Wir halten schöne Menschen beispielsweise für vertrauenswürdiger. Aber wie weit reichen eigentlich die Effekte des Schönheitsstereotyps? Wir halten doch niemanden für einen tollen Künstler, nur weil er zufälligerweise gut aussieht und gekleidet ist?
Ganz so einfach ist die Sache vermutlich nicht, aber gerade im Feld der Musik spielen Äußerlichkeiten eine größere Rolle, als wir denken. Das hat sicher auch damit zu tun, dass die Wahrnehmung von Musik stark von der jeweiligen Situation abhängig ist. Im Kaufhaus-Aufzug nervt uns das Gedudel aus dem Lautsprecher, an einem anderen Ort, in anderer Stimmung würden wir dieselben Melodien vielleicht als ganz entspannend empfinden.
Musik ist viel mehr als nur das, was wir hören
Dass die Rahmenbedingungen unter denen wir Musik „konsumieren" entscheidend sind, ist keine neue Erkenntnis. Vor knapp 20 Jahren stellte Richard Leppert diesbezüglich fest, dass dies dem abstrakten Wesen der Musik geschuldet sei. Und insofern seien musikalische Darbietungen genauso an die körperlichen und visuellen Momente gekoppelt wie Theater oder Tanz.
„Precisely because musical sound is abstract, intangible, and ethereal [...] the visual experience of its production is crucial to both musicians and audience alike for locating and communicating the place of music and musical sound within society and culture. [...] Music, despite its phenomenological sonoric ethereality, is an embodied practice, like dance and theater." (Leppert, 1993: xx-xxi).
Wie entscheidend das Erscheinungsbild von Musikern ist, zeigt eine aktuelle Studie der Musikpsychologin Noola K. Griffiths.1
Autor: Marc Scheloske· 15.12.10 · 12:00 Uhr· 6 Kommentare
30. November 2010
Schönheit wirkt: Über die Macht der Schönheit und soziales Kapital
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Wir mögen das als ungerecht empfinden, doch Schönheit wirkt. Es ist eine Form sozialen Kapitals.
Wer schön ist, ist immer auch mehr als das. Zumindest in den Augen seiner Mitmenschen. Wer schön ist, der hat - wie unzählige Studien belegen - in vielen, vielen Bereichen des Lebens einen (messbaren) Vorteil. Wir mögen das als ungerecht empfinden, doch Schönheit wirkt. Es ist eine Variante des sozialen Kapitals, wie man in Anlehnung an Pierre Bourdieu formulieren könnte. Was wissen wir über diese soziale Komponente der Schönheit?
Hier im Blog haben wir ja bereits festgestellt, dass die Vorstellungen von dem, was Menschen schön und anziehend finden, historisch und kulturell variieren. Schönheit ist keine stabile Größe, sie entzieht sich simplen Definitionen und ist nicht so einfach mess- und quantifizierbar. Und so gibt es auf die Frage „Was ist schön?" entweder keine oder unzählig viele Antworten.
Vollkommen anders verhält es sich, wenn wir nach der Wirkung von Schönheit fragen. Denn die Effekte von Schönheit im sozialen Leben sind in hunderten Studien nachgewiesen und zu beziffern. Wie ich in meinem letzten Artikel schon skizziert habe, assoziieren wir mit schönen Menschen unweigerlich weitere positive Eigenschaften: Großzügigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Kompetenz und vieles mehr. Und genau diese Tatsache ist das (soziale) Kapital mit dem schöne Menschen „wirtschaften" können.
Wie hoch ist wohl das "soziale Kapital" dieses Gesichts?

Autor: Marc Scheloske· 30.11.10 · 09:00 Uhr· 1 Kommentar
22. November 2010
Die attraktive Augenbraue - nicht nur eine Frage der Form
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Die Augenpartie spielt bei der Wahrnehmung eines Gesicht eine wichtige Rolle. Die Augen, so sagt man, sind die Spiegel der Seele. Sie verraten uns die Gefühle unseres Gegenübers, ob er zornig ist, traurig oder fröhlich. Betrachten wir ein Gesicht, schauen wir meistens dem anderen in die Augen, denn die Augenpartie spiegelt den emotionalen Zustand eines Menschen am deutlichsten wider.
Nicht dabei vernachlässigt werden dürfen die Augenbrauen: Sie "verleihen uns nicht nur Ausdruck" und machen uns einzigartig, sondern entscheiden auch mit über die Atrraktivität eines Menschen.
Autor: Liane Vorwerk-Gundermann· 22.11.10 · 09:27 Uhr· 2 Kommentare
18. November 2010
Buch-Tipps, die Schönheit und Wissenschaft miteinander vereinen ....
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 2
Bei den Recherchen zur Schönheit und Attraktivität, stößt man natürlich hin und wieder auf das ein oder andere Buch, das sich mit dem Thema beschäftigt und sich interessant anhört.
Für alle, die sich intensiver mit der Schönheit beschäftigen möchten, seien deshalb hier mal ein paar Bücher genannt, in denen sich Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Fachgebieten mit dem Thema auseinandersetzen.
Autor: Liane Vorwerk-Gundermann· 18.11.10 · 14:30 Uhr· 2 Kommentare
17. November 2010
Schön und gut: Über den Nimbus-Effekt und das Attraktivitäts-Stereotyp
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften
Wir sind Augentiere. Und wir sind Weltmeister im Schubladendenken. Das gilt auch und vor allem, wenn wir unsere Mitmenschen beurteilen. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, wie attraktiv wir unsere Arbeitskollegen, Zufallsbekanntschaften oder Sportkameraden finden. Ob bewusst oder nicht: wir machen uns blitzschnell ein Bild. Und je schöner der Mensch in unseren Augen ist, desto bessere Eigenschaften schreiben wir ihm auch zu...
Und je schöner der Mensch in unseren Augen ist, desto bessere Eigenschaften schreiben wir ihm auch zu.
Vertrauenswürdigkeit, Erfolg, Stärke, Durchsetzungsvermögen, Ausgeglichenheit, Warmherzigkeit... diese Liste könnte man noch deutlich erweitern. Und all diese positiven Attribute sprechen wir eben schönen Menschen zu. Das ist vielleicht nicht unbedingt fair, aber zutiefst menschlich. Die Menschen, die wir in die Schublade mit dem Etikett "schön" einsortieren, haben schon fast gewonnen...

In der Sozialpsychologie ist dieser Effekt als Attraktivitätsstereotyp geläufig. Es gibt dutzende, vielleicht sogar hunderte Studien, die den Mechanismus belegen. Das beginnt dann bei den Säuglingen, die mehr Aufmerksamkeit erhalten, wenn sie schön sind, geht weiter mit den hübschen Schulkindern, die bessere Noten1 bekommen und reicht bis zu den Vorteilen bei der Gehaltsverhandlung.2
Kurz: Wer schön ist, dem fliegen im Leben manche Dinge einfach zu. Wobei das natürlich nicht Zauberei, sondern das Ergebnis ganz profaner sozial-kognitiver Prozesse ist. Es ist ja eben - wie eingangs erwähnt - die positive Zuschreibung der Umwelt, die den offenbar schönen Menschen automatisch auch Kompetenz und Charisma attestiert. Und dann gibt es - das wäre Stoff für ein Extra-Posting - natürlich den Effekt der self-fulfilling-Prophecy, deren Wirkmächtigkeit wohl als bekannt vorausgesetzt werden darf.
Autor: Marc Scheloske· 17.11.10 · 22:00 Uhr· 0 Kommentare
08. September 2010
Der Sprachpapst und das Schöne
Kategorie: Geistes- & Sozialwissenschaften · Kommentare: 1
Wozu wir hier einen ganzen Blog brauchen, das handelt Sprachmeister und Journalistenlehrer Wolf Schneider in nur einem Beitrag in seiner Video-Sprachkolumne auf sueddeutsche.de ab (das Video kann man leider nicht einbinden); von der Venus von Willendorf ("Mein Gott, was für ein Hintern!") bis zum Schönheitschirurgen in dreieinhalb Minuten sozusagen.
Neben dem Hinweis, dass das Schönheitsideal sich im Laufe der Zeit und je nach Kultur durchaus (oder sollten wir besser sagen offenbar) verändert hat (siehe besagte Venus im Vergleich zu derzeitigen Magermodells) verweist Schneider - von dem wahrscheinlich jeder Journalist und jede Redaktion mindestens ein Buch im Regal stehen hat - auf die vielen Bedeutungen, des Wortes "schön" (ja, der Satz ist zu lang und hat Einschübe ;-)
"(...) sogar hässlich ist darunter."
"Aber was ist, bitte schön, ein schönes Gesicht?", fragt Schhneider und richtet seine Frage an die "lieben Schönheitschirurgen", die lediglich ein "glattes Gesicht" fabrizierten, "Schönheit von der Stange", aber keinen Charme.
Neben Zitaten zur Schönheit von Schopenhauer, Bacon und Stendal spendet Schneider den Schönheitschirurgen etwas Trost, denn das Wort schön könne ja vielerlei bedeuten:
"Schön heißt zum Beispiel "hohl" und "leer", wenn wir von einem Politiker sagen: "Er hat uns mit lauter schönen Worten abgespeist". Schön kann auch eine Verstärkung sein: "Schön langsam, bitte." Ein Schönling ist ein Geck. Ein Schöntuer ist ein Schmeichler. "Schön färben" heißt "tarnen, täuschen". Tja, wenn etwas besonders abscheulich ist, sagen wir gerne: "Das ist ja eine schöne Bescherung." Und, liebe Damen, liebe Schönheitschirurgen: Eine dieser Bedeutungen trifft immer zu.
In meinem Regal steht übrigens "Das Handbuch des Journalismus" und ich dachte eigentlich eines der "Deutsch für ..."-Bücher.
Autor: Marcus Anhäuser· 08.09.10 · 12:06 Uhr· 1 Kommentar
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